Langzeitcharter für Blauwassersegler – das neue Angebot von Dream Yacht Sabbatical

Urs Rothacher, Managing Director von Dream Yacht Sabbatical, im Interview

Der Schweizer Urs Rothacher hat selbst Erfahrung mit einem Familien-Sabbatical unter Segeln.

Wie kam es zu der Idee von Dream Yacht Sabbatical?
Nachdem ich meine Firma verkauft hatte, wollte ich zusammen mit der Familie auf Weltumseglung gehen. Wir hatten schon einmal eine dreimonatige Auszeit mit einem kleinen Trimaran in den Bahamas genommen. Schnell wurde uns aber klar, dass eine entspannte Weltumseglung entweder viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde oder wir um die Welt hetzen müssten. Zufällig fand ich dann unser Traumboot in Neukaledonien. Wir kauften es und segelten eine wunderschöne, 8.000 Seemeilen lange Runde durch die Südsee. Nach unserer Rückkehr aus dem Südpazifik wurden wir vielfach von Freunden und Segelkameraden gefragt, wie man denn so eine Segelauszeit am besten organisiert.

Fernziele wie die Ile de Pins in Neukaledonien sind der Traum vieler Langfahrtsegler.

Und? Wie organisiert man am besten eine Segelauszeit?
In der Praxis ist es leider ziemlich unrealistisch, ein Boot nur für wenige Monate zu kaufen, auszurüsten und wieder zu verkaufen. Das kostet viel zu viel Zeit und Nerven. Und nachdem mir klar wurde, dass es auch keine passenden Charterangebote gibt, habe ich mich dazu entschlossen, erneut eine Firma zu gründen. Mit dem Ziel Langzeit- und Onewaycharter möglich zu machen. Da Dream Yacht Charter mit über 1.000 Yachten und mehr als 50 Charterbasen über ein weltweites Servicenetz verfügt, haben wir uns kurzerhand zusammengeschlossen.

Exotische Reviere sind meist nur für Blauwassersegler erreichbar.

An wen genau richtet sich das Angebot und welche Crewkonstellationen erwartet Ihr am häufigsten?
In erster Linie Paare und Familien, die Segler sind. Das sind meist Leute, die eine Auszeit machen wollen, ohne komplett aussteigen zu müssen. Dann richtet sich das Angebot aber auch an Menschen, die keine Blauwassererfahrung haben. Denen bieten wir an, die Reise ganz oder teilweise mit einem Skipper zu machen. Damit möchten wir eine neue Gruppe Segler ansprechen, die den Schritt zum eigenen Blauwasserboot aus Mangel an Zeit oder Erfahrung bisher nicht gewagt haben.


Zurzeit kommen auch viele Anfragen von erfahrenen Seglern, die selbst ein Boot besitzen oder mal eines besessen haben. Und die den Aufwand und die Kosten dafür kennen und jetzt überlegen, ob sie auf diesem Weg mal in einer Gegend segeln können, in der sie bisher noch nicht waren. Wir werden das hier beschriebene Angebot laufend den Bedürfnissen der Segler anpassen.

Tonga in der Südsee. Ein Ziel auf der Sabbatical-Reise von Urs Rothacher.

In welchen Regionen und auf welchen Routen soll es das Langzeitcharterangebot geben?
Viele wollen an Orte, wo sie in den normalen Ferien kaum hinkommen: die Europäer in die Südsee, die Australier ins Mittelmeer. Das decken wir ab, doch darüber hinaus bieten wir auch die Karibik und mit Phuket in Thailand auch Südostasien an. Oder Oneways, zum Beispiel vom Mittelmeer in die Karibik.

Welche Zeitdauer ist möglich und welche wird am meisten nachgefragt?
Mehr als einen Monat sollte die Anfrage schon sein. Für die meisten geht es aber um einen Zeitraum von etwa drei Monaten oder um etwa acht Monate, was dann in der Regel der Zeitraum einer ganzen Segelsaison in einem Revier ist.

Werden die Schiffe von den Dream Yacht Basen aus übergeben oder sind das jeweils individuelle Übergaben?
Ja, Startpunkt ist immer eine Dream Yacht Basis. Nur da haben wir die ganze Infrastruktur für Instandhaltung, Unterhalt und Pflege der Yachten. Und hier gibt es in der Regel auch eine gute Infrastruktur, um die Vorbereitung, alle Erledigungen und Einkäufe tätigen zu können.

Die Dream Yacht Charterbasen wie hier in Le Marin auf Martinique sind Ausgangspunkt des neuen Angebots.

Wie viele Schiffe sollen zur Verfügung stehen und welche Schiffstypen sind dafür angedacht? Oder stehen einfach die vorhandenen Schiffe aus der DYC-Flotte zur Verfügung?
Wir haben eine sehr breite Palette von Booten im Programm, auch für Langfahrt ausgerüstete Performance-Boote gehören dazu. Das können Neubauten sein oder Gebrauchtboote, die wir nach einem Refit für Langfahrt in die Sabbatical-Flotte aufnehmen. Dadurch, dass die Vorlaufzeit für so eine Reise recht lang ist, können wir die Sabbatical Flotte gut der Nachfrage anpassen. Mit anderen Worten: Es gibt eine eigene Sabbatical-Flotte, die dann weltweit je nach Kundenaufkommen hin und her geschoben wird.

Traum in Türkis

Wie unterscheidet sich die Ausrüstung im Gegensatz zu einem normalen Charterschiff und welche zusätzliche Ausrüstung ist für diese Schiffe vorgesehen?
Mir ist beim Segeln an entlegenen Orten die Sicherheit immer besonders wichtig. Die Sicherheitsausrüstung ist deutlich umfangreicher und soll die Anforderung des World Cruising Club (ARC) erfüllen. Beim Komfort hängt es etwas von der Region und vom Budget ab. Ein sehr gutes Beiboot braucht es in jedem Fall, eine top Energieversorgung, umfangreiche Ersatzteile und oftmals auch einen Wassermacher. Trotzdem: Wir wollen die Dinge bewusst schlank halten, die Systeme sollen einfach aber zuverlässig sein. Wer eine Auszeit nimmt, hat weder Zeit noch Lust zu basteln oder in irgendwelchen Marinas auf Teile zu warten.

Welche Möglichkeiten gibt es, temporär eigene Schiffslösungen an Bord zu installieren?
Wie bei jedem Mietobjekt kann man alles tun, was keinen Schaden anrichtet und sich wieder in den Grundzustand zurückversetzen lässt. Bei uns wollen die Leute segeln gehen und nicht basteln müssen.

Facharbeiten und die Überholung der Schiffe soll unterwegs auf den Basen von Dream Yacht Charter stattfinden.

Die Schiffe sind dann ja zum Teil weit weg von einer Dream Yacht Basis. Wie funktioniert dann der Service?
Mit über 50 Basen weltweit können wir auf den meisten Routen ein vergleichsweise gutes Servicenetz bieten. Von Beginn an planen wir auf der jeweiligen Route regelmäßige Stopps auf unseren Basen ein. Unsere Experten führen dann alle Wartungs- und Reparaturarbeiten durch. Wir haben aber auch eine 24/7-E-Mail-Hotline für jede Art von benötigter Hilfe, dafür sind Schiffe, wo es sinnvoll ist, mit Iridium ausgestattet. Aber klar, der Skipper muss sich natürlich bewusst sein, dass im Gegensatz zur Wochencharter die Verantwortung für Unterhalt und Reparatur auch bei ihm liegt. Aber mit unserem Netzwerk an Hilfsmöglichkeiten ist das für den Skipper natürlich deutlich einfacher. Wie bei einem normalen Chartervertrag auch, werden die Kosten für Service und Reparatur natürlich von uns übernommen. Ausgenommen sind natürlich Schäden oder Verluste, die durch die Crew verursacht werden.

In welchen Punkten unterscheiden sich die Vertrags- und Versicherungsbedingungen von einem herkömmlichen Chartervertrag?
Eigentlich fast nur bezüglich Unterhalt und Reparatur, wie oben beschrieben. Mit unseren Versicherern sind wir im Gespräch, um jeweils die passende Deckung anbieten zu können. Momentan können nur einige wenige Länder aus rechtlichen oder versicherungstechnischen Gründen nicht angelaufen werden. Aber die sind meist sowieso weit abseits der beliebten Blauwasserrouten.

Entspanntes und möglichst sorgenfreies Segeln soll das neue Angebot garantieren.

Gibt es besondere Erfahrungsvoraussetzungen an den Charterkunden?
Nein, wir benötigen nur die üblichen Qualifikationsnachweise. Darüber hinaus empfehlen wir aber, dass die Crew den Offshore Safety-Kurs von World Sailing absolviert sowie einen Motorkundekurs. Sinnvoll ist es auch, die ersten Wochen noch in geschützten Gewässern zu bleiben, um zunächst das Boot, die Ausrüstung und die Crew gut kennenzulernen.
Wer es entspannt angehen möchte, der nimmt sich für den ersten Monat einen unserer erfahrenen Skipper mit. Eine bessere Ausbildung gibt es nicht. Übrigens sinken die Charterkosten für das Boot etwas, wenn einer unserer Skipper an Bord ist.

Das klingt alles sehr vielversprechend, hat vermutlich aber auch seinen Preis?
Der Betrieb und Unterhalt von Hochseeyachten auf Blauwasserfahrt sowie die Unterstützung der Kunden während der Reise durch unser Personal und unsere Basen hat natürlich seinen Preis. Entscheidend aber ist für viele, dass sie sich bis kurz vor der Abreise auf Job und Karriere konzentrieren können. Und danach auch gleich wieder einsteigen können, ohne unendlich viel Zeit mit Kauf, Ausrüstung, Papierkram und Verkauf zu vergeuden. Ein großer Vorteil unseres Modells ist es auch, dass die Kosten bereits beim Antritt der Reise bekannt sind und es keine bösen Überraschungen gibt.

Nach Ende des Sabbaticals wird das Schiff einfach zurückgegeben.

Wo bekommen Interessenten mehr Informationen?
Am besten schickt man uns eine kurze Mail an kontakt@dreamyachtsabbatical.de. Onlinebuchungen sollte man bei dem Produkt nicht erwarten, dafür sind die Anforderungen viel zu individuell. Wir nehmen uns für jeden Interessenten viel Zeit, um seine Pläne im Detail zu besprechen.

Mehr Infos unter: www.dreamyachtsabbatical.de

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Bernd
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Bernd

Super Sache mit dem Langzeit Chartern. Hatte eine Anfrage an Sie gerichtet.
Bernd