Energiemanagement: Wie funktioniert der Lithium-Erweiterungs-Akku LE300 von BOS?

Von Arne Gründel

Arne Gründel ist Vertriebsleiter bei der ELNA GmbH, die sich vorranging mit Funktechnik für die Berufsschifffahrt beschäftigt und im Wassersportbereich unter dem Namen Ferropilot den Fachhandel berät und beliefert. Arne Gründel segelt seit seiner Kindheit auf Nord- und Ostsee. Seit mehreren Jahren chartert er Yachten als Skipper mit Freunden oder der Familie in Kroatien und auf der Ostsee.

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Titelfoto: ©Sönke Roever

Der Einsatz von Lithium-Akkus auf Yachten

Im Yachtbereich sind Lithium-Akkus auf dem Vormarsch. Das überrascht nicht, da sie in anderen Bereichen längst zum Alltagsgegenstand geworden sind. Sie werden beispielsweise in Smartphones, Tablets oder Notebooks verbaut. Ihr Vorteil gegenüber herkömmlichen Batterien ist, dass sie bei gleicher Kapazität weniger Platz benötigen, leichter sind und eine längere Lebensdauer haben. Ihr Nachteil ist einzig der recht hohe Anschaffungspreis, der jedoch durch ihre vergleichsweise lange Lebensdauer relativiert wird.

Ein wichtiger Unterschied zu den klassischen Systemen ist auch, dass es bei reinen Lithium-Systemen einer professionellen Installation und aufwendiger Ladetechnik bedarf. Diese Systemkonfiguration ist nicht trivial und sollte auf keinen Fall einem Laien überlassen werden.

Blauwassersegler wollen vom Landstrom unabhängig sein. ©Sönke Roever

Beim Blick auf die Segler fällt auf, dass Regatta- und Fahrtensegler Lithium-Akkus aufgeschlossener gegenüberstehen als Blauwassersegler. Gerade die Blauwassersegler haben immer noch (unberechtigte?) Bedenken, weil sie zuverlässige Systeme mit einfacher Wartung und unkomplizierten Reparaturmöglichkeiten wollen. Wie ersetzt man beispielsweise in einem infrastrukturell schwachen Revier bei einem Defekt einen Lithium-Akku, wenn man dort keinen adäquaten Ersatz bekommt? Stattdessen Blei-Akkus einbauen, die es überall gibt, wo Autos fahren? Das ist je nach Batteriemanagementsystem ein kompliziertes oder gar unmögliches Unterfangen. Und selbst wenn das möglich ist, entstehen nicht unerhebliche Kosten durch den Versand ins Ausland – sofern er überhaupt möglich ist, da es sich bei Lithium-Akkus um einen Gefahrguttransport handelt. Kurzum: Bei Blauwasserseglern sind derzeit vornehmend AGM-Batterien verbreitet.

Ist der BOS-Lithium-Akku LE300 eine Alternative?

Vor dem Hintergrund ist es interessant, dass die deutsche Firma BOS (Balance of Storage Systems) aus Neu-Ulm mit dem LE300-Lithium-Akku ein Smart Battery System auf den Markt gebracht hat, das einerseits die Vorteile der Lithium-Akku-Technik mitbringt und andererseits mit klassischen AGM-, GEL-, oder Bleibatteriebänken kombiniert werden kann.

Eine solche AGM-Batteriebank kann mit mehreren LE300 kombiniert werden. ©Daniel Müller

Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit verwende ich im Folgenden den Begriff Bleibatterie und meine damit auch AGM- oder Gel-Batterien beziehungsweise -Akkus. Außerdem mache ich keinen Unterschied zwischen einer Batterie oder einer Batteriebank. Das Nachfolgende gilt für beides. Relevant ist nur die Gesamtkapazität des Systems.

Die Idee des LE300 ist, eine einfache und unkomplizierte Lösung zur Wartung beziehungsweise zur Leistungssteigerung und Kapazitätserweiterung von Bleibatterien auf Yachten anzubieten. Der BOS-Lithium-Akku wird einfach gemeinsam mit neuen oder vorhandenen 12-Volt-Bleibatterien verwendet, indem er parallel zu den Bleibatterien angeschlossen wird. Sollte ein Batteriemonitor vorhanden sein, kann dieser weiterverwendet werden. Gegebenenfalls, wenn gewünscht, müssen aber die Einstellungen für die Gesamtkapazität im Setup des Gerätes angepasst werden.

Wie wird der BOS-Lithium-Akku LE300 auf Yachten eingesetzt?

Das LE300-Konzept ist modular aufgebaut. Jedes Modul hat eine Kapazität von 25,6 Amperestunden (Ah). Für einen perfekten Leistungsausgleich sollte je 100 Ah Bleibatteriekapazität mindestens ein LE300 eingesetzt werden, damit das Bleisystem optimal von dem LE300 versorgt und gepflegt werden kann.

Grundsätzlich kann eine 100-Ah-Bleibatterie auch mit bis zu zwölf LE300 kombiniert werden. Bei 300 Ah Bleibatterie-Kapazität lautet die Empfehlung des Herstellers demnach, mindestens drei LE300 einzusetzen, um die Lebensdauer der Bleibatterien zu erhöhen. Kommen mehrere LE300 zum Einsatz, werden sie parallelgeschaltet.

Das LE300-Modul hat 25,6 Amperestunden. ©Sönke Roever

Jedes Modul ist 22,9 Zentimeter hoch, 17,5 Zentimeter breit und 6,7 Zentimeter tief. Das ist kompakt. Im Grunde genommen ist es auch nicht erforderlich, von Länge, Breite und Höhe zu sprechen, da es beim LE300 kein „oben“ oder „unten“ gibt. Der Akku kann in jeder Lage eingebaut werden, was insbesondere auf kleinen Yachten von Bedeutung sein dürfte, wo die Raumausnutzung mitunter schwierig ist.

Ein LE300-Modul wiegt 3,4 Kilogramm und besteht aus einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LiFePO4). In den vergangenen Jahren gab es immer mal wieder Meldungen über brennende oder gar explodierende Lithium-Akkus. Bei Akkus vom Typ LiFePO4 gibt es diese Gefahr unter Bedingungen, wie sie auf einer Yacht üblich sind, nicht.

Es gibt die Module in bereits vorkonfektionierten Einheiten aus Einer-, Zweier-, Vierer- oder Sechserblöcken. Insgesamt können in einem 12-Volt-Bordnetz bis zu 24 Module unkompliziert parallelgeschaltet werden. Bei mehr als 24 Modulen sollte ein Fachmann die Installation überprüfen.

Hier wurde ein 4er-Block aus LE300-Modulen auf einer Yacht installiert. ©Elna

24 Module sind weitaus mehr Module als im Yachtbereich erforderlich sind. Das wären etwa 600 Ah durch LE300-Module nebst der vorhandenen Bleibatteriekapazität. In der Regel hat das typische Blauwasserschiff bei einer Bordspannung von 12 Volt zwischen 500 und 1.000 Ah Bleibatterie-Kapazität im Einsatz.

Vielleicht noch ein Beispiel, das erlaubt, sich den Gewichts- und Platzvorteil einer Lithium-Batterie gegenüber eine AGM-Batterie etwas besser vorstellen zu können. Sechs LE300 haben in etwa das Volumen einer 100-Ah-AGM-Batterie. Der LE300-Sechserblock wiegt 20,4 Kilogramm und eine 100-Ah-Batterie wiegt rund 24 Kilogramm. Eine AGM-Batterie sollte allerdings nach Möglichkeit nur bis zu 50 Prozent ihrer Kapazität entladen werden. Damit haben wir ungefähr eine nutzbare Energie von 50 Ah bei 24 Kilogramm Gewicht. Eine Amperestunde wiegt also etwa 500 Gramm.

Die LE300-Module gibt es in 1er-, 2er-, 4er- oder 6er-Blöcken. ©BOS

Der LE300-Sechserblock hat eine Kapazität von 153,6 Ah (sechsmal 25,6 Ah). Davon stehen realistisch 90 Prozent zur Entnahme zur Verfügung. Somit kommen wir hier auf 138 Ah bei etwa gleichem Volumen und einem um vier Kilo geringem Gewicht von 20,4 Kilogramm. Umgerechnet wiegt eine Amperestunde somit etwa 150 Gramm. Das sind 70 Prozent Gewichtersparnis im Vergleich zur Bleibatterie.

Aufgrund der Bauart ist der LE300 als Verbraucherbatterie gedacht. Deren Charakteristik ist dafür vorgesehen, über eine lange Zeit einen ungefähr gleichmäßigen Strom abzugeben. An Bord werden für das Anlassen des Motors, das Bugstrahlruder oder die Ankerwinde aber auch sogenannte Starterbatterien eingesetzt. Diese sind dafür gedacht, in einer kurzen Zeit einen möglichst hohen Strom abzugeben. Da dies nicht der Charakteristik des LE300 entspricht, empfehle ich an dieser Stelle weiterhin den Einsatz von Bleibatterien. Allerdings könnte auch hier ein LE300 parallelgeschaltet werden, um beispielsweise eine selten genutzte Ankerwinden-Batterie zu pflegen – auch gegen Selbstentladung.

Jeder LE300 kann mit 12,5 Ampere geladen beziehungsweise entladen werden. Kommen beispielsweise vier LE300 zum Einsatz, ergibt das eine maximale Stromentnahme von 50 Ampere zuzüglich der möglichen Energieabgabe aus der vorhandenen Bleibatterie. Insgesamt können von den 25 Ah pro Modul 90 Prozent – also 23 Ah – entnommen werden. Wenn die Untergrenze erreicht wird, schaltet sich der LE300 ab, bis er wieder geladen wird.

Wie wird der BOS-Lithium-Akku LE300 angeschlossen?

Das Anschließen ist unkompliziert. Sowohl die vorhandene Ladetechnik als auch die Bleibatterien bleiben an Bord – das System wird lediglich durch Parallelschaltung des LE300 ergänzt. An den Pluspol der Bleibatterie kommt das Pluskabel und an den Minuspol das Minuskabel des LE300. Durch diese einfache Montage ist es theoretisch auch möglich, das System flexibel einzusetzen und beispielsweise zwischen zwei Booten zu wechseln.

Anschlussschematik für LE300-Module. ©BOS

Kommen mehrere LE300-Module zum Einsatz, werden diese einfach parallelgeschaltet. Das ist möglich, weil jeder LE300 über ein eigenes Batteriemanagement-System (BMS) verfügt. Somit muss auch bei mehreren Modulen nichts vernetzt werden. Die Module stellen selbstständig fest, dass noch weitere LE300 im System vorhanden sind.

Wie fehleranfällig ist das LE300-System?

Sollte ein LE300-Modul ausfallen, benimmt sich das Bleibatterie-System so, als wäre der LE300 nicht vorhanden. Werden mehrere LE300-Module kombiniert, arbeiten alle anderen Module ganz normal weiter, wenn eines ausfällt. Außerdem ist jedes Modul vor Überstrom, Überspannung, Tiefenentladung, Kurzschluss und Verpolung geschützt. Damit kann bei der Installation fast kein Fehler gemacht werden. Dennoch darf der Hinweis nicht fehlen, dass die Elektrik grundsätzlich von Fachleuten installiert werden sollte.

Wichtig: Bei größeren Kabellängen zwischen dem LE300 und der Bleibatterie sollte das Kabel zusätzlich abgesichert und in Kabelschutzrohren verlegt werden. Zudem ist auf eine ausreichende Dimensionierung zu achten.

Darüber hinaus hat BOS den LE300 zusätzlich auf Bruch-/Rüttelfestigkeit und extreme Temperaturen zertifizieren lassen. Daher darf er auch im KFZ-, Reisemobil- oder Offroad-Bereich verwendet werden. Dazu gehört auch, dass die Platine vor Feuchtigkeit geschützt ist.

Die Kombination aus Bleiakkus und LE300-Lithium-Block an Bord einer Yacht. ©Elna

Das LE300-System in der Praxis

Im Prinzip gilt es abzuwägen, ob an Bord nur klassische Bleibatterien, nur Lithiumbatterien oder in Kombination mit dem LE300 eine Mischung zum Einsatz kommen soll. Eine reine Bleibatterie hat einige Nachteile gegenüber der Lithium-Batterie hinsichtlich des Gewichts und der Größe, der entnehmbaren Amperestunden, der Selbstentladung, der Lebensdauer oder der Einbauposition. Dafür ist sie im Vergleich sehr preiswert in der Anschaffung. Umgekehrt bietet die Lithiumbatterie an dieser Stelle nur Vorteile gegenüber der Bleibatterie – aber eben nicht beim Preis. Wobei das auch ein bisschen relativiert wird, wenn wir die Lebensdauer mit einbeziehen.

Die Idee hinter dem LE300 ist, die Vorteile beider Systeme zu kombinieren. Es geht darum, das finanzielle Investment überschaubar zu halten und gleichzeitig die Vorteile der Lithiumtechnik zu nutzen, ohne dabei eine komplizierte Installation an Bord durchführen zu müssen oder womöglich die alten, noch guten Batterien zu entsorgen, wenn die Kapazität nicht mehr ausreicht.

Man kann sich das so vorstellen, als hätte man zwei Tanks, die verbunden sind. Solange der Lithium-Tank noch voll ist, wird er vorzugsweise genutzt. Erst wenn er leer ist, wird der Bleitank angezapft. Umgekehrt wird immer erst der Bleitank geladen und erst wenn er voll ist, der Lithiumtank wieder aufgefüllt. Es ist ein wenig wie bei einer Akkubank, wie wir sie vom Smartphone her kennen. Eine Art unkomplizierte „Reserve“.

Der LE300 puffert die Bleibatterie. ©BOS

Oder anders ausgedrückt: Der LE300 wird immer als erstes entladen. Erst wenn die Spannung im Bordnetz auf unter 12,8 Volt absinkt, ist der LE300 leer. Bei 12,8 Volt ist eine „gesunde“ Bleibatterie in der Regel noch zu 100 Prozent geladen. Erst jetzt beginnt die Bleibatterie Energie abzugeben. Umgekehrt nimmt der LE300 erst wieder Energie auf, wenn die Bleibatterie ausreichend geladen ist.

Hier fließt ein Strom von 4,48 Ampere, der komplett vom LE300 abgepuffert wird. ©Sönke Roever

Mehr noch: Das integrierte BMS des LE300 überwacht und „pflegt“ auf diese Art und Weise die Bleibatterie, sodass sich ihre Lebensdauer erhöht. Normalerweise haben Bleibatterien an Bord von Blauwasseryachten eine Durchschnittslebensdauer von drei bis sieben Jahren (je nach Typ und Pflege). Diese kann durch den Einsatz des LE300 deutlich erhöht werden.

Hier wurde der LE300 fast vollständig entladen. ©Sönke Roever

Es wäre jetzt aber auch falsch zu behaupten, dass reine Lithium-Batteriesysteme, wie es sie von diversen namhaften Herstellern gibt, nicht auch ihre Berechtigung haben. Diese ergeben dann Sinn, wenn ein sehr gutes Servicenetzwerk auf der Route erwartet werden kann. Vor allem aber müssen einige Parameter zur sicheren Installation und bei eventuellen Reparaturen berücksichtigt werden. Durch die komplexe Installation werden derzeit noch zusätzliche kostenintensive „Peripherie-Geräte“ benötigt, wie etwa Abschaltrelais. Außerdem empfehlen fast alle Hersteller die Installation und Wartung durch geschultes Fachpersonal. Das könnte zumindest auf einer Langfahrt schwierig werden.

Mehr noch: Alle Lithium-Batterien am Markt müssen unter bestimmten Randbedingungen abschalten. Eine Bedingung zur Abschaltung sind Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dies kann je nach Reiseroute eine Rolle spielen. Die genaue Abschalttemperatur ist je nach Hersteller unterschiedlich. Dies betrifft auch den LE300, der allerdings über eine eingebaute Heizung verfügt. Durch die „Heizung“ ist die Ladung des LE300 zwischen -5 Grad Celsius und 55 Grad Celsius möglich. Für die umgekehrte Entladung gilt sogar ein Temperaturbereich von -10 Grad Celsius und 60 Grad Celsius Zelltemperatur. Auch hier kann die Bleibatterie im extremen Fall wieder übernehmen.

Noch ein Beispiel: Der LE300 ist leer und puffert nicht mehr. Stattdessen entlädt nun langsam die Verbraucher-Batterie. ©Sönke Roever

Und zu guter Letzt kann der LE300 auch hervorragend im Winterlager zur Wartung vorhandener Bleibatterien genutzt werden. Die Bleibatterien müssen nicht mehr ausgebaut werden oder mehrmals im Winter nachgeladen werden. Der LE300 wird einfach parallel angeschlossen und puffert dann die Bleibatterie automatisch mit der benötigten Erhaltungsladung – sofern keine Verbraucher aktiv sind. Einzig bei dauerhaft niedrigen Temperaturen unter -10° C oder wenn der LE300 nach 23Ah Entladung leer ist, sollte nachgeschaut werden.

Fazit

Besonders im Fahrtensegelbereich wird ein zuverlässiges Batteriesystem benötigt, bei dem unkompliziert Akkus getauscht und/oder nachgerüstet werden können. Noch wichtiger ist es allerdings, das Schiff bei einem Defekt in schlecht erschlossenen Gebieten schnell wieder fahrbereit zu bekommen.

Das deutsche Unternehmen BOS hat den LE300 speziell für die Anforderungen in Grenzbereichen entwickelt und mögliche Ausfallszenarien mitberücksichtigt. Der Clou des Smart Battery Systems ist: Die Effizienz und die Lebensdauer des Gesamtsystems wird verbessert, weil der LE300 die meisten Ladezyklen übernimmt, während die Bleibatterie als preiswerte Backup-Speicherung funktioniert. Außerdem wird die Bleibatterie mit einer höheren Priorität geladen, wobei die Lithium-Batterie die Überschussenergie übernimmt. Bei der Entladung wird primär die Lithium-Batterie entladen. Größere Lasten werden von der Bleibatterie und von der Lithium-Batterie parallel versorgt, wodurch beide Batterien mit weniger Strom belastet werden. Dies führt dazu, dass die Lebensdauer der Bleibatterie deutlich verlängert wird.

Darüber hinaus eignen sich die Module auch für die nachträgliche Batterie-Kapazitätserweiterung.

So soll es sein: energetisch unabhängig in einer Bucht ankern. ©Elna

Abschließend sei auch erwähnt, dass Blauwasser-Experte Sönke Roever den LE300 bei einem Nordsee-Törn an Bord einer Fahrtenyacht ausprobiert hat. Sein Fazit:

„Die Installation ist tatsächlich so einfach wie beschrieben. Der Hersteller hat einen 6er-Block LE300 zum Schiff gebracht und wir haben ihn innerhalb von 15 Minuten angeschlossen. Auf einen festen Einbau haben wir verzichtet, da wir nur testen wollten. Stattdessen haben wir den Block mit Spanngurten gesichert. Über einen für den Test mitgelieferten Batteriemonitor konnten wir die Lade- und Entladeströme und Spannungen genau verfolgen. Der LE300 nimmt sich Ladestrom, wenn die Bleibatterien ausreichend geladen sind, und gibt im passenden Verhältnis zur Last Energie ab. So lässt sich einerseits die Kapazität des Systems modular erhöhen und andererseits wird die Bleibatterie geschont. Mehr noch: Sollten Batterien ausfallen, können diese durch klassische Batterien ersetzt werden, da es keine komplizierte Verkabelung oder Ladetechnik gibt. Kurzum: Der LE300 von BOS ist für mich ein sehr durchdachtes und schlüssiges System.“

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Hans
Hans
4 Monaten her

Schön und gut, aber ist nicht einer der großen Vorteile von Lithium- gegenüber Bleiakkus die Möglichkeit, die Lithiumbatterie mit hohem Strom und deshalb in kurzer Zeit aufzuladen ? Dann macht es doch aber keinen Sinn, erst den Bleiakku aufzuladen, denn bei dem dauert es durch den gegen Ladeende stark steigenden Innenwiderstand eben sehr lange, bis er voll ist. Soll heißen: der Motor muss sehr lange laufen bis der Bleiakku endlich ganz voll ist. Wäre es nicht viel besser, erst den Li-Akku mit hohem Strom recht schnell vollzuladen, dann den Motor abzustellen und der Li-Akku lädt dann in aller Stille den… Mehr lesen »

Dominik Kemmerer - BOS
Dominik Kemmerer - BOS
4 Monaten her
Reply to  Hans

Vielen Dank für Ihren Kommentar und die Fragen. Tatsächlich ist die Pflege der Bleibatterie ein wichtiger Aspekt . Das Ziel ist, die Lebensdauer der Bleibatterie so lange zu verlängern wie möglich. Deswegen ist das System so konzipiert und ausgelegt, dass die Lithiumbatterie LE300 die täglichen Zyklen übernimmt, und die Bleibatterie nur in Ausnahmesituationen entladen wird, wenn die Kapazität der LE300 einmal nicht ausreicht. Sobald das aber passiert, wird die Bleibatterie bei der nächsten Gelegenheit wieder mit Priorität vollgeladen, weil so die Sulfatierung vermieden werden kann und die Lebensdauer nicht kompromittiert wird. Das relativiert auch die Frage nach dem Laden der… Mehr lesen »

Thomas SV Rodspaetten
Thomas SV Rodspaetten
3 Monaten her

Nun, auch eine zentrale Frage ist natürlich der Preis. Z.B. ich habe 400 ah 12V Verbraucherkapazität. Möchte ich jetzt noch 100 ah dazu, was investiere ich denn?

Achim
Achim
3 Monaten her

Hallo,
Bei Blei habe ich keine Bedenken, auch in 5 Jahren noch Ersatz am Ende der Welt zu bekommen. Könnte ich in 5 Jahren das BOS System noch in der EU erweitern?

Wie kompatibel sind z.b. BOS LiFePO4 Systeme mit denen anderer Hersteller?
Wie lange werden kompatible Systeme von BOS verfügbar sein?

Thomas SV Rodspaetten
Thomas SV Rodspaetten
3 Monaten her
Reply to  Achim

Megapuls, Blei- und GEL-Batterien: Ich hatte auf unserer Motoryacht, auf der wir 3 1/2 Jahren permanent lebten 02/2014 6 Stück 220 Ah Victron Gel-Batterien (4 für Verbraucher) installiert. Auf jeder Batterie gleich neu je einen Megapulser montiert. Diese Batterien, so berichtet mir der neue Eigener (auch er lebt permanent auf dem Schiff), haben immer noch das genau gleiche Verhalten bezgl. Erhaltungsspannung, Leistung und Ladezeit wie seit Anbeginn. D.H. also logisch, dass solche Batterien locker eine Lebenszeit von mind. 7 Jahren und noch viel länger haben. Wenn man sie denn auch entsprechend pflegt und braucht. Auf meinem aktuellen Schiff, einer Contest… Mehr lesen »

Dominik Kemmerer - BOS
Dominik Kemmerer - BOS
3 Monaten her
Reply to  Achim

Das BOS-System wird auch in 5 Jahren noch in der EU verfügbar sein. Außerdem werden Neuentwicklungen zur jetzigen Version des Systems kompatibel sein.

Johannes
Johannes
3 Monaten her

Zur Kapazitätserweiterung würde ich gerne 4 x BOS LE300 Lithium Batterien installieren.
Meine Verbraucher Batteriebank besteht aus 4 x BSA GEL 90Ah.
 
Geladen wird mit:
Landanschluss:   Sterling  Mass 12/60 Kennliensteuerung GEL Europa
Maschinengenerator: Vetus Deutz mit Sterling  AB12130 Ladekennline
Solar: SUN Ware Ladekennline FOX-320 mit 300WP
 
Frage:
Ist in dieser Installation eine nachgeschaltete LE300 als Kapazitätserweiterung sinnvoll?

Arne Gründel - Ferropilot
Arne Gründel - Ferropilot
3 Monaten her
Reply to  Johannes

Es ist sinnvoll die Kapazität mit den LE300 zu erweitern. Das ist auch einer der Entwicklungsansätze von BOS. Ein Bleibatteriesystem sollte nicht nachträglich mit weiteren Bleibatterien nachgerüstet werden, da gibt es grundsätzlich die technische Empfehlung alle Bleibatterien zu tauschen. Aber warum sollten funktionierende Bleibatterien für eine Kapazitätserhöhung entsorgt werden? Hier hat das patentierte System von BOS auch einen nachhaltigen Ansatz, denn das vorhandene Bleibatteriesystem kann jederzeit durch einzelne LE300 Module nachgerüstet werden. Und zusätzlich wird die Lebensdauer des Bleibatteriesystems erhöht. Bei dem genannten 12V Ladesystemen ist nichts zu beachten. Das in der LE300 integrierte Batteriemanagement System stellt sich auf das… Mehr lesen »

Uwe Hundertmark
Uwe
1 Monat her

In diesem Artikel sind Screenshots von einem Batteriemanagementsystem. Dazu habe ich folgende Fragen:

  • Um welches Batteriemanagementsystem handelt es sich?
  • Wie wird das LE300-System an das BMS angeschlossen? Kann ich die Batterie(bank) und das LE300 separat im BMS anzeigen (sie werden ja parallel verschaltet)?

Viele Grüße und vielen Dank für den Einschub beim Blauwasserseminar.

Uwe

Sacha Heller
Sacha Heller
1 Tag her

Guten Tag
Ich suche schon lange nach einer solchen Lösung und das tönt jetzt nach dem Idealfall. Zwei Punkte interessieren mich noch:
Wie verhält sich der Akku bei Gefahren: Beschädigungen, Brand, Können Gase austreten?
Wo kann ich so ein 6er Pack in Kroatien wo meine Yacht liegt, bestellen?
Besten Dank für eine Klärung.
Beste Grüsse.