Griechenland: 14 Top-Liegeplätze (Nördlichen Sporaden/Golf von Volos)

Von Sönke Roever

Sönke hat 80.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

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Titelfoto: ©Sönke Roever

Kurze Distanzen und entspanntes Inselhopping

Die Nördlichen Sporaden und der Golf von Volos sind ein beliebtes Segelrevier in der Ägäis, das beste Bedingungen für kurze Segeltörns und entspanntes Inselhopping bietet. Mehr noch: Die Nördlichen Sporaden zeigen Griechenland von einer beeindruckenden, weniger touristischen Seite: einsame Buchten, weiße Kieselstrände, urige Fischerdörfer, grüne Inseln und türkisfarbenes Wasser. Dazu begegnet man hier an den Stränden und in den gemütlichen Tavernen der typisch griechischen Lebensart.

Kurzum: Erholung ist in den Nördlichen Sporaden und dem Golf von Volos garantiert – insbesondere dann, wenn bekannt ist, wo die reizvollen Häfen, Ankerplätze und Buchten zu finden sind. Daher liefert dieser Beitrag 14 handfeste Tipps für Liegeplätze in diesem Revier.

Die Nördlichen Sporaden sind ein entspanntes Segelrevier. ©Sönke Roever

1. Volos

In der griechischen Hafenstadt gibt es einen großen und gut geschützten Hafen, in dem sich eine Charter-Basis befindet. Eingeschränkte Liegemöglichkeiten gibt es am Stadtkai mit Strom- und Wasseranschluss, da die vorhandenen Grundleinen den Charterschiffen vorbehalten sind. Alternativ kann römisch-katholisch vor Buganker am östlichen Wellenbrecher festgemacht werden.

In der Stadt gibt es alle Versorgungsmöglichkeiten. Zahlreiche Fachgeschäfte sowie gut sortierte Supermärkte und eine Markthalle bieten eine Vielzahl an Produkten an.

An der Stadtpier in Volos befindet sich eine Charterbasis. ©Sönke Roever

Wer einen Crewwechsel plant oder Volos als Ausgangs- oder Endpunkt für einen Chartertörn wählt, findet gute Verkehrsanbindungen nach Athen, Thessaloniki. Der Flughafen von Volos selbst wird nur vereinzelt aus Deutschland angeflogen.

2. Agios Ioanis

Dieser stimmungsvolle Hafenort im Süden der Insel Palaio Trikeri mit Tavernen und einfachen Versorgungsmöglichkeiten befindet sich am Scheitel einer sichelförmigen Bucht und zeigt ein ursprüngliches, weniger touristisches Griechenland.

Auch wenn sich der Ort abseits touristischer Pfade befindet, wird es hier in der Hauptsaison schnell voll, was auch daran liegt, dass es nur eine Hand voll Liegeplätze gibt. Wer einen der Liegeplätze ergattert, kann bei den Restaurants Wasser und Strom bekommen. Außerdem gibt es im westlichen Teil einen kleinen Ponton, an dem Segelyachten alternativ festmachen können.

Agios Ioanis ist ein kleiner Hafen, der nur wenigen Yachten Platz bietet. ©Sönke Roever

Hinweis: Yachten legen hier an allen Liegeplätzen römisch-katholisch an und es muss genug Kette gesteckt werden, da die Wassertiefe schnell abfällt.

3. Zasteni

Als Ankerplatz (39°07,7’N 023°09,6‘E) mit Postkartenidylle begeistert dieser wunderschöne Liegeplatz. Für die Nacht ist er allerdings weniger geeignet, da er nach Norden offen ist. Der Ankergrund ist überwiegend sandig und die Tiefe beträgt in der Regel fünf bis sechs Meter.

Hinweis: Im Nordosten der reizvollen Bucht befindet sich eine Untiefe, die beim Ankern beziehungsweise Schwoien beachtet werden sollte.

Die malerische Bucht von Zasteni hat auch einen schönen Strand. ©Sönke Roever

4. Agia Kyriaki

Der idyllische kleine Ort ist eher als Mittagsstopp geeignet, da der Hafen recht ungeschützt liegt. Hier sollte man nur bei ruhigem Wetter bleiben – dann ist es im Licht der untergehenden Sonne allerdings magisch schön.

An der Hafenmole befinden sich einige Tavernen, die die Besucher mit griechischen Köstlichkeiten verwöhnen. Wenn man höflich fragt, kann man bei Manola in der Taverne Trinkwasser bunkern. Er hat einen langen Schlauch, der bis zur Segelyacht reicht.

Der kleine Hafen Agia Kyriaki bietet nur einer Handvoll Yachten Platz. ©Sönke Roever

Tipp: In einer der wenigen Seitenstraßen oberhalb des Hafens gibt es einen kleinen Laden. Hinter der Theke steht Janis, ein bärtiger Grieche mit grauen Haaren und kräftigen Oberarmen. Bei ihm kann man sehr geschmackvollen Feta direkt aus einem Fass kaufen.

Wer Reparaturen an seinem Schiff durchführen muss, findet hier eine Werft, die Segelyachten an Land holen kann.

Typisch Griechenland: Vom Cockpit geht es direkt in die Taverne. ©Sönke Roever

Außerdem verbindet ein Bus den Hafen mit dem Bergdorf Trikeri, das mit weißen Häusern, verwinkelten Gassen und einigen Plätzen durchaus einen Abstecher wert ist.

5. Koukounariés

Die langgezogene Ankerbucht mit glasklarem Wasser und einem der schönsten Strände Griechenlands wird von pinienüberzogenen Hügeln eingerahmt, die eine malerische Kulisse bilden. Entsprechend beliebt ist die Bucht bei Einheimischen und Touristen. In der Folge geht es hier tagsüber ziemlich touristisch-überlaufen zu. Am Abend hingegen wird es friedlich, einsam und wunderschön am Ankerplatz.

Achtung: Der Hafen am Ostende ist nicht zum Anlegen geeignet. Er wird von einheimischen Fischerbooten und Ausflugsbooten als Landeplatz genutzt und Yachten sollten ihn meiden.

Koukounariés ist eine beliebte Ankerbucht im Südwesten der Insel Skíathos. ©Sönke Roever

6. Skíathos

Das äußerst lebendige Zentrum der Region präsentiert sich mit unzähligen Tavernen, Geschäften und einem Flughafen. Der starke Fährverkehr trägt ebenfalls zum trubeligen Ambiente bei. Oft ist der pulsierende Hafen überfüllt und es ist schwer, einen Liegeplatz an der Stadtpier mit Wasser und Strom zu bekommen.

Achtung: Vor der Stadtpier verläuft eine Kette am Grund. Daher sollte der Anker weit draußen geworfen werden.

Im Norden der Bucht befindet sich ein Schwimmsteg mit Grundleinen, der allerdings den Schiffen der verschiedenen Charter-Stützpunkte vorbehalten ist. Unter der Woche kann es aber durchaus gelingen, hier einen Platz zu bekommen.

Die Stadtpier im Hafen vom Skíathos ist beliebt. ©Sönke Roever

Die Versorgung in Skíathos ist keine große Herausforderung. In fußläufiger Entfernung gibt es unzählige Lebensmittelläden und Fachgeschäfte.

Skíathos eignet sich gut als Tagesstopp zur Versorgung gepaart mit einem Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, die an einem Hang liegt. Je höher man spaziert, desto schöner wird der Ausblick.

Wer einen Crewwechsel plant, findet direkt beim Hafen den Flughafen. Einige deutsche Airlines fliegen ihn an.

Blick über die Dächer von Skíathos. ©Sönke Roever

7. Loutraki

Direkt unterhalb des Bergdorfes Glossa befindet sich die Steganlage eines Charter-Stützpunktes mit Strom und Wasser. Entweder kann man vor Buganker am Schwimmsteg festmachen oder am südöstlichen Hafenende ankern.

Die Besichtigung des Bergdorfes Glossa ist lohnenswert. Man kann hinauf wandern (Entfernung ca. 3 Kilometer) oder einen Bus nehmen, der regelmäßig am Fähranleger abfährt.

Tipp: Für einen Sundowner mit Ambiente lohnt es sich, die Glistra Beach Bar eben nördlich des Hafens mit Blick auf Skíathos anzusteuern.

Der Charterstützpunkt im Westen der Insel Skopelos. ©Sönke Roever

8. Pánormos

Wer Erholung und die pure Schönheit der Natur sucht, für den ist die sehr geschützte Ankerbucht Pánormos in malerischer Waldumgebung ohne jede Form von Versorgung genau das Richtige. Am schönsten liegt man im fjordartigen, südlichen Einschnitt. Hier kann einfach vor Buganker mit Heckleine zum westlichen Ufer um einen der Bäume festgemacht werden.

Wer dringend etwas braucht, kann mit dem Dingi zum Strand nördlich der Bucht fahren. Hier gibt es einige Tavernen und eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten in einem Mini-Markt.

In Pánormos wird vor Buganker mit Heckleine um einen der Bäume festgemacht. ©Sönke Roever

9. Agnóntas

Diese reizvolle Bucht sollte nur bei ruhigem Wetter angelaufen werden, da andernfalls unangenehmer Schwell in die Bucht laufen kann. Segelyachten liegen wahlweise an der Betonpier oder werfen den Anker. Allerdings ist der Platz zum Schwoien begrenzt und es können hier kaum mehr als zwei Yachten ankern.

Hinweis: Ich würde nicht längsseits an der Pier festmachen, da Schwell von Fähren in die Bucht laufen kann.

Tipp: In der Taverne Mouria kann man direkt auf dem Kiesstrand vorzüglich speisen.

Abendessen am Strand mit Blick auf die eigene Yacht in Agnontas. ©Sönke Roever

10. Staphylos

Diese traumhafte Bucht mit Strand und bizarren Felsformationen lädt mit ihrem glasklaren Wasser zum Schnorcheln ein. Ein Ferienort mit Versorgungsmöglichkeiten befindet sich oberhalb der Bucht, was allerdings auch dazu führt, dass die Bucht tagsüber bei Tagestouristen ziemlich beliebt ist und es am Strand entsprechend munter zugeht.

Hinweis: In Ufernähe befinden sich einige Untiefen, die zwingend beachtet werden müssen. Der Ankergrund besteht überwiegend aus Sand – teilweise mit Seegras – und hält entsprechend gut.

In der Bucht von Staphylos geht es ruhig und entspannt zu. ©Sönke Roever

11.Patitíri

Der Stadthafen auf der Insel Alonnisos verfügt über alle Versorgungsmöglichkeiten. Hier wird römisch-katholisch festgemacht. Entlang der Promenade gibt es einige Restaurants, in denen man gut abendessen oder auch frühstücken kann.

Tipp: Besonders empfehlenswert ist ein Ausflug mit dem Linienbus, einem Motorroller oder einem Leih-Quad zum Bergdorf Alt-Alonnisos mit seinen liebevoll instand gehaltenen Häusern und einer tollen Aussicht über die Insel.

Im Hafen von Patitíri wird römisch-katholisch festgemacht. ©Sönke Roever

12. Tzortzi

Diese weitläufige Bucht an der Ostseite der Insel Alonnisos bietet zahlreiche Ankermöglichkeiten in reizvoller Umgebung. Hier liegt man bestens geschützt, außer bei starken östlichen Winden. Es gibt allerdings keine Versorgungsmöglichkeiten.

Vorsicht: Bei der Ansteuerung sollten die vorgelagerten Unterwasserfelsen am Südufer beachtet werden.

In der Bucht Tzortzi gibt es diverse Ankermöglichkeiten. ©Sönke Roever

13. Stani Vela

In diesem reizvollen Fischerhafen auf der Insel Alonnisos gibt es nur wenige Liegelätze für Segelyachten, dafür jedoch gute Versorgungsmöglichkeiten und diverse Tavernen. Insbesondere in der Hauptsaison ist der Hafen sehr beliebt und ein frühes Ankommen sichert einen der beliebten Plätze entlang der Pier mit Strom- und Wasserversorgung.

Beim Festmachen am Kai ist Vorsicht geboten, denn stellenweise ist das Wasser nur 1,5 Meter tief. Außerdem muss man an einigen Stellen mit dem Bug zur Pier anlegen, da Unterwasserfelsen vor der Pier sonst das Ruderblatt beschädigen könnten. Es wird dann vor Heckanker angelegt.

Klein, aber fein: Stani Vela auf Alonnisos. ©Sönke Roever

14. Peristera

Diese Ankerbucht bietet perfekten Schutz, wenn der Meltemi-Wind weht, da sie nach Süden geöffnet ist. Liegemöglichkeiten gibt es am Nordostende der Bucht vor einem Sandstrand oder mit einer Heckleine zu den Felsen eben westlich davon. Da die Insel nicht erschlossen ist, gibt es keine Versorgungsmöglichkeiten – dennoch ist sie eher beliebt als einsam.

Tipp: An einem lauen Sommerabend kann man sich hier gut abends an Deck setzen und den Sternenhimmel über dem Ankerplatz genießen, da es hier keine Lichtquellen von außen gibt, die das Sternenbild trüben könnten.

Abgeschiedenheit gibt es am Südende der Insel Peristera. ©Sönke Roever

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