Ein Beitrag von

Julia Luckeneder
Seit 2019 ist Julia Luckeneder gemeinsam mit ihrem Mann Markus auf den Weltmeeren zu Hause. Ihre Reise führte sie bereits über 25.000 Seemeilen durch das Mittelmeer, über den Atlantik und quer durch die Karibik. Heute leben die beiden dauerhaft an Bord ihres Bootes. Auf ihrem YouTube-Kanal „Sailing Insieme“ teilen sie ihre Erfahrungen und geben authentische Einblicke in den Alltag unter Segeln.
Wir suchen ein biozidfreies Antifouling
Jedes Jahr gab es bei uns das gleiche Spiel: schleifen, streichen und irgendwie auch fluchen. Schließlich hatten wir genug vom giftigen Unterwasseranstrich auf unserem Yachtrumpf und suchten nach einer echten Langzeit-Alternative. Ein Jahr nach dem Umstieg auf die biozidfreie F2-ECO-Beschichtung und einem Härtetest auf einem Törn von Kroatien durch das Mittelmeer bis zu den Kanaren ziehen wir ein erstes Fazit. Das Ergebnis? Hat uns selbst überrascht.
Von all den Arbeiten, die rund ums Boot so anfallen, ist der Anstrich des Unterwasserschiffs wohl die unbeliebteste. Beim Schleifen und Streichen fühlt sich unsere 40-Fuß-Yacht wie eine Superyacht an. So viel Fläche. Und diese Prozedur jedes Jahr aufs Neue? Nein, danke. Wir waren daher auf der Suche nach einer möglichst dauerhaften Antifouling-Lösung, die einmal appliziert am besten mehrere Jahre hält.

Bei unseren vorherigen Booten hatten wir gute Erfahrungen mit CopperCoat gemacht – einmal viel Arbeit, danach überschaubare Wartung. Doch mit den immer strenger werdenden Gesetzen zu biozidhaltigen Produkten wuchs auch unser Bewusstsein für die verheerenden Folgen: Kupfer ist das Nummer-eins-Biozid in Antifoulingfarben. Es schädigt nicht nur das Ökosystem, sondern beim Verarbeiten auch die eigene Gesundheit.
Mit der Zeronic-Technologie finden wir eine Alternative zum herkömmlichen Antifouling
Da unser Boot dauerhaft im Wasser liegt und wir in der Regel in warmen Gewässern mit hohem Bewuchsdruck segeln, benötigen wir eine Lösung, die unseren Rumpf zuverlässig vor Bewuchs schützt. Darüber hinaus sollte unsere Abkehr von Bioziden nicht zur Folge haben, dass wir künftig wieder jedes Jahr streichen müssen. Wir suchten eine Lösung, die umweltfreundlich, dauerhaft für mehrere Jahre und preislich im Rahmen ist. Durch einen Hinweis aus unserer YouTube-Community landeten wir schließlich bei F2 ECO.

F2 ECO ist ein Fouling-Release-System. Im Unterschied zum herkömmlichen Antifouling enthält es keine Biozide. Stattdessen bietet F2 ECO einen rein physikalischen Bewuchsschutz. Die Oberfläche ist so glatt und hydrophob, dass fester Bewuchs darauf kaum Halt findet. Die Basis bildet ein Hybrid-Polymer mit dem biomimetischen Additiv Zeronic, das einen Lotusblüteneffekt erzeugt. Die Beschichtung ist robust, UV-stabil und trägt sich weder bei Fahrt durchs Wasser noch bei Standzeit ab. Daraus ergibt sich ein langes Haltbarkeitsversprechen von fünf oder mehr Jahren.
Besonders überzeugte uns, dass F2 ECO im Vergleich zu vielen anderen biozidfreien Antifouling-Alternativen konsequent nicht nur auf Biozide, sondern auch auf andere Chemikalien verzichtet, die in den Gewässern nichts verloren haben – beispielsweise PFAS/PTFE, Lösemittel oder PBT-Stoffe. Wir wollten schließlich nicht vom Regen in die Traufe kommen. Wenn schon biozidfrei, dann bitte wirklich umweltfreundlich.
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Hinweis: Im Sinne der Transparenz weisen wir darauf hin, dass die Autorin Julia Luckeneder inzwischen so überzeugt von dem Produkt ist, dass sie sich entschieden hat, dieses hauptberuflich zu vertreiben. Aus diesem Grund haben wir den Artikel als Anzeige gekennzeichnet.
Die Vorbereitung für die F2-ECO-Beschichtung des Rumpfes
Zur Vorbereitung des Rumpfes empfiehlt der Hersteller von F2 ECO, das alte Antifouling bis auf den darunterliegenden Barriercoat abzutragen, um einen sicheren Haftgrund zu erreichen. Wir schliffen unsere alte CopperCoat-Beschichtung deshalb so weit an, bis die oxidierten Schichten abgetragen waren. Die darunterliegenden Schichten schienen uns erhaltenswert, zumal die Basis von CopperCoat ein Zwei-Komponenten-Epoxid ist, das grundsätzlich einen tragfähigen Untergrund bildet. Nach einer gründlichen Reinigung folgte der erste Anstrich.

Die Beschichtung unserer Yacht mit dem F2-ECO-System erfolgt in drei Schichten
Der Aufbau der Beschichtung auf dem Rumpf der Yacht im Unterwasserbereich erfolgt in drei Schichten. Zuerst wird ein Zwei-Komponenten-Conversion-Primer zur Versiegelung des Untergrunds aufgetragen. Im zweiten Schritt folgt ein Ein-Komponenten-Haftvermittler, der Adhesive Coat heißt und gleichzeitig auch die farbgebende Schicht ist. Und zum Abschluss folgt das Finish mit einem transparenten Ein-Komponenten-Top-Coat.
Von jeder Komponente ist nur jeweils eine Schicht aufzutragen, wobei man dabei zeitlich relativ entspannt arbeiten kann. Nur der Primer sollte binnen 24 Stunden überarbeitet werden, zwischen Adhesive Coat und Top Coat können auch mehrere Tage vergehen.
Etwas Kopfzerbrechen bereiteten uns bei der Beschichtung die Umgebungsbedingungen zum Saisonstart in Slowenien. Auch wenn wir tagsüber bereits Temperaturen von mehr als zehn Grad Celsius hatten, fielen sie nachts immer mal wieder auf unter null Grad Celsius. Damit bei den kalten Temperaturen kein störendes Kondenswasser auf dem Rumpf die Beschichtung vereitelt, warteten wir jeden Tag brav bis zur Mittagszeit und verteilten das Auftragen der Schutzschichten auf mehrere Tage.
Der Primer lässt sich mit einer Velours-Rolle hervorragend verarbeiten. Etwas kniffliger wird es beim Adhesive Coat, der farbgebenden Schicht. Die Konsistenz ist sehr zähflüssig, und es braucht Geduld, um die Farbe wirklich schön glatt auf die Oberfläche aufzuarbeiten. Für unsere 38 Quadratmeter Rumpffläche benötigten wir zu zweit gut drei Stunden mit festen Schaumstoff-Walzen.

Zu beachten ist, dass F2 keine gewöhnliche Farbe, sondern ein Hybrid-Polymer ist. Das bedeutet, dass die Farbpigmente feste Partikel sind, die in der Schwebe gehalten werden müssen, da sie sich sonst schon nach kurzer Zeit am Dosenboden absetzen. Ein kräftiges Anmischen der Farbe – noch in der Dose – ist daher sehr wichtig. Da uns dies zum Zeitpunkt der ersten Anwendung nicht ganz bewusst war, kämpften wir etwas damit, die Farbe richtig deckend aufzutragen. Mittlerweile hat der Hersteller die Pigmentierung jedoch optimiert, was das deckende Auftragen der Farbe erheblich erleichtert.

Am vierten Tag folgte der Top-Coat-Anstrich mit Sparkle-Effekt. Dabei stellten wir fest, dass das Auftragen des Top Coats deutlich einfacher ist als die Verarbeitung des Adhesive Coats. Am Ende waren wir mit dem Ergebnis insgesamt sehr zufrieden. Auch wenn das Weiß nicht perfekt geworden ist – die optische Aufwertung im Vergleich zum vorherigen Kupfer-Finish ist beeindruckend.

Nach 36 Stunden wurde das Boot einmal umgesetzt, damit wir auch die Stellen beschichten konnten, die zuvor von Stützen verdeckt wurden. Nachdem auch die Pallstellen geschliffen, gereinigt und beschichtet waren, konnte unsere Yacht nach genau einer Woche zurück ins Wasser. Dazu ein kleiner Tipp: Beim Kranen sollte aufgrund der glatten Oberfläche erhöhte Vorsicht walten. Die Kranschlingen werden idealerweise durch eine Querleine gesichert, um ein Auseinanderrutschen der Gurte auf dem glatten Rumpf zu verhindern.

Beim Törn durchs Mittelmeer folgt der erste Härtetest für F2 ECO
Schon beim ersten Segeln fiel uns die bessere Geschwindigkeit auf. Der Hersteller von F2 ECO verspricht einen Geschwindigkeitszuwachs von etwa vier Prozent aufgrund der extrem glatten Oberfläche. Ganz ehrlich, unser Gefühl sagte uns, dass es mehr ist.

Nach acht Wochen in der nördlichen Adria zeigte sich ein dünner, grüner Biofilm, der sich einfach mit der Hand abwischen ließ. Wir segelten weiter über Griechenland, Sizilien, Sardinien und die Balearen bis nach Andalusien. Nach sechs Monaten und einem längeren Aufenthalt in einer Marina in Südspanien war der Biofilm etwas dicker geworden. Allerdings ließ er sich weiterhin ohne großen Kraftaufwand entfernen. Von den hartnäckigen Korallenwürmern, die wir bisher aus dem Mittelmeer kennen, fehlte jede Spur.

Bei einem kurzen Haul-Out wegen eines technischen Problems an unserem Saildrive ließen wir den Rumpf mit einem Hochdruckreiniger säubern. Es zeigte sich, dass das problemlos möglich ist. Mehr noch: Die Oberfläche sah aus wie neu!

Fazit
Nach viereinhalb Monaten Winterpause auf Lanzarote ist der Bewuchs auf unserem Rumpf nicht üppiger als bei Nachbarbooten mit herkömmlichem Antifouling und besteht weiterhin hauptsächlich aus einem grünen Bioschleim und ein paar Algen. Der entscheidende Unterschied: Wir waschen den Bewuchs einfach mit einer Bürste ab – brauchen keinen Spachtel, keinen Kraftaufwand und erzeugen keinen „Giftnebel“ im Wasser. Da es keinerlei Abrieb gibt und die Beschichtung nach wie vor top aussieht, sind wir ohne großen Aufwand direkt startklar für die nächste Saison.

Mit anderen Worten: Für uns ist der Umstieg auf F2 ECO die absolut richtige Entscheidung. Es ist für unseren Einsatzzweck mindestens so effizient wie herkömmliches Antifouling, aber dafür frei von Bioziden und dauerhaft. Da wir ohnehin zwei bis drei Zwischenreinigungen pro Saison gewohnt sind, hat sich an unserem Rhythmus nichts geändert – wohl aber am Aufwand. Wer einmal die Leichtigkeit beim Reinigen erlebt hat, möchte nicht mehr zurück.
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