Naturhafen Svenska Högarna/Storön (Schweden)

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Sönke hat 80.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

Allgemeine Infos zum Naturhafen Svenska Högarna

Wow, und nochmals Wow. Wer die Natur liebt, kommt im Naturreservat Svenska Högarna voll auf seine Kosten. Hunderte Vögel kreisen in der Luft, geben lautstark Signale ab, während die Brandung der offenen Ostsee rauschend gegen rundgewaschene Schärenklippen schlägt und immergrüne Vegetation lautlos im Wind hin und her wiegt.

Die Inselgruppe Svenska Högarna markiert den nordöstlichsten Punkt des Stockholmer Schärengartens, ein Ort von wilder Schönheit, rauer Natur und sehenswerter Abgeschiedenheit. Mehr noch: Svenska Högarna ist die abgelegenste, bewohnte Insel des Landes.

Die größte der unzähligen Inseln und Inselchen, die diesen Archipel bilden heißt Storön. Auf ihr gibt es eine kleine Siedlung, in der ganzjährig vier Personen leben, und das optisch markante Leuchtfeuer Svenska Högarna, das bereits seit 1874 Seefahrern den Weg weist.

Über der Abgeschiedenheit thront das Leuchtfeuer. ©Sönke Roever

Liegeplätze im Naturhafen Svenska Högarna

Die geschütztesten Liegeplätze finden Segler an der Nordostseite von Storön, wo sich eine Art Naturhafen gebildet hat, der sogenannte Yttre Hamnen, was äußerer Hafen bedeutet. Es gibt auch einen „Innere Hamnen“, also einen inneren Hafen, der jedoch den wenigen Inselbewohnern und einigen Behörden vorbehalten ist. Für eine normale Kielyacht ist er ohnehin zu flach.

Anlegen in Svenska Högarna ist sehr variantenreich. ©Sönke Roever

Für das Anlegen einer Yacht im Außenhafen gibt es viele Möglichkeiten. Es gibt verschiedene Plätze an den Schären, teilweise sind Ringe eingelassen. Welcher Platz geeignet ist, hängt sehr von der vorherrschenden Windrichtung und -stärke ab sowie von der Kielform und dem Tiefgang der Yacht.

Gemütliches Beisammenliegen in der Naturbucht Svenska Högarna. ©Sönke Roever

Aus den vorstehenden Punkten ergibt sich auch wie weit man in die geschützte Naturbucht, die lang aber schmal ist, hineinfahren kann. Beim Einlaufen werden zwei Barren überquert, deren flachste Stellen bei 2,2 und 2,4 Metern liegen.

Ich bin über die Barren geschnorchelt und habe nichts als Algen, Geröll und etwas Sand gesehen. Insbesondere der Algenwuchs war beeindruckend, was auch zu jeder Menge Fehllotungen mit dem Echolot führt, wenn man sich langsam über die Barre in die Bucht hinein tastet. Wir sind mit einem Knoten Fahrt bei zwei Metern Tiefgang hineingeschlichen und das hat gut funktioniert. Weiter innen ist das Becken wieder etwas tiefer.

Der üppige Algenbewuchs ist hier gut zu erkennen. ©Sönke Roever

Weiter innen gibt es zudem zwei Anleger aus Holz, an denen eine Handvoll Yachten sehr gut festmachen kann. Einzige Ausnahme: manchmal kommt ein Schiff vom Festland, um den Abfall abzuholen, dann wird die Pier benötigt. Wer hier einen Platz ergattert, macht in reizvoller Umgebung bestens geschützt gegen alle Winde fest.

Die beiden Holzstege von Svenska Hörgana. ©Sönke Roever

Versorgungsmöglichkeiten gibt es im Naturreservat Svenska Högarna nicht. Es kann allerdings Abfall entsorgt werden und an der Pier stehen zwei Trockentoiletten. Der Reiz des Ortes besteht darin, dass es hier nichts gibt.

Sehenswertes rund um den Naturhafen Svenska Högarna

Das Besondere an Svenska Högarna ist der Tatbestand, ein Naturschutzgebiet zu sein. Deshalb darf auch nur ein Teil der Inseln betreten werden. Das Meeresleben gilt hier als intakt, ist reich an Butterfischen, Barschen und insbesondere Hechten. Sie verstecken sich im klaren Ostseewasser zwischen Blasentang und Rotalgen. Darüberhinaus sind regelmäßig Kegelrobben rund um Svenska Högarna zu beobachten.

Die Fauna ist beeindruckend in Svenska Högarna. ©Sönke Roever

Besonders beeindruckend fand ich das immerwährende Konzert der See- und Alkenvögel. Da mischen sich die Laute der Seeschwalben, Lappentaucher und Gryllteisten mit denen der Trottellummen oder Tordalken, wenn sie auf den Felsen ihr Gefieder im Wind trocknen oder Beute jagen.

Der Angler wird begleitet vom Konzert der Seevögel. ©Sönke Roever

Neben dem Luft- und Meeresleben sind auf Svenska Högarna mehr als 300 verschiedene Pflanzenarten und der nördliche Kammmolch heimisch. Letzterer zählt zu den Amphibien. Es handelt sich um eine Art Schwanzlurch. Ein kleines Netz von unscheinbaren Wegen führt über Storön. Besonders weit sichtbar sind die kleine Siedlung sowie der markante Leuchtturm, der von einer Stiftung unterhalten wird, damit er weiterhin sein Signal „Blink, 15 Sekunden“ über die die Ostsee aussenden kann.

Besichtigung des Leuchtturmes aus nächster Nähe. ©Sönke Roever

Der architektonisch markante Leuchtturm kann tagsüber gegen einen kleinen Obolus besichtigt werden – die Tür steht offen. Eine Stahltreppe im Inneren führt hinauf zu seiner Brüstung 30 Meter über der Ostsee. Von oben hat der Besucher einen traumhaften Blick über das Naturschutzgebiet Svenska Högarna.

Die Aussicht auf die typisch schwedischen Häuser. ©Sönke Roever

Ein paar Meter neben dem Leuchtturm ist ein kleines Infozentrum zu finden. Außerdem gibt es im Nordwesten von Storön ein historisches Steinlabyrinth. Es heißt: Wer hindurchgeht, dem weht der richtige Wind. Ich finde, das ist ein guter Grund, das Steinlabyrinth zu besuchen. Gleiches gilt für den gesamten Archipel. Ich finde, es gibt viele gute Gründe für einen Besuch des Außenpostens Svenska Högarna am Rande des Stockholmer Schärengürtels.

Lohnenswerter Besuch für Segler, die gute Winde benötigen: das Steinlabyrinth. ©Sönke Roever

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