Hafen/Marina Landsort (Schweden/Ostküste)

Ein Beitrag von

Uwe Ihlau liebt das Segeln mit seiner Hanse 350, seinem fünften Boot, mit dem er seit rund 30 Jahren die Ostsee, die Nordsee und den Nordatlantik besegelt. Auf seinem YouTube-Kanal „Swålins Reisen“ erreicht er jeden Monat einige tausend Segelbegeisterte. Als Sozialpädagoge engagiert er sich außerdem ehrenamtlich beim Segelverein „Sail Together“ für das inklusive Segeln von Menschen mit und ohne Behinderung.

Allgemeine Infos zum Hafen/Marina Landsort

Der kleine Hafen Landsort ist etwas Besonderes: jeder, der die schwedischen Küstenwetterberichte über UKW-Seefunk an Bord hört, kennt diesen Namen. Denn Landsort bildet die Grenze zweier Vorhersagegebiete: Sandhamn – Landsort im Norden und Landsort – Häradsskär im Süden.

Der Hafen liegt auf der Nordwestseite der langgestreckten Insel Öja, die eine „natürliche Barriere“ für alle ist, die das Schärenfahrwasser unter der Küste nutzen. Entweder man muss die Insel Öja im Schärenfahrwasser nördlich umfahren (was die meisten Freizeitskipper tun) oder man wählt den Weg über das offene Wasser und geht südlich rum.

Der Name „Landsort“ bezieht sich eigentlich auf den südlich gelegenen Ort auf Öja, wo auch die Lotsenboote und die Fähre anlegen. Es meint so viel, wie „Ende des Landes“. Der korrekte Name für den kleinen Hafen für die Freizeitboote lautet Skravleviken oder Norrhamn.

Die Ansteuerung von Westen ist im Grunde unproblematisch. Bei stärkerem, auflandigem Wind ist allerdings Vorsicht geboten: Öja liegt recht exponiert und im Hafen ist wenig Platz zum Manövrieren. Bei Nordwest-Wind ist der Hafen nicht zu empfehlen. Die Ansteuerung bei Nacht ist zwar aufgrund eines Richtfeuers theoretisch möglich. Ich rate aber aufgrund des geringen Manövrierraums und der vielen Heckanker in der Saison dringend davon ab.

Kurs auf Landsort. ©Sönke Roever

Liegeplätze im Hafen/Marina Landsort

Auf einer Wassertiefe zwischen vier bis acht Meter liegt man in der Saison entweder vor Heckanker oder an einer der wenigen Heckbojen mit dem Bug zu den beiden Betonpiers. Wenn die Boote so festmachen, ist Platz für 30 bis 35 Boote. Bei gutem Wetter ist der Hafen im Sommer sehr beliebt, es kann nachmittags schnell voll werden.

Bei West- über Nordwest- bis Nordwind steht Schwell im Hafen. Das kann recht ungemütlich sein, denn festgemacht wird in Nord – Süd Ausrichtung. Da schaukelt das Boot ordentlich.

Infrastruktur rund um den Hafen/Marina Landsort

Die Infrastruktur ist okay. Es gibt Toiletten und Duschen, sogar eine Waschmaschine, allerdings nur wenige Anschlüsse für Landstrom. Überraschenderweise gibt es auch eine Sauna mit einer Badestelle und einem kleinen Jacuzzi.

Eingänge zu den Duschen. ©Uwe Ihlau

Ein Restaurant oder einen Lebensmittelladen sucht man in der Marina Landsort allerdings vergebens. Ein Lebensmittelgeschäft ist im drei Kilometer entfernten Ort zu finden. Es hat allerdings nur zu sehr eingeschränkten Zeiten geöffnet und das Angebot ist klein.

Die Rezeption der Marina ist ein besonderer Ort. Es gibt Eis und Getränke zu kaufen und hier kann auch die Liegegebühr bezahlt werden. Die Rezeption ist aber gleichzeitig auch Kunstwerkstatt, Galerie und Treffpunkt zum Klönen. Sehr nett!

Die Rezeption ist einladend, da sie sehr liebevoll ausgestaltet ist. ©Uwe Ihlau

Sehenswertes rund um den Hafen/Marina Landsort

Ein Besuch zum drei Kilometer entfernt liegenden Ort Landsort lohnt auf jeden Fall. Es gibt Hinweise, dass hier schon vor tausenden Jahren Menschen gelebt haben. Heute leben 30 bis 40 Menschen das ganze Jahr über hier. Während des Sommers inklusive der Touristen, die hier übernachten, können es auch knapp 100 Menschen sein. Die meisten Bewohner sind mit dem Lotsendienst verbunden, die Lotsenstation von Landsort ist eine der wichtigsten des Landes.

In diesem kleinen Hafenbecken liegen die Lotsenboote. ©Uwe Ihlau

Der winzige Hafen für die beiden Lotsenboote ist sehenswert. Es ist strengstens verboten, ihn mit dem Freizeitboot anzusteuern, um hier festzumachen. Der Leuchtturm ist ebenfalls sehenswert. Er gilt als einer der ältesten Leuchttürme Schwedens. Kein Wunder bei dieser exponierten Lage.

Ein Ausflug zum Leuchtturm lohnt sich. ©Uwe Ihlau

Im kleinen „Osthafen“ legen die Fähren an. Mehrmals täglich kommt die Fähre aus Ankarudden. Es wirkt schon sehr merkwürdig, hier – gefühlt am Ende der Welt (Landsort – Ende des Landes) eine große Karte des öffentlichen Nahverkehrs zu sehen. Aber so ist das in Schweden: es gibt ein sehr gut ausgebautes System von Fährverbindungen zu den unzähligen Schären und Inseln.

Der umfangreiche Fährplan. ©Uwe Ihlau

Aufgrund seiner exponierten Lage war die Südspitze von Öja auch militärisch von Bedeutung: Bis zur Jahrtausendwende war hier noch militärisches Sperrgebiet. Die Kanonenstellungen und Bunkeranlagen wurden in beziehungsweise unter den Fels gebaut. Rund um den Leuchtturm sind diese Bauwerke als Museumsanlage noch erhalten.

Gut versteckt liegen die alten Militäranlagen im Fels. ©Uwe Ihlau

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze in Schweden

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Schweden. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Subscribe
Informiere mich bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Aktuellste Likes
Inline Feedbacks
View all comments