Offline Musik und Podcasts an Bord streamen: Was muss ich beachten?

Tim Amme

Von Tim Amme

Seit er denken kann, ist Tim immer wieder auf dem Wasser unterwegs. Mit seiner Familie verbrachte er zahlreiche Urlaube auf Charteryachten. Dabei lernte er diverse Mittelmeerreviere kennen, aber auch den Atlantik, die Karibik und andere Segelreviere. All diese Reisen haben ihn das Segeln lieben lernen lassen. Durch seine Nähe zu digitalen Themen und Trends probiert er immer wieder die neuesten Technologien aus, um diese in den Alltag zu integrieren.

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Titelfoto: ©Mathias Weil/stock.adobe.com???

Musik an Bord

Für viele Segler gehört zu einer guten Segelreise auch gute Musik. Beispielsweise beim Anlegerbier nach einem gelungenen Tag auf See. Da können ein paar gut ausgewählte Klänge aus den Bordboxen für Laune sorgen. Allerdings kann Musik an Bord auch schnell zu einem leidigen Thema werden. Denn zu funktionierender Beschallung gehören das richtige Soundsystem mit guten Boxen und ein guter Musikanbieter mit der passenden Song-Auswahl, der ein ortsunabhängiges Anhören der Titel erlaubt. Letzteres kann einen vor allem ohne dauerhafte WLAN-Verbindung vor einige Herausforderungen stellen. Hier findest du die richtigen Tipps, damit guter Musik an Bord nichts mehr im Wege steht – auch offline oder im Flugmodus.

Auf See Musik hören – für manche gehört das einfach zum Segeln dazu. ©wifesun/stock.adobe.com

Musik auch offline hören

Anders bei Segelreisen ist, dass wir oftmals einen anderen Zugriff auf unsere Musik haben als in der Heimat. Im Ausland gelten in Ländern ohne Roamingabkommen mitunter kostenfressende Tarife. Dann sind wir auf ein WLAN angewiesen, damit es nicht zu teuer wird. Aber auch in Roaminggebieten möchten wir nicht unbedingt durch Streaming das Datenvolumen des Handytarifs verbrauchen. Und manchmal sind wir auch im Flugmodus – also ebenfalls offline.

Deswegen ist es wichtig zu wissen, wie wir Musik bei den verschiedensten Anbietern auch ohne dauerhafte Internet-Verbindung hören können. Also etwa auch mitten auf dem Ozean oder an einem Ankerplatz ohne WLAN.

Auch das ist eine mögliche Form des Musikhörens an Bord. ©Michael Amme

Generell gilt: Bei Streaming-Diensten kann man nur dann Lieder bereits vor der Reise herunterladen, wenn man auch die jeweilige App für Handys und Tablets besitzt oder das entsprechende Programm für den eigenen Laptop. Auf den Websites der gängigen Anbieter ist zwar das Hören von Liedern möglich, nicht aber das Herunterladen.

Welche Streaming-Dienste gibt es?

Mittlerweile gibt es unzählige Streaming-Dienste für Musik auf dem Markt. Die drei bekanntesten Anbieter möchten wir Euch hier näher vorstellen: Spotify, Apple Music und Amazon Music Unlimited.

Spotify: Der Klassiker

Der Streaming-Gigant Spotify aus Schweden ist wahrscheinlich der bekannteste Anbieter auf dem Musik-Markt. Neben einer kostenlosen Version mit eingeschränkten Funktionen, gibt es das klassische Abo für 9,99 Euro pro Monat und ein Familienabo mit bis zu sechs vollwertigen Zugängen für Familienmitglieder für 14,99 Euro pro Monat.

Um nicht abhängig von einer Internet-Verbindung zu sein, kann man bei Spotify Playlists, Alben und auch Podcasts herunterladen und so offline verfügbar machen. Dabei funktioniert das völlig unabhängig davon, ob man die Playlist selbst zusammengestellt hat oder ob man eine der vielen öffentlich zugänglichen Playlists auswählt.

Download-Möglichkeit in Spotify (roter Kasten). ©Spotify

Die Playlist-Download-Funktion ist ziemlich offensichtlich in der jeweiligen Liste platziert. Einzelne Lieder lassen sich im Gegensatz zu einzelnen Podcast-Folgen nicht herunterladen, sondern nur, wenn man diese einer Playlist hinzufügt. Folgen von Podcasts können über das Drei-Punkte-Menü in der Folgenbeschreibung heruntergeladen werden.

Perfekt für Segelreisen im Ausland ist der sogenannte Offline-Modus von Spotify. Auf allen mobilen Geräten lässt sich Spotify offline stellen. Dann sind nur noch die Songs und Podcasts verfügbar, die man sich vorher heruntergeladen hat. So lässt sich problemlos verhindern, dass aus Versehen doch Lieder gestreamt werden und dabei das kostbare Datenvolumen des Handytarifs verbraucht wird oder ungewollte Daten-Gebühren entstehen. Wer dann wieder WLAN-Empfang hat kann ganz einfach den Offline-Modus wieder deaktivieren, um sich neue Lieder herunterzuladen.

In Spotify kann über das Menü der Offline-Modus aktiviert werden (roter Kasten). ©Spotify

Achtung: Sowohl das Erstellen von Playlists als auch das Herunterladen ist in der kostenlosen Version von Spotify nicht möglich. Es funktioniert nur in der kostenpflichtigen Premium-Version.

Apple Music: Nicht nur für Apple-Geräte

Auch Apple hat einen eigenen Streaming-Dienst. Seit 2015 bietet Apple ebenfalls ein klassisches Abo für 9,99 Euro pro Monat und ein Familienabo für 14,99 Euro pro Monat an. Letzteres hat bei Apple Music bis zu zehn Zugänge für Familienmitglieder. Diese Abos sind für jeden verfügbar und benötigen keine eigenen Apple-Geräte wie etwa ein iPhone oder MacBook. Sie lassen sich also auch auf den mobilen Geräten anderer Hersteller nutzen.

Anders als bei Spotify sind Podcasts allerdings nicht auf Apple Music zu finden. Sie werden über die kostenlose App „Apple Podcast“ verbreitet. Dort kann man die einzelnen Folgen dann auch problemlos herunterladen.

Auch bei Apple Music ist der Download von Musik möglich, die dann offline gehört werden kann. Wichtig ist, dass man die Musik vorher der eigenen Mediathek hinzufügt. Dann lassen sich sowohl einzelne Lieder als auch ganze Alben oder Playlists herunterladen. Auch hier ist diese Funktion wieder sehr dominant platziert – zu erkennen an der Wolke mit dem roten Pfeil unten darunter. Mit einem Klick auf das Symbol hinter einem einzelnen Titel wird nur der jeweilige Song heruntergeladen. Mit einem Klick auf das Symbol neben dem Albumcover erhält man das gesamte Album. Ähnlich verhält es sich übrigens bei Spotify, wo man über einzelne Songs auch zu den Alben zum Download gelangen kann.

Screenshot vom Iphone. Es können das gesamte Album oder Einzeltitel runtergeladen werden. ©Apple

Auch wenn es bei Apple Music keinen direkten Offline-Modus gibt, besteht trotzdem eine Möglichkeit nur die Lieder anzuhören, die man vorher auch herunterladen hat. In der Mediathek befindet sich ein eigener Menüpunkt, der einem nur die bereits heruntergeladenen Lieder anzeigt. Wer sich die Song-Auswahl also erleichtern will, kann sich einfach auf diese Kategorie seiner Mediathek beschränken.

Screenshot vom Iphone. In der Mediathek ist die „Geladene Musik“ zu finden (roter Kasten). ©Apple

Amazon Music Unlimited: Die Alternative

Auch bei Amazon gibt es schon länger Musik-Streaming. Das heutige Konzept ist jedoch erst in den letzten Jahren realisiert worden. Es unterscheidet sich kaum von den Konzepten der anderen beiden Anbieter: Das klassische Abo kostet auch hier 9,99 Euro pro Monat und mit dem Familienabo für 14,99 Euro pro Monat bekommt man bis zu sechs vollwertige Zugänge.

Bei Amazon Music Unlimited gibt es bisher keine Podcasts, es ist jedoch geplant auch dies noch umzusetzen. Bei Amazon Music Unlimited lassen sich problemlos Alben und Playlists herunterladen, einzelne Songs kann man hier aber nur herunterladen, indem man sie zu einer Playlist hinzufügt. Der pfeilförmige Herunterladen-Buttonist recht auffällig platziert und springt einem bei dem Aufrufen von Alben und Playlists sofort ins Auge.

Bei Amazon wird der Download über den Pfeil-Button ausgelöst (roter Kasten). ©Amazon

Bei Amazon Music Unlimited können Anwender heruntergeladene Musik deutlich von Online-Musik unterscheiden. Möglich ist dies durch ein Symbol neben bereits geladenen Alben und Playlists. Außerdem lässt sich über das übergeordnete Menü auch die Offline-Musik auswählen. Hier finden sich dann nur noch bereits heruntergeladene Lieder.

Bei Amazon kann nach Offline-Musik gefiltert werden (roter Kasten). ©Amazon

Fazit: Musik an Bord: Was wirklich wichtig ist!

Unterm Strich unterscheiden sich die Streaming-Dienste nicht sonderlich voneinander. Alle drei Anbieter erlauben eine mehr oder weniger umfangreiche Offline-Nutzung, die wir ideal für Reisen ohne dauerhafte Internet-Verbindung nutzen können.

Doch Achtung: Das Herunterladen vieler Songs oder Playlists kostet Speicherplatz auf dem Smartphone oder Tablet. Wer zum Beispiel noch dazu etliche Reisefotos und -videos auf seinem mobilen Gerät speichert, könnte an Grenzen stoßen. Je nach Volumen gilt es also dann eine kleine, feine Auswahl zu treffen und Songs, die man nicht mehr so gern hört, regelmäßig auszusortieren.

Wichtig ist auch bei allen Anbietern, dass man sich vorher einmal um die Musik kümmert und sich die gewünschten Lieder auf sein Gerät herunterlädt. Das sollte man in Ruhe zuhause über das eigene WLAN machen, denn ansonsten belasten die ganzen Downloads das Datenvolumen. Anschließend steht dem entspannten Bordleben mit guter Musik nichts mehr im Wege.

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M
M
6 Tagen her

Bezüglich Podcasts: Besser ist es, sie beim iPhone mit der standardmäßig installierten Podcast App von Apple vorladen. Gegenüber Spotify hat man mit der Apple App Zugriff auf alle Podcasts, die es gibt – bei Spotify gibt es nur deutlich weniger. Außerdem gibt es Kapitelmarken und Shownotes. Der Podcastszene kommt das auch zugute, ist Podcast doch als offenes Format gedacht und diese Offenheit von Plattformen wie Spotify unter Beschuss.