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Jonathan besegelte zusammen mit seiner Frau Claudia von 2013 bis 2019 die Welt. Sie ließen 25.000 Seemeilen im Kielwasser und befuhren ganze drei Jahre lang ihr Traumrevier: den Pazifik. Neben der klassischen Barfußroute besuchten sie vor allem auch abgelegenere Ziele wie die Osterinsel, die Tuamotus, Kiribati, Tuvalu und die Marshallinseln. 2023 veröffentlichten sie das Buch über ihre Reise „Sieben Farben Blau“. Jonathan arbeitet als Journalist rund um das Thema Segeln und Reisen und ist Referent und Organisator verschiedener Seminare und Vorträge.
Die App Windy im Überblick
Hinweis: Es gibt drei Apps mit dem Namen Windy auf dem Markt. In diesem Beitrag geht es um die App windy.com. Die gleichnamigen Apps windy.app und WINDY PRO sind nicht Gegenstand des Beitrags.
Die noch recht junge Onlineplattform Windy hat für ordentlich Wirbel am Markt der Wetter-Apps gesorgt. Ihr Ansatz, Wetterdaten in Form eines Films auf einer Karte darzustellen, stieß auf Anhieb auf eine begeisterte Nutzergemeinde. In einer mehrtägigen Zeitachse werden diverse Wetterprognosen – grafisch ansprechend aufbereitet – angezeigt.

Dahinter steckt ein System. Die von Windy gewählte Art der Darstellung bietet einen besseren Überblick über das Wettergeschehen als die in anderen Apps verbreiteten Listen mit Windpfeilen. Diese beziehen sich nur auf einen Ort und geben kaum Aufschluss über das Wetter um diesen Ort herum, geschweige denn die für Segler oft wichtige Großwetterlage.

Das Darstellungskonzept von Windy ist so erfolgreich, dass mittlerweile auch viele weitere Softwarehersteller eine animierte Kartendarstellung anbieten. Streng genommen stammt dieses Konzept jedoch nicht von Windy allein. Der Gründer Ivo Lukacovic nutzte und erweiterte den Open-Source-Code der Earth Windanimation.
Als Programmierer, passionierter Kitesurfer und Hobbypilot hat sich Ivo Lukacovic zum Ziel gesetzt, ein professionelles Wettertool zu entwickeln, das sich vor allem an Segler, Surfer, Gleitschirmflieger und Piloten richtet. Gerade für diese Nutzer sind aussagekräftige Wettervorhersagen von enormer Wichtigkeit für ihre Sicherheit, da sie den Naturgewalten direkt ausgesetzt sind. Zudem sollte das Tool kostenlos und werbefrei sein. Das Startkapital stiftete Lukacovic selbst; er war zuvor in einem anderen Online-Business vermögend geworden.

Die Idee ging auf: Das Unternehmen finanziert sich inzwischen durch Spenden, Partnerschaften und Abomodelle. Die App ist weiterhin werbefrei und alle Module und Wettermodelle stehen kostenlos zur Verfügung. Im März 2020 führte das Unternehmen eine Premiumversion ein. Premiumabonnenten erhalten für einen moderaten Monats- oder Jahrespreis stündliche Vorhersagen sowie häufigere Aktualisierungen der Vorhersagemodelle.
In der Premiumversion werden die unterschiedlichen Vorhersagemodelle nicht mehr nur zweimal, sondern viermal täglich aktualisiert. Sie sind feiner aufgelöst und es kann deutlich länger in die Zukunft geschaut werden, je nach Modell bis zu 15 Tage. Außerdem sind in der Premiumversion eine weitreichendere Betrachtung der Tide und ein rudimentäres Wetterrouting möglich.

Die 2014 gegründete Grundversion „Windy tv“ wandelte sich über „Windy ty“ zu „Windy.com“. Doch nicht nur der Name änderte sich, auch die Funktionalität wurde und wird regelmäßig verbessert. Windy entwickelte sich zu einer Lösung, die am Markt der Wetter-Apps einzigartig ist. Sogar Meteorologen, Mitarbeiter von Rettungsdiensten und der Katastrophenschutz beziehen sie mittlerweile in ihre Wetterbewertung ein.

Vergleich der Wettermodelle in der App Windy
Was macht Windy also zu einem so wertvollen Tool? Anfänglich waren es neben der grafischen Aufbereitung vor allem die Möglichkeit, die Prognosen verschiedener Wettermodelle abzurufen und diese direkt miteinander zu vergleichen. Im Bereich der kostenlosen Wetter-Apps war das einzigartig. Mittlerweile ist das auch mit anderen Wetter-Apps möglich, doch die Anzahl der Parameter und Modelle, auf die kosten- und werbefrei zugegriffen werden kann, ist nach wie vor etwas Besonderes.
Auch Windy startete mit den Daten des sehr verbreiteten GFS-Modells des US-amerikanischen Wetterdienstes NOAA, bot aber gleichzeitig schon das NEMS-Modell des Schweizer Wetterdienstes Meteoblue als Vergleich an. Schnell folgte das als äußerst zuverlässig geltende ECMWF-Modell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage. Dieses Modell war damit das erste Mal ohne kostenpflichtige Zusatzabos in einer Wettersoftware frei verfügbar. Windy selbst stuft es als sehr verlässlich ein.

Im weiteren Verlauf wurden zahlreiche weitere globale und hochauflösende regionale Modelle implementiert. Für die Berechnung des Seegangs stehen ebenfalls verschiedene Vorhersagemodelle zur Verfügung.
Aber nicht nur Vorhersagemodelle stellt Windy dar, auch Wetterradardaten verschiedener Wetterdienste, Satellitenfotos, Webcams, Stationsmeldungen und sogar Strömungs- und Tidenvorhersagen, die sich alle in leicht verständlicher und übersichtlicher Form aufrufen lassen.
Wie kann auf die Wetter-App Windy.com zugegriffen werden?
Windy ist eine Online-Plattform, die in jedem Internetbrowser aufgerufen werden kann. Für Android- oder iOS-Systeme steht auch eine entsprechende, für mobile Systeme optimierte App zum Download bereit.

Windy bezieht seine Daten ausschließlich über das Internet. Eine optimierte Version für Kurzwellenfunk- oder Satellitenverbindungen ist leider nicht verfügbar. Zudem können die Daten nicht zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt offline abgerufen werden. Damit richtet sich Windy in erster Linie an Küsten- und Binnensegler, die über Mobilfunk oder WLAN Zugriff auf das Internet haben. Für den Blauwassersegler ist die App Windy daher vor allem bei der Törnplanung relevant.

Die Grundfunktionen der App Windy
Im Folgenden wird vorrangig die Browser-App betrachtet. In den mobilen Apps sind die Funktionen bis auf wenige Ausnahmen an derselben Stelle zu finden. Es ist empfehlenswert, sich zunächst kostenlos in der „Windy Community“ zu registrieren. Dadurch ist es beispielsweise möglich, Lieblingsorte als Favoriten zu speichern oder Wetterwarnungen per E-Mail zu empfangen. Zudem bleiben Voreinstellungen nur bei einer Registrierung dauerhaft erhalten und werden gleichzeitig mit weiteren Endgeräten synchronisiert.
Mit einem Klick auf die drei Balken im roten Kreis und einem weiteren Klick auf „Einstellungen“, besteht die Möglichkeit, verschiedene Voreinstellungen vorzunehmen. Falls noch nicht automatisch angezeigt, kann hier auch die Sprache in „Deutsch“ geändert werden.

Durch einfaches Klicken und Ziehen in der Karte kann in der Ansicht hin- und hergefahren werden. Mit den Plus- und Minus-Tasten (rechts unten) oder dem Rad an der PC-Maus kann hinein- oder herausgezoomt werden. Auf dem Tablet oder Smartphone kann wie gewohnt mit den Fingern getippt, gezogen oder gezoomt werden. Mit der Play-Taste links unten wird eine mehrtägige Prognose gestartet.
Die Daten werden im Hintergrund geladen. Der Vorhersagezeitraum ist abhängig vom Wettermodell und davon, ob eine Premiumversion gebucht wurde. Wenn bei Windy.com keine anderen Einstellungen gewählt wurden, wird beim Start die Windprognose aus dem ECMWF-Modell angezeigt. Die Windstärke ist farblich hervorgehoben, die Windrichtung wird durch eine Partikelanimation dargestellt.
Das Menü rechts unten bei Windy im Browser
Innerhalb der grauen Balken rechts unten im Bild können die verschiedenen verfügbaren Wettermodelle für den aktuellen Kartenausschnitt ausgewählt werden. Durch Klicken auf das Informations-I im oberen rechten Balken öffnet sich ein Menü, das angibt, wann das angezeigte Wettermodell das letzte Mal aktualisiert wurde und wann mit einer neuen Wetterprognose zu rechnen ist. Im gleichen Balken kann mit den Buttons „+” und „–” der Kartenausschnitt verändert und in eine 3D- oder Vollbildansicht gewechselt werden.
Vorausgesetzt, die Ortung am Endgerät ist aktiviert oder ein bestimmter Ort in den Einstellungen festgelegt, springt die Ansicht mit dem Pfeil zurück zum eigenen Standort. Besonders praktisch für Blauwassersegler: Der Wirbel öffnet eine detaillierte Vorhersage für Tropenstürme.

Mit den kleinen Schiebereglern über dem grauen Balken kann die „Partikelanimation“ an- oder abgeschaltet werden. Mit „Druck“ wird die Anzeige der Isobaren in der Karte aktiviert.

Der mittlere Balken ergänzt die Karte um weitere Angaben. Mit dem Herz werden alle als Favoriten gespeicherten Orte als Herz auf der Karte angezeigt. Die Wolke aktiviert eine numerische Anzeige der Vorhersagewerte neben den Städten. Über den Windsack erscheinen die verfügbaren Wetterstationen mit aktuellen Windmessungen. Durch die nun am unteren Rand des Balkens angezeigten Schieberegler kann ausgewählt werden, welche Art von Messstationen angezeigt werden sollen.
Durch Klicken auf eine der nun angezeigten Wetterstationen öffnet sich ein Menü mit vielen weiteren Informationen und Messwerten. Unter anderem werden rückwirkend für mehrere Tage Werte wie Temperatur, Regen, Windrichtung und -stärke sowie Luftdruck angezeigt. Als Premiumnutzer können diese Werte im Layer „Observation vs. Forecast” mit den Vorhersagewerten verschiedener Wettermodelle verglichen werden. Eine interessante Funktion, um herauszufinden, wie verlässlich ein Modell in dieser Region ist.

Neben den zuvor genannten Funktionen können noch viele weitere Daten angezeigt werden. Dazu gehören beispielsweise gemeldete Temperaturdaten, Messwerte an Flughäfen, der Zugriff auf Webcams sowie Messwerte an Gleitschirmplätzen. Durch Klicken auf die drei Punkte öffnet sich ein Menü mit Auswahlmöglichkeiten. Mithilfe der Schieberegler daneben wird bestimmt, welche davon im grauen Balken angezeigt werden. Ich habe beispielsweise die für Segler eher uninteressanten Gleitschirmplätze gegen die Vorhersageorte für Gezeiten ausgetauscht.

Übrigens: In der App für mobile Endgeräte sind diese Funktionen an anderer Stelle zu finden. Dazu muss auf die drei Balken im roten Kreis geklickt und zum Bereich „Karte anzeigen” gescrollt werden. Durch langes Drücken auf einen Anzeigeparameter erscheint daneben eine Pinnnadel. Diese Nadel ist auch auf dem Hauptbild zu finden und ermöglicht einen späteren Schnellzugriff auf die zuvor „angepinnten” Parameter.


Die ortsbezogene Wettervorhersage mit Windy
Die meistgenutzte Funktion von Wetter-Apps ist die ortsbezogene Wettervorhersage. Selbstverständlich kann diese auch in Windy abgerufen werden. Dazu muss zunächst ein Ort bestimmt werden, für den die Wetterinformationen geladen werden sollen. Dies ist entweder über das Eingabefeld in der linken oberen Ecke oder durch einen einfachen Klick in die Karte und einen weiteren Klick auf das Symbol mit der Aufschrift „Vorhersage für diesen Ort“ möglich.
Orte, für die regelmäßig Wetterinformationen abgerufen werden sollen, können in diesem Schritt als Favoriten gespeichert werden. Dazu muss lediglich das Herz angeklickt werden. Die Favoriten können anschließend entweder in der Karte als Herzen angezeigt und ausgewählt oder über das Menü aufgerufen werden. Sobald ein Ort oder bestimmte Koordinaten in Windy aktiviert werden, öffnet sich am unteren Rand ein Fenster mit der ortsbezogenen Wettervorhersage.

Die Wettervorhersage zeigt Symbole für Sonne, Bewölkung, Niederschlag und Mond sowie Werte für Temperatur, Niederschlag, Windstärke, Windböen und Windrichtung. In der Mitte des unteren Bildrandes können die verfügbaren Vorhersagemodelle für diesen Ort ausgewählt werden. Durch Klick auf den Button „Vergleichen“ können diese direkt miteinander verglichen werden.

Links neben den Wettermodellen gibt es noch weitere Auswahlmöglichkeiten. Voreingestellt sind die „Basisdaten“. Mit einem Klick auf „Wind“ wird die Vorsage von Wind und Böen im Vorhersagemodell-Vergleich aufgerufen.


Das Menü rechts an der Seite bei Windy im Browser
Mit den Buttons am rechten Rand kann bestimmt werden, welche Vorhersagen in der Hauptanimation auf der Karte dargestellt werden sollen. Beispielsweise Wetterradar, Satellit, Wind, Regen, Gewitter, Temperatur, Wolken, Wellen und Luftqualität.

Durch Klicken auf „Mehr Ebenen“ oder auf das Menü mit den drei Balken im roten Kreis besteht auch die Möglichkeit, das Auswahlmenü anzupassen. Durch einen Klick auf „Arrange Layers“ können die Buttons für die Vorhersagelayer in die Schnellauswahl geschoben oder dort entfernt werden. In der mobilen App werden die Vorhersagelayer entsprechend im Schnellzugriff angepinnt. An diesem Punkt wird die Power von Windy deutlich: Über 40 Anzeigemöglichkeiten werden dort angeboten. Da nicht alle für Segler relevant sind, beschränkt sich dieses Tutorial auf die wesentlichen Wetterwerte für die Törnplanung.
Die Böen-Vorhersage in Windy
Noch einmal zurück zum Wind. Wie bereits erwähnt, wird beim Programmstart standardmäßig die Windvorhersage von Windy angezeigt. Das ist sinnvoll, denn für Segler ist die Information über die Windentwicklung eine der relevantesten.

Ein weiterer Parameter, der in Windy ausgewählt werden kann, sind die „Windböen“. Nur so entsteht ein vollständiges Bild der Windvorhersage. Gerade die Intensität der Böen ist oft entscheidend dafür, wie angenehm oder unangenehm ein Törn von der Crew wahrgenommen wird.

Das Wetterradar in Windy
Mit einem Wetterradar wird die Atmosphäre horizontal und vertikal gescannt. Wie auch beim Radareinsatz auf Yachten werden dabei Niederschläge sichtbar. Allerdings handelt es sich beim Wetterradar um eine andere Größenordnung von Radargerät.
Mithilfe des Wetterradars erzeugen meteorologische Institute hochaufgelöste Radarbilder, die selbst Schauer mit schwacher Intensität erfassen. Auch Gewitter werden erfasst und in dieser Ansicht dargestellt. Durch die kontinuierliche Aufzeichnung lassen sich die Zuggeschwindigkeit und -richtung von Regenfeldern und Gewittern ermitteln.

Windy verfügt über eine Schnittstelle zu den verschiedenen Datenquellen. Als physische Einheit wird „dBZ“ verwendet. Je höher die Zahl, desto stärker ist das empfangene Radarecho.
Die Satellitenbilder in Windy
Unter der Option „Satellit“ stellt Windy aktuelle Satellitenfotos bereit. Auch diese sind animiert und vermitteln somit einen guten Eindruck von der Bewölkung, der Zugrichtung von Fronten, der Regenwahrscheinlichkeit und vielem mehr. Über den Zeitbalken lässt sich zudem zwischen verschiedenen Satellitenanbietern wählen. Dort können auch weitere Optionen wie die Anzeige von Blitzen oder des eigenen Ortes ausgewählt werden.

Der Wert „K“ an der farbigen Skala am unteren Bildrand steht für die physikalische Einheit „Kelvin“. Sie gibt die Temperatur an. Wahlweise kann auf Grad Celsius oder Fahrenheit umgeschaltet werden. Der Button “Radar+“ kombiniert die Satellitenansicht mit der Wetterradaransicht.
Regendarstellung in der Wetter-App Windy
Die Regenmenge wird in Millimetern oder Zoll angegeben und farblich dargestellt. Die Farbe gibt Auskunft darüber, wie stark es zum Berechnungszeitpunkt voraussichtlich regnen wird. Sollte es stattdessen schneien, wird dies durch Schneesymbole angezeigt. Blitze symbolisieren eine hohe Gewitterwahrscheinlichkeit im Regenfeld.

Grundsätzlich kann die Art des Niederschlags auch separat eingesehen werden. Das ist tendenziell eher etwas für Eisfahrer. Im nachstehenden Beispiel ist nochmal Island links und Norwegen rechts im Bild zu sehen. Auf der Überfahrt wechselt der Niederschlag von Regen (blau), über Regen mit Schnee (grün) zu Schneefall (weiß).

Tipp: Blauwassersegler können über die akkumulierte Regenmenge gut feststellen, ob und wie stark eine Konvergenzzone gerade ausgebildet ist und wo sie sich aktuell befindet. Auf dem nachstehenden Screenshot ist die Innertropische Konvergenzzone (ITCZ) besonders stark im westlichen Atlantik ausgebildet.

Die Gewitterinterpretation mit CAPE in Windy
Neben einer Darstellung der Gewitterprognose kann auch der CAPE-Index eingesehen werden (muss eventuell unter „Mehr Ebenen“ aktiviert werden). CAPE steht für Convective Available Potential Energy, ein Wert für die verfügbare Energie, mit der ein Luftpaket gehoben werden kann. Vom CAPE-Wert lässt sich die Wahrscheinlichkeit von Gewittern und Squalls sowie deren Intensität ableiten. Im Gegensatz zu den Gewitterdaten aus dem Wetterradar werden die Werte hier in einem Vorhersagemodell errechnet.

Seegangsverhältnisse in Windy betrachten
Auch beim Seegang können die Daten der verschiedenen Berechnungsmodelle abgerufen werden. Zudem kann zwischen verschiedenen Wellentypen unterschieden werden. Die Animation gibt einen guten Überblick darüber, wie der Seegang durch unterschiedliche Wettersysteme und Landmassen beeinflusst wird.

Mit dem Button „Wellen“, entsteht ein klareres Bild des zu erwartenden Seegangs. Daneben können die Windwellen und verschiedenen Dünungen separat betrachtet werden. Durch das Setzen einer Nadel werden weitere, ortsbezogene Parameter zur Auswahl angezeigt. Auch hier ist es möglich, zwischen den Wettermodellen zu wechseln. Rechts daneben ist zu finden, wann das Modell zuletzt aktualisiert wurde.

Durch den Klick in die Karte lassen sich die Seegangsverhältnisse klarer erkennen. Das ist im folgenden Screenshot gut zu sehen. Er zeigt die Meerenge zwischen den Kanareninseln Gran Canaria und Teneriffa. Hier läuft der Seegang quer zum Wind. So lassen sich übrigens auch Kreuzseen aus Dünung und Windsee erkennen.

Vorhersagen zur Strömung in Windy
Ein weiteres Feature, das sonst eher selten in kostenlosen Wetter-Apps zu finden ist, ist die Darstellung von Strömungen. Hier kann mithilfe von zwei Buttons zwischen globalen Meeresströmungen und Gezeitenströmungen unterschieden werden.
Achtung: Die dargestellten Gezeitenströmungen sind in Windy noch recht grob aufgelöst. Feinere lokale Unterschiede wie sie beispielsweise häufig in der Nordsee vorkommen, werden nicht dargestellt.

Sonstige Vorhersageparameter in Windy
Auf die gleiche Weise können noch diverse weitere Informationen abgerufen werden, die den Rahmen dieses Beitrags jedoch sprengen würden. Neben Angaben zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck sind auch Werte zu finden, die eher für Piloten, Kitesurfer und andere Extremsportler interessant sind.

Spannend ist auch der Parameter Wind-Summierung, der aufzeigt, wo es über einen bestimmten Zeitraum besonders windig ist. Skifahrer freuen sich sicherlich über die Neuschnee- und Schneehöhenangabe. Weitere Werte sind: Taupunkt, Nullgradgrenze, diverse Wolkenanalysen und Wolkenhöhenangaben, Nebel, Sichtweite, Schadstoffbelastung und vieles mehr.

Törnplanung mit Windy
Seit Mitte 2019 versteckt sich in Windy eine einfache, aber für Fahrtensegler ziemlich hilfreiche Wetterrouting-Funktion. Durch Auswahl von „Entfernung & Planung“ im Menü verwandelt sich der Mauszeiger in ein Kreuz, mit dem eine Route erstellt werden kann. Alternativ kann auch ein Gpx-File aus einem Navigationsprogramm importiert werden. Für diese Route kann dann das zu erwartende Wetter auf dem Törn im Verlauf angezeigt werden. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um ein Wetterrouting, sondern nur um ein Streckenwetter.

Nachdem die Strecke markiert wurde, muss am unteren Bildrand noch als Fahrzeug „Boot“ und rechts daneben die Durchschnittsgeschwindigkeit – im Beispiel sind es fünf Knoten – eingestellt werden. Mit dem Schieberegler kann der Startzeitpunkt verändert werden.
Der Clou: Das Streckenwetter ermöglicht eine Übersicht über die Wetterbedingungen, die für den geplanten Törn vorhergesagt wurden. Durch Klicken in die numerische Anzeige am unteren Bildrand kann durch die Zeitachse gewandert werden. Auf der Route wird die voraussichtliche Position zu dieser Zeit durch einen blinkenden Punkt dargestellt. Gleichzeitig verändert die animierte Hauptgrafik die zur Zeit passende Wetterprognose.
Hinweis: Bisher ist das Wetterrouting leider nur auf Basis des ECMWF-Modells möglich. Zudem wird die Geschwindigkeit des Bootes nicht auf Basis eines Polardiagramms berücksichtigt. Es werden also keine optimierten Routen angeboten, sondern lediglich das zu erwartende Wetter entlang der eingezeichneten Strecke.
Fazit zur Wetter-App Windy
Bei uns und vielen weiteren Seglern ist Windy zur Standard-App für die Törnplanung geworden. Ich habe bisher keine vergleichbare, weitgehend kostenlose Wetter-App mit solch einem Funktionsumfang gefunden. Besonders gut gefällt mir die übersichtliche, fast schon selbsterklärende Oberfläche, die nur wenige Fragen offenlässt. Windy bietet alles, was Wassersportler für die Törnplanung brauchen, ohne überladen zu wirken.
Einziger Haken: Die Strömungsvorhersagen sind noch etwas ungenau und ein vollständiges Wetterrouting fehlt. Und ganz wichtig: Leider ist es in Windy bisher nicht möglich, auf hoher See Wetterdaten ohne stabile Internetverbindung abzurufen. Bei der Entwicklungsgeschwindigkeit von Windy ist all das aber vermutlich nur eine Frage der Zeit.



























Eine komplexe App die zur Törnplanung nützlich sein kann. Leider läuft die Premium Version nicht mehr auf meinem Navi iPad unter iOS 12.5.8
Ansonsten finde ich die App beim Segeln sehr fummelig, eher was für die Vorausplanung im Hafen.