Wandern liegt seit Jahren im Trend, warum also nicht auch von der Segelyacht aus?
Das Buch „Segeln und Wandern in Kroatien“ von Elke und Gerhard Clemenz bietet auf über 200 Seiten rund 120 verlockende Tourenvorschläge – von kurzen Landgängen bis zu längeren, teilweise anspruchsvolleren Wanderungen. Dazu finden sich exakte Informationen zu den Liegeplätzen, der Ausrüstung, der benötigten Zeit, den Anforderungen sowie zu Kultur und Geschichte, Erlebnissen mit Menschen und Einkaufstipps (ohne langweilige Supermärkte).

Die Wandertipps reichen von der Kvarner Bucht bis zur Konavle an der Grenze zu Montenegro. Erwandert werden u. a. Krk, Rab, Cres, Losinje im Bereich des Kvarner, Pag, Silba, Ugljan, Zirje und die Kornaten in Norddalmatien sowie Solta, Brac und Vis in Mitteldalmatien. Ebenfalls nicht unentdeckt bleiben Peljesac, Korcula, Mljet, Lastovo und die Konavle in Süddalmatien.

Die Autoren haben alle Touren getestet. Viele von ihnen haben die beiden selbst oder durch Tipps ihres kroatischen Freundes Branko aus Karlovac entdeckt. Jede Route ist detailliert beschrieben. Fast alle Wege sind sehr gut markiert bzw. mit den im Buch genannten Hinweisen problemlos zu finden, sodass auf durchgängige Karten und GPS-Daten verzichtet wurde. Für mehr Anschaulichkeit sorgen viele Bilder im Buch, die einen guten Eindruck von der Landschaft und den Zielen vermitteln.

Die Idee zum Buch
Elke und Gerhard Clemenz sind so etwas wie Alpinisten unter Segeln oder anders gesagt: eine segelnde Crew mit Lust auf Berge. Eine gar nicht so seltene Kombination, wenn man sich die Riege bekannter Kletterer anschaut, die sogar um Kap Horn segelten, um dort vom Wasser aus zu Bergen mit großen Wänden zu gelangen. Etwas moderater, aber trotzdem spannend kann man in Griechenland die „nur“ rund 1.000 Meter hohe Kante der Varasova gegenüber von Patras von der Segelyacht aus erklettern. Dieses Zusammenspiel von Meer und Bergen ist es, das die Autoren so fasziniert.

Die Idee zu dieser Art von Reisen hatten Elke und Gerhard schon früher, wenn sie mit ihren kleineren und auch etwas größeren Booten auf Binnenseen, in den Gewässern Griechenlands, im Mittelmeer oder auf der kroatischen Adria an Bergen vorbeisegelten. 2015 haben sie diese Idee dann in die Tat umgesetzt und ihre Entdeckungen in der kroatischen Adria erstmals veröffentlicht.

Die Autoren
Elke
Elke bezeichnet sich selbst als klassische Landratte aus dem Bergischen Land. Kein Meer in Sicht, nur Talsperren. Ein Segelboot müsse dort ja Platzangst bekommen und von den dauernden Wendemanövern genervt sein, sagt sie. Elkes Spielplatz waren und sind die Berge, sowohl im Sommer als auch im Winter auf Skitouren. Aber seit mehr als 25 Jahren fasziniert sie die Kombination aus Bergen und Meer. Fahrtensegeln hat sich bei ihr als eine Art „gutmütiges Virus“ eingenistet. Unterwegs sein und nicht um jeden Preis schnell ankommen; Respekt vor der Natur und deren konsequente Achtung; bei der Törnplanung immer einen „Plan B“ in der Tasche haben – all diese Gedanken hat sie bereits 2012 in ihrem ersten Buch mit dem Titel „Segeln ist mehr als Meer“ festgehalten. Was Elke noch auszeichnet? Sie führt lückenlos Tagebuch, ganz konservativ mit Stift, Bildchen und Kleber.

Gerhard
Gerhard war schon als Kind von Booten fasziniert und begann seine Seglerzeit auf einem Zweimaster. Nein, kein wirklicher, sondern ein Faltboot der Marke Hart Monaco, aber eben mit zwei Masten. Er durfte einsteigen und einen kleinen See überqueren. Ein Traum für den damals Siebenjährigen. Es hatte gezündet und Gerhard baute sich eine Semperit Forelle als segelndes Paddelboot um, segelte damit den gesamten Wörthersee hinunter und paddelte ihn mit seinem Vater wieder hinauf. Später wurde Gerhard dann Alpinist – und das sehr konsequent. Doch auch dem Wasser blieb er immer verbunden. Seine Wahl fiel auf den Cat von Wiking, der mit seinem kompakten Zubehör auf dem Westfalia Bulli Platz fand und auf dem Mittelmeer, der Adria, der türkischen Riviera und auf großen Binnenseen zum Einsatz kam.
Das Boot
Ein gemeinsamer Messebummel war gewissermaßen die lodernde Zündschnur. Gerhard sah eine Jeanneau 20, die zum Verkauf stand, und fragte Elke, ob sie mit ihm segeln ginge. „Warum nicht, aber ich habe keine Ahnung davon“, war ihre Antwort, und schon war´s geschehen. Aus der 20er wurde später aufgrund von Platzmangel zunächst eine 24er und nach 4 Jahren eine 37er Jeanneau mit Namen ALBATROS, letztere ist es bis heute geblieben.























