Rettungsinseln für Yachten: Das sollte man beim Kauf beachten!

Von Sönke Roever

Sönke hat 80.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

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Titelfoto: ©VIKING Life-Saving Equipment

Die Rettungsinsel ist die Lebensversicherung der Crew

Vor dem Schicksal einer Schiffaufgabe ist niemand gefeit. Sei es, dass ein Feuer außer Kontrolle gerät oder ein gebrochener Mast im Seegang ein zu großes Loch in die Bordwand schlägt. Aber auch die Kollision mit einem treibenden Gegenstand kann zu einem Wassereinbruch mit Untergang der Yacht führen. Kommt es zum Äußersten, muss das Schiff verlassen werden. Die Rettungsinsel ist dann die Lebensversicherung der Crew.

Nicht immer geht es in der Insel so entspannt zu – gleichwohl gute Laune hilft :-). ©Sönke Roever

Es gibt diverse Rettungsinseln am Markt, und vor der Anschaffung einer solchen sollten ein paar Dinge beachtet werden, damit der Kauf später nicht zur Enttäuschung wird oder gar von einer falschen Sicherheit ausgegangen wird.

Während Rettungsinseln für die Berufsschifffahrt schon immer strengen qualitativen Anforderungen und Testmethoden unterlagen, tummelten sich früher auf dem Markt für Sportboote neben einigen professionellen Anbietern auch etliche unseriöse Hersteller und/oder Billiganbieter, deren Inseln das Prädikat „hochseetauglich“ alles andere als verdienten.

Als Folge der Auswertung verschiedener Seeunfälle wurden Ende der 1990er Jahre die Rufe nach eindeutigen Regulierungen für Rettungsinseln auf Sportbooten immer lauter. Dazu haben nicht zuletzt auch die teilweise tödlichen Folgen des Fastnet-Race 1979 und des Sydney-Hobart-Race 1998 beigetragen.

Vor diesem Hintergrund hat World Sailing im Jahr 2002 erstmalig eine Rettungsinsel-Spezifikation für Sportboote herausgegeben (ISAF OSR Appendix-A Part-2). Sie wurde sukzessive weiterentwickelt und schließlich drei Jahre später in der ISO 9650 festgeschrieben, die weiterhin ihre Gültigkeit besitzt. Dort ist genau geregelt, welche Designansprüche, Ausstattungs- und Leistungsmerkmale sowie Testmethoden für eine Rettungsinsel erfüllt sein müssen, damit sie das ISO-Zertifikat tragen darf.

Rettungsinsel an Bord einer Langfahrtyacht auf den Azoren. ©Sönke Roever

Welche Rettungsinsel-Bauarten gibt es?

ISO 9650 Typ 1 – für das Langstreckensegeln auf Ozeanen mit möglichem hohen Wellengang und starkem Wind.

Der ISO 9650 Typ 1 wird in zwei Untergruppen unterschieden, die sich an der Temperatur orientieren:

  • Gruppe A für Temperaturen zwischen -15 °C und +65 °C
  • Gruppe B für Temperaturen zwischen 0 °C und +65 °C

Zudem können diese Inseln mit zwei verschiedenen Notfall-Paketen ausgestattet sein, abhängig davon, wie lange potentiell in der Insel ausgeharrt werden muss. Auf der Ostsee gibt es andere Anforderungen als in der Nord-West-Passage 🙂

Die einfache Variante des Notfall-Paketes reicht für weniger als 24 Stunden und wird ohne Trinkwasser ausgeliefert. Die umfangreiche Variante reicht für über 24 Stunden und enthält Wasser und ein wenig Nahrung.

Der Iso-Standard ist auf dem Typenschild der Insel vermerkt. Hier 9650-1. ©Sönke Roever

ISO 9650 Typ 2 –  für küstennahe Fahrt mit überschaubaren Bedingungen

Diese Inseln funktionieren bei Temperaturen zwischen 0 °C und +65 °C und sind mit dem Notfall-Paket für weniger als 24 Stunden ausgerüstet. Für eine Blauwasserreise kommen sie nicht infrage.

Langfahrtyacht in eisigen Gefilden. Hier wird eine Insel vom Typ ISO 9650-1A benötigt. ©VIKING Life-Saving Equipment

Wer sich die Teilnahmebedingungen von Blauwasser-Rallyes ansieht, findet dort Hinweise wie: „Die Rettungsinsel muss ISO 9650 entsprechen – geeignet für Hochseereisen, bei denen keine Hilfe innerhalb von 24 Stunden zu erwarten ist.“ Mit anderen Worten: ISO 9650-1 mit dem 24-Stunden-Plus-Paket.

Die Notfallausstattung der Rettungsinsel

Zur Notfallausstattung einer Rettungsinsel auf einer Langfahrtyacht gehören für gewöhnlich:

  • SOLAS Fallschirm-Leuchtraketen, Handfackeln und Rauchsignal
  • Taschenlampe mit Ersatzbatterien und Ersatzlampen
  • Pfeife
  • Signalspiegel
  • Tabelle mit Notfallsignalen und Überlebenshinweisen
  • Trinkwasser und Trinkbecher
  • Essens-Notrationen
  • Sicherheitsdosenöffner
  • Sonnencreme
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Tabletten gegen Seekrankheit samt Spucktüten
  • Ösfass und Schwämme
  • Thermo-Überlebensfolie
  • Luftpumpe
  • Dichtungsmittel
  • Angelausrüstung
  • Treibanker
  • Schere und schwimmfähiges Sicherheitsmesser
  • Paddel
Eine Yacht sinkt auf hoher See. Die Crew steigt in die Rettungsinsel. ©SVPlanB

Das Material der Rettungsinsel

Natürlich ist es gut, dass Rettungsinseln heute nach ISO-Standard produziert werden. Dennoch muss man wissen, dass es hinsichtlich des Materials und der Verarbeitungsqualität nach wie vor Unterschiede gibt.

Im Prinzip kommen zwei Materialien zum Einsatz: Naturkautschuk oder PVC. Hierzu sollte man wissen, dass Rettungsinseln aus Naturkautschuk langlebiger als jene aus PVC sind. Vor diesem Hintergrund ist auch wichtig zu verstehen, dass die eingeschränkte Lebensdauer von PVC-Rettungsinseln je nach Hersteller dazu führen kann, dass die Wartung limitiert ist, beispielsweise auf zwölf Jahre. Bei Rettungsinseln aus Naturkautschuk ist dies nicht der Fall. Wer eine mehrjährige Langfahrt plant, sollte dies gegebenenfalls berücksichtigen.

Eine Rolle spielt auch der Geruch des Materials. Rettungsinseln aus PVC riechen oft stark nach Lösungsmittel.

Beim Kauf einer Rettungsinsel würde ich auch einen Blick auf die Verabeitungsqualität richten. Hier gibt es durchaus Unterschiede, wie die folgenden Bilder zeigen. Im Ernstfall möchte ich mich auf die Rettungsinsel verlassen können!

Schlechte Verarbeitung bei der Verklebung. ©Finn Möller
Hier stimmt die Verarbeitung. ©VIKING Life-Saving Equipment

Die Dimensionierung der Rettungsinsel (Crewstärke)

Neben der ISO-Anforderung muss beim Kauf einer Insel auch die Crewstärke beachtet werden. Natürlich könnte man auf die Idee kommen, für eine Zwei-Personen-Crew eine Sechs-Personen-Insel zu kaufen, damit mehr Platz vorhanden ist. Eine Suite ist schöner als ein Doppelzimmer 🙂

Die Insel zu groß zu wählen, ist nicht immer eine gute Idee, da die Rettungsinsel bei einigen Herstellern auf das Gewicht der Insassen angewiesen ist. Andernfalls kann die Rettungsinsel umkippen. Hier gilt es, die Größe entsprechend abzuwägen.

Anders verhält es sich bei Rettungsinseln, die ausreichend Ballastsäcke haben. Diese Säcke sind an der Unterseite der Insel angebracht und füllen sich nach dem Auslösen mit Wasser. So geben sie Stabilität und Kentersicherheit in schwerer See. In einer solchen Insel kann man auch bedenkenlos alleine sitzen, wenn sie für acht Personen konstruiert wurde.

Ballastsäcke (hier vier Stück an der Unterseite) stabilisieren die Rettungsinsel. ©VIKING Life-Saving Equipment

Darüber hinaus gibt es keine Norm, die besagt, wieviel Fläche pro Person eine Rettungsinsel haben sollte. Es kann daher sein, dass eine Vier-Personen-Rettungsinsel des einen Herstellers genauso groß ist wie die Sechs-Personen-Rettungsinsel eines anderen Herstellers. Dies sollte ruhig hinterfragt werden.

Ein Segler wird auf hoher See aus einer Rettungsinsel gerettet. ©SVPlanB

Die Öffnungen der Rettungsinsel

Je größer die Öffnungen der Rettungsinsel sind, desto einfacher ist der Einstieg in die Rettungsinsel und desto weniger fühlen wir uns in der Rettungsinsel eingesperrt. Obendrein erleichtern breitere Öffnungen das Aufwinschen in einen Helikopter.

Zusätzlich sollten die Öffnungen wasserdicht verschließbar sein, beispielsweise durch Reißverschlüsse, die abdichtend sind. So wird verhindert, dass See- oder Regenwasser in die Rettungsinsel eindringen kann. Idealerweise sind die Reißverschlüsse leicht zu bedienen, damit sie auch funktionieren, wenn jemand zittert oder kalte Hände hat.

Es gibt auch Rettungsinseln, bei denen der Dachstoff über die Auftriebsringe gezogen wird. Dies bietet erfahrungsgemäß keine absolute Dichtigkeit. Und wenn die Rettungsinsel mal gelüftet werden soll, kommt bei Seegang wahrscheinlich auch Seewasser mit rein.

Bei Rettungsinseln mit Reißverschlüssen würde ich darauf achten, dass man sie von beiden Enden aus so schließen kann, dass an der höchsten Stelle eine Öffnung bleibt.

Große Öffnungen erleichtern den Umgang mit der Rettungsinsel. ©VIKING Life-Saving Equipment

Interessant ist auch die Anzahl der Öffnungen. Idealerweise verfügt die Rettungsinsel über zwei große, gegenüberliegende Einstiege. So kommt man im Ernstfall wahrscheinlich gut vom Schiff in die Rettungsinsel. Es ist ja so, dass sich eine Rettungsinsel bei Wind und Welle nach dem Auslösen nicht unbedingt so zum Schiff hindreht, dass sich der Einstieg auf der „richtigen Seite“ (zum Schiff gewandt) befindet. In dem Fall müsste man beim Einstieg über die Insel springen. Hierbei kann das Dach beschädigt werden oder man rutscht über den glatten Dachstoff ins Wasser und muss aus dem Wasser (nass) in die Rettungsinsel klettern.

Bei zwei und mehr Öffnungen habe ich zudem je nach Wetter meistens auch eine auf der wetterabgewandten Seite, sodass ich lüften und rausgucken kann.

Teilnehmer eines Sicherheitstrainings in einer Rettungsinsel. ©Jan Singer

Die Isolierung der Rettungsinsel

Das Thema Temperatur und Auskühlen spielt in der Rettungsinsel eine überlebenswichtige Rolle. Auch hier gibt es verschiedene Rettungsinselbauarten am Markt. Sie reichen von einer einfachen Bodenfolie bis hin zu einem aufblasbaren Doppelboden.

Der aufgeblasene Boden hat den Vorteil, dass er Stabilität mit sich bringt und die Luft eine sehr gute isolierende Wirkung hat. Darüber hinaus sackt man bei einem normalen Boden aufgrund des eigenen Gewichts immer in eine Art Kuhle, weil der Boden nachgibt. Der Nachteil: Das ist unbequem und hier am tiefsten Punkt sammelt sich gegebenenfalls Wasser, was wiederum das Auskühlen fördert. Beim Sitzen auf einem aufgeblasenen Boden gibt es diese Effekte nicht und das Wasser sammelt sich am Rand in einer Rinne.

Hierbei hilft es auch, wenn die Rettungsinsel über ein Lenzsystem verfügt, das es mir erlaubt, Wasser aus der Rettungsinsel zu bekommen, ohne dass diese geöffnet werden muss. Beispielsweise bei schwerem Wetter.

So sieht es im Inneren eines Rettungsinsel-Containers aus. ©Sönke Roever

Die Farbe des Daches

Wenn wir in der Rettungsinsel sitzen, wollen wir schnellstens gefunden werden. Deswegen hat das Dach der Rettungsinsel eine Signalfarbe. In der Regel neonorange oder neongelb. Allerdings ist das Sitzen in der Rettungsinsel eine Stress-Situation und aus Befragungen nach Schiffsunglücken weiß man, dass die grelle Signalfarbe die Insassen eher aggressiv macht und nicht beruhigend wirkt. Um dem entgegenzuwirken, bauen einige Hersteller einen Innenhimmel mit einem beruhigenden Farbton ein, beispielsweise Blau. Die Farbe Blau reduziert zudem die Anfälligkeit für Seekrankheit.

Das Dach der Rettungsinsel hat eine wichtige Signalwirkung. ©VIKING Life-Saving Equipment

Die Verpackung der Rettungsinsel: Container oder Tasche?

Wird die Rettungsinsel schließlich ausgeliefert, befindet sie sich wahlweise in einer Tasche oder einem Container. Das hängt von den persönlichen Vorlieben sowie dem Stauraum an Bord ab und muss bei der Bestellung bedacht werden.

Rettungsinseln können im Container oder in einer Tasche gestaut werden. ©VIKING Life-Saving Equipment

Ich ziehe bei uns an Bord einen Container einer Tasche vor, da mir diese Variante solider und für die Insel geschützter erscheint. Dies bestätigt auch die Aussage einer befreundeten Seglerin. Zitat: „Wir haben die Rettungsinsel in einer Tasche, da wir die Insel anders nicht unterbringen können. Nach vier Jahren Segeln im Mittelmeer sehen wir an der Insel Ausbleichungen durch UV-Licht, obwohl die Insel in der Tasche im Schatten unter der Cockpitbank lag.”

Schnell zugängliche Rettungsinsel im Container am Heck einer Blauwasseryacht. ©Sönke Roever

Der Lagerort der Rettungsinsel an Bord

Die Lagerung an Bord sollte an einem gut zugänglichen Ort erfolgen. Bewährt haben sich diesbezüglich eine Halterung an Deck oder am Heck – idealerweise mit einer manuellen Abwurfvorrichtung oder einem Wasserdruckauslöser, der ab einer bestimmten Wassertiefe die Insel auslöst.

Halterung mit Schnellöffnung. Mit nur einem Handgriff kann die Insel ins Wasser gelassen werden. ©Sönke Roever

Wichtig ist auch zu hinterfragen, ob die Crew im Ernstfall schnell an die Insel gelangen und diese auslösen kann? Eigentlich logisch – oder? Dennoch wird das Thema immer wieder von einigen Eignern vernachlässigt. Sie stauen die Insel im Ankerkasten, der Backskiste (ganz unten) oder gar unter Deck. Das halte ich für leichtsinnig, weil mitunter nicht viel Zeit bleibt, in die Insel umzusteigen.

Dazu ein Beispiel: Einer befreundeten Crew ist nach einer Kollision im Mittelmeer innerhalb von acht Minuten das Schiff gesunken. In solch einer extremen Situation geht es meistens nicht sehr ruhig und gesittet an Bord zu. Wenn dann erst noch die Insel aus der Kabine geholt werden muss, kann es eng werden. Was nützt die beste Insel, wenn sie nicht eingesetzt werden kann?

Vorbildlich: Blauwasseryachten mit Rettungsinsel im Container am Heck. ©Sönke Roever

Auf Katamaranen ist der Lagerort gelegentlich ein spezielles Thema, weil die Insel bei einigen Modellen werftseitig achtern unter dem Deck verstaut wird. Die Idee dahinter ist: Bei einer Kenterung gelangt die Crew an die Rettungsinsel, da der Katamaran dann falsch herum in der See liegt. Doch wie gelange ich an die Rettungsinsel, wenn der Doppelrümpfer richtig herum in der See liegt und sinkt?

Rettungsinsel am Heck eines Katamarans. Ist sie im Notfall auch von Deck aus erreichbar? ©Sönke Roever

Die Wartung der Rettungsinsel

Wie eingangs geschildert, ist die Rettungsinsel die Lebensversicherung der Crew. Elementare Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die Insel regelmäßig gewartet wird. Auf einer mehrjährigen Blauwasserfahrt bedeutet dies, die Insel unterwegs warten zu lassen. Daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass ein Anbieter gewählt wird, der über ein weltweites Wartungsnetz verfügt – oder zumindest Wartungsstationen im voraussichtlichen Fahrtgebiet unterhält (meistens sind das Anbieter, die auch Rettungsinseln für die Berufsschifffahrt anbieten). Andernfalls kann die Wartung zur logistischen Herausforderung werden.

Die Rettungsinsel muss regelmäßig gewartet werden. ©Sönke Roever

Das Auslösen der Rettungsinsel

Das eigentliche Auslösen erfolgt nahezu ausschließlich manuell mittels einer Sorgleine – selbst wenn es einen Wasserdruckauslöser gibt. Dabei gilt: Die Sorgleine sollte dauerhaft mit dem Schiff verbunden sein, um ein Abtreiben der Insel zu verhindern. Ist der Einstieg in die Insel nicht mehr abzuwenden, wird die Insel samt Container oder Tasche ins Wasser geworfen. Danach zieht ein Crewmitglied an der bis zu zehn Meter langen Sorgleine, bis ein Anschlag kommt. Dieser ist meist mit einer farbigen Markierung auf dem Tau versehen. Mit einem Ruck wird dann die Insel ausgelöst. Sie bläst sich innerhalb weniger Sekunden vollständig auf.

Rettungsinsel-Demo (Tasche) bei unserem jährlich auf der Messe boot stattfindenden Blauwasserseminar. Mittels Sorgleine wird sie von einem Teilnehmer ausgelöst. ©Sönke Roever

Hilfreich ist es, eine selbstaufrichtende Rettungsinsel zu erwerben. Andernfalls kann sie auf dem Kopf in der See liegen und muss erst umgedreht werden – was durchaus möglich ist, jedoch je nach Seegang, Wind und Wetter anstrengend und kräftezehrend sein kann, wie ich aus eigener Erfahrungen von diversen Sicherheitstrainings weiß.

Oder um es mit den Worten eines mir bekannten, aus der Insel geretteten Skippers zu sagen: “Echt faszinierend fand ich, dass die Insel nach dem Aufrichten innen komplett trocken war. Da es sowieso eine belastende Situation ist, ein Boot mitten auf dem Atlantik verlassen zu müssen, wäre es ein Albtraum gewesen, dann noch ins Wasser springen zu müssen, um die Insel aufzurichten.”

Bei einem Sicherheitstraining versuchen Teilnehmer eine gekenterte Insel umzudrehen. ©Sönke Roever

Fazit

Eine Rettungsinsel ist ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand an Bord und an den Kauf sollte nicht blauäugig herangegangen werden, da es von Hersteller zu Hersteller mitunter gravierende Unterschiede gibt. Natürlich ist die Investitionsliste vor dem großen Törn lang und da liegt es vielleicht nahe bei der Rettungsinsel nicht das beste Modell zu nehmen, da die Wahrscheinlichkeit sie nutzen zu müssen nicht so hoch ist. Ich denke, die vorstehenden Punkte haben deutlich gemacht, dass das ein Trugschluss ist. Mit der Rettungsinsel retten wir im Ernstfall unser Leben!

Die Anschaffung ist das eine, der Umgang mit der Rettungsinsel das andere. Auch hier sollte nicht blauäugig herangegangen werden. Dazu gehört, sich mit der Funktion der Rettungsinsel im Vorwege auseinanderzusetzen, damit die Abläufe im Ernstfall vertraut sind — das minimiert mögliche Ängste und Fehler. Wer noch nie im Leben eine aufgeblasene Rettungsinsel gesehen hat oder nicht weiß, wie selbige ausgelöst wird, sollte in meinen Augen nicht auf Langfahrt gehen. In diesem Zusammenhang sei auch auf unser Blauwasserseminar hingewiesen, wo wir jedes Jahr eine Rettungsinsel auslösen und ausführlich erklären.  

In diesem Sinne – Happy Sailing!

Weiterführender Videoverweis (auf englisch)

In diesem Hersteller-Video wird eine Rettungsinsel mit ihren Funktionsmöglichkeiten sehr ausführlich beschrieben. Das Video vermittelt einen guten ersten Eindruck, wie ich finde.

Weiterführende Beratung

Eine ausführliche, weiterführende Beratung zum Thema „Rettungsinsel” kannst du bei einem der folgenden Anbieter bekommen:

Viking – Rettungsinseln

Viking Rettungsinseln sind weltweit auf Sportbooten, in der Berufsschifffahrt oder auf Arbeitsplattformen der Öl- und Windkraftindustrie im Einsatz.
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