Schiffsüberführung: Tipps und Infos zum Yachttransport per Spedition

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Sönke hat 80.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

Titelfoto: ©️Sönke Roever

Professionelle Yachttransporte ermöglichen interessante Revierwechsel

Wer träumt nicht davon, auf der eigenen Yacht eine Saison mal ganz woanders zu verbringen? Doch wie bekomme ich mein Boot aus dem heimischen Revier dorthin, wenn die Zeit zum Segeln knapp ist? Oder anders: Ich finde ein Traumboot im Gebrauchtbootmarkt, Zustand und Konditionen stimmen, aber leider liegt es in Griechenland und ich möchte lieber auf der Ostsee segeln – eine Überführung von rund 4.000 Seemeilen wäre die Folge.

Insbesondere der lange und seglerisch anspruchsvolle Törn rund um Europa schreckt so manchen Segler ab. Der Grund liegt nicht immer in der hohen Anforderung an Mensch und Material, sondern oft auch in der erforderlichen Zeit, die nur selten in einen Jahresurlaub passt.

Eine mögliche Lösung für diese Herausforderung stellt eine professionelle Yachtüberführung dar. Im Idealfall gelangt so ganz nebenbei und ohne viel Aufwand eine Yacht in das gewünschte Revier.

Streckenvergleich Barcelona – Hamburg: Landweg ca. 2.000 Kilometer – Seeweg ca. 2.200 Seemeilen (!) ©Google Maps/BLAUWASSER.DE

Dabei setzen immer mehr Eigner, anstelle der klassischen Yachtüberführung auf dem Seeweg mit einem Fremdskipper, auf einen Yachttransport über Land. Das ist zwar nicht immer die preiswerteste Variante, aber die Vorteile liegen klar auf der Hand. Ein Transport über Land geht nicht nur wesentlich schneller, auch der Materialverschleiß ist im Vergleich zu einer Überführung auf See gleich Null.

Abfahrt unseres Redaktionsbootes in Barcelona. Kurs Hamburg. ©Sönke Roever

Auch wir von BLAUWASSER.DE standen vor dieser Fragestellung. Unser Redaktionsboot sollte aus verschiedenen Gründen von Barcelona am Mittelmeer nach Hamburg überführt werden. Schlussendlich haben wir es in die Hände eines professionellen Yachttransporteurs gegeben und es über die Straße transportieren lassen.

An einem Montagmorgen ging es in Spanien los und bereits am Freitagvormittag stand die Yacht nach knapp 2.000 Kilometern im Winterlager in Wedel bei Hamburg. Zugegeben, das ist etwas unsportlich für Segler, aber so schnell kommt sonst keine Yacht vom Mittelmeer an die Elbe und das auch noch ohne jeglichen Verschleiß!

Die HIPPOPOTAMUS auf ihrem Weg nach Hamburg. ©Glogau-Yachttransporte

Im Folgenden möchte ich einmal aufzeigen, was es bei so einem Transport zu beachten gibt und welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben.

Hinweis: Kleine, mit privaten Anhängern oder Trailern transportierbare Yachten sind nicht Gegenstand dieses Beitrags. Hier geht es um Yachten, die mit privaten Mitteln nicht mehr zu transportieren sind.

Was sollte bei der Wahl des Transportunternehmens beachtet werden?

Die logistische Herausforderung einer Yachtüberführung über Land ist nicht zu unterschätzen. Gerade Segelyachten sind durch den Kiel oft sehr hoch. Andere Modelle sind vielleicht sehr schwer und nahezu alle Yachten haben Maße, die weit über die Straßenzulassung hinausgehen. Die Folge: Nicht nur der Transport, sondern auch diverse länderspezifische bürokratische Herausforderungen müssen bedacht werden. Für den Laien ist das nur schwer realisierbar, hier müssen Profis ran.

Beim Yachttransport werden nicht selten zwei Spuren auf der Fahrbahn benötigt. ©Glogau-Yachttransporte

Doch selbst klassische Speditionen sind mit einem Yachttransport oft überfordert, weil die Sondermaße einer Yacht nicht denen eines Standardcontainers entsprechen. Erste Wahl sollten daher auf Yachttransporte spezialisierte Unternehmen sein.

Über die Jahre haben sich verschiedene Spediteure auf den Transport von Yachten spezialisiert und erfolgreich im Markt etabliert. Diese bieten ihren Transportservice nicht nur Yachtherstellern und Regattaprofis an, sondern auch privaten Eignern.

Die Kosten eines Yachttransports über Land

Der Preis einer Yachtüberführung auf dem Landweg wird von diversen Faktoren beeinflusst. Um die Kostenkalkulation besser zu durchschauen und böse Überraschungen zu vermeiden, ist es hilfreich, diese zumindest im Ansatz zu verstehen.

Die Kosten durch Abmessung und Gewicht der Yacht

Je größer und schwerer eine Yacht, umso mächtiger muss die Zugmaschine sein und umso höher ist demzufolge auch der Kraftstoffverbrauch. Das klingt zunächst einmal nach einer einfachen Rechnung, doch der Teufel steckt im Detail. Der „normale“ Straßentransport endet mit den Maßen eines Containers auf einem Trailer plus Zugmaschine. Also ungefähr bei einer Breite von 2,55 Metern, einer Länge von 16,50 Metern und einer Höhe von maximal 4 Metern. Eine Durchschnittsyacht passt nur selten in diese Maße. Dadurch wird aus dem Transport einer Yacht zwangsläufig ein sogenannter Großraum- oder Schwertransport.

Auf dem Wasser gehört unsere HIPPOPOTAMUS eher zu den kleinen Booten, auf der Straße zu den großen. ©Glogau-Yachttransporte

Aufgrund der speziellen Abmessungen sind mit Yachttransporten diverse Auflagen und Genehmigungen verbunden. Beispielsweise Vorgaben, welche Straßen benutzt werden dürfen oder welche Begleitfahrzeuge und Absperrungen notwendig sind, mitunter gar durch die Polizei. In Deutschland beispielsweise darf so ein Transport nicht tagsüber fahren, in anderen Ländern wiederum ist es umgekehrt. Die Liste der möglichen Faktoren ist lang und jeder einzelne hat Einfluss auf den Preis.

Auch ist das Gewicht für genehmigungsfreie Transporte beschränkt. Es beträgt maximal 40 Tonnen inklusive des Gewichts des LKWs. Diese Grenze wird beim Transport einer Standardyacht selten überschritten. Bei einer Yacht zählt demzufolge eher das Volumen als das Gewicht.

Beim Transport einer Yacht haben die Abmessungen einen großen Einfluss auf den Preis. ©Glogau-Yachttransporte

Tipp: Mitunter kann gespart werden, indem das Volumen durch den Abbau von Auf- und Anbauten reduziert wird. Dies gilt vornehmlich für die Breite und die Höhe. Bei der Länge ist das weniger relevant.

Genehmigungen für den Transport einer Yacht auf dem Landweg

Kostentreiber sind folglich die Genehmigungen oder auch die Auflagen in den Genehmigungen. Grob gesehen kann gesagt werden, je größer und sperriger das Boot ist, desto komplexer sind diese Auflagen.

Ein anschauliches Beispiel dafür sind die in den meisten Fällen notwendigen Begleitfahrzeuge (BF). Sie sind aktuell abgestuft in die Bereiche BF2 bis BF4, je höher die Nummer, desto komplexer sind die Vorgaben. BF3 und BF4 brauchen beispielsweise speziell ausgebildete Fahrer und bestimmte Schilder für Überholverbote. Ein BF4 gilt sogar als „polizeiersetzende Maßnahme“, was bedeutet, dass die Crew des Begleitfahrzeugs die verkehrsregelnden Maßnahmen der Polizei übernehmen darf.

Ein Begleitfahrzeug ist bei einem Yachttransport fast immer dabei. ©Glogau-Yachttransporte

Erschwerend für die Kalkulation kommt hinzu, dass die Wahl des Begleitfahrzeugs nicht nur von der Größe des Transports, sondern auch noch von örtlichen Auflagen abhängt. Deshalb ist auf einer Route mit dem gleichen Transport nicht zwangsläufig immer auch in jedem Abschnitt das gleiche Begleitfahrzeug oder eine Absicherung durch die Polizei vorgeschrieben.

Zollpapiere für die Yachtüberführung

Noch undurchsichtiger für den Eigner ist das Thema Zoll. Solange sich ein deutsches oder anderswo innerhalb der EU versteuertes Boot nur innerhalb der EU bewegt, fallen keine Zollformalitäten an. Schwierig wird es, wenn ein Land außerhalb der EU durchfahren werden muss oder ein Gebrauchtboot außerhalb der EU gekauft wird, beispielsweise in England.

Nimmt der Spediteur am Carnet-TIR-Verfahren teil, vereinfacht sich der Zoll-Prozess. ©Glogau-Yachttransporte

Tipp: Bei den Zollformalitäten ist übrigens nicht der Heimathafen oder die Nationalität des Eigners maßgeblich, sondern die Flagge, unter der ein Boot fährt.

Große Speditionen haben in der Regel viel Erfahrung mit der Abwickelung von Zollformalitäten oder zumindest Partner, die dabei helfen können, die Unterlagen zusammenzustellen. Sie können die Arbeit entweder komplett für den Eigner übernehmen oder ihm zumindest beim Zusammenstellen der erforderlichen Unterlagen helfen.

Kostenfaktor Streckenlänge bei Yachttransporten

Auch wenn viele Faktoren die Kosten beeinflussen, ist der Hauptfaktor die Streckenlänge. Letztendlich rechnen die meisten Anbieter mit Streckensätzen pro Kilometer. Die gibt es auch für die erforderlichen Begleitfahrzeuge. Bei sehr kurzen Strecken fallen Tagessätze oder Pauschalen an. Die Sätze enthalten meist auch die Kosten für den Zeitaufwand des Ladens und Entladens. Die Krankosten trägt der Eigner immer selbst.

Die Google-Routenfunktion hilft übrigens nicht bei der Ermittlung der Streckenlänge. Sie zeigt nur den kürzesten Weg an, aber durch die vielen zuvor beschriebenen Auflagen kann im seltensten Fall der direkte Weg genommen werden.

In Frankreich dürfen Yachttransporte nur auf Landstraßen erfolgen. ©Glogau-Yachttransporte

In jedem Land entstehen andere Kosten für den Yachttransport

Die Auflagen und die daraus resultierenden Kosten sind nicht länderübergreifend. Es gibt preiswerte und teure Länder. Auch die Umsatzsteuer der Länder ist nicht immer gleich. Bei Privatpersonen wird der Umsatzsteuersatz des Landes berechnet, in dem der Transport beginnt.

Tipp: Um Kosten zu sparen, kann es Sinn ergeben, noch einen kurzen Segeltörn in ein Nachbarland zu machen und den Transport von dort zu organisieren. Italien ist beispielsweise ein teures Transport-Land. Daher ist es unter Umständen ratsam, von Italiens Westküste aus nach Frankreich zu segeln und dort zu verladen. In der Adria entsprechend nach Slowenien.

Manchmal müssen auch ungewöhnliche Wege genommen werden. ©Glogau-Yachttransporte

Terminwahl für den Yachttransport

Diese Kalkulation ist einfach. Je größer die Flexibilität des Eigners, desto günstiger wird es. Im Umkehrschluss bedeutet das, je enger der Zeitraum vom Eigner vorgegeben wird, desto teurer wird der Yachttransport.

Die Logistik von Speditionen funktioniert wie ein großes Puzzle. Kann mit einem Transport eine leere Rückfahrt vermieden werden, wird es für die Spedition und folglich auch für den Eigner günstiger. Das heißt, der LKW sollte möglichst nicht nur für einen Transport quer durch Europa anreisen müssen. Im besten Fall transportiert ein Spediteur die Yacht eines anderen Kunden in den Ort, an dem unsere Yacht wartet, und lädt unser Schiff dort für den Rücktransport auf.

Doch Achtung, es gibt auch äußere Faktoren, die einen Termin beeinflussen können. Ein typisches Beispiel sind notwendige Fährverbindungen. So ein Yachttransport passt nicht auf jede Fähre und die dafür richtige fährt vielleicht nur einmal in der Woche. Manchmal ist für den Fährtransport auch die Tide entscheidend, da der Transporter bei bestimmten Neigungswinkeln nicht über die Laderampe kommt.

Ein Yachttransport benötigt viel Platz auf einer Fähre. ©Glogau-Yachttransporte

Preisanfragen für den Yachttransport

Wie bei jeder anderen Dienstleistung auch kann es Sinn ergeben, verschiedene Anbieter miteinander zu vergleichen. Einige Anbieter vereinfachen diesen Prozess durch praktische Onlineformulare. Doch aufgepasst, wie bereits beschrieben ist die Kalkulation äußerst komplex. Yachttransporte beinhalten zudem oft Kosten, deren volle Höhe erst nach dem Erhalt der Genehmigung und/oder bei der Überführung klar wird. Um nachträgliche Überraschungen zu vermeiden, sollte daher bei Erhalt eines Angebots hinterfragt werden, welche Kosten zusätzlich noch entstehen können.

Die Onlineanfrage bei Glogau-Yachttransporte. ©Glogau-Yachttransporte

Einige schwer kalkulierbare Unbekannte bleiben leider immer. Das können beispielsweise kurzfristig angeordnete, besondere verkehrslenkende Maßnahmen sein oder eine behördlich angeordnete Streckenprüfung. Auch Anhörungen von speziellen Behörden wie Straßenbahn- oder Bahngesellschaften oder Kosten für unkalkulierbare Umfahrungen durch nicht vorhersehbare Baustellen kommen vor. Die Abrechnung erfolgt in der Regel gegen Beleg zuzüglich einer Bearbeitungsgebühr.

Die richtige Versicherung für den Yachttransport

Speditionen haben normalerweise eine eigene Haftpflichtversicherung. Sie basiert für gewöhnlich auf der „Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route“. Auf Deutsch ist das die „Internationale Vereinbarung über Beförderungsverträge auf Straßen“, die kurz „CRM“ genannt wird. Damit sind alle Beschädigungen an der Yacht abgedeckt, wenn der Transporteur einen Fehler macht, den er zu verantworten hat.

Manchmal ist ein Yachttransport Millimeterarbeit. ©Glogau-Yachttransporte

Der Haken an einer CMR-Versicherung ist, dass die maximale Leistung durch das Gewicht begrenzt ist. Im Schnitt sind das 48 Euro im innerdeutschen Verkehr und 10 Euro außerhalb Deutschlands pro Kilogramm. Da Boote viel Hohlraum haben und dadurch nicht sonderlich schwer sind, können sie dadurch schnell unterversichert sein. Beispielsweise wäre eine Standardyacht mit sechs Tonnen Gewicht nach der Rechnung einer CMR international nur mit 60.000 Euro versichert. In den häufigsten Fällen läge das wohl deutlich unter dem Wert der Yacht.

Bei dieser Yacht wird die CRM-Versicherung bei einem Totalverlust nicht ausreichen. ©Glogau-Yachttransporte

Yachttransporteure empfehlen daher den Abschluss einer zusätzlichen Transportversicherung. Sie ist auf den Yachttransport spezialisiert und greift auch bei den meisten Sonderfällen wie beispielsweise einem Unwetter mit Hagel. Typische Risiken wie Vandalismus oder Verkehrsunfälle mit unversicherten Dritten sind auch abgesichert.

Ein weiterer Vorteil der zusätzlichen Transportversicherung ist auch, dass das Verschulden Dritter abgesichert ist – beispielsweise eine Schramme im Rumpf, die durch einen Fahrer mit Fahrerflucht begangen wurde. Die Prämie für eine solche Versicherung ergibt sich, ähnlich wie bei der Kaskoversicherung, aus dem Wert der Yacht.

Tipp: Vor dem Abschluss der Transportversicherung lohnt es sich, beim Versicherer der Yacht nachzufragen. In vielen Fällen ist der Transport durch die Kaskoversicherung der Yacht abgedeckt.

Das Wetter verläuft nicht immer nach Plan. ©Glogau-Yachttransporte

Vorbereitung der Yacht für den Yachttransport durch den Eigner

Viel ist nicht zu tun. Bei einer Yacht, die auch mal raues Wetter überstehen soll, wird auch für einen Transport über Land alles ausreichend verzurr- und verstaubar sein. Die Yacht sollte also „sturmsicher“ vorbereitet sein. Dabei muss im Kopf behalten werden, dass sich das Boot mit der für Yachten eher untypischen Geschwindigkeit von rund 50 Knoten (etwa 90 Kilometer pro Stunde) über die Straße bewegt. Bei einer Vollbremsung können ungewohnte Kräfte wirken. Es sollten also keine Gegenstände an und unter Deck herumliegen, die ungebremst nach vorne rutschen können. Lose Ausrüstung, wie Fender, Leinen und auch der demontierte Baum, müssen möglichst unter Deck verstaut werden.

Dieser Außenborder wurde gepolstert und angeleint und kann bei einer Vollbremsung nicht ins Rutschen kommen. ©Sönke Roever

Aufbauten dürfen nicht die vereinbarte Transporthöhe überschreiten. Präventiv können auch weitere sperrige oder hohe Gegenstände wie eine Rettungsinsel oder eine Radarantenne auf einem Mast am Heck demontiert werden. Damit wird beispielsweise vermieden, dass die Radarschüssel von einem über die Straße ragenden Ast beschädigt werden könnte.

Auch an Land kann viel Wind wehen. Wenn sich dieser mit dem Fahrtwind addiert, müssen beispielsweise Solarmodule, eine Persenning, ein Bimini oder die Sprayhood diesem Winddruck standhalten.

Vieles ist beim Transport unter Deck besser als an Deck aufgehoben. ©Sönke Roever

Und klar, der Mast muss gelegt werden, er ist schlichtweg zu hoch für den Transport auf der Straße. Er wird meistens neben dem Kiel der Yacht auf dem Trailer transportiert. Daraus folgt, dass die Mastlänge bekannt sein muss, damit der Transporteur den richtigen Trailer einplanen kann. Gegebenenfalls ergibt es auch Sinn den Mast zu verpacken, um ihn vor Dreck und Feuchtigkeit zu schützen. Wanten werden für gewöhnlich abgeschlagen, um ein Scheuern am Mast zu vermeiden.

Der Mast wird oft neben dem Kiel der Yacht transportiert. ©Sönke Roever

Auch für das Be- und Entladen der Yacht ist der Eigner verantwortlich. Das heißt, es müssen Krantermine in der Marina organisiert und mit dem Verladetermin auf den LKW abgestimmt werden. Am besten funktioniert das zusammen mit allen Beteiligten, also sowohl dem Marinapersonal als auch dem Spediteur. Auch die eigentliche Verladestelle muss geplant werden. Ist genug Platz für den LKW? Reicht die Festigkeit der Zufahrtsstraße? Diese Punkte sind besser vorher zu klären, um Verzögerungen zu vermeiden.

Kran und Transporter brauchen genug Platz. ©Sönke Roever

Das alles hört sich jedoch komplizierter und aufwendiger an, als es ist. Seriöse Yachttransporteure kennen die typischen Herausforderungen und gehen ihren Kunden mit viel Hilfe zur Hand.

Tipp: Bei erfahrenen Transportunternehmen gibt es speziell geschultes Personal, das den Eigner mit Checklisten, gezielten Fragen und praktischen Tipps durch die Vorbereitung leitet.

Schutz der Yacht durch Folie

Neue Yachten oder Messetransporte werden oft zum Schutz vor Verschmutzungen vor dem Transport in eine spezielle Schrumpffolie eingeschweißt. Das ist auch für private Yachten möglich, kann jedoch nicht in jeder Ausgangsmarina angeboten werden. Der Preis hängt stark von der Größe und den Aufbauten der Yacht ab. Meistens ist es günstiger, die Yacht nach dem Transport gründlich zu reinigen, als sie zuvor einzuschweißen.

Diese Yacht ist optimal vor Schmutz geschützt. ©Glogau-Yachttransporte

Das Verladen der Yacht für den Straßentransport

Trailer und LKW müssen zu Form und Größe der Yacht passen. Folglich muss schon im Vorfeld geklärt werden, wie der Trailer dimensioniert ist. Die großen Yachttransporteure haben in der Regel sehr gute Datenbanken und wissen bei gängigen Yachten sehr genau, was wie passt und was gegebenenfalls demontiert werden muss.

Ist die Yacht noch nicht in der Datenbank, helfen dem Transporteur bei der Vorbereitung Fotos vom Boot. Auch die Fahrer, die auf Yachttransporte spezialisiert sind, wissen in der Regel Bescheid. Breite und Länge des Trailers kann vor Ort teilweise noch justiert werden. Kurzum: Wenn die Vorbereitung stimmt, ist das Verladen schnell erledigt.

Die Ständer können beim Verladen noch einmal angepasst werden. ©Sönke Roever

Tipp: Die Ständer werden im Bereich der Spanten oder Querschotten der Yacht aufgestellt, um Verformungen zu vermeiden. Ist die Lage der Querschotten unbekannt, kann die Yacht auch abgeklopft werden. Dann ist zu hören, wo Schotten sitzen.

Der Transport der Yacht über die Straße

Nach der Verladung kann sich der Eigner erst einmal zurücklehnen und die Ankunft der Yacht am Zielort erwarten. Es ist nicht besonders sinnvoll, den Transport mit dem eigenen PKW zu begleiten. Ein PKW ist nicht nur schneller, der Transport muss auch Umwege fahren und Fahrverbote einhalten. Auch ist der Fahrer an gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten gebunden. Generell gibt es viel Standzeit auf so einem Transport. Für den Fahrer kein Problem, er hat seine Kabine zum Entspannen in der Zugmaschine. Die Dauer steht in keinem Verhältnis zu einer normalen Fahrt mit dem PKW. Die Überführung unseres Redaktionsbootes von Barcelona nach Hamburg hat wie erwähnt rund vier Tage gedauert.

Leinen los Richtung Hamburg. ©Sönke Roever

Den meisten Yachttransporteuren ist jedoch bewusst, dass vielen Eignern, trotz guter Vorbereitung, der Transport ihrer geliebten Yacht über ein so untypisches Element Sorge bereitet. Oft besteht daher die Möglichkeit, vom Spediteur Statusmeldungen, Standorte oder gar Fotos zu bekommen.

Unsere HIPPOPOTAMUS auf Nachtfahrt. ©Sönke Roever

Das Abladen der Yacht am Zielort

Abladen ist praktisch die umgekehrte Reihenfolge des Aufladens. Der Eigner sollte einen geeigneten Abladeplatz mit der Marina abstimmen und einen Krantermin mit der Ankunft des Transports in Einklang bringen. Eventuell muss die Yacht noch gereinigt werden, bei einigen Transporteuren kann dies auch gleich mitgebucht werden.

Unbeschadet angekommen, die Freude beim Abladen ist groß! ©Sönke Roever

Fazit

Professionelle Yachttransporte stellen zwar nicht die preiswerteste, aber sicherlich die materialschonendste und terminsicherste Variante einer Yachtüberführung dar. Wir von BLAUWASSER.DE haben sehr gute Erfahrungen mit unserem Transport durch Glogau Internationale Yachttransporte gemacht. Unser Redaktionsboot kam sicher, unbeschadet und termingerecht in Hamburg an. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken.

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Markus
Markus
7 Monaten her

Hallo, vielen Dank für den interessanten Bericht, kannst du mal eine Hausnummer sagen, was dich der Transport letztendlich gekostet hat?