Pantry-Tipp: Eier lagern, frischhalten und testen

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Die Diplom-Pädagogin ist zusammen mit ihrem Mann Jonathan von 2013 bis 2019 auf der 35-Fuß-Stahlyacht INTI von Deutschland bis zu den Marshallinseln im Pazifik gesegelt – eine Reise über 21.000 Seemeilen. Claudia liebt das Leben über Wasser ebenso wie das unter Wasser, das nächtliche Segeln unter dem unendlichen Firmament, die Kunst der Improvisation und die Begegnungen mit Menschen jeglicher Couleur.

Frische Eier sind an Bord ein wichtiger Bestandteil der Ernährung

Für viele Segler gehören Eier zur Grundausstattung in der Bordküche. Sie sind nahrhaft, vielseitig einsetzbar und bei richtiger Lagerung erstaunlich lange haltbar. Auf einer Yacht erfordern jedoch Hitze, Feuchtigkeit, die ständige Bewegung und begrenzte Kühlmöglichkeiten besondere Aufmerksamkeit.

Bei der Verproviantierung ist es immer gut, ein paar Eier mehr zu bunkern, da sie auf Langfahrt nicht immer verfügbar sind. ©Stefanie Kamke

Dass ich mich einmal so intensiv mit der Lagerung und Behandlung von Eiern beschäftigen würde, hätte ich vor unserer Blauwasserreise nie gedacht. Unterwegs habe ich schnell gemerkt, wie lohnenswert es ist, sich damit zu befassen. Wie beim Stauen von Obst und Gemüse lässt sich auch bei Eiern durch die richtige Lagerung die Haltbarkeit deutlich verlängern. So können sie in ausreichender Menge proviantiert werden und sorgen auf langen Ozeanpassagen und an abgelegenen Ankerplätzen für mehr Abwechslung in der Bordküche.

Mit Eiern lassen sich schnell schmackhafte Gerichte zaubern. ©Sönke Roever

Ungekühlte Eier eignen sich am besten zur Lagerung an Bord

Wer Eier mit an Bord nehmen möchte, sollte möglichst frische, ungekühlte Eier auswählen. Praktischerweise werden Eier in vielen Ländern ohnehin ungekühlt verkauft. Nur bei ungekühlten Eiern bleibt die natürliche Schutzschicht der Schale, die sogenannte Cuticula, erhalten. Sie schützt das Innere vor Bakterien und verlängert die Haltbarkeit. Eier, die beim Kauf gekühlt waren, müssen auch an Bord weiter gekühlt werden. Werden sie starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, bildet sich Kondenswasser auf der Schale und greift die schützende Schicht an. Dadurch können Keime leichter ins Ei eindringen.

So werden Eier am besten auf einer Yacht gelagert

Ungekühlte, frische Eier lassen sich auf einer Yacht mehrere Wochen lagern – ganz ohne Kühlschrank. Entscheidend ist ein möglichst kühler und konstant temperierter Lagerort. Besonders geeignet sind Stauräume unter der Wasserlinie, da sie prinzipiell kühler und weniger Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. Ideal sind Temperaturen unter 20 Grad Celsius. Bei dauerhaft tropischer Hitze über 25 Grad Celsius verkürzt sich die Haltbarkeit deutlich. Dennoch bleiben Eier auch unter solchen Bedingungen oft noch einige Tage bis Wochen verwendbar.

Die Eier müssen vor dem Verstauen inspiziert und sicher aufbewahrt werden. ©Sönke Roever

Vor dem Verstauen sollten alle Eier kontrolliert werden. Eine stabile Box ist Pflicht, damit sie bei der Lagerung nicht beschädigt werden. Wichtig ist, dass die Eier fest sitzen und weder rollen noch gegeneinanderschlagen. Bewährt hat es sich, die Behälter zusätzlich mit Küchenpapier oder Stoff auszulegen.

Tipp: Die originalen Eierkartons sollten besser entsorgt werden. In warmen Regionen können sich darin unerwünschte Mitreisende wie Kakerlakeneier verbergen. Robuste Kunststoffboxen sind die bessere Wahl – sie sind hygienisch, wiederverwendbar und lassen sich gut stapeln.

Manchmal werden in Supermärkten Eier in Kunststoffschachteln angeboten. Das ist eine zwar nicht sehr nachhaltige, aber sichere Alternative zu Pappschachteln, in denen sich oft Kakerlakeneier befinden. ©Sönke Roever

Einfetten kann die Haltbarkeit von Eiern erhöhen

Unter Blauwasserseglern ist es ein verbreiteter Trick, Eier mit Paraffinöl, Speiseöl oder Vaseline einzureiben. Dadurch wird die Schale zusätzlich versiegelt und die Haltbarkeit verlängert. Wichtig ist dabei, ausschließlich sehr frische, saubere und unbeschädigte Eier zu verwenden. Die Methode eignet sich nicht für ältere Eier und ersetzt nicht die regelmäßige Kontrolle von Geruch und Aussehen.

Durch das „Eincremen“ der Eier mit Vaseline kann die Haltbarkeit nochmal erhöht werden. ©Marga Keyl

Regelmäßiges Wenden hält Eier länger frisch

Eier, die über längere Zeit gelagert werden sollen, müssen regelmäßig gewendet werden, idealerweise alle zwei Tage. So wird verhindert, dass der Dotter an der Schalenmembran anhaftet. Durch das Umdrehen bleibt er beweglich, was gleichzeitig Alterungsprozesse im Inneren verlangsamt. Ein kleiner Handgriff mit großer Wirkung, der wochenlang frische Frühstückseier garantiert.

Tipp: Vor unserer Atlantiküberquerung bunkerten wir einen großen Posten Eier. Diese haben wir regelmäßig umgedreht. Lustig war dabei, dass wir anfangs die Eier einzeln umgedreht haben, bis uns die geniale Idee kam: einfach die ganze Box umzudrehen 🙂

Das Umdrehen von gestauten Eierpackungen gehört auf Langfahrt zur Bordroutine. ©Marga Keyl

Länger gelagerte Eier besser einzeln aufschlagen

Auch bei sorgfältiger Lagerung lässt sich nicht vermeiden, dass gelegentlich ein Ei verdirbt. Wer länger unterwegs ist, kennt das Problem: Man freut sich über die letzten Eier im Schrank, doch beim Aufschlagen tritt ein strenger Geruch oder gar ein angebrütetes Küken zutage. Glücklicherweise lassen sich verdorbene Eier sofort am Geruch erkennen. Faule Eier stinken bestialisch!

Besonders ärgerlich wird es, wenn ein schlechtes Ei direkt zu bereits aufgeschlagenen Eiern gegeben wird. Dann sind auf einmal mehrere Eier kontaminiert. Deshalb hat sich bewährt, jedes Ei zunächst einzeln in einer separaten Schüssel aufzuschlagen. Erst wenn es gut aussieht und riecht, wandert es zu den anderen in die große Schüssel und von dort weiter in die Pfanne oder den Kuchenteig. Eine einfache Maßnahme, die so manches Gericht rettet.

Sicherheitshalber werden Eier einzeln aufgeschlagen, um schlechte Eier auszusortieren. ©Sönke Roever

Der Schwimmtest zeigt, ob ein Ei noch haltbar ist

Ein einfacher Test hilft, den Frischegrad eines Eis zu prüfen, ohne es aufzuschlagen: Legt man es in ein Glas mit kaltem Wasser, sinkt ein frisches Ei zu Boden. Richtet es sich auf, sollte es bald verbraucht werden. Schwimmt es oben, ist es verdorben und muss entsorgt werden. Der Grund liegt in der Luftkammer im Inneren, die mit zunehmendem Alter größer wird. Durch die poröse Schale verdunstet nach und nach Flüssigkeit, wodurch das Ei an Auftrieb gewinnt.

Das Ei im linken Glas ist nicht mehr genießbar, das andere muss baldmöglichst verzehrt werden. ©Stefanie Kamke

Übrigens: Eier werden aus dem eben genannten Grund vor dem Kochen am stumpfen Ende angepiekst – dort sitzt die Luftkammer. So kann sich die Luft beim Kochen ausdehnen, ohne dass die Schale platzt.

Mithilfe des Schwimmtests kann der Eiervorrat von Zeit zu Zeit überprüft werden. ©Sönke Roever

Weitere praktische Tipps zum Lagern von Eiern an Bord

Eier sollten an Bord möglichst getrennt von stark riechenden Lebensmitteln gelagert werden, da sie Fremdgerüche schnell annehmen. Es ist auch empfehlenswert, regelmäßig einen kurzen Blick auf die Schale zu werfen: Rissige oder gar beschädigte Eier müssen zeitnah verbraucht werden. Wenn viele Eier schnell verbraucht werden müssen, können sie auch gekocht werden. Hartgekochte Eier sind eine praktische Reserve für unterwegs. Gut gekühlt halten sie sich etwa drei bis fünf Tage und eignen sich ideal als einfacher Snack auf längeren Törns.

Fazit

Eier gehören zu den unscheinbaren, aber äußerst wertvollen Lebensmitteln an Bord. Mit ein wenig Aufmerksamkeit bei Einkauf und Lagerung lassen sie sich auch ohne Kühlschrank erstaunlich lange nutzen. Wer einige einfache Grundregeln beachtet, kann Eier problemlos über Wochen hinweg bevorraten und sichert sich so auch auf langen Passagen oder fernab jeder Versorgung mehr Kochvielfalt in der Pantry.

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