Revierinformation: Mit der Yacht durch die nördlichen Tuamotus

Von Claudia Clawien

Die Diplom-Pädagogin ist zusammen mit ihrem Mann Jonathan von 2013 bis 2019 auf der 35-Fuß-Stahlyacht INTI von Deutschland bis zu den Marshallinseln im Pazifik gesegelt – eine Reise über 21.000 Seemeilen. Claudia liebt das Leben über Wasser ebenso wie das unter Wasser, das nächtliche Segeln unter dem unendlichen Firmament, die Kunst der Improvisation und die Begegnungen mit Menschen jeglicher Couleur.

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Titelfoto: ©damedias/stock.adobe.com

Der Revierüberblick: Was erwartet Segler in den nördlichen Tuamotus?

Die Atolle der Tuamotus erstrecken sich über eine Gesamtfläche von 1.000 Seemeilen und umfassen 78 kleinere und größere Atolle im Südpazifik. Wer sie mit dem Segelboot besucht, findet dort eine eigene Welt und eine Südseeidylle, die sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Die meisten Atolle sind Ringatolle und haben eine oder mehrere Einfahrten, die durch das Riff in eine palmenumsäumte Lagune führen.

Die nördlichen Tuamotu-Ringatolle aus dem All gesehen. ©Google Earth

Hinweis: Ich beschreibe in diesem Beitrag nur die schiffbaren, nördlichen Tuamotus. Wer sich für die südlichen Atolle interessiert, wird hier fündig.

Segeln im Tuamotu-Archipel. Ein Traumziel in der Südsee.

Ein kleines Paradies mitten in den Weiten des Südpazifiks: die Inselgruppe Tuamotus. Unzählige, teilweise unbewohnte Atolle, traumhafte Ankerbuchten und die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen machen den Reiz dieses malerischen Segelreviers aus.

Die Anreise auf dem Seeweg zu den nördlichen Tuamotus

Die meisten Segler kommen entweder von den Gambierinseln, die rund 500 Seemeilen südöstlich im Pazifik liegen, oder den Marquesasinseln, die 450 Seemeilen nordöstlich liegen. Von den Marquesas kommend, sind die ersten nördlichen Atolle Takaroa, Manihi und Ahe.

Ansteuerung eines Südseeatolls von See kommend. ©Sönke Roever

Tahiti liegt 250 Seemeilen entfernt in westlicher Richtung – also gegen die vorherrschenden Passatwinde, die aus ostsüdöstlicher Richtung wehen. Damit scheidet diese Anreise-Option in der Regel aus, aber von Tahiti aus wären Rangiroa und Tikehau am nächsten gelegen.

Nur sehr wenige Yachten laufen die Tuamotus direkt von den amerikanischen Kontinenten kommend an, aber auch das ist theoretisch möglich. Immerhin in jedem Fall mehr als 3.000 Seemeilen.

Unterwegs in den nördlichen Tuamotus

Die Atolle der Tuamotus galten noch bis vor einigen Jahren als die „gefährlichen Inseln“. Gefährlich vor allem deshalb, weil sie so flach und erst spät erkennbar sind. Unberechenbar schienen auch die oft schmalen Pässe mit ihrer Strömung und dem mitunter gefährlichen Wellengang zu sein.

Die Passdurchfahrt in ein Atoll muss gut geplant werden. ©Radiopelicano

Mittlerweile können die Atolle mithilfe von Echolot, GPS, Radar und anderen Hilfsmitteln wie Satellitenkarten leichter angesteuert werden. Gute Augapfel-Navigation ist aber auch im GPS-Zeitalter immer noch nötig! Karten und Handbücher sind leider oft veraltet und in der Lagune vieler Atolle gibt es unzureichend kartografierte Korallenköpfe oder gar großflächige Bereiche, die überhaupt nicht kartografiert sind.

In einigen Atollen (hier Apataki) gibt es unkartografierte Bereiche. Im Luftbild sind im Südosten Korallenköpfe zu sehen – in der Seekarte nicht. ©Google (links)/Navionics (rechts)

Zur Sicherheit lohnt sich immer der Vergleich mit den aktuellen Satellitenkarten von Google oder Bing, das Wasser der Lagunen ist oft so klar, dass sich selbst Korallenköpfe darauf erkennen lassen. Nicht zu unterschätzen ist auch das Wissen der Einheimischen. Sie kennen normalerweise die Korallenköpfe und Pässe wie ihre Westentasche. Bei Unsicherheiten fragt man am besten bei ihnen nach und vergleicht mit den vorhandenen Hilfsmitteln. Einziger Haken: Das gelingt für gewöhnlich erst, wenn man schon in der Lagune angekommen ist.

In der Lagune erwartet uns Segler der wahrgewordene Kneif-mich-mal-Südseetraum: kleine, palmenbewachsene Motus, freundliche Inselbewohner, atemberaubende Schnorchelgründe in türkisblauem, klarem Wasser, der süße Duft der Tiaré-Blumen vom Ufer und melodiöse Ukulelenklänge.

Die Atolle der nördlichen Tuamotus sind ein reizvolles Ziel. ©Sönke Roever

Doch auch die unbewohnten Teile der Atolle sind außerordentlich reizvoll. Wer das Robinsonleben mag, wird diese unberührten Flecken unserer Erde lieben. Fische fangen, Kokosnüsse sammeln und einfach dem Rauschen der Wellen am Riff lauschen.

Auf vielen Atollen gibt es Perlenfarmen. ©Sönke Roever

Erfahrungsgemäß sind die Bewohner der Atolle überaus gastfreundlich. Gern zeigen sie stolz die Farmen der berühmten Südseeperlen oder laden zu einem Fischfang-Ausflug ein. Vor dem traditionell polynesischen Fest „Heiva“ im Juli werden an allen Ecken Tänze einstudiert und es ist ein Vergnügen, Jung und Alt, Männer, Frauen und Kindern beim Hüftenschwingen zu beobachten.

Auf vielen Atollen werden regelmäßig Südsee-Tänze aufgeführt. ©Sönke Roever

Die Pässe bieten neben all den navigatorischen Herausforderungen die großartige Möglichkeit, die Unterwasserwelt noch einmal anders zu erkunden. Drift-Schnorchel- oder Tauchgänge sind ein einmaliges Erlebnis. Diese müssen im Vorfeld gut geplant werden. Man fängt immer bei Stauwasser vor der einströmenden Tide an und fährt aus dem Pass heraus.

Am äußeren Passeingang springt man dann mit Schnorchel und Flossen in den Pass und lässt sich mit der Strömung hindurch treiben. So lassen sich völlig entspannt die vielen Rochen, bunten Korallen und Fische und auch Schildkröten beobachten. Ein besonderer Nervenkitzel sind die Haie, die sich gerne hier tummeln, aber keine Angst: Die meisten sind harmlose Riffhaie, die sich nicht sonderlich für Menschenfleisch interessieren. Man erkennt sie übrigens an der schwarzen oder weißen Spitze an der Rückenflosse.

Das Strömungs-Tauchen in der Passdurchfahrt ist ein einmaliges Erlebnis. ©Sönke Roever

Achtung! Es wird immer nur in den Pass von See kommend hineingedriftet. Wer rausdriftet, kann hinter dem Atoll mit der Strömung in die Tiefe des mehrere Tausend Meter tiefen Ozeans gezogen werden!!!

Wind und Wetter in den nördlichen Tuamotus

Von Mai bis Oktober ist Saison auf den Tuamotus und dann weht für gewöhnlich ein relativ konstanter Passatwind mit 15 bis 25 Knoten aus dem südöstlichen Sektor. Zwischen Juni und August kann der moderate Passatwind auch mal stärker werden, wenn eines der im Süden durchziehenden Hochdruckgebiete besonders stark ausgeprägt ist. Dann kann es schon mal ungemütlich werden. Kühle Antarktisluft wandert nach Norden, der Wind dreht auf 25 bis 40 Knoten auf, und in den Lagunen können sich ungemütliche Wellen aufbauen.

Die Zyklonsaison ist von November bis April. Dann wird der Passat schwächer und unbeständiger, es wird heißer und es regnet deutlich mehr. Zyklone sind sehr selten in den Tuamotus, alle paar Jahre zieht aber doch mal einer vorbei. Dann bieten die flachen Atolle wenig bis gar keinen Schutz! Wer mehr als eine Saison in diesem vielseitigen Revier verbringen möchte, verkriecht sich zur Sturmsaison besser in den gut erreichbaren und relativ zyklonsicheren Gambierinseln oder Marquesas.

Passatwolken sind ein Kennzeichen für schönes Südsee-Wetter. ©Radiopelicano

Wettervorhersagen/-informationen sind bei der NOAA oder in Windy zu finden. Sturmvorhersagen in der Zyklonsaison gibt es bei Tropical Tidbits oder NOAA Hurricanes. Sehr gute Dienste leistet auch die Abteilung von Meteo France für Französisch-Polynesien. Einen kostenpflichtigen Wetterberatungsservice für Segler im Pazifik betreibt der Neuseeländer Met Bob.

In der Saison kann auch mal eine Front durchgehen. Dann wird es kurz ungemütlich. ©Radiopelicano

Nautische Begebenheiten in den nördlichen Tuamotus

Die Strömung läuft durch die Pässe in das Atoll hinein oder heraus. Beeinflusst wird dies von Faktoren wie der Mondperiode, der Größe des Atolls, Wellen und Wind außerhalb des Atolls.

Im Vorfeld sollte sich die Segelcrew unbedingt mit Passnavigation vertraut machen. In den Atollen, vor allem in den spärlich kartographierten Bereichen, sollte nur mit gutem Licht und einer Person im Ausguck gesegelt werden. Gegebenenfalls auch den Motor mitlaufen lassen, um schneller auf Korallenköpfe und andere Hindernisse reagieren zu können.

Die Navigation in den Atollen erfordert Aufmerksamkeit. ©Radiopelicano

Ausgewählte Atolle in den nördlichen Tuamotus

Manihi (Iles du Roi Georges)

Manihi ist das nördlichste Atoll der Tuamotus und wird auch als „das Atoll am Ende der Welt“ bezeichnet. Es gehört zur Inselgruppe der Iles du Roi Georges (König Georg Inseln). Der Ankerplatz liegt im Atoll etwa eine halbe Seemeile südöstlich des Dorfes Paeua.

Manihi. ©Google Earth

Braucht man Hilfe beim Einlaufen in den Pass Tairapa, kann man Fernando über UKW-Seefunk-Kanal 16 anfunken. Dieser Service hat allerdings auch seinen Preis – zumindest heißt es im Törnführer Tuamotus Compendium „There is a charge for this service. His price list says 2.500 XPF (about $30 US) per boat to bring you through the pass and another 2.500 to escort you to the anchorage.” 🙂

Der Blick aus dem Cockpit könnte schlimmer sein. ©Radiopelicano

Xavier wiederum ist ein pensionierter Kommandeur der französischen Marine. Er betreibt auf Manihi für Kurzwellenfunker eine Station (Provider Sailmail) und freut sich erfahrungsgemäß immer über Besuch, dem er gern die Insel zeigt oder mit dem er einfach ein Pläuschen hält.

Ahe

Das Atoll Ahe wird als Schwesterinsel von Manihi bezeichnet, da Ahe nur sieben Seemeilen westlich von Manihi liegt. Ahe misst 13 Seemeilen in der Länge und fünf Seemeilen in der Breite. Der Pass heißt Tiareroa und liegt im Nordwesten. Er ist tief und gut betonnt, wie viele Pässe in den Tuamotus. Ist man durch den Pass durch, gibt es zwei markierte Fahrwasser. Das eine führt zum Flughafen, das andere zum Dorf Tenukupara.

Ahe. ©Google Earth

Die Bewohner des Atolls Ahe leben vom Kopra-Anbau sowie dem Perlengeschäft. In den ausgewiesenen Kanälen finden sich keine Perlfarmen, dennoch sollte die Navigation im Atoll nur bei gutem Licht von achtern stattfinden, da sich hier mindestens 50 Perlfarmen befinden.

Auf den Atollen sind Perlenzucht und -verkauf weit verbreitet. ©Sönke Roever

Beim Ankern gut Ausschau halten, in der Lagune gibt es viele Korallenköpfe! Der Ankerplatz vor dem Dorf Tenukupara ist U-förmig und sehr gut geschützt – durch das Riff bei Nordwestwind und durch ein Motu bei Nordost oder Südwind. Kurzum: Hier ist das Ankern entspannt.

Es ist ratsam, nicht zu nahe an der großen Pier zu ankern, da dort die Versorgungsschiffe aus Tahiti anlegen. Im Dorf gibt es kleinere Läden, teilweise bieten sie auch tiefgekühltes Fleisch an. Frisches Obst und Gemüse kommt ab und zu aus Tahiti.

Takaroa (Teavaroa)

Die Passeinfahrt in das Atoll Takaroa nennt sich Teauinae. Sehr geschützt vor Nordost-Schwell ankert man in der Nähe des Flughafens. Dort gibt es eine neue Steganlage, an der die Wassertiefe zwei Meter beträgt. Der Steg wird hauptsächlich von lokalen Booten für Transporte von und zu den Perlfarmen benutzt. Yachten, die hier anlegen, stören den Betrieb in der Regel nicht.

Tipp: Es gibt einen kostenlosen Wifi-Zugang vor dem Rathaus!

Takaroa. ©Google Earth

Apataki (Iles Palliser)

Apataki hat zwei Pässe: Passe Tehere im Nordwesten und Passe Pakaka im Südwesten. Ein Ankerplatz in Apataki liegt im Nordwesten 1,5 Seemeilen vom Tehere-Pass entfernt. Hier ankern Blauwasseryachten geschützt vor nordöstlichen Winden, aber rollig bei Ostwind. Bei Südwind ist der Ankerplatz nicht zu empfehlen, da sich in der Lagune zu viel Welle aufbaut.

Im südöstlichen Bereich des Atolls findet man ruhiges Ankerliegen. Da dieser Platz nahe bei den Perlfarmen liegt, bietet sich ein Besuch an, die Perlfarmer heißen Segler aufs Herzlichste willkommen.

Apataki. ©Google Earth

Apataki ist das einzige Atoll der Tuamotus, welches eine kleine Werft mit Slipanlage hat. Sie liegt nahe des Südwestpasses Pakaka. Das Boot kann hier auch für eine Weile abgestellt werden. Der Service ist sehr gut, es gibt Duschen, Toiletten, Waschmaschinen, Trinkwasser und Wifi. Es besteht sogar die Möglichkeit, während Reparaturarbeiten ein Zimmer zu mieten. Antifouling und Bootsfarbe gibt es in einem Shop. Yachtzubehör kann aber auch problemlos aus Tahiti bestellt werden. Auch Gas und Diesel kann in der Apataki-Carenage erworben werden.

Auf Apataki gibt es eine kleine Werft. ©Apataki-Carenage

Aratika

Der Pass Tamaketa führt in das Atoll. Er ist etwa 50 Meter breit und gut markiert. Das Atoll Aratika wird selten von Yachten besucht. Die Bewohner freuen sich deshalb umso mehr, wenn mal eine Crew vorbeischaut. Es gibt keinen Hauptort oder ein Dorf, die Bewohner leben auf den einzelnen Motus verteilt.

Aratika. ©Google Earth

Geschützte Ankerplätze gibt es am Pass im Westen hinter dem Riff bei ruhigem Wetter. Im Norden und Osten ebenfalls. Beim Flughafen kann hinter dem Wellenbrecher festgemacht werden, die Wassertiefe beträgt zwei Meter. Eine gute Orientierung bietet der kleine Funkturm.

Rangiroa

Der Name Rangiroa bedeutet in der Sprache Polynesiens „weiter Himmel“. Es ist das größte Atoll der Tuamotus und das zweitgrößte der Welt. Rangiroa hat zwei Pässe: den Tiputa-Pass im Nordosten und den Avatoru-Pass im Norden, westlich vom Tiputa-Pass. Aber Vorsicht: Der Tiputa-Pass ist aufgrund seiner Ausrichtung sehr ungünstig bei ausgehender Strömung und starkem Ost- bis Nordost-Wind.

Rangiroa. ©Google Earth

Beim Tiputa-Pass befindet sich ein Dorf mit gleichem Namen. Die Infrastruktur ist vergleichsweise gut. So gibt es beispielsweise ein Büro von Air Tahiti, zwei Geldautomaten, eine Wäscherei, eine Post, eine Apotheke, einen Autoverleih und einen Taxiservice sowie verschiedene Restaurants und größere Geschäfte.

Auf den Atollen gibt es teilweise auch Hotelanlagen. ©MF/stock.adobe.com

Geankert werden kann beim Tiputa-Pass vor dem Resort Kia Ora, doch nicht zu nah am Resort, um den Gästen nicht die Sicht auf die traumhafte Lagune zu versperren. 😉 Komfortabel ist dies bei Ost- bis Nordost-Wind. Bei Südwind entsteht Schwell und es wird rollig. Am Westende vom Pass kann das Dingi für den Landgang an der Dorfpier festgemacht werden, am besten mit Heckanker, damit es nicht darunter gerät. Alternativ: einfach direkt am Strand anlanden.

Achtung: Wenn das Versorgungsschiff kommt, wird es trubelig. Und: Kinder nutzen auch gern das Dingi zum Spielen.

Rangiroa ist das zweitgrößte Atoll der Welt. ©Maridav/stock.adobe.com

Einen schönen, ruhigen Ankerplatz findet man im Süden beim Motu Faama. Am Westende des Motus gibt es einen pinken Strand und wunderschöne Formationen vulkanischen Ursprungs. Bei ruhigem Wetter kann auch bei der sogenannten „Blue Lagoon“ geankert werden. Das Riff bildet eine Lagune in der Lagune mit herrlichen Schnorchel-Bedingungen! Dieser Ankerplatz ist nach Osten geöffnet, sodass es hier schon ab zehn Knoten Wind ungemütlich werden kann.

Tikehau

Der Pass in das Atoll Tikehau nennt sich Tuheiava-Pass. Am Pass kann bei schwachem Wind geankert werden. Allerdings ankern die meisten Langfahrtsegler direkt vor dem Dorf. Hier sollte nicht direkt vor dem „Tikehau Pearl Beach Resort“ geankert werden, die Inhaber sehen das nicht gerne. Nahe dem Anlegesteg beim Dorf gibt es eine weitere Ankermöglichkeit, allerdings mit einigem Abstand, da das Versorgungsschiff Platz zum Manövrieren braucht. Und nicht zuletzt gibt es beim Dorf auch eine kleine Marina mit Schwimmstegen. Kommt schlechtes Wetter auf, liegt man hier geschützt.

Tikehau. ©Google Earth

Es gibt viele Ankerplätze an den östlichen Motus. Sehr geschützt ankert man am Motu Ohihi. Ein besonders attraktiver Ankerplatz, der „Garden of Eden“ heißt, ist beim Motu Ohina zu finden. Dieser Ankerplatz bietet Schutz bei Winden aus dem östlichen Sektor. Wie der Name schon sagt, findet man hier überraschend einen biblischen Garten! Es wird gepflanzt und verkauft: Pakchoi, Basilikum, Salat und verschiedenes Grünzeug für frische Salate sowie Gurken und Spinat können hier je nach Saison erworben werden.

Schwarzspitzenriffhaie sind für Schnorchler und Taucher in der Regel ungefährlich. ©damedias/stock.adobe.com

Beim Motu Mauu (Manta Island) hat man die Chance, eine „Putzstation“ der majestätischen Mantarochen zu bewundern. Nicht so gut geschützt, empfiehlt sich dieser Ort als Tagesankerplatz. Am südöstlichen Rande des sich nach Süden erstreckenden Riffs befindet sich dieses Schauspiel in einem bis fünf Metern Wassertiefe.

Achtung: Westlich von diesem Ankerplatz befanden sich früher Perlfarmen, die aufgegeben wurden. Viele Plattformen wurden einfach versenkt, daher ist große Vorsicht beim Ankern geboten.

Gut zu wissen – weitere Revierinfos für die nördlichen Tuamotus

Devisen

Die Währung in Französisch-Polynesien ist der polynesische Franc (XPF). Auf einigen wenigen Atollen gibt es Geldautomaten oder die Möglichkeit, mit Kreditkarte zu bezahlen. In den meisten Postämtern kann allerdings Geld getauscht werden. Besser man nimmt genügend Bares mit!

In Französisch-Polynesien bezahlt man mit polynesischen Francs. ©Sönke Roever

Kommunikation

Postämter auf den Atollen verkaufen Sim-Karten für Mobiltelefone. Meist ist das Netz nicht sehr schnell. Resorts, aber auch Postämter bieten Wifi an. Das Polynesian Magellan Net ist eine Kurzwellenfunkrunde auf Englisch. Sie findet auf 8,173 MHz um 8.00 und 18.00 Uhr Ortszeit statt.

Versorgung

Auf den meisten Atollen gibt es kleinere Lebensmittelgeschäfte, in denen Konserven und Grundnahrungsmittel wie Reis und Nudeln angeboten werden. Kommt ein Versorgungsschiff, gibt es vorübergehend auch Obst und Gemüse, welches natürlich reißenden Absatz findet. Vor Ort erkundigt man sich in den Geschäften, ob man vorbestellen kann. Frisches Baguette findet sich fast überall. Die französischen Wurzeln sind nicht weit 🙂

Das Supermarkt-Sortiment in den Tuamotus ist überschaubar. ©Sönke Roever

Für Trinkwasser sollte man sich besser auf den Wassermacher verlassen oder auf Regen warten, denn das Wasser kommt hier aus Zisternen und versorgt die einheimische Bevölkerung. Kleine Mengen an Diesel und Benzin bekommt man auf den größeren Atollen.

Revierführer

Wir sind gut mit den elektronischen Navionics Karten zurechtgekommen, die auf überraschend guten Vermessungen basieren. Aber auch bei Navionics fanden wir kleinere Abweichungen und vor allem fehlende Korallenköpfe, Sandbänke oder Riffe in den Lagunen. Es empfiehlt sich, Riffpassagen und Ankerplätze zuvor noch mit Googlemaps (Satellitenfoto) abzugleichen.

Überall in den Tuamotus gibt es traumhafte Ankerplätze. ©Radiopelicano

Sehr gute Informationen bietet auch das kostenlose, englischsprachige Tuamotus Compendium. Es enthält Erfahrungsberichte unterschiedlicher Bootscrews und viele allgemeine Informationen. Auf der Website lassen sich auch vorformatierte Googlemaps-Karten für Open CPN downloaden. Auch das Werkzeug zur Berechnung der Strömungen in den Passeinfahrten, den „Current Gestimator“, kann man hier kostenlos herunterladen.

Weitere Literatur:

  • South Pacific Anchorages von Warwick Clay
  • Charlies Charts of Polynesia
  • Landfalls of Paradise: Cruising Guide to the Pacific Islands
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