Ein Beitrag von

Nicole Leonhardt
Nicole Leonhardt ist freie Autorin für Segel- und Reisethemen. 2022 tauschte sie ihr Leben in Deutschland gegen den Alltag an Bord einer 34-Fuß-Ketsch und ging auf Langfahrt. Ohne große Segelerfahrung gestartet, hat sie inzwischen mehrere Jahre, zwei Ozeane und über 12.000 Seemeilen im Kielwasser. Auf ihrem Blog berichtet sie vom Leben und Reisen unter Segeln.
Zwischen Regenwald und Riff – Segeln im autonomen Inselreich der Kuna
Karibische Postkartenidylle trifft Dschungel-Expedition – in Kuna Yala liegt beides unmittelbar beieinander: das sanfte Plätschern der Wellen auf weißem Sand und das ferne Brüllen der Brüllaffen aus dem Regenwald.
Was dieses Revier so besonders macht, ist nicht allein seine landschaftliche Vielfalt, sondern eine kulturelle Einzigartigkeit: Kuna Yala ist eine der wenigen Regionen weltweit, die bis heute autonom von ihrer indigenen Bevölkerung verwaltet wird. Entlang der Nordküste Panamas erstreckt sich ein 180 Kilometer langer Küstenstreifen, der seinen ursprünglichen Charakter in bemerkenswerter Weise bewahrt hat – und genau darin liegt sein Reiz.
Mit 365 Inseln, viele davon von Korallenriffen geschützt, bietet Kuna Yala Seglern ideale Bedingungen: kurze Etappen, eine Vielzahl gut geschützter Ankerplätze und – anders als in vielen anderen Karibikrevieren – kein Massentourismus.
Gebiet allgemein
Kuna Yala ist eine autonome Region im Nordosten Panamas und erstreckt sich über rund 100 Seemeilen von Porvenir im Westen bis Puerto Obaldía im Osten. Zahlreiche Inselketten, durch ausgedehnte Riffe vor dem Atlantikschwell geschützt, machen dieses Gebiet zu einem außergewöhnlichen Segelrevier. Hinzu kommt ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen anderen Karibikzielen: Die Region liegt außerhalb der Hurrikanzone und ist damit ein echtes Ganzjahresrevier. Lange Schläge sind nicht nötig – wer will, kann wochenlang von Ankerplatz zu Ankerplatz bummeln.

Auf der anderen Seite gibt es weder Marinas noch Muringbojen und die Möglichkeiten zur Proviantierung sind begrenzt. Wer entsprechend vorbereitet anreist, wird dafür mit Ursprünglichkeit belohnt, die anderswo in der Karibik kaum noch zu finden ist. Dabei ist das Revier alles andere als eintönig: Der Westen überrascht mit klassischer Karibik-Postkartenidylle – türkisfarbenes Wasser, Palmeninseln, weißer Sand. Der Osten hingegen ist wilder, dichter bewachsen und deutlich weniger befahren. Beide Hälften haben ihren eigenen Charakter.
Über das gesamte Revier verteilt finden sich unbewohnte Inseln für das typische Robinson-Crusoe-Gefühl, ebenso wie dicht besiedelte Dörfer, in denen das Leben der Kuna seinen eigenen Rhythmus hat: Frauen sticken vor den Hütten die farbenprächtigen Molas, Männer paddeln in Einbaumkanus hinaus zum Fischen.
Unter Seglern ist das Revier vor allem als San-Blas-Archipel bekannt – ein Name, der aus der Zeit der spanischen Eroberung stammt und vor Ort weniger geschätzt wird. In diesem Revierführer werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet.
Navigation & Besonderheiten
Eine klassische Betonnung oder offizielle Seezeichen gibt es in Kuna Yala nicht. Die Navigation erfolgt überwiegend auf Sicht – unterstützt durch elektronische Karten und Satellitenbilder.
Navionics bietet eine solide Grundlage für das Gebiet, ist jedoch nicht durchgehend zuverlässig. Die unverzichtbare Ergänzung ist der „Panama Cruising Guide“ von Eric Bauhaus – in der Segelgemeinde schlicht als „der Bauhaus” bekannt. Das Werk enthält neben umfangreichen Revierinformationen auch detaillierte Karten des gesamten Archipels.
Die Bauhaus-Karten existieren auch elektronisch und enthalten zahlreiche Wegpunkte, an denen man sich zuverlässig orientieren kann. Da der Bauhaus in der Karibik nur schwer zu beschaffen ist, empfiehlt es sich, sich rechtzeitig vor der Abreise um ein Exemplar zu kümmern.
Die Kombination aus Navionics, dem Bauhaus auf OpenCPN und guter Sicht ermöglicht es, auch anspruchsvollere Passagen sicher zu befahren. Satellitenbilder sind dabei eine nützliche Ergänzung – ersetzen aber keinesfalls die Augapfel-Navigation. Riffe sollten grundsätzlich nur bei Tageslicht und mit der Sonne im Rücken umfahren werden.
Infrastruktur & Versorgung

Lebensmittel
Ohne Marinas und ohne Straßenanbindung ist die Versorgungslage in Kuna Yala erwartungsgemäß eingeschränkt. Die Dörfer werden regelmäßig von Versorgungsschiffen aus Kolumbien beliefert und in den kleinen Läden der Kuna findet man danach eine bescheidene Auswahl an Grundnahrungsmitteln – überwiegend Konserven und ungekühlt haltbare Waren. Gelegentlich gibt es auch frisches Obst und Gemüse sowie gekühlte Softdrinks. In Nargana ist die Auswahl etwas größer: Hier finden sich Obst- und Gemüsehändler sowie Spirituosengeschäfte.
Auf abgelegenen und dünn besiedelten Inseln gibt es keine Läden – dafür kommt die Versorgung direkt ans Boot. Mehrmals wöchentlich fahren Lanchas durch die Ankerfelder und verkaufen frisches Obst und Gemüse sowie Dosenbier zu fairen Preisen. Wer in die entlegeneren östlichen Gebiete vorstößt, wird auch den Tauschhandel zu schätzen lernen: Kokosnüsse, Mangos und Bananen gibt es von den Einheimischen gegen Reis, Nudeln oder Konserven. Wer sein Bordstromnetz zum Aufladen von Handys zur Verfügung stellt, wird mit einem Lächeln belohnt.
Klassische Proviantierungsmöglichkeiten bietet Kuna Yala also kaum. Langfahrtsegler sollten gut vorbereitet einlaufen – wer aus Kolumbien kommt, fährt finanziell klug, mit vollen Vorräten in die Region zu starten.
Diesel & Benzin
Auch beim Treibstoff gilt: Wer aus Kolumbien kommt, sollte die Tanks voll machen, bevor er nach Kuna Yala fährt. Panama ist grundsätzlich teurer und die Versorgungslage vor Ort ist dünn. Im östlichen Teil des Reviers ist Diesel kaum zu bekommen. Weder Puerto Obaldía noch Mulatupu haben nennenswerte Vorräte; in Ustupo kann man Glück haben. Eine zuverlässige Tankmöglichkeit gibt es erst wieder in Nargana – wobei „Tankstelle” hier eine großzügige Bezeichnung ist: Im Vorgarten lagern Fässer, aus denen Diesel und Benzin zunächst in Eimer abgemessen und anschließend durch ein T-Shirt gefiltert in den mitgebrachten Kanister gefüllt werden. Großzügiges Kleckern ist dabei einkalkuliert.
Auch in Carti und Porvenir gibt es Tankmöglichkeiten, auf einigen Inseln im Westen sogar einen Lieferdienst direkt ans Boot. Die Qualität des Diesels ist überall schwankend. Wer kann, reist deshalb mit ausreichend Reserve im Tank.

Formalitäten & Gebühren
Einklarieren
Customs und Immigration befinden sich in Porvenir im Westen und Puerto Obaldía im Osten des Reviers. An beiden Stellen wird kein Cruising Permit ausgestellt – das kann später in Colón oder Panama City nachgeholt werden. In Puerto Obaldía ist Port Captain Victor für sämtliche Formalitäten zuständig – eine Person, eine Anlaufstelle.
Hier ein wichtiger Hinweis aus der Praxis: Es ist wiederholt vorgekommen, dass die Einklarierungspapiere des Bootes nicht vollständig an die Skipper ausgehändigt wurden, was beim späteren Beantragen des Cruising Permits zu Problemen geführt hat. Man sollte das Büro erst verlassen, wenn man eine Vielzahl bunter Pergamentzettel in der Hand hält – das ist das Zeichen, dass alles korrekt ausgestellt wurde.
Eine vorherige digitale Anmeldung ist nicht erforderlich; das Einklarieren selbst ist unkompliziert und schnell erledigt. Im Anschluss ist zusätzlich eine Ankergebühr zu entrichten – diese wird von einer Dame im nahegelegenen Restaurant kassiert.

Lokale Gebühren
In jeder Gemeinde Kuna Yalas werden Gebühren erhoben. Die Höhe variiert je nach Ort zwischen 5 und 15 US-Dollar. Auch die genauen Bedingungen unterscheiden sich: Manchmal wird die Gebühr nur beim Besuch des Dorfes fällig und ist pro Gemeinde separat zu entrichten, andernorts gilt sie als Ankergebühr und wird auch dann erhoben, wenn man das Dorf gar nicht betritt.
In der Regel kommt ein Vertreter der Gemeinde per Einbaum ans Boot und zieht die Gebühr direkt ein – gegen Quittung. Diese sollte man sorgfältig aufbewahren: Bei einem erneuten Besuch aus dem Dorf dient sie als Nachweis, dass bereits ordnungsgemäß gezahlt wurde.
Auch Crewmitglieder, die über den Landweg aus Panama City anreisen, zahlen bei Einreise in die autonome Region eine Gebühr von rund 23 US-Dollar.
An – und Abreise
Wer nicht auf eigenem Kiel nach Kuna Yala segelt, Besuch empfangen, einen Crewwechsel durchführen oder ein Boot chartern möchte, kann dies auch über den Landweg organisieren.
Dreh- und Angelpunkt ist Carti, genauer gesagt Puerto Dibin – der Endpunkt der einzigen Straße von Panama City in die Region. Von den dortigen Docks verkehren Wassertaxis zu den Inseln, an Land stehen Taxis für die Rückfahrt in die Hauptstadt bereit. Die Straße ist steil, kurvenreich und anspruchsvoll – befahrbar nur mit Allradfahrzeugen. An einem offiziellen Kontrollposten an der Grenze zu Kuna Yala überprüft der Kuna-Kongress alle ein- und ausreisenden Fahrzeuge. Eine Anreise mit privatem Pkw oder gewöhnlichem Taxi ist daher nicht möglich. Ein Reisepass im Original ist Pflicht.

Verschiedene Anbieter haben sich auf komplette Transferpakete spezialisiert – von der Hotelabholung in Panama City bis zur Anlieferung per Boot ans Schiff. Die Gesamtreisezeit beträgt je nach Lage der Insel fünf bis sieben Stunden und kostet pro Strecke rund 75 US-Dollar. Ein bewährter und zuverlässiger Anbieter ist beispielsweise Lamtours. Bei der Koordination der Abholung an einem bestimmten Ankerplatz empfiehlt es sich, die Kommunikationsmöglichkeiten frühzeitig zu klären, damit dem Transferservice der genaue Standort des Bootes auch kurzfristig mitgeteilt werden kann.
Von Panama City aus bestehen zudem Flugverbindungen zu zahlreichen Inseln des Archipels.
Budget & Kommunikation
Kuna Yala ist kein Revier für spontane Landgänge mit Kreditkarte und Highspeed-Internet. Wer sich vorab auf die Besonderheiten bei Kommunikation und Bezahlung einstellt, wird vor Ort jedoch kaum Probleme haben.
Kommunikation & Netz
Obwohl Spanisch die Landessprache Panamas ist und auch in den Schulen der Kuna unterrichtet wird, ist die Kuna-Sprache im Alltag vorherrschend. Nicht alle sprechen Spanisch – und Englisch ist sogar eher die Ausnahme.
Die Netzabdeckung ist in weiten Teilen von Kuna Yala unzureichend und schwankt stark – die Nähe zu einem Sendemast ist dabei keine Garantie für guten Empfang. Wer mobiles Internet nutzen möchte, kann sich beim lokalen Anbieter Tigo einbuchen: SIM-Karten sind in Puerto Obaldía erhältlich, Aufladekarten in den meisten Läden. Einige Restaurants bieten inzwischen auch kostenloses WLAN über Starlink an.

Bargeld & Bezahlen
Bezahlt wird mit US-Dollar. Die panamaische Landeswährung Balboa existiert zwar noch, allerdings nur noch als Münzgeld – sie wird zum gleichen Kurs wie der US-Dollar gehandelt.
Kartenzahlung ist vereinzelt in touristisch geprägten Restaurants möglich. Geldautomaten gibt es in ganz Kuna Yala nicht – selbst in Nargana existiert zwar eine Bank, aber kein Automat. Wer nach Kuna Yala aufbricht, muss sich also vorab mit ausreichend Bargeld eindecken. Dabei empfiehlt es sich, auch kleine Scheine mitzunehmen: Wechselgeld ist beim Einsammeln der Gebühren direkt am Boot nicht selbstverständlich.
Wetter & beste Reisezeit
Kuna Yala liegt außerhalb des Hurrikangürtels und kann daher ganzjährig besegelt werden. Von Dezember bis April herrscht Trockenzeit, ein stetiger Nordostpassat weht verlässlich. Wer sicher unter Segeln entlang der Küste reisen will, sollte sich diese Monate aussuchen. Ab März ziehen die meisten Fahrtensegler weiter Richtung Panama.
Ab Mai beginnt die Regenzeit. Eine dichte Wolkendecke hängt dann fast ständig über dem Festland, Donnergrollen ist an der Tagesordnung und Gewitter ziehen regelmäßig über die Inselketten. Als Faustregel gilt: Je weiter eine Insel vom Festland entfernt liegt, desto weniger Regen fällt. Auf einen stetigen Passatwind ist in dieser Zeit kein Verlass – die anhaltende Flaute wird meist nur von kurzen, heftigen Gewitterböen unterbrochen.
Wer damit einverstanden ist, die kurzen Distanzen zwischen den Inseln unter Maschine zurückzulegen, profitiert in der Nebensaison von deutlich leereren Ankerplätzen – auch im westlichen Teil des Archipels.

Revieraufteilung
Kuna Yala lässt sich grob in zwei sehr unterschiedliche Reviere unterteilen. Während der Osten mit Regenwald, abgeschiedenen Dörfern und ursprünglichem Leben lockt, erwartet Segler im Westen die Karibik aus dem Bilderbuch – mit türkisfarbenem Wasser, weißen Sandstränden und palmengesäumten Inseln.
Osten – das wilde Kuna Yala
Im Osten findet man Ankerplätze, umgeben von unberührter Natur. Die Stille wird nur vom Rasseln der Ankerkette durchbrochen, das aus dem Regenwald widerhallt, während der Anker im braungrünen Schlamm versinkt. Orte, an denen das Kuna-Volk noch ursprünglich und weitgehend isoliert lebt, im Einklang mit sich und der Natur.
Die Region von Ukupseni bis Puerto Obaldía gehört zu den letzten wirklich unausgetretenen Pfaden dieser Welt, zu Land wie zu Wasser. Wer die Abwesenheit von Zivilisation sucht, findet sie hier: umgeben von nichts als Regenwald, bei Menschen, die Bananen gegen Reis tauschen. Einsamkeit, im besten Sinne des Wortes.

Westen – die touristisch erschlossenen San Blas Inseln
Der westliche Teil besticht durch kleine, palmengesäumte Sandinseln, von Riffen vor der Atlantikdünung geschützt. Einige davon haben sich zu regelrechten Segler-Hotspots entwickelt: Nach einem entspannten Schnorchelausflug lässt sich der Sundowner oder ein einfaches Abendessen in einer der kleinen Strandbars genießen.
Zwischen Porvenir und Nargana überziehen Inselketten das Hellblau der Navigationskarten. Hier gibt es die Momente, von denen man träumt, wenn man an Karibik denkt: kristallklares Wasser, das von tiefem Blau in helles Türkis übergeht. Ankerplätze, an denen man dem Anker beim Fallen zusehen kann – um danach direkt unter dem Rumpf mit Rochen und Schildkröten zu schnorcheln.
In jeder Himmelsrichtung liegt eine Inselkette, die sämtliche Karibik-Klischees erfüllt:
- Nordost – Holandes Cays
- Nordwest – Lemon Cays
- Südost – Coco Bandero Cays
- Südwest – Naguargandup Cays

Ankerplätze
Alle Ankerplätze des San-Blas-Archipels aufzulisten, würde den Rahmen dieses Revierführers sprengen – die Auswahl ist schlicht endlos. Lediglich zwischen Nargana und Ukupseni gibt es einen Küstenstreifen von rund 15 Seemeilen, auf dem kaum geschützte Ankerplätze existieren. Ansonsten findet sich fast überall ein geeigneter Platz, die folgende Auswahl soll als Orientierung dienen. Die Orte und Ankerplätze sind geographisch von Ost nach West aufgelistet.
Osten
Die Ankerplätze im Osten haben eines gemeinsam: Durch die Nähe zum Festland und den vielen Flussmündungen besteht der Ankergrund meist aus Schlamm. Der hält zwar ausgezeichnet, klebt aber auch hartnäckig an Kette und Anker. Es empfiehlt sich, beim Aufholen etwas zum Reinigen griffbereit zu haben.
Die Nähe zu den Flüssen bringt außerdem zwei weitere Faktoren mit sich: trübes Wasser über dunklem Grund bedeutet kaum Sicht – und Krokodile. Im Zweifel immer die Einheimischen fragen, wo das Baden unbedenklich ist. In Flussnähe und in der Dämmerung ist generell Vorsicht geboten.
Puerto Obaldia
Als Ankerplatz ist Puerto Obaldía wenig empfehlenswert – die Bucht bietet kaum Schutz vor der Atlantikdünung und auch der Ort selbst hat, abgesehen von einigen Supermärkten, kleinen Restaurants und Internetzugang, nicht viel zu bieten.
Der einzige Grund für einen Stopp: Puerto Obaldía ist der östlichste Ort mit Customs & Immigration – und damit die erste und bis Porvenir einzige Möglichkeit zum Einklarieren für alle, die aus dem Osten, aus Kolumbien, kommen.
Wer nicht über Nacht bleiben möchte, kann nach dem Einklarieren gleich weiterfahren: Acht Seemeilen in Richtung 300 Grad liegt Perme – ein deutlich angenehmerer Ankerplatz.
Ankergrund: 9–12 Meter, Schlamm & Sand, guter Halt
Perme
Die kleine Bucht von Perme ist eng und wird von einem umlaufenden Riff begrenzt, was das Ankern etwas anspruchsvoller macht. Gelegentlich ist sie bereits von einheimischen Booten belegt. Alternativ kann auch vor der Bucht und dem Riff geankert werden – es ist etwas rolliger, aber die Atlantikdünung fällt deutlich schwächer aus als in Puerto Obaldía.
Vom Ankerplatz führt ein Fußweg in das benachbarte Dorf Anachucuna.
Ankergrund: 5 Meter innerhalb der Bucht, 12 Meter außerhalb, Sand & Schlamm

Puerto Escosés
Eine tief nach Südosten eingeschnittene Bucht, in der man auf festem Schlamm sehr gut und geschützt ankert. Direkt vor den Hütten ist Ankern möglich; weiter südlich liegt ein Riff, das umfahren werden kann, um tiefer in die Bucht zu gelangen.
Da hier mehrere Flüsse ins Meer münden, ist das Wasser trüb – farblich kaum zu unterscheiden vom dichten Regenwald, der die Bucht auf allen Seiten umgibt. Stille und Natur pur.
An der Ostseite stehen einige kleine Hütten auf Stelzen im Wasser – keine Dauersiedlung, sondern eine saisonale Basis: Die Kuna nutzen sie als Ausgangspunkt, während sie in den umliegenden Wäldern Kokosnüsse und Bananen ernten.
Die Kuna bringen, was der Wald hergibt – Kokosnüsse, Bananen, Mangos, manchmal Langusten – und nehmen dafür gern, was auf See fehlt: Reis, Nudeln, Konserven.
Ein Segelboot ist hier eine seltene und willkommene Abwechslung. Die Einheimischen kommen neugierig längsseits und stellen alle Fragen, die ihr Spanisch zulässt. Auch der an Bord produzierte Strom ist begehrt – das Aufladen eines Handys am Bordnetz wird dankbar angenommen. Empfang hat man hier allerdings selten und wenn, dann schlecht.
Ankergrund: 7–9 Meter, sehr fester Schlamm, sehr guter Halt

Mulatupu
Vorbei an Suledup und Nianega – die sich ebenfalls als Ankerplätze eignen – führt die malerische Fahrt von Puerto Escosés, gut geschützt hinter den Inseln, zum Dorf Mulatupu. Die Navigation verläuft an mehreren Riffen vorbei; auch vor der Einfahrt zum Ankerplatz erstreckt sich ein ausgedehntes Riff, das nur spärlich mit Holzstäben markiert ist. Die Bauhaus-Karten sind hier verlässlich.
Mulatupu besteht aus zwei Gemeinden, deren Grenzen von außen nicht erkennbar sind – was bedeutet, dass die Ankergebühr zweimal entrichtet werden muss, jeweils 10 bis 15 US-Dollar pro Gemeinde. Die Kuna weisen einem zu, welchen Dingi-Dock man benutzen soll, der große Betonkai wird auch von den Versorgungsschiffen genutzt.
Der Dorfkern mit seinen sehr eng stehenden Holzhütten und tiefhängenden Strohdächern ist etwas bedrückend und man kann sich durchaus verirren. Eine moderne Brücke führt zum Festland, wo sich eine Schule und ein Militärstützpunkt befinden. Der Strand neben dem Dorf ist leider stark vermüllt. Ein kleiner Pfad entlang der Küste bietet immerhin die seltene Möglichkeit, die Beine etwas ausgiebiger zu vertreten.
Trotz eines Handymastes direkt neben dem Ankerplatz ist das Tigo-Netz schwach.
Ankergrund: 6–7 Meter, Schlamm, guter Halt

Ustupu
Von den meisten Seglern als Pflichtbesuch beschrieben – und das zu Recht. Ustupu gilt als eines der schönsten, freundlichsten und offensten Dörfer in ganz Kuna Yala.
Anders als in vielen anderen östlichen Dörfern gibt es hier Raum zum Atmen: breite Wege, gesäumt von kleinen Hütten mit Läden, in denen Handwerk, Brötchen und Lebensmittel verkauft werden. Große Versammlungsplätze und mehrere Sportplätze, auf denen Kinder und Jugendliche herumtollen. Auch die engeren Gassen sind gepflegt und überschaubar. Mehrere Brücken verbinden die verschiedenen Inseln miteinander – sie trennen zugleich die beiden Gemeinden voneinander.
Die Menschen sind herzlich und offen, überraschend viele sprechen Englisch. Man fühlt sich hier als Gast wirklich willkommen.

Eine Familie verkauft günstige WLAN-Codes für 24 Stunden – mit etwas Glück reicht das Signal bis ans Boot. Mobiles Tigo-Netz ist hingegen nicht verfügbar. Es gibt mehrere Restaurants, einige davon nur auf Vorbestellung. Bäcker versorgen den Ort mit frischen Brötchen, allerdings nicht zuverlässig jeden Tag. Auch bei der Dieselbeschaffung kann gelegentlich geholfen werden – verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht, weder was Verfügbarkeit noch Qualität betrifft.
Navigation: Der geschützte Ankerplatz befindet sich am südöstlichen Ende der Insel, direkt vor der Hafenmole – eingebettet zwischen dem Dorf, einer kleinen Insel und einem Riff. Das kreisförmige Riff ist bei guter Sicht deutlich zu erkennen und spärlich mit Stäben markiert.
Die kleine Insel gegenüber dem Dock ist eine heilige Ruhestätte ehemaliger Häuptlinge und sollte nicht betreten werden. Die Gräber sind vom Ankerplatz aus zu sehen.
Gebühr: 10–15 US-Dollar – wird nicht immer erhoben
Ankergrund: 5–6 Meter, Sand & Schlamm, guter Halt

Mono Island
Ein gut geschützter Ankerplatz zwischen Insel, Riff und Regenwald. Die Einfahrt erfolgt westlich der Insel – mit sicherem Abstand zum Riff, das weit in die Bucht hineinragt, die komplette Insel umschließt und sich bis zum Festland zieht.
Das Wasser ist klar, die Bucht ruhig und der nächste Ort Tupile liegt einige Inseln entfernt. Hier kommen nur gelegentlich Fischer vorbei – für ein Winken und ein Lächeln.
Die dicht mit Kokospalmen bewachsene Insel wird bewirtschaftet. Ein schmaler Pfad zieht sich von einem kleinen Strand im Süden einmal um die gesamte Insel herum. Das Dingi kann am Strand angelandet werden; festes Schuhwerk ist empfehlenswert.
Gelegentlich kommt ein Boot aus Tupile, um auch hier eine Ankergebühr einzusammeln.
Gebühr: 5–10 US-Dollar
Ankergrund: 6–7 Meter, Sand, guter Halt

Westen
Der Ankergrund vor den westlichen Inseln besteht meist aus Sand oder Sand über Korallen. Grundregel: Niemals auf Korallen oder Riffen ankern. Die Sicht ist in der Regel gut.
Inzwischen wurden auch hier vereinzelt Krokodile gesichtet – selbst im Salzwasser, weit entfernt von Flussmündungen. Selten, aber nicht ausgeschlossen. Sichtungen werden unter Seglern in den einschlägigen Social-Media-Gruppen erfahrungsgemäß schnell gemeldet. Augen offen halten schadet nicht.

Stolperfallen: Die Zuordnung der Inseln zu den jeweiligen Inselketten ist nicht immer eindeutig und kann sich zwischen verschiedenen Navigationsunterlagen unterscheiden. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Inselnamen mehrfach vorkommen: Ein Banedup findet sich auf fast jedem der Cays, auch Gorgidup, Isla Pelicano und Waisaladup gibt es mehrfach. Es ist daher wichtig, stets zu wissen, von welcher Inselkette man gerade spricht.
Neben den offiziellen Bezeichnungen haben sich unter Seglern eigene Begriffe etabliert und umgangssprachlich durchgesetzt – Swimming Pool, BBQ Island oder Sandy Island sind nur einige Beispiele.
Dup bedeutet Insel; die Endung wird je nach Quelle mal mit p, mal mit b geschrieben – die Bedeutung bleibt dieselbe. Wir verwenden durchgehend dup mit p und erwähnen, wo gebräuchlich, auch die offiziellen Seglernamen. Als Grundlage für die offiziellen Namen dient der bereits erwähnte Bauhaus.
Die Ankerplätze sind geografisch von Ost nach West aufgelistet.

Nördliche Inselketten
Holandes Cays (Maoqui – Kaimou)
- Eastern Holandes Cays
Banedup
Morrodup – BBQ Island
Swimming Pool
Hot Tub - Western Holandes Cays
Waisaladup
Lemon Cays
- Chichime Cays (nördlicher Teil der Lemon Cays)
Chichime - Eastern Lemon Cays
Banedup
Nuinudup (Nugnudup)
Isla Perro (Dog Island)

Südliche Inseln
Region Rio Diablo
Nargana
Corazon de Jesus
Coco Bandero Cays
Orduptarboat
Guarladup
Sandy Island
Region Rio Azucar
Green Island
Coco Alto
Esnadup
Naguargandup Cays
Cambombia
Salardup
Achudup
Ukupsui
Pelicano Island (Gorgidup dummat)

Nargana & Corazón de Jesús
Diese beiden Siedlungen verteilen sich auf zwei Inseln, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind. Im Norden liegt die kleinere der beiden: Corazón de Jesús. Südwestlich schließt sich das größere Nargana an, das auch eine Militärstation beherbergt.
Ansteuerung von Osten:
Nachdem man nordöstlich diverse kleine Inseln und Riffe umfahren hat, kommt die bebaute Insel Corazón de Jesús in Sicht. Östlich, zwischen den beiden Inseln, mündet der Río Diablo ins Meer. Hier wechselt das Wasser abrupt von türkis-dunkelblau zu einem satten Braun – die Sicht fällt auf null. Das Farbspiel ist faszinierend, die Wassertiefe entspannt. Trotz eines offiziell eingetragenen Ankerplatzes sollte man hier nicht ankern: Die Wasserleitung vom Fluss zum Dorf verläuft in diesem Bereich und ist auf keiner Karte exakt verzeichnet.
Der eigentliche Ankerplatz befindet sich südlich von Nargana. Das Wasser ist trüb, der schlammige Grund bietet guten Halt. Der Platz ist oft gut belegt – Nargana ist der zentrale Versorgungsstopp für alle Boote in der Region.

Versorgung:
Der Ort bietet zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Bäcker, Restaurants sowie Diesel- und Benzinversorgung. Östlich der Brücke gibt es Docks auf beiden Seiten, der südliche Betonkai in Nargana eignet sich gut als Dingisteg. Hier befinden sich auch die beiden Tankstellen – eine auf jeder Seite. Der Holzsteg zur südlichen Tankstelle liegt kurz vor dem Betonkai. Es empfiehlt sich, Bedarf und Zeitpunkt vorab zu klären. Was eine Tankstelle hier bedeutet, ist im Kapitel Versorgung beschrieben.
Wer nicht nur den Durst des Bootes mit Sprit stillen will, wird ebenfalls fündig: Das erste Haus an der Brücke ist eine Bar, Versammlungsort und Spirituosengeschäft zugleich – von Bier bis Hochprozentigem lässt sich hier der Bordbedarf decken. Neben kleineren Läden mit dem üblichen Sortiment an Konserven und Lebensmitteln findet sich auf dem Weg zum Fußballplatz im westlichen Teil der Insel auch ein Obst- und Gemüsehändler mit reichem Angebot zu fairen Preisen.
Unter den Restaurants lohnt sich ein Abstecher nach Corazón de Jesús zur Fonda Doña Hermelinda: Im ventilatorgekühlten Wohnzimmer der herzlichen Familie wird Fisch und Fleisch serviert – unkompliziert, gut und authentisch.
Die Kuna hier sind sichtlich mehr an Besucher gewöhnt als anderswo; das Dorfleben ist etwas westlicher geprägt und gelegentlich wird sogar Englisch gesprochen.
Ausflugstipp:
Der Río Diablo lässt sich gut mit dem Dingi flussaufwärts erkunden – ein Wanderweg durch den Regenwald wartet am Ufer. Es gibt zwei Flussmündungen mit einigen flachen Stellen, aber mit Augenmaß – oder indem man einfach den Einheimischen folgt – ist es gut zu meistern.
Naguargandup Cays: Achudup & Salardup
Zu den Ankerplätzen führen mehrere einfache Riffdurchfahrten. Auch von Norden kommend kann bei guter Sicht die Einfahrt zwischen Salardup und Achudup problemlos genommen werden – die Tiefe beträgt dort rund vier Meter. Der geräumige Ankerplatz bietet Platz für zahlreiche Boote. Als beliebtes Ziel für Charterer, Backpacker, Fahrtensegler und Ausflugsboote aus Panama kann es hier in der Hochsaison lebhaft zugehen. In der Nebensaison hingegen hat man den Ankerplatz mitunter ganz für sich.

Sechs Inseln liegen so nah beieinander, dass sie sich ideal für ein Inselhopping mit dem Dingi eignen – von Ost nach West:
Salardup ist die größte der Inseln. Ein Pfad führt einmal um die sumpfige Insel herum. Eine Bar direkt am Strand serviert kühle Getränke; Mittag- und Abendessen sind auf Vorbestellung erhältlich.
Achudup besteht aus zwei Inseln, die bei Niedrigwasser voneinander getrennt sind. Die östliche ist unbewohnt – ein dichter Palmenwald, nicht mehr. Die Hauptinsel wird von einer Familie bewohnt, die dabei ist, ein touristisches und gastronomisches Angebot aufzubauen.
Die zwei kleinen Inseln zwischen Achudup und Pelicano Island eignen sich zum Schnorcheln – wobei die Koralleninsel leider eher ein Mahnmal für Meeresverschmutzung ist und Ukupsui den Namen Sandbank wohl treffender verdient hätte.
Gorgidup, auch Pelicano Island genannt, erlangte Bekanntheit durch eine Szene der Serie Haus des Geldes (Casa de Papel), die an diesem Strand gedreht wurde. Einige Requisiten sind heute ein beliebter Fotospot. Auf der Insel gibt es Hütten zur Übernachtung sowie Verpflegung. Gegen eine Gebühr von 5 US-Dollar pro Crewmitglied – der Kapitän ist ausgenommen – kann man die Insel einen ganzen Tag lang nutzen: mit Duschen, kühlen Getränken und einem einfachen Abendessen auf Vorbestellung.

Holandes Cays West
Banedup, Morredup (BBQ Island) & Swimmingpool
Namen wie Swimming Pool, Hot Tub und Whirlpool stimmen einen bereits auf das ein, was die Holandes Cays zu bieten haben. Das Krachen der Wellen auf dem Außenriff ist allgegenwärtig – die Ankerplätze dahinter sind dafür rundum vor der Atlantikdünung geschützt. Zwischen den Riffen herrscht teils starke Strömung.
Zwischen Morrodup und Banedup liegt der namensgebende Ankerplatz Swimming Pool: ein rechteckiger, zweieinhalb bis fünf Meter flacher Bereich in türkisblauem Wasser – einer der unter Dauerseglern bekanntesten Ankerplätze des gesamten Archipels.
Durch ihre abgelegene Lage sind die Holandes Cays bei Backpackern und Tagestouristen weniger beliebt, dafür ein Favorit unter Langfahrtseglern. In der Nebensaison trifft sich hier die Fahrtenseglergemeinschaft – weiter vom Festland entfernt, fällt der Regeneinfluss deutlich geringer aus. Nur gelegentlich machen sich die Gewitter mit starken Böen bemerkbar. Das erklärt auch, warum die Dauerlieger trotz des flachen Wassers viel mehr Kette gesteckt haben als anderswo üblich.

Morrodup – BBQ Island
Auf der Insel gibt es Rasenflächen, auf denen Kinder spielen und Yogastunden stattfinden, sowie einen Grillplatz. Eine Familie versorgt die Segler mit Pizza und gekühlten Kokosnüssen. Wer nichts konsumiert, zahlt eine Gebühr von 5 US-Dollar.
Banedup ist eine der größeren Inseln. Im Westen und Süden kann das Dingi am Strand angelandet werden; ein Pfad führt einmal um die Insel herum. Ein Weg in der Inselmitte verbindet außerdem die beiden Hotspots an Nord- und Südseite. Im Süden lockt eine Cocktailbar mit Schaukeln und Tischen im seichten Wasser. Im Norden führt ein markierter Dingi-Pfad zu einem Holzdock am IBIN-Restaurant. Neben guter Küche lassen sich hier auch Backwaren vorbestellen: Frische Kokosbrötchen, saftige Zimtschnecken und Focaccia warten am nächsten Morgen – ein Highlight auf den San Blas Inseln.

Eastern Lemon Cays – Nuinudup (Nugnudup)
Mehrere Ankerplätze zwischen vier kleinen Sandinseln, die sämtliche Karibik-Klischees erfüllen. Im kristallklaren, hellblauen Wasser kann man dem Anker beim Eingraben zusehen – und nach dem Schnorcheln auf einer der palmengesäumten Inseln den Sundowner genießen.
Nugnudup bietet eine Bar mit Restaurant sowie einen Volleyballplatz. Angelandet wird an einem hölzernen Dingisteg. Die Insel und ihre Nachbarn – Banedup und Dog Island – sind beliebte Ausflugsziele für Tagestouristen aus Panama City und entsprechend besonders an Wochenenden tagsüber gut besucht.
Leben vor Ort & Kultur
Die Kuna haben lange und blutig für ihre Unabhängigkeit gekämpft – und sind stolz darauf. Zum 100-jährigen Jubiläum der autonomen Region zieren noch mehr Hakenkreuz-Flaggen als sonst die Dörfer.
Das Swastika-Symbol steht hier für einen Oktopus, der der Überlieferung nach die Welt erschaffen hat. Eine neuere Flagge zeigt zwei gekreuzte Arme mit Pfeil und Bogen – sie ist die bevorzugte Gastlandflagge für Segler.

Die Kuna verbinden traditionelle Werte mit einer klar strukturierten Selbstverwaltung. Lokale und regionale Kongresse – Congresos – bilden das politische Rückgrat der Gemeinschaft. Der wichtigste ist der Generalkongress von Kuna Yala, der übergreifende Entscheidungen trifft. Jede Gemeinde hat ihr eigenes Kongresshaus, einen Versammlungsort, an dem regelmäßig Informationen ausgetauscht und Streitigkeiten geschlichtet werden.

Die Aufgabenteilung folgt traditionellen Mustern: Männer ernähren die Familie durch Bananen- und Kokosernte auf dem Festland sowie durch Fischfang auf See. Frauen halten die Hütten in Schuss, ziehen die Kinder auf – und nähen Molas. Diese aufwendigen, mehrlagig bestickten Stoffe zieren auch ihre eigene Kleidung. Zusammen mit Kopftüchern und den traditionellen Bändern an Beinen und Armen ist die Kuna-Frau auch in Panama City nicht zu übersehen. Dorthin reisen sie regelmäßig, um ihre inzwischen weit über Panama hinaus bekannten Molas zu verkaufen.
Auch wenn Handy und Internet längst Einzug in den Alltag der Kuna gehalten haben, legen sie großen Wert auf den Erhalt ihrer Traditionen. Als Gast sollte man das respektieren.
Gastfreundlich sind die Kuna in jedem Fall, und Segler sind willkommen – im Osten als abwechslungsreiche Begegnung, im Westen als geschätzte Einnahmequelle.

Es gelten jedoch klare Regeln:
In den Dörfern darf nur mit ausdrücklicher Erlaubnis fotografiert werden. Fremde – Segler wie kolumbianische Versorgungsschiffcrews gleichermaßen – dürfen sich nur bei Tageslicht in den Gemeinden aufhalten. Für jeden Dorfbesuch ist eine Genehmigung erforderlich, die in der Regel als Gebühr entrichtet wird. Aktiv suchen muss man dafür niemanden – ein ankommendes Segelboot spricht sich schnell herum und man wird gefunden.
Jede Kokospalme im Revier ist einer Gemeinde zugeteilt. Das unerlaubte Ernten von Kokosnüssen gilt als Diebstahl. Da es einem in Kuna Yala garantiert nicht an Kokosnüssen mangeln wird – sie werden einem in rauen Mengen angeboten und verkauft –, braucht man sie ohnehin nicht selbst zu ernten.

Fazit
An Backbord eine Palme auf einer Sandbank, an Steuerbord das bergige, regenwaldbewachsene Festland – und unter dem Rumpf türkis glitzerndes Wasser. Eine Siedlung auf Korallenbänken, Bretterhütten, Hängematten – dahinter der undurchdringliche, wolkenverhangene Regenwald.
All das ist Kuna Yala.
Die Mischung aus ursprünglicher Natur, lebendiger Kultur und einem noch gesunden Tourismus macht diesen Archipel zu etwas wirklich Einzigartigem. Kaum ein Barfußrouten-Segler, dem die San Blas Inseln nicht als eines der schönsten und eindrücklichsten Reviere in Erinnerung geblieben sind.


























