Segel-Revierinformation Seychellen: Traumstrände und Naturwunder der Inner Islands

Hermann Winkler

Von Hermann Winkler

Hermann Winkler ist passionierter Segler und Autor. Seine Segeltörns führten den gebürtigen Salzburger an zahlreiche Charterdestinationen rund um den Globus. Neben den Küsten des Mittelmeers liebt er auch exotische Reviere wie Neuseeland, Kuba, Französisch-Polynesien oder die Seychellen. Weitere Reiseberichte veröffentlicht er auch auf seiner Website und in Zeitschriften.

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Titelfoto: ©Hermann Winkler

Der Überblick – das Segelrevier im Indischen Ozean

Mitten im Indischen Ozean gelegen bietet die Inselgruppe der Seychellen eine Vielzahl paradiesischer Ankerplätze auf kleinem Raum. Wer hier segelt, macht dies in der Regel nicht, um Meilen zu sammeln. Vielmehr lädt die traumhafte Kulisse von Palmenstränden zum Verweilen ein. Wegen der konstant warmen Temperaturen (Luft um 30 Grad, Meer um 27 Grad) und einer moderaten Regenzeit sind die Inseln ein Revier, welches zu jeder Jahreszeit besucht werden kann.

Der Seychellen-Klassiker: Palmen, Strand und rundgeschliffene Felsen. ©Hermann Winkler

Schon lange sind die Seychellen auch beim internationalen Jetset beliebt, Hollywood-Stars weilen mit Vorliebe in den Luxusresorts der Privatinseln. Spätestens durch die Werbespots von Raffaello und Bacardi erlangten die atemberaubenden Strände mit ihren charakteristischen Granitfelsen weltweite Bekanntheit. Auch die faszinierende Natur mit ihren vielen endemischen Arten zieht Reisende aus aller Welt an. Wer möchte nicht die legendären Aldabra Riesenschildkröten hautnah erleben, die größten Kokosnüsse der Welt bewundern oder die bunte Unterwasserwelt erkunden?

Schildkröten besuchen wie hier auf Bird Island ist ebenfalls ein Klassiker. ©Hermann Winkler

Die meisten Segler besuchen insbesondere das Revier rund um die beiden größten Inseln Mahé und Praslin, die sogenannten Inner Islands, weshalb dieser Artikel explizit dieses Gebiet behandelt.

Inner Islands: Revier, Reisezeit, Segeletappen und Vorbereitungen

Das Segelrevier der Inner Islands erstreckt sich von Bird Island im Norden bis zur Südspitze von Mahé im Süden über etwa 68 Seemeilen und von Silhouette Island im Westen bis nach Grande Soeur im Osten über etwa 45 Seemeilen. Törns zu den Outer Islands (die Amiranten liegen 140 Seemeilen entfernt, Aldabra sogar 600) sind mit einer behördlichen Genehmigung möglich, Chartercrews müssen hierfür jedoch einen einheimischen Skipper buchen.

Doch schon die Inner Islands bieten mehr als genug interessante Plätze, egal ob für ein- oder mehrwöchige Törns. Allein auf der etwa 28 Kilometer langen Hauptinsel Mahé gibt es bereits ausreichend Abwechslung für eine ganze Woche. Die beiden nah beieinander liegenden Inseln Praslin und La Digue sind von hier aus etwa 26 Seemeilen entfernt. Für die meisten Chartercrews ist dies gleichzeitig auch die längste Etappe des Törns.

Die Inner Islands liegen alle ganz nah beieinander. ©Hermann Winkler

Rund um diese beiden Inseln befinden sich in nur wenigen Seemeilen Entfernung weitere kleinere Inseln. Die Privatinsel Bird Island ist mit 54 Seemeilen die von Mahé am weitesten entfernt liegende Insel der Inner Islands. Wer auf einem zweiwöchigen Rundtörn alle Inseln besucht, wird, je nach Routenführung, 250 bis 300 Seemeilen auf der Logge haben.

Ganz wesentlichen Einfluss auf die Törngestaltung und die Etappen hat die Auswahl der Reisezeit. Von Dezember bis März weht der leichte, stetige Nordwestmonsun und bringt vermehrt Regenschauer. Von Mai bis Oktober herrscht dann der kräftige, aber vorwiegend regenlose Südostmonsun mit oft wolkenlosem Himmel. Insbesondere dieser Südostmonsun wühlt die See gehörig auf und schwemmt große Mengen an Seegras an die südlichen Strände.

Dichte Wolken kommen in tropischen Revieren oft vor. ©Hermann Winkler

Es liegt auf der Hand, dass die dem jeweiligen Monsun zugewandten Ankerplätze zur jeweiligen Zeit meist unbrauchbar werden. Die größte Auswahl an Ankerplätzen bietet sich in den windschwachen Zwischenzeiten April und November. Zu dieser Zeit ist das Meer auch am klarsten, wodurch diese Monate vor allem auch bei Tauchern und Schnorchlern beliebt sind.

Beim Schnorcheln bunte Fische beobachten ist ein Must-do auf den Seychellen. ©Hermann Winkler

Ein Segeltörn auf den Seychellen beginnt (fast) immer auf Mahé. Hier befindet sich der internationale Flughafen und der Port of Entry (Port Victoria). Die einzige Marina der Inselgruppe befindet sich auf Eden Island, einer kleinen künstlichen Insel zwischen dem Flughafen und der Hauptstadt Victoria. Über eine Brücke gelangt man mit dem Taxi bequem bis zu den Charterbasen. Die Marina-Infrastruktur entspricht europäischen Standards.

Die Marina auf Eden Island ist Ausgangspunkt der meisten Törns. ©Hermann Winkler

Direkt am Hafen befindet sich eine Shopping Mall mit Supermarkt. Ein größeres Warenangebot und moderatere Preise findet man allerdings im wenige Taximinuten entfernten STC Hypermarket.

Auch der große Markt in der Hauptstadt Victoria bietet gute Einkaufsmöglichkeiten. ©Hermann Winkler

Eine gute Verproviantierung vor dem Törn ist besonders wichtig, da man unterwegs nur wenige Möglichkeiten hat Lebensmittel nachzukaufen. Die „Supermärkte“ auf den anderen Inseln – es gibt welche auf Praslin und La Digue – kann man eher als Tante-Emma-Läden bezeichnen.

Der Erlebnisfaktor – unterwegs in den Seychellen

Als erstes Land der Erde hat der kleine Inselstaat den Naturschutz in seine Verfassung aufgenommen. Es wurden umfangreiche Schutzgebiete eingerichtet, um die einzigartige Artenvielfalt zu erhalten. Wer vor allem wegen der paradiesischen Palmenstrände und der bunten Unterwasserwelt gekommen ist, wird überrascht sein, welcher Garten Eden sich auch im Inneren der Inseln verbirgt.

Wasserfall und Tropenvegetation auf Praslin. ©Hermann Winkler

Am bekanntesten dürften die Aldabra Riesenschildkröten sein, denen man an vielen Plätzen begegnen kann. Besonders gut eignet sich dazu die Schildkrötenfarm auf der Insel Curieuse, wo man etwa 100 freilaufende Exemplare bestaunen kann, aber auch die Insel Moyenne verfügt über eine große Population. Wer bis Bird Island segelt, kann dort sogar der größten Landschildkröte der Welt begegnen, der 180 Jahre alten und 300 Kilo schweren Esmeralda.

Hautnahes Erleben auf der Schildkrötenfarm auf Curieuse. ©Hermann Winkler

Im Valle de Mai (UNESCO Weltnaturerbe) auf Praslin lässt sich ein Palmenwald aus der Urzeit durchwandern: Die dortigen Kokosnüsse – Coco de Mer genannt – gelten als die größten und teuersten der Welt. Sie benötigen bis zu sieben Jahre, um zu reifen, und können 45 Kilo schwer werden.

Ein Wald voller Kokosnüsse in allen Formen und Größen. ©Hermann Winkler

Wer urzeitliche Nebelwälder erkunden möchte, besucht die Insel Silhouette mit dem wohl am besten erhaltenen Naturraum der Seychellen. Sie beherbergt die größte Artenvielfalt im gesamten Indischen Ozean, angefangen von nur dort lebenden Schildkröten- und Vogelarten bis hin zu Flughunden und fleischfressenden Kannenpflanzen. Auch das Vogelparadies von Aride Island ist sehr empfehlenswert, genauso wie das Schnorcheln durch die bunte Unterwasserwelt. Besonders beliebte Spots dafür sind zum Beispiel die Inseln Îlet Saint Pierre und Cocos Island.

Auch die Vogelkolonie auf Bird Island ist absolut sehenswert. ©Hermann Winkler

Ein weiteres Törn-Highlight ist eine Fahrradtour auf La Digue (mehrere Fahrradverleihe direkt am Hafen La Passe). Auf autofreien Straßen geht es zu einigen der schönsten Strände der Welt, etwa der Anse Source d’Argent, Kulisse für die Werbespots von Bacardi und Raffaello, oder zur herrlichen Grande Anse. Tipp: Von dort aus führt ein Fußweg (45 min) zur menschenleeren Paradiesbucht Anse Cocos.

Die Grand Anse auf La Digue mit extra langem Strand. ©Hermann Winkler

Wer nach seinem Ausflug den Wunsch nach einem Cocktail an der Bar oder einem gepflegten Restaurantbesuch hat, wird auch diesen erfüllt bekommen. Kulinarisch kann man sich auf bodenständige kreolische Küche einstellen, die von Reis- und Fischgerichten bestimmt ist, aber auch internationale Küche wird angeboten. Generell ist die Dichte an Restaurants gering, die beste Auswahl dafür bieten diese Plätze: Beauvallon auf Mahé, La Passe auf La Digue und in Côte d’Or (Anse Volbert) auf Praslin. Dazu kann man in manchen Buchten auf Anfrage auch in einem der dortigen Hotels speisen.

Fischrestaurant, Café und Kunstgalerie in der Anse Volbert auf Praslin. ©Hermann Winkler

Häfen und Ankerbuchten – die Törnziele der Seychellen

Hat man den Hafen auf Mahé einmal verlassen, ist man auf seinen Anker und das Beiboot angewiesen. Die Auswahl an schönen Buchten und Stränden lässt keine Wünsche offen, kostenfreie Ankerplätze sind überall im Revier zu finden, insbesondere rund um die Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue. An manchen Stellen aber gibt es auch Nationalparks, in denen für das Ankern Gebühren eingehoben werden, und die Privatinseln können nur mit Genehmigung und gegen Gebühr besichtigt werden (siehe auch Infoteil).

Fast immer wird auf gut haltendem Sandgrund geankert. ©Hermann Winkler

Die Richtung von Wind und Welle bestimmt jeweils den besten Platz für die Übernachtung. Dabei geht es hier nicht immer so einfach zu wie etwa im Mittelmeer, wo meist gilt: Ist die Bucht windgeschützt, ist auch die See ruhig. Hier, mitten im Indischen Ozean, kann auch eine von der Windsee abweichende Dünung oder eine um die Insel laufende Welle einen Ankerplatz ungemütlich machen. Auch sind nicht alle Ankerplätze richtige Buchten, oft wird einfach vor Stränden oder neben einer kleinen Insel geankert. Doch ist ein Ankerplatz zu unruhig, ist das meist kein Problem: Die Distanzen sind kurz und eine passende Alternative schnell gefunden.

Die Île au Cerf im Sainte Anne Marine Nationalpark. ©Hermann Winkler

Der Ankergrund ist meist sandig und gut haltend. Man sollte unbedingt vermeiden, den Anker auf Korallenblöcke fallen zu lassen. Einerseits, weil das Schaden an den Korallen anrichtet, andererseits, weil sich der Anker daran verhaken kann. Bei der Wahl der Wassertiefe sollte man im Hinterkopf haben, dass der Tidenhub in der Springzeit bis zu 1,80 Meter beträgt.

Bei Ebbe wird der Strand wie hier in der Anse Volbert auf Praslin breiter. ©Hermann Winkler

Alle Buchten sind postkartenschöne Tropenträume mit Palmen, Sandstrand und den typisch rundgeschliffenen Granitfelsen. Das Ensemble variiert natürlich, mal gibt es weniger Steine, längere Strände oder dichtere Palmen. An manchen Ankerplätzen gibt es Hotels, andere sind wiederum ganz einsam und einige liegen in Nationalparks, in denen auch Gebühren eingehoben werden. Die bekanntesten sind der Ternay Nationalpark im Nordwesten von Mahé, der Sainte Anne Nationalpark vor der Ostküste von Mahé, die Insel Curieuse inklusive Îlet Saint Pierre sowie Cocos Island. Hier kommen die Ranger zum Kassieren mit einem kleinen Motorboot längsseits.

Landausflug im Nationalpark auf der Insel Curieuse. ©Hermann Winkler

Als sicherste Bucht der Seychellen gilt Port Launay an der Nordwestseite von Mahé. Sie bietet Schutz vor den meisten Windrichtungen und ist deshalb auch bei Langfahrtseglern beliebt.

Vor den Privatinseln darf grundsätzlich geankert werden. Möchte man allerdings an Land gehen, ist vorher eine Genehmigung einzuholen. Das Prozedere ist je nach Insel unterschiedlich (siehe Infoteil). Im Prinzip sind diese Inseln in erster Linie wegen der tollen Natur lohnenswerte Ziele, hin und wieder ist es auf Anfrage auch möglich, in einer ansässigen Hotelanlage essen zu gehen.

Die einzigen Verbotszonen auf den Inner Islands sind die Police Bay auf Mahé und die Grande Anse auf Praslin.

Wie hier im Sainte Anne Marine Nationalpark bieten die Seychellen tropische Bilderbuchkulisse im Überfluss. ©Hermann Winkler

Der einzige Hafen abseits von Mahé ist der Port de La Passe auf La Digue. Im Hafenbecken setzt man zunächst den Buganker und bringt dann mit Hilfe des Dinghis oder schwimmend eine Landleine zum Ufer aus. Da der Hafen fast immer voll ist und keine Reservierung möglich ist, sollte man nicht zu spät ankommen. La Passe ist Ausgangspunkt für die Inselerkundung und bietet darüber hinaus auch mehrere Restaurants und einen Lebensmittelladen.

Das Haus des Hafenmeisters von La Passe. Auf La Digue ist man am besten mit dem Fahrrad unterwegs. ©Hermann Winkler

Eine weitere Möglichkeit, an einer Art Hafenanlage festzumachen, bietet die Baie Sainte Anne auf Praslin. Hier betreibt Dream Yacht Charter eine kleine Charterbasis an einem Schwimmsteg. Auch Besucher können gegen Voranmeldung und bei Verfügbarkeit hier einen Liegeplatz bekommen und Wasser tanken. Alternativ bietet ein anderer Betreiber einige Bojen an. Aufgrund des Schwells in der Bucht dürften diese im Hinblick auf einen erholsamen Schlaf die bessere Wahl sein. In der Bucht legen auch die Fähren aus Mahé und Praslin an. Bar, Restaurant oder Supermarkt sucht man hier allerdings vergeblich.

Der Schwimmsteg und die Hafenpier Baie Sainte Anne auf Praslin. ©DirkR/stock.adobe.com

Nautische Begebenheiten – die Herausforderung

Die Seychellen mit der Yacht zu befahren ist grundsätzlich keine allzu große Herausforderung: Die Distanzen sind kurz, die Winde relativ berechenbar und Stürme sehr selten. Die vorhandenen Strömungen sind moderat, die Ankergründe halten gut und die nautischen Unterlagen sind ausreichend präzise.

Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten: Zum Beispiel sind die elektronischen Seekarten von Navionics zur Navigation zwischen den Inseln gut geeignet, im Nahbereich dagegen aber oft ungenau. Einige Riffe und Felsen sowie genaue Wassertiefen fehlen mancherorts. Was bedeutet, dass bei der Anfahrt von Ankerplätzen die gute alte Augapfel-Navigation gefragt ist, bei der eine Person am Bug mit Hilfe der Wasserfarben die Flachstellen auskundschaftet. Etwas Erfahrung mit dem Ankergeschirr und der Wahl eines geeigneten Platzes (Grundbeschaffenheit, Kettenlänge, Schwojradius) ist von Vorteil. Auch kann es beim Ansteuern eines Ankerplatzes vorkommen, dass dieser weniger angenehm ist als erwartet (Wellen). Dann ist man froh, wenn man einen Plan B einkalkuliert hat, da man nach Einbruch der Dunkelheit in diesem Revier besser nicht unterwegs sein sollte.

Wie überall in den Tropen wird es nach dem Sonnenuntergang sehr schnell dunkel. ©Hermann Winkler

Die vorhandenen Strömungen aus dem maximal 1,80 Meter hohen Tidenhub beeinflussen weder die Törnplanung noch die Abfahrtszeiten der einzelnen Etappen. An Engpässen oder Kaps können diese aber durchaus relevante Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu vier Knoten erreichen. Vor einem Bad am Ankerplatz sollte deshalb einmal die Strömung geprüft werden.

Die fehlende maritime Infrastruktur und das fast ausschließliche Liegen vor Anker könnte man allemal als nautische Herausforderung bezeichnen, doch sind dies Reviermerkmale fast aller tropischen Destinationen.

Auch auf der Ile Thérèse muss die Yacht sicher geankert werden. ©Hermann Winkler

Zu einer Herausforderung kann das Anlanden am Strand mit dem Schlauchboot werden, weil die Dünung hier bisweilen aus einer anderen Richtung als die Windsee kommt. Auch wenn diese oft sehr flachen, langgezogenen Wellen am Ankerplatz überhaupt nicht stören, können sie aber direkt am Ufer für ausgeprägte Brandungswellen sorgen – von See aus leicht zu unterschätzen! Vor dem Anlanden ist es von daher ratsam, mit dem Fernglas die Situation am Ufer zu prüfen. Und noch ein Tipp: Weil man im schaumigen Wasser der Brandung nicht sieht, wohin man tritt, sind Neoprenschuhe oder wasserfeste Sandalen empfehlenswert. Übrigens macht sich der Tidenhub am Strand durchaus bemerkbar und je nachdem, ob Ebbe oder Flut ist, muss man das Beiboot landeinwärts tragen.

Beim Anlanden mit dem Schlauchboot sollte man wissen, ob Ebbe oder Flut ist. ©Hermann Winkler

Gut zu wissen – weitere Revierinformationen für die Seychellen

Tanken

Die einzige Bootstankstelle befindet sich auf Mahé im Old Harbour von Victoria. Charteryachten mit Heimathafen Eden Island müssen hier vor der Rückgabe tanken. Vereinzelt ist unterwegs das Bunkern mit Kanistern von einer Autotankstelle möglich.

Geld und Währung

Das allgemeine Preisniveau in Supermärkten und Restaurants ist etwas höher als in Deutschland oder Österreich, da fast alle Waren importiert werden müssen. Generell wird mit der Seychellen Rupie (SCR) bezahlt, die man zum Beispiel am Flughafen gegen Euro eintauschen kann oder mit der Kreditkarte aus dem Automaten bekommt. Privatinseln verlangen oft Euro oder Kreditkarten.

Sehr verlockend, aber die Bars und Restaurants haben ihren Preis. ©Hermann Winkler

Telefon & Internet

Prepaid-SIM-Karten sind am Flughafen und in der Eden Island Marina erhältlich. Wifi-Spots sind auf den Inseln selten, in der Eden Island Marina gibt es einen im Chatterbox Café.

Sprache

Kreolisch, Englisch, Französisch: Alle drei Sprachen sind Amtssprache. Die Verständigung auf Englisch funktioniert somit fast überall problemlos.

Die Seychellen sind auf internationalen Tourismus eingestellt. ©Hermann Winkler

Wind

Nordwestmonsun:
Dezember bis März, leicht und gleichmäßig, 5–15 Knoten, vermehrt Regenschauer.

Südostmonsun:
Mai bis Oktober, kräftig und trocken, 10–25 Knoten, schwemmt Seegras an.

Zwischenzeiten:
April und November, wenig Wind, optimale Schnorchel-Bedingungen.

Strömung

An Engstellen und zur Springzeit kann lokal Strömung von bis zu vier Knoten auftreten. Der Tidenhub beträgt maximal 1,80 Meter zu Springzeiten.

Literatur & Seekarten

Der Revierführer Pilote Cotier: Seychelles Nautical Pilot von Alain Rondeau ist vergriffen und wurde schon lange nicht mehr aktualisiert. Trotzdem ist dies der einzige brauchbare Revierführer, der auch auf allen Charteryachten vorhanden ist.
Navionics (elektronisch): Asia & Africa

Nationalparks und Privatinseln: Gebühren und Genehmigungen

Die Gebühren der Privatinseln sind Eintrittspreise für das Betreten. Das Prozedere für eine Genehmigung ist sehr unterschiedlich: Bei Bird Island ruft man 24 Stunden vorher an, bei Silhouette Island muss diese 1 bis 2 Tage vorher in einem Verwaltungsbüro in Victoria beantragt werden, und für die als „nicht zugänglich“ gelisteten Inseln Fregate Island und Denis Island bräuchte man sogar ein behördliches Zertifikat (Begutachtung der Yacht ob diese frei von Ratten ist). Und: Ist gerade ein prominenter Gast zu Besuch auf einer Insel, kann es auch sein, dass diese vorübergehend gesperrt ist. Vor Ort lässt sich das aber alles gut herausfinden und organisieren, die Chartersegler können auf die Hilfe der Stützpunkte setzen, die Fahrtensegler können beim Einklarieren nach detaillierten Infos fragen.

Die Hauptstadt Victoria ist das Handels- und Verwaltungszentrum der Inseln. ©Hermann Winkler

Bei den Nationalparks kann man dagegen einfach hinfahren, die Gebühren sind dann vor Ort zu bezahlen. Hin und wieder kann es auch passieren, dass niemand zum Kassieren kommt. Der Landgang ist im Prinzip nur zu den angegebenen Zeiten möglich. Teilweise wird man abgeholt und darf zum Schutz der Natur oder Tiere nicht selbst mit dem Schlauchboot anlanden. Alle Preise und Öffnungszeiten können sich ändern und sollen hier nur als Anhaltspunkt einen Überblick geben.

Traumstrände wie hier auf der Ile Thérèse finden sich überall im Revier. ©Hermann Winkler

Mahé: St. Anne Marine Park
Täglich geöffnet von 8.30 bis 17 Uhr. Zwölf Euro pro Person und Tag + 17 Euro Ankergebühr pro Yacht bei Übernachtung.

Mahé: Baie Ternay Marine Park
Täglich geöffnet von 8.30 bis 17 Uhr. Zwölf Euro pro Person und Tag + 17 Euro Ankergebühr pro Yacht bei Übernachtung.

Einsame Bucht im Baie Ternay Marine Park auf Mahé. ©Hermann Winkler

Cousin Island
Geöffnet Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr, geschlossen an Feiertagen, Ankunft zwischen 9 und 10 Uhr möglich. 35 Euro pro Person und Tag für geführte Inseltouren.

La Digue Island
L’Union Estate und Anse Source d’Argent (Park und Strand) sind täglich von 7 bis 17 Uhr geöffnet, vier Euro pro Person (nur, wenn man den Park und den Bacardi-Strand besucht).

Leckere und frische Fruchtcocktails in der Anse Source d’Argent. ©Hermann Winkler

Aride Island
Geöffnet Sonntag, Mittwoch und Donnerstag, für geführte Touren (30 Euro pro Person) ist die Ankunft zwischen 9 und 10 Uhr notwendig. Voranmeldung per Telefon: +248 2547722 oder +248 2719778.

Curieuse Island und Îlet Saint Pierre Marine Park
Täglich geöffnet, 10 Euro Ankergebühr pro Person.

Praslin Island: Vallée de Mai (Palmenwald)
Täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet, 15 Euro pro Person (nur, wenn man das Palmental besichtigt).

Big Sister Island (Privatinsel)
Geöffnet von Montag bis Freitag von 10.30 bis 15 Uhr, geschlossen an Feiertagen, 30 Euro pro Person.

Silhouette Island (Privatinsel)
Täglich geöffnet, 35 Euro pro Person, Genehmigung 24 Stunden vorher im Büro des I.D.C. Office in Mahé oder an der Charterbasis.

Bird Island (Privatinsel)
Täglich geöffnet, Genehmigung 24 Stunden erforderlich (an der Charterbasis oder per Telefon), 50 Euro pro Person.

Herrlich einsam, wild und naturbelassen: Strand auf Bird Island. ©Hermann Winkler

Private und nicht zugängliche Inseln:
North Island, Small Sister Island, Marianne Island, Denis Island, Fregate Island

Chartern auf den Seychellen

Im Vergleich zu Hotspots im Mittelmeer oder der Karibik ist das Gesamtangebot mit etwa 70 Charteryachten vergleichsweise überschaubar. Bis auf den kleinen Stützpunkt auf der Insel Praslin haben alle Charterfirmen ihre Basis in der Eden Island Marina auf Mahé. Fast alle Yachten sind Katamarane, die Wassertiefen an den Ankerplätzen sind aber auch für Kielyachten völlig problemlos. Allerdings liegen die Katamarane in dem selten wirklich glatten Ozean deutlich ruhiger. Das tropische Klima ist eine Herausforderung für Material und Technik und Ersatzteile müssen aus Übersee herangeschafft werden. Daher sollte man trotz aller Bemühungen der Charterfirmen nicht immer den europäischen Standard voraussetzen.

Tipp der Redaktion (Anzeige)
Sehr professionell und aufgrund ihrer Erfahrung mit weltweiten Stützpunkten betreibt die Firma Moorings einen sehr zuverlässigen Stützpunkt auf hohem Niveau. In der Eden Island Marina nahe dem internationalen Flughafen stehen 15 Yachten zwischen 40 und 58 Fuß zur Verfügung, darunter auch Motorkatamarane.

Die Preise bei The Moorings sind immer inklusive Beiboot mit Außenborder, Bettwäsche und Handtücher, Friendly Skipper, Wasser & Eis und The Moorings Grundpaket. Wer nicht selbst die Verantwortung übernehmen möchte, kann auch einem The Moorings-Profiskipper oder eine Crewed Yacht Charter buchen und sich von einer professionellen Crew das Revier zeigen lassen. Weitere Extras wie SUP oder Kajaks, Tauch- und Angelausrüstung können ebenfalls am Stützpunkt ausgeliehen werden. Hier geht es zu den aktuellen Verfügbarkeiten und Preisen.

Weitere Infos und Buchung
Das deutsche Buchungsbüro von The Moorings hat seinen Sitz in Bad Vilbel nahe Frankfurt.
Telefon: +49 6101 55791 528
E-Mail: info@moorings.de
Internet: www.moorings.de

Fast alle Charteranbieter haben ihre Flotte in der Eden Island Marina auf Mahé. ©Hermann Winkler

Diese Firmen betreiben vor Ort einen Stützpunkt

Große und kleine, nationale und internationale Flottenbetreiber bieten auf den Seychellen moderne Yachten an. Unter anderen betreiben diese Firmen vor Ort ihren eigenen Stützpunkt.

Diese Charter-Agenturen helfen dir eine Yacht zu finden

Für eine deutschsprachige Beratung und die zuverlässige Buchung von Charteryachten bewährter Anbieter auf den Seychellen können diese Firmen behilflich sein:

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Herbert Thiele
Herbert Thiele
6 Monaten her

Wir waren Anfang 2020 mit einer 6er-Crew als Bareboat-Charterer in den Inner-Islands zwei Wochen mit einem Kat unterwegs: ein Traum. Zum Eingewöhnen haben wir vor dem Törn eine Woche auf Mahe in Apartments gewohnt und die Insel erkundet.

Hermann Winkler [Autor]
Hermann Winkler [Autor]
6 Monaten her

Das ist ein guter Punkt! Vor allem wenn man aus dem europäischen Winter kommt ist es eine gute Idee, schon zumindest einen Tag vor dem Törn anzureisen, damit man sich an das tropische Klima gewöhnen kann.

Manfred Richter
Manfred Richter
6 Monaten her

Hallo Hermann, toller Törnbericht. Wir waren im August 2019 mit einem Katamaran gechartert (bareboat) bei Marine Cat Say unterwegs, auch zu empfehlen. Eine wirklich phantastische Landschaft und traumhafte Strände, vor allem auf La Digue. Klimatisch sehr gut, weil es tagsüber warm zum Baden ist und es nachts angenehm zum Schlafen unter Deck ist. Vor der Ankunft war uns etwas mulmig wegen der 2 bis 2,5m Wellen, die merkt man aber unterwegs praktisch nicht, da schön langezogen. Mittelmeerwellen sind da deutlich unangenehmer. Leider sind die Korallenriffe wohl nicht mehr so toll wie noch Jahre zuvor. Wir wollen auf jeden Fall aber… Mehr lesen »

Hermann Winkler [Autor]
Hermann Winkler [Autor]
6 Monaten her

Hallo Manfred, freut mich wenn der Artikel gefällt! Ich bin voraussichtlich im Herbst 2021 auch wieder auf den Seychellen, es ist wirklich paradiesisch dort! Schau Dir gern auch den Bericht von meinem Törn 2019 auf meiner privaten Seite an: https://www.w-sailingteam.com/toernbericht-revierinfo-seychellen.html