Revierinformation Ionisches Meer: Alle Infos für Segler

Ein Beitrag von

Michael ist seit über 20 Jahren als Journalist und Fotograf auf dem Wasser tätig. Der studierte Geograf hat weltweit Reisereportagen in mehr als 100 Charter- und Blauwasserrevieren produziert. Zudem haben den Hamburger viele Segelreisen und seine frühere Tätigkeit als Charter- und Überführungsskipper rund um den Globus geführt. Zusammen mit Sönke Roever ist er die treibende Kraft von BLAUWASSER.DE und ein beliebter Referent auf Bootsmessen und diversen Seminaren (siehe Termine).

Der Überblick – das Segelrevier Ionisches Meer

Die Inseln im Ionischen Meer sind das einzige griechische Segelrevier, das nicht in der Ägäis liegt und damit nicht dem dort vorherrschendem Starkwind Meltemi ausgesetzt ist. Von Korfu im Norden bis nach Zakynthos im Süden erstreckt sich die Inselwelt über etwa 140 Seemeilen. Alle der etwa 50 Inseln liegen nah am griechischen Festland, die Westküste der Insel Kefalonia ist mit knapp 40 Seemeilen am weitesten vom Festland entfernt. Ein Pendeln zwischen Inselwelt und Festland gehört damit selbstverständlich mit zum Törnerlebnis.

Das Besondere am Ionischen Meer (wie auch an den anderen griechischen Revieren) ist die Tatsache, dass wir statt in modernen Marinas immer noch überwiegend an den Promenaden der schönen Hafenorte festmachen und dabei stets das authentische Ambiente und die griechische Gastfreundschaft der einheimischen Bewohner erleben – und dabei oft keine oder nur sehr geringe Hafengebühren bezahlen.

Auch das freie Ankern ist überall möglich, es gibt kaum Verbotszonen, Absperrungen oder komplizierte Regelwerke. Insgesamt ist die Kommerzialisierung und Regulierung des nautischen Tourismus hier nicht so weit fortgeschritten wie in anderen Mittelmeerrevieren.

Irgendwie findet jeder wie hier in Kioni auf Ithaka seinen Platz. ©Michael Amme

Natürlich hat dieses Setup auch seinen Preis: Über die Jahre ist das Revier zunehmend beliebter geworden. Immer mehr Eigner haben hier ihren festen Liegeplatz und die Charterflotten sind jedes Jahr gewachsen (hier könnt ihr euch über eine zuverlässige Chartermöglichkeit informieren).

Wer beispielsweise Lakka auf Paxos ansteuert, sollte besser nicht auf einen der knapp zehn Liegeplätze am Inseldorf hoffen. Selbst der Ankerplatz in der geschützten Hafenbucht ist nicht selten mit 50 oder 60 Yachten voll belegt. Aber keine Sorge: Die große Anzahl an möglichen Zielen in diesem weitläufigen Revier entzerrt das Geschehen und die schönen Plätze bleiben trotz des Andrangs immer noch sehenswert.

Selbst in der Nebensaison ist der Ankerplatz in Lakka auf Paxos oft rappelvoll. ©Michael Amme

Die Herausforderung – unterwegs im Inselreich des Ionischen Meeres

Unter Urlaubsseglern gilt das Revier Ionisches Meer auch als beliebtes Anfänger- und Einsteigerrevier. Warum? Zunächst einmal bieten die vielen Inseln und das nahe Festland sehr viele Ziele auf kurzen Distanzen, was die Tages- und Törnplanung einfach macht. Auch ist ein Großteil des Segelreviers durch die vorgelagerten Inseln gut vor dem offenen Meer geschützt, die Navigation ist einfach, das nautische Material umfangreich und das ganze Revier ist tiden- und damit weitestgehend strömungsfrei.

Reine Küsten, grüne Inseln, leichte Winde – das Ionische Meer bietet meist Idealbedingungen. ©Michael Amme

Das Fehlen der maritimen Infrastruktur in Bezug auf Marinas, Bojenfelder, Liegeplätze mit Muringleinen und Hilfe durch Hafenmitarbeiter ist allerdings ein Merkmal, das gegen die Klassifizierung als Anfängerrevier spricht. Zumal eine Segelreise durch die griechische Inselwelt immer auch ein Törn ist, in dem Ankermanöver eine große Rolle spielen – in Buchten genauso wie in Häfen! Gerade die römisch-katholischen Ankermanöver in den kleinen Inselhäfen sind für den Revierneuling eine neue Herausforderung, die es so in fast keinem anderen Mittelmeerrevier gibt (dazu später mehr).

Gehört in Griechenland mit zum Alltag: Ankersalat beim römisch-katholischen Anlegemanöver. ©Michael Amme

Uneingeschränkt richtig ist allerdings die Aussage, dass das Ionische Meer das griechische Einsteigerrevier ist. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass das Ionische Meer das einzige griechische Segelrevier ist, das nicht im Ägäischen Meer liegt und damit nicht dem starken Meltemi ausgesetzt ist. Tatsächlich dominiert dieser griechische Sommerwind die gesamte Ägäis, hier gelten Reviere wie die Kykladen oder der Dodekanes als anspruchsvolle Starkwindreviere. Ein Grund mehr, warum gerade im Ionischen Meer die Dichte an Charterschiffen und Flottillen so hoch ist.

Das Ionische Meer – Entfernungen, Routen- und Törnoptionen

Für Segler auf Urlaubstörn besteht das Ionische Meer genaugenommen aus zwei Revieren: Im Norden liegt das Revier rund um Korfu, Paxos und Antipaxos, im Süden erstreckt sich das Revier rund um die Inseln Lefkas, Kefalonia, Ithaka, Zakynthos und viele weitere kleine Inseln. Zwischen den beiden Abschnitten gibt es eine Art Lücke aus etwa 30 Seemeilen ohne Inseln. Wer das ganze Revier zwischen Korfu und Zakythos auf einem Törn absegeln möchte, hat am Ende etwa 350 Seemeilen auf der Logge (ohne Zakynthos kann die Strecke auch auf etwa 250 Seemeilen reduziert werden). Kein Problem auf einem Törn mit zwei Wochen Zeit, aber viel zu weit für eine Woche.

Zwischen Antipaxos bei Korfu und Lefkas gibt es auf gut 30 Seemeilen keine Inseln. ©Michael Amme

Wer als Urlaubssegler für eine Woche kommt, muss sich entscheiden: Übernehme ich eine Yacht in der Marina Gouvia auf Korfu oder in der Marina Lefkas im Süden auf der gleichnamigen Insel? Beide Häfen sind fast gleich gut mit Flugverbindungen zu erreichen (Lefkas ist mit einer Taxifahrt vom Flughafen in Preveza aus zu erreichen) und haben ein vergleichbar großes Angebot an Charteryachten. Und wie gesagt: Wer für zwei Wochen kommt, der kann beide Teile des Reviers gut auf einem Törn miteinander verbinden.

Im Südteil des Ionischen Meers ist Lefkas Marina das maritime Zentrum. ©Michael Amme

Das Revier im Süden bietet dabei deutlich mehr Inseln und Ziele und kann problemlos auch zwei Wochen lang bereist werden. Wer auf einem Zickzack-Kurs zwischen den Inseln und dem Festland unterwegs ist, hat schnell auch hier nur im südlichen Teil des Reviers seine 250 oder 300 Seemeilen auf der Logge. Und er kann dabei sicher sein, dass er trotzdem auch nach 14 Tagen immer noch nicht alle Hafenorte, Buchten und Sehenswürdigkeiten gesehen hat. So ein Törn gibt einem auch die Möglichkeit, abseits der großen Namen wie Phiskardo, Vathi oder Kioni einige der weniger bekannten (und frequentierten) Plätze des Reviers zu erkunden.

Unweit vom Hotspot Kioni auf Ithaka gibt es bereits einsame Buchten wie beim Kap Ag. Nikolaou. ©Michael Amme

Die Lage im Norden rund um Korfu sieht etwas anders aus. Was auch daran liegt, dass die mit etwa 35 Seemeilen Länge größte Insel des Ionischen Meers für Segler nicht so viel zu bieten hat, wie der Ansturm durch Landtouristen vermuten lässt. Kaum jemand macht sich hier auf zu einer Inselumrundung von Korfu, da die Westseite der Insel als wenig zugänglich gilt und der einzige Hafen Palaiokasrtita meist komplett mit einheimischen Booten belegt ist.

Die Bucht Agios Georgios ist eine der wenigen Ziele an der Westküste von Korfu. ©Michael Amme

Trotzdem: Wer hier auf Erkundungstour etwas abseits der Hauptroute der Segler unterwegs ist, findet auch auf dieser Route seine Ziele: Die weite Bucht Agios Georgios bietet mit Sandstrand und Tavernen genauso ein attraktives Ziel wie die kleinen Buchten im Kanal von Korfu vis-à-vis der albanischen Küste. Aber auch die wenig besuchten kleinen Inseln Othoni oder Erikoussa nördlich von Korfu haben ihren ganz eigenen Reiz.

Winzig klein und trotzdem alles da – die Miniinsel Erikoussa nördlich von Korfu mit Ankerplatz, Strand und Hafen. ©Michael Amme

Doch die eigentlichen Ziele für einen Törn ab Korfu liegen Richtung Süden: Syvota und Parga sind die beliebten Häfen am Festland, Lakka und Gaios die auf der Insel Paxos, dazu bietet die Insel Antipaxos mit ihren türkis leuchtenden Ankernischen herrliche Stopps. Das Highlight von Korfu ist auf dieser Route die Altstadt von Korfu selbst, die viele allerdings vom sehr nahe gelegenen Ausgangshafen Gouvia Marina mit dem Taxi besuchen. Als einziges Ziel auf Korfu bietet sich auf dieser Route dann nur noch die kleine Hafenpier im gemütlichen Fischerort Petiri an.

Die schönen Altstadtgassen von Korfu Stadt sind leicht von drei Stadthäfen aus zu erreichen. ©Michael Amme

Wer die erwähnten Ziele südlich von Gouvia Marina auf einem einwöchigen Bummeltörn absegelt, kann sich auf eine perfekte und etwa 100 Seemeilen lange Rundreise mit attraktiven Stopps freuen. Wer zwei Wochen Zeit hat, wird sicherlich weiter Richtung Süden nach Lefkas segeln. Diese Erklärung soll deutlich machen, dass sowohl Korfu wie auch Lefkas für einen Start einer ein- oder zweiwöchigen Charterreise geeignet sind, auch wenn der südliche Teil des Ionischen Meers ab Lefkas eine etwas größere Vielfalt und Auswahl bietet.

Die Anzahl an schönen Inselhäfen wie hier Phiskardo auf Kefalonia ist im Süden größer. ©Michael Amme

Häfen und Ankerbuchten – die Törnziele im Ionischen Meer

Die Anzahl richtiger Marinas mit Serviceeinrichtungen, Muringleinen, Wasser, Strom und weiteren Einrichtungen ist im Ionischen Meer sehr überschaubar. Je nachdem, welche Art Hafen man noch der Kategorie Marina zuordnet, beschränkt sich die Zahl auf den etwa 200 Seemeilen zwischen Korfu im Norden und dem Festland des Peloponnes im Süden auf maximal zehn. Hier muss dann auch mit den im Mittelmeer üblichen Hafengebühren gerechnet werden. Da ein Teil dieser Anlagen aber auch in einem für Urlaubszwecke eher weniger einladendem Umfeld gelegen ist, wird man auf seinem Urlaubstörn oft kaum eine andere Marina als den Ausgangshafen besuchen.

Anlagen wie die Gouvia Marina auf Korfu bieten das komplette Service-Angebot. ©Michael Amme

Die Anzahl der städtischen Insel- und Küstenhäfen im Revier, die wir auch problemlos mit einer Kielyacht ansteuern können, ist mit etwa 30 um ein Vielfaches höher. Weitere etwa zehn winzige Häfen mit einer Handvoll Liegeplatzmöglichkeiten liegen ebenfalls über das Revier verstreut und bieten zusätzliche Alternativen. Genauso wie ein gutes Dutzend Anleger vor kleinen Minisiedlungen, die auch von Yachten genutzt werden können und nicht selten einen authentischen Blick in das lokale Leben erlauben.

Schöne Inselhäfen wie hier Gaios auf Paxos sind die begehrten Ziele des Reviers. ©Michael Amme

Die meisten dieser städtischen Häfen bieten das typisch griechische Setup aus Inselort, Hafenpromenade und Liegeplatz direkt vor den Tischen und Stühlen einer Taverne. Die einen sind spektakulär schön (und überlaufen) wie Phiskardo, Vathi, Gaios oder Kioni, die anderen eher ruhige Reviervertreter. In der Regel bieten selbst die kleinsten Orte noch Angebote wie eine Taverne oder einen kleinen Lebensmittelladen, die größeren werden auch viel von Landtouristen und Ausflugsbooten besucht und haben ein dementsprechend größeres Angebot.

Auch im Festlandsort Syvota ist die Hafenpromenade Liegeplatz und Ausgehmeile zugleich. ©Michael Amme

Abgesehen von den Marinas wird in allen anderen Häfen ausnahmslos römisch-katholisch festgemacht. Das bedeutet, dass der eigene Anker im Hafenbecken den Bug in Position hält und zwei Heckleinen das Heck an der Pier. Damit wird die Ankerkette zu einer Art Muringleine, wie wir sie aus den meisten anderen Mittelmeerdestinationen kennen.

Alle Yachten haben hier im Hafen von Gaios ihren eigenen Anker ausgebracht. ©Michael Amme

Das Manöver ist kein Hexenwerk, wird aber bei viel Seitenwind oder auflandigem Wind schnell anspruchsvoll. Ein Tipp: Um bei viel Wind die Kontrolle über das Manöver und die Steuerfähigkeit der Yacht zu behalten, muss während des Manövers genug Geschwindigkeit im Schiff sein. Problem: So schnell kann nicht genug Ankerkette von der elektrischen Ankerwinsch gefiert werden. Deshalb bei diesem Manöver stets die manuelle Bremse der Ankerwinsch lösen und die Ankerkette einfach ausrauschen lassen.

Bremse lösen und Ankerkette rausrauschen lassen ist die Wahl für das Manöver römisch-katholisch. ©Michael Amme

Hilfe von Hafenmitarbeitern ist in den kleinen städtischen Häfen nicht vorhanden, auch Strom und Wasser an jedem Liegeplatz ist hier nicht selbstverständlich und Sanitäranlagen gibt es so gut wie nie. Dafür wird oft gar nicht kassiert und wenn doch, dann meist nur kleine Beträge. In den größeren Stadthäfen macht ein Hafenmitarbeiter am Abend eine Runde und kassiert direkt am Schiff, in anderen wird erwartet, dass der Skipper zum Hafenbüro kommt. Bei aller Improvisation und dem gelegentlichen morgendlichen Ankersalat funktioniert dieses Hafenprinzip erstaunlich gut, zur Not wird das Wasser mit dem Tankwagen geliefert oder der Strom kommt aus einer Taverne.

In den größeren Stadthäfen wie hier in Gaios kommt die Hafenmitarbeiterin zum Kassieren. ©Michael Amme

Immer findet sich ein Platz zum Ankern, Muringfelder gibt es keine

Bisher hat keiner alle beschriebenen und unbeschriebenen Ankerplätze im Ionischen Meer gezählt und addiert. Die Zahl ist aber auf jeden Fall dreistellig und damit mehr als ausreichend für wochenlanges Buchtenbummeln. Jede Insel hat seine gut geschützten Buchten (meist aber nicht auf der Westseite), die fast alle auch ideale Ankertiefen zwischen fünf und zehn Metern haben. Freies Ankern ist damit fast überall möglich, in manchen stark frequentierten Buchten wird aus Platzgründen auch mal mit Landleinen festgemacht.

In fast allen Buchten kann wie hier auf Atokos frei geankert werden. ©Michael Amme

Einige Buchten bieten Tavernen und Bars, andere beherbergen eine Hotelanlage, viele sind aber auch nur von grüner Natur oder ein paar privaten Ferienhäusern umgeben. Anders als zum Beispiel in Kroatien haben viele der Buchten herrliche Sandstrände, das Meer hat hier eine sehr gute Wasserqualität und ab Ende Mai ist auch die Wassertemperatur mit etwa 20 Grad badetauglich.

Die Ionischen Inseln bieten wie hier auf Erikousa ganz im Norden viele schöne Sandstrandbuchten. ©Michael Amme

Vereinzelt gibt es vor einer Hotelanlage mal eine Schwimmabsperrung, insgesamt aber ist der Zugang zu den Buchten frei von Beschränkungen. Die Regel, mindestens 300 Meter vom Ufer entfernt zu ankern, wird, wenn überhaupt, höchstens mal an frequentierten Stränden kontrolliert. Wie überall im Mittelmeer, sollte man auch im Ionischen Meer unbedingt vermeiden, über dem Seegras Posidonia zu ankern. Ideal nicht nur für Anfänger ist auch die Tatsache, dass der im Revier vorherrschende thermische Wind in der Nacht meist komplett einschläft und die Übernachtung am Ankerplatz damit sicher, unkompliziert und entspannt ist.

Ruhige Windverhältnisse, guter Schutz und passende Wassertiefen sind ideal für eine Nacht vor Anker. ©Michael Amme

Der Erlebnisfaktor – unterwegs im Ionischen Meer

Zur Wahrheit über das Segeln im Ionischen Meer gehören – wie so oft im Leben – zwei Sichtweisen: Der Charme der Inselhäfen, die günstigen Liegegebühren, das freie Ankern und die sehr gastfreundlichen Griechen geben dem Revier immer noch das sehr entspannte Flair, alles ist hier irgendwie freier und gefühlt weniger kommerzialisiert.

Ankommen, festmachen, genießen: Jedes Ziel im Revier ist anders, aber immer entspannt. ©Michael Amme

Auf der anderen Seite haben die idealen Wetterbedingungen abseits des Meltemis, die vielen Inseln auf kurzen Entfernungen und die gute Erreichbarkeit dazu geführt, dass der Chartertourismus hier buchstäblich an seine Grenzen gekommen ist. Die beiden Ausgangshäfen auf Korfu und Lefkas platzen aus allen Nähten, fast 1.000 Charterboote wechseln hier im Wochenrhythmus die Crew. Kein Wunder also, dass damit in der Saison auch die vielen kleinen Stadthäfen bereits früh am Nachmittag restlos belegt sind und die Törnplanung dementsprechend angepasst werden muss.

Riesige Charterflotten wie hier auf Lefkas gehören mit zum Erscheinungsbild des Reviers. ©Michael Amme

Trotzdem: Wer die Mastenwälder der beiden großen Ausgangshäfen hinter sich gelassen hat, der wird immer noch das authentische Urlaubsflair von Griechenland erleben. Wer dann noch antizyklisch unterwegs ist, Ziele auch abseits der Hotspots ansteuert oder in der Nebensaison kommt, wird zudem auch die stille und einsame Seite des Reviers entdecken. Insbesondere in den vielen von grünen Hängen umgebenen Buchten, von denen die Thymian- und Salbeidüfte bis zum Schiff wabern und am Abend nicht viel mehr als das Zirpen der Grillen zu hören ist.

Herrlich einsame Buchten wie hier auf Meganisi gibt es nach wie vor viele. ©Michael Amme

Wind und Wetter im Ionischen Meer

Tatsächlich ist das Wettergeschehen im Ionischen Meer in den Sommermonaten genauso entspannt wie berechenbar. Gerade in der Hochsaison Juni, Juli, August und September ist der Einfluss des thermischen Windes aus Nordwest (der Maistro) sehr konstant. Ideal zum Urlaubssegeln setzt der Wind am Vormittag langsam ein und erreicht am späten Nachmittag mit drei bis maximal fünf Beaufort seinen Höhepunkt. Schon am frühen Abend ist dann meist wieder Flaute. Gelegentlich wird dieser Wind durch Küstenformationen abgelenkt und kann deshalb auch mal als Nord- oder sogar als Südwestwind auftreten. In der bekannten Winddüse zwischen Kefalonia und Ithaka (sehr beliebt bei Kitesurfern!) kann der Wind noch einmal deutlich zulegen, hier können auf der Ostseite der Inseln auch starke Fallwinde auftreten.

Für ein paar Stunden am Tag liefert der thermische Wind Idealbedingungen zum Segeln. ©Michael Amme

In den Monaten davor und danach wird dieser thermische Einfluss schnell geringer, der Wind kommt dann auch öfter aus Südost, immer mal wieder dann auch als Starkwind. Im Winter und in der Nebensaison können auch Tiefdruckgebiete für Starkwind aus unterschiedlichen Richtungen sorgen. Oft aber gibt es durch die fehlende Thermik in der Nebensaison auch ausgeprägte Flautenperioden mit herrlich milden bis sommerlichen Temperaturen.

Die Versorgung mit Wasser, Diesel, Strom beim Segeln im Ionischen Meer

In den Marinas ist Wasser, Diesel und Strom problemlos erhältlich, in den vielen Stadthäfen gibt es dafür keine einheitliche Infrastruktur. Viele Stadthäfen haben mittlerweile die Verfügbarkeit zumindest von Stromanschlüssen ausgebaut, manchmal ist dann auch Wasser verfügbar. Ansonsten findet sich meist irgendwo im Hafen ein Wasseranschluss, alternativ kann Wasser und auch Diesel sehr oft mit dem Tanklastwagen geliefert werden. Schilder am Hafen oder der nächste Tavernenwirt geben hier meistens Auskunft.

In Griechenland gibt es für alles eine Lösung, auf Erikousa kommt das Wasser mit dem Pick-up. ©Michael Amme

Die Liegegebühren im Ionischen Meer

Die Liegegebühren in den privaten Marinas haben fast das Niveau von Marinas im westlichen Mittelmeer und für eine Yacht um die 40 bis 45 Fuß muss auch hier in der Hochsaison mit Liegegebühren um die 100 Euro gerechnet werden. Lefkas hat keine Preisliste, hier werden die Preise tagesaktuell berechnet. In den vielen Stadt- und Inselhäfen wird die Erhebung der Liegegebühren durchaus unterschiedlich gehandhabt. Viele kleine Häfen erheben gar keine Gebühren, große und stark frequentierte Häfen wie Gaios oder Phiskardo erheben Gebühren zwischen zehn und 20 Euro, Strom oder Wasser (falls vorhanden) werden extra abgerechnet.

Oft muss für den Strom eine extra Karte mit Guthaben gekauft werden. ©Michael Amme

Die Anreise zum Ionischen Meer

Korfu ist sehr gut mit preiswerten Charterflügen von vielen deutschen und europäischen Städten aus erreichbar. Die Marina Gouvia liegt nur etwa acht Kilometer oder gut zehn Minuten mit dem Taxi entfernt. Alternativ gibt es auch Fährverbindungen von Italien nach Korfu, zum Beispiel von Venedig, Ancona oder Bari.

Wer ab Lefkas startet, der findet viele Flugangebote nach Preveza (Flughafen Aktio). Mit gut 20 Kilometern und etwa 30 Minuten Taxifahrt ist der Weg bis zum Schiff hier etwas weiter. Die beiden Inseln Lefkas und Korfu sind untereinander mit einer direkten Fährverbindung oder einer kombinierten Schiffs- und Busverbindung verbunden (Dauer: zwischen etwa vier und sieben Stunden).

Weitere Tipps zum Besegeln des Ionischen Meeres

Mit Hafenmitarbeitern und Gastwirten ist eine Kommunikation auf Englisch meistens problemlos möglich.

Wer in Griechenland chartern möchte, benötigt eine zweite Person an Bord mit einem Boots- bzw. Segelschein. Allerdings kann diese Anforderung auch durch einen Erfahrungsnachweis umgangen werden.

Fäkalientanks sind Vorschrift, Abpumpstationen aber so gut wie nicht vorhanden. Das Ablassen ist somit auf See notwendig (unbedingt auf ausreichend Abstand zum Land achten).

Die Brücke zwischen Lefkas und dem Festland öffnet zu jeder vollen Stunde, in der Nacht sollte die Öffnung aber über UKW-Seefunk-Kanal 12 angefordert werden.

Die Schwimmbrücke, die Lefkas mit dem Festland verbindet, öffnet zuverlässig jede volle Stunde. ©Michael Amme

Formalitäten im Revier “Ionisches Meer”

Wer mit einer EU-Flagge aus einem EU-Land einreist und nur EU-Crewmitglieder an Bord hat, muss keinen Port of Entry anlaufen. Allerding muss das verpflichtende Bootpapier DEKPA im nächsten Hafen erworben werden (Kosten: etwa 50 Euro).

Eigner müssen auch die neu eingeführte Reviergebühr bezahlen (TEPAI), die für ein Schiff mit zwölf Meter Länge etwa 400 Euro im Jahr beträgt, aber auch monatsweise bezahlt werden kann.

Nautische Unterlagen für das Ionische Meer

  • Ionisches Meer: Andreas Fritsch, Edition Maritim
  • Ionian: Rod & Lucinda Heikell, Imray
  • Griechenland 1: Radspieler, Haselhorst, Dittmann, Delius Klasing
  • Sportbootkarten GR 1: Ionian Islands & Peloponnes, NV-Verlag
Auf Charteryachten sind meist statt dieser deutschen die englischen Unterlagen an Bord. ©Michael Amme

Eine Yacht in Griechenland chartern

Mit Abstand das größte Charterangebot bieten die beiden Ausgangshäfen Gouvia Marina auf Korfu im Norden und Lefkas Marina im Süden. Darüber hinaus bietet auch Preveza am Festland ganz in der Nähe von Lefkas ein zunehmend größeres Angebot. Einzelne Anbieter findet man auch auf Kefalonia und Zakythos.

Die riesigen Charterflotten im Revier haben heute auch viele Katamarane im Programm. ©Michael Amme

Auf Korfu und Lefkas betreiben viele verschiedene Anbieter ihren Stützpunkt. Große internationale Charterfirmen mit riesigen Flotten sind hier genauso aktiv wie große griechische Anbieter. Viele dieser Unternehmen bieten ihre Flotten auch an beiden Standorten an. Andere Firmen sind lokale Anbieter mit kleinen Flotten, die oft auch Familienbetriebe sind. Das Angebot an Katamaranen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und das Preisniveau ist insgesamt vergleichbar mit anderen Mittelmeerdestinationen (je nach Saison und aktuellem Trend gibt es hier allerdings öfter attraktive Rabatte). Tatsächlich ist es schwierig, in der Vielzahl der Charterunternehmen den Überblick zu behalten.

Sicherheit durch eine Agentur: Barbera Yachting (Anzeige)

Wer bei der Auswahl seines Charterpartners ganz sicher gehen möchte, sollte seine Charteryacht über eine zuverlässige Charteragentur buchen. Die kennt den Markt vor Ort und vermittelt ihre Kunden nur an bereits erprobte Partner (übrigens zu den gleichen Kosten einer Direktbuchung). Die Inhaber von Barbera Yachting sind eine Institution im Chartermarkt, Andrea Barbera zum Beispiel ist bereits seit über 30 Jahren in der Branche tätig und kennt insbesondere auf dem griechischen Markt die meisten Anbieter persönlich. Das Angebot an Schiffen im Ionischen Meer kann online durchstöbert werden, noch besser: Anrufen oder eine Mail schicken, das Team stellt dann völlig unverbindlich ein individuelles Angebot zusammen.

Barbera Yachting
Telefon +49 931 730 430 90
Mail: info@barbera-yachting.de
Internet: www.barbera-yachting.de

Auch im Programm: Die Angebote von FYLY Yachting (Anzeige)

Eines der Partnerunternehmen von Barbera Yachting ist der große und lokale Anbieter FYLY Yachtcharter & Travel. Das griechische Unternehmen betreibt insgesamt elf Stützpunkte im ganzen Land und hat neben einem großen Bareboat-Charterangebot auch ein umfangreiches Crewed-Charterangebot für alle, die nicht selber die Verantwortung der Schiffsführung übernehmen oder sich einfach nur verwöhnen lassen wollen.

Die FYLY- Stützpunktmitarbeiter auf Korfu sind Profis im Chartergeschäft. ©Michael Amme

Im Ionischen Meer betreibt FYLY Yachtcharter zwei Stützpunkte. Einen im Norden in der Gouvia Marina auf Korfu, den anderen im Süden in Preveza bei Lefkas (ganz in der Nähe des Flughafens). Insgesamt stehen eine Vielzahl an Kielyachten und Katamaranen zwischen 40 und 52 Fuß zur Verfügung.

FYLY Yachtcharter & Travel
Telefon +30 210 985 86 70
Mail: fyly@fyly.gr
Internet: www.fyly.gr