Alle Informationen zum Sportküstenschifferschein (SKS)

Von Redaktion Blauwasser.de

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Titelfoto: ©️radiopelicano.de

Der Sportküstenschifferschein (SKS) im Überblick

Der Sportküstenschifferschein (SKS) berechtigt zum Führen einer Yacht in Küstenrevieren bis zu zwölf Seemeilen vor der Küste. So die offizielle Angabe. Der Begriff „berechtigt“ ist vielleicht etwas irreführend, denn vorgeschrieben, so wie der Sportbootführerschein (SBF), ist dieser Schein nicht. Vielmehr ist der Sportküstenschifferschein eine freiwillige Ergänzung, deren Ausbildungsschwerpunkt darin liegt, die Herausforderungen zum Führen einer Yacht im Küstenbereich zu vermitteln. Im Gegensatz zur SBF-See-Ausbildung muss aktiv gesegelt werden, und zwar mit einer Yacht und nicht mit einer Jolle. Nicht zuletzt deshalb verlangen viele Charterunternehmen zusätzlich auch den SKS neben dem SBF als Befähigungsnachweis.

Praktisches Training mit einer Yacht auf See für die SKS-Prüfung. ©radiopelicano.de

Aber nicht nur für Charterer ist der Schein interessant. Die SKS-Ausbildung beinhaltet neben der Praxis auch viele, weit über den SBF See hinausgehende, Inhalte aus den Bereichen rechtliche Vorschriften, Wetter, Navigation und Seemannschaft. Für „reine“ Motorbootfahrer bietet sich auch die abgespeckte Scheinvariante „SKS unter Motor“ an, hier wird auf die seglerischen Inhalte verzichtet.

Navigation in der Karte ist ein wichtiger Teil der SKS-Ausbildung. ©radiopelicano.de

Der Weg zum Sportküstenschifferschein

Um den SKS zu erlangen, müssen verschiedene theoretische und praktische Kenntnisse vor einem amtlichen Prüfungsausschuss nachgewiesen werden. Beide Prüfungsbereiche können zu verschiedenen Zeitpunkten absolviert werden, müssen aber innerhalb von 24 Monaten abgeschlossen werden.

Voraussetzungen zum Erlangen des Sportküstenschifferscheins

Das Mindestalter für den SKS beträgt 16 Jahre. Als weitere Voraussetzung muss der SBF See vorgelegt werden sowie ein Nachweis über 300 gesegelte Seemeilen auf einer Yacht im Küstengebiet. Viele Segelschulen bieten das Seemeilensammeln kombiniert mit der Praxisausbildung des SKS in Form eines mehrtägigen Ausbildungstörns an. Seemeilen werden sowohl als Skipper auf dem eigenen Boot als auch als Schiffsführer oder Crew auf Fremdbooten gutgeschrieben. Als Nachweis gelten Meilenbücher, Logbücher oder ähnliche Dokumente.

Meilenbücher dienen als Nachweis für die gesegelten Seemeilen. ©Jule Kubanek

Die Ausbildung für den Sportküstenschifferschein

Die Ausbildung für den Sportküstenschifferschein wird deutschlandweit von vielen Segelschulen angeboten. Sie beinhaltet einen theoretischen und einen praktischen Teil. Der theoretische Teil kann vor Ort, aber auch online absolviert werden.

Tipp: Einige Segelschulen bieten den SKS-Ausbildungstörn mit anschließender Praxisprüfung auch in attraktiven Revieren wie beispielsweise den Kanarischen Inseln an. Warum nicht die SKS-Praxis mit einem kleinen Segelurlaub verbinden?

Den Praxisteil absolvieren, Meilen sammeln und Sonne tanken. Die Kanaren sind ein beliebtes Ziel für SKS-Ausbildungstörns. ©radiopelicano.de

Lehrmaterialien für den Sportküstenschifferschein

Für den SBF See sind diverse Lehrbücher im Handel erhältlich. Diese Bücher enthalten auch den Fragenkatalog, aus dem sich die Fragen der theoretischen Prüfung des Sportküstenschifferscheins zusammensetzen. Praktisch sind auch die im Set erhältlichen Übungsbögen, sie entsprechen den Prüfungsbögen und sind eine gute Kontrolle, um den eigenen Wissensstand einzuschätzen. Außerdem sind noch ein Kursdreieck, Anlegedreieck oder Lineal, Zirkel und ein nicht programmierbarer Taschenrechner notwendig. Zudem werden die Übungskarten „Deutsche Seekarte D49 (INT 1463), Stand 2011, XII – Nordsee: Mündungen der Jade, Weser und Elbe“ und 1/INT1 sowie das Begleitheft für die Kartenaufgaben benötigt. Seekarten und Begleitheft müssen auch bei der theoretischen Prüfung vorhanden sein.

Zum Erlernen der Theorie sind zahlreiche Hilfsmaterialen erhältlich. ©radiopelicano.de

Tipp: In App-Stores sind auch verschiedene Lernapps für das Smartphone erhältlich. Eine gute Ergänzung nicht nur für unterwegs! Einige der Apps beinhalten gute Systeme, um die theoretischen Fragen zu pauken, bis sie fehlerfrei sitzen.

Die Prüfungsanmeldung zum Sportküstenschifferschein

Die Anmeldung zur praktischen Prüfung findet bei einem der zuständigen regionalen Prüfungsausschüsse statt. Benötigt werden der Antrag auf Zulassung, eine Kopie des SBF See und ein aktuelles Passbild. Für die Anmeldung zur praktischen Prüfung ist der Seemeilennachweis erforderlich. Darüber hinaus müssen die anfallenden Gebühren für den Sportküstenschifferschein an den entsprechenden Prüfungsausschuss entrichtet werden.

Der Antrag zur Prüfung für den Sportküstenschifferschein. ©radiopelicano.de

Die theoretische Prüfung des Sportküstenschifferscheins

Die theoretische Prüfung beinhaltet einen Fragebogen und eine Navigations-/Kartenaufgabe. Diese beiden Prüfungsteile können auch getrennt voneinander absolviert werden. Im Gegensatz zum SBF See und SBF Binnen besteht der Fragenkatalog des Sportküstenschifferscheins aus Klartextfragen. Es ist also kein Multiple-Choice-Test.

Im theoretischen Teil müssen innerhalb von neunzig Minuten dreißig Fragen beantwortet werden. Diese behandeln die Themen Navigation, Seemannschaft, Wetterkunde sowie das Schifffahrtsrecht. Der navigatorische Teil besteht aus einer komplexen Kartenaufgabe, für die ebenfalls neunzig Minuten zur Verfügung stehen. Gegebenenfalls folgt der Prüfung noch ein mündlicher Teil. Sollte seitens des Prüfers Unklarheit über gegebene Antworten bestehen, fragt er noch einmal nach, bevor er das Prüfungsergebnis erklärt. Wer nur den SKS unter Motor absolviert, braucht die Fragen zum Thema Segeln nicht zu beantworten.

Kartenaufgaben und theoretische Fragen lassen sich gut mit Fragebögen, Übungskarte und Begleitheft trainieren. ©radiopelicano.de

Tipp: Die aktuellen Fragen und Navigationsaufgaben, aus denen in der Prüfung zum Sportküstenschifferschein ausgewählt wird, können beim Elektronischem Informationsservice der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (ELWIS) heruntergeladen werden.

Die praktische Prüfung des Sportküstenschifferscheins

Im Rahmen der praktischen Prüfung zum Sportküstenschifferschein müssen Basismanöver unter Maschine und Segel gezeigt werden. In der Variante „SKS unter Motor“ werden nur Manöver unter Motor gefahren. Die Prüfung ist in „Pflichtaufgaben“ und „Sonstige Aufgaben“ unterteilt.

Zu den Pflichtaufgaben des Sportküstenschifferscheins gehören je ein Rettungsmanöver unter Segeln und unter Maschine, hier muss mindestens der zweite Versuch sitzen. Hinzu kommen das An- und Ablegen unter Maschine und das Wenden, Halsen, die Q-Wende sowie das Beidrehen/Beiliegen unter Segeln. Auch hier sollten wir nicht mehr als zwei Versuche brauchen. Die restliche Crew an Bord kann in die Manöver mit eingebunden werden.

Wichtig: Nicht nur die Bedienung der Yacht ist wichtig, es müssen auch die korrekten Anweisungen für die Mannschaft angesagt werden!

Manöver gehören zur SKS-Ausbildung. ©NDABCREATIVITY/stock.adobe.com

Im Teil „Sonstige Aufgaben“ wird Wissen zur Seemannschaft, Handhabung von Leinen, Wetterkunde, Navigation, Motorkunde, elektrische Anlage und Gasanlage abgefragt. Hier müssen mindestens drei der vier Fragen richtig beantwortet werden. Hinzu kommt der Bereich Seemannschaft/Manöver, in dem verschiedene Manöver unter Segeln oder Motor (beispielsweise Reffen, Aufschießer, Segel setzen/bergen, Drehen auf engen Raum) geprüft werden. Bestanden hat, wer eine der beiden gestellten Aufgaben meistert.

Prüfung bestanden. Der SKS in den Händen eines Seglers. ©Sönke Roever

Fazit zum Sportküstenschifferschein

Der Sportküstenschifferschein ist ein Schein, der tiefergehendes Wissen rund um das Sportbootfahren vermittelt. Wer noch unerfahren mit dem Umgang einer Yacht in Küstengewässern ist, kann sich hier umfassendes theoretisches und auch praktisches Wissen aneignen. Ein Ausbildungs- oder Seemeilentörn bietet darüber hinaus die Möglichkeit, praktisch zu erleben, wie eine größere Yacht funktioniert. Zudem erleichtert der SKS das Chartern, da er von vielen Charterunternehmen vorausgesetzt wird.

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