Segeln/Chartern entlang Sardiniens unentdeckter Südküste

Von Michael Amme

Michael ist seit über 20 Jahren als Journalist und Fotograf auf dem Wasser tätig. Der studierte Geograf hat weltweit Reisereportagen in mehr als 100 Charter- und Blauwasserrevieren produziert. Zudem haben den Hamburger viele Segelreisen und seine frühere Tätigkeit als Charter- und Überführungsskipper rund um den Globus geführt. Zusammen mit Sönke Roever ist er die treibende Kraft von BLAUWASSER.DE und ein beliebter Referent auf Bootsmessen und diversen Seminaren (siehe Termine).

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Abseits der Touristenströme mit der Charteryacht den bezaubernden Süden entdecken

„Furat chie venit da’e su mare”, murmelt der knorrige Alte und wirft den Schwimmer seiner Angel haarscharf an unserem Bug vorbei zurück ins Wasser, „wer über`s Meer kommt, bestiehlt uns!” Dann schaut er auf und schiebt mit einem schelmischen Lächeln hinterher: „Ihr aber kommt in Frieden, ihr seid willkommen!” Er zieht eine weitere zappelnde Sardine aus dem Hafenbecken, hebelt sie mit einem Ruck vom Haken und hält sie uns hin – „hier, für Euch.”

Herrliche bunte Landschaften und entspanntes Segeln sind Ziel der Reise.

Begrüßungsgeschenke wie diese bekommt nur, wer in friedlicher Mission unterwegs ist. Die Phönizier, Römer und alle anderen, die im Laufe der Jahrhunderte auf Sardinien angelandet sind, bekamen nichts geschenkt. Sie kamen übers Meer, um zu stehlen, wie das alte sardische Sprichwort sagt, um den Sarden ihre Heimat zu nehmen. „Immer wieder”, wie der Alte uns später noch erzählen wird, „zuletzt waren es die Italiener!”

Alte Küstenorte mit engen Gassen wie hier in Carloforte machen das Revier attraktiv.

Der Revierführer verspricht eines der reizvollsten Segelreviere

Doch Sardiniens bewegte Geschichte ist nicht der Grund, der uns hierhergetrieben hat. „Fahren Sie nach Südsardinien, Sie werden es nicht bereuen!”, hatte uns die Chefin unserer Charteragentur im Winter auf der Messe gesagt. Und klärte uns darüber auf, dass die meisten in den Nordosten der Insel zum Maddalena-Archipel fahren, unten im Süden aber noch eine wunderschöne, ursprüngliche und touristisch wenig erschlossene Region entdeckt werden kann. Unser Reiseführer schwärmte noch detaillierter, schrieb über phantastische Dünenstrände und über Gegenden, in denen kilometerweit kein einziges Haus zu finden sei. Es sei „eines der reizvollsten Segelreviere”, versprach auch die nautische Lektüre.

Wir folgen also der Versuchung und ich weiß schon jetzt, dass es kein Fehler war. Auch wenn der Basismitarbeiter uns bei der Übergabe die nächste Lektion über das Revier erteilte: Zwischen dem Kap Carbonara ganz im Osten der Südküste Sardiniens und Carloforte ganz im Westen gibt es jede Menge Häfen, aber nicht alle seien einen Besuch wert. „Aus Angst vor Plünderungen wurden die Siedlungen hier häufig in einiger Entfernung von den Häfen gebaut”, erklärte uns der junge Italiener. Deshalb könne man Häfen wie die Marina di Capitana auch bedenkenlos auslassen, weil hier die direkte Anbindung an einen Ort fehlt.

Das lebendige Treiben in der Reviermetropole Cagliari ist auch ein Highlight der Reise.

Nicht auslassen aber darf man unseren Starthafen Cagliari, die Hauptstadt Sardiniens. Entlang des Stadtzentrums liegen eine Handvoll Hafenbecken und Steganlagen, die jeweils eine eigene kleine Marina sind. Im Rest des großen Hafens gibt es Fähren, Frachter und Fischer, die Hafenanlagen liegen direkt am lebendigen Zentrum der 150.000-Einwohner-Metropole. Oberhalb des Hafens, gelegen auf einem mächtigen Felsklotz, liegt die Altstadt. Ein Gewirr aus engen Gassen, in dem auch die malerische Einkaufspromenade „Via Manno“ mit ihren alten Barockfassaden liegt und das aus weißem Marmor im neugotischen Stil erbaute Rathaus.

Die Metropole Cagliari ist auch ein kulinarisches Highlight

Nachdem das Übergabeprotokoll unterschrieben ist, machen wir es uns in der Frühlingssonne unter den Arkaden einer klassizistischen Prachtfassade auf den Restaurantstühlen bequem. Und bestellen lauter sardische Spezialitäten: „malloreeddus“ beispielsweise, feste muschelförmig-gerundete Grießklößchen, „sa cordula“, eine Mischung verschiedener Innereien, gegrillt und zu Würstchen verarbeitet. Und „tramezzinos“, mit Thunfisch und Salat gefüllte Weißbrote. „Das ist wirklich etwas Besonderes“, sagt meine bayerische Schwägerin Sabine, „und ganz anders als die italienische Küche vom Festland.“

Auf den Märkten der Ortschaften kommt auch der nordafrikanische Einfluss der Küche zur Geltung.

„Dahinten steht übrigens die Beschützerin aller Seefahrer”, klärt uns Sabine beim Auslaufen auf und deutet auf eine Kirche oberhalb des städtischen Yachthafens. Dort wacht die Marienstatue von Bonaria, die in einer Kiste 1370 von einem spanischen Schiff in Seenot über Bord geworfen wurde. In dem Moment, in dem sie das Wasser berührte, legte sich der Geschichte nach der Sturm. Seit sie kurz darauf hier angespült wurde, wirkt sie Wunder und wird als Schutzpatronin aller Seefahrer verehrt.

Schon der Osten ist eine Wucht: Buchten, Häfen, Naturschutzinseln

Voraus liegen 18 Seemeilen bis nach Villasimius ganz im Osten der sardischen Südküste. Unsere Oceanis 411 hat einen extra langen Mast, großen Tiefgang und einen Faltpropeller – ein Schiff mit viel Potential. Ganz allmählich füllt der sanfte Windhauch die Segel, der Signalton der Zündung verstummt, sanft und schnell zieht das Schiff durch das ruhige und tiefblaue Meer. An Backbord kommt der alte spanische Wachturm auf dem Capo Boi in Sicht, an Steuerbord läßt meine Schwägerin die Beine über die Bordwand baumeln.

Kaum auf dem Wasser unterwegs, schon beginnt die Entspannung.

Die Marina di Villasimius ist stetig ausgebaut worden und im Sommer ein lebendiger Ort mit Bars, Restaurants und Boutiquen. Jetzt in der Nebensaison ist der Hafen kein Muss, die weitläufige Bucht davor aber schon. Im Golfo di Carbonara gibt es ein halbes Dutzend Ankerplätze, überall strahlt das Wasser türkisblau und die feinsandigen Strandnischen haben lustige Namen wie Cuccureddus, Campulongu oder Piscadeddus. Kaum ist der Anker fest, springt mein Neffe Jonas über Bord. „Puh, das ist aber frisch“, hechelt er zurück zur Badeplattform, „ich habe gar nicht gewusst, dass das Wasser um diese Jahreszeit noch so kalt ist.“

In der Vorsaison ist der Badebetrieb noch gering und die Buchten sind leer.

Strände ohne Ende an der Costa del Sud

Am nächsten Tag frischt der Wind auf, für das Seegebiet Korsika ist Nordwest sieben angesagt. „Immerhin segeln wir bei der Windrichtung hier an der Südküste in der Abdeckung“, beruhige ich die Crew. Mit gerefftem Groß und kleiner Fock schießen wir mit rekordverdächtigen zehn Knoten den dunklen, mit Schauerböen gefüllten Wolkenfeldern entgegen. Rüber Richtung Costa del Sud und ihren endlos langen, weißen Sandstränden und bis zu 30 Meter hohen Sanddünen. Hier, rund um das Ferienzentrum Santa Margherita di Pula, hat es im Kleinen eine ähnliche Entwicklung wie an der Costa Smeralda im Norden gegeben. Dort hatte Aga Khan zusammen mit einem internationalen Bankenkonsortium im großen Stil die systematische touristische Erschließung Sardiniens mit Villen- und Ferienhaussiedlungen vorangetrieben.

In der Vorsaison muss auch mal mit mehr Wind und Seegang gerechnet werden.

Eine Zeit lang hatten die Schönen und Reichen allerdings ein Problem: Banditenbanden hielten auf der Insel Polizei und Medien in Atem, 1980 wurden auch die zwei Kinder des deutschen Journalisten Dieter Kronzucker verschleppt und 68 Tage in die Bergen gefangen gehalten. Aber, so beruhigt uns unser Reiseführer: „Wenn Sie nicht zufällig ein bekannter Dollarmillionär sind, Häuser auf Sardinien besitzen, dazu noch Ihre Luxusyacht dort liegen haben und mit Aga Khan per Du sind, haben Sie nicht das Geringste zu befürchten.”

Heute freuen sich die Einheimischen in den hübsch herausgeputzten Orten auf Besucher.

Trotz des starken Windes ankern wir neben der Ausgrabungsstätte Nora, die auf der Halbinsel rund um das Capo di Pula liegt. Im Schutz der Halbinsel bauten die Phönizier um 1.000 v. Chr. Hafenanlagen und die spätere Hauptstadt Sardiniens. Wir schlendern an den Ruinen, den Grundmauern, dem antiken Theater und den Thermen vorbei und genießen dabei die Aussicht auf das blaue Meer und unsere ankernde Yacht.

Porto Malfatano – die Karibik Europas

Nächster Tag, nächstes Highlight. Porto Malfatano gräbt sich fjordähnlich tief ins Landesinnere. Der grüne Macchiateppich, nur unterbrochen von wilden Felsformationen, glänzt in der Frühlingssonne. Hier und da leuchtet ein Blütenmeer aus Lila und Gelb und der Wind trägt einen Hauch aus Rosmarin, Salbei und Lavendel zu uns herüber. Der Anker rauscht auf den Grund und unsere Oceanis schaukelt in kristallklarem Wasser. Direkt vor uns liegt ein 600 Meter breiter und schneeweißer Strand mit feinstem Sand. Hier muss sie sein, die Karibik Europas, wie Sardinien oft genannt wird.

Wie in der Karibik schimmert das Wasser in der Bucht Porto Malfatone in allen Türkis- und Blaufarben.

Der fehlende Badespaß aufgrund der noch kühlen Wassertemperaturen wird auf dieser Reise durch herrlich sportliches und schnelles Segeln wettgemacht. Mit leicht abflauenden Winden preschen wir an Tag vier der Reise nach Porto Teulada, in einen Hafen ohne Ort, dafür aber mit einem hilfsbereiten Hafenmeister. Der sich um unser Stromkabel kümmert und uns mit seinem Handy einen Tisch in seinem acht Kilometer entfernten Lieblings-Restaurant im Bergdorf Teulada reserviert – Transfer selbstverständlich inklusive. Beim Bezahlen der Hafengebühr reicht er zur Quittung auch ein halb gefülltes Wasserglas mit Grappa. „Komm, trink”, prostet er mir zu, „selbstgebrannt, Ernte vom letzten Jahr.”

Gleich neben dem Hafen von Porto di Teulada gibt es auch schöne Ankerplätze.

Sant Antioco ist nur eine der Südküste vorgelagerten Inseln

Auf dem Weg nach Calasetta tanzen wieder Schaumkronen auf dem Meer. An Steuerbord zieht die fast zehn Seemeilen lange Küste der Insel Sant Antioco vorüber. Wir passieren einsame und flache Felsformationen, erspähen mit dem Fernglas winzige Strandnischen, einen Campingplatz und zwischen den Felsen Naturpools zum Baden und Grotten zum Entdecken.

Der nordafrikanisch geprägte Ort Calasetta mit seinem Hafen hat einigen Urlaubscharme.

Calasetta ist ein Ort mit tunesischem Ursprung, „ein unstrukturiertes Mittelding aus Fährhafen, Fischerhafen und kleinem Urlaubsort“, wie Rod Heikell in seinem Revierführer schreibt, „irgendwie ganz liebenswert.“ Die afrikanischen Wurzeln der Einwohner machen sich hier auch beim Essen bemerkbar, viele Rezepte, mit denen frischer Thunfisch, Fladen aus Kichererbsenmehl und Fischsuppen zubereitet werden, haben einen nordafrikanischen Ursprung.

Was trotz der exotischen Küche nirgends im Revier fehlt, ist die italienische Eisdiele.

Carloforte ist zauberhaft und das i-Tüpfelchen der Reise

Um die Reise perfekt zu machen, kommt das Schönste zum Schluss. Carloforte heißt der Hauptort der kleinen Insel San Pietro. Die ist nur durch den flachen und mit vielen Untiefen gespickten, drei Meilen breiten Canale di San Pietro von Sardinien getrennt. In dem pittoresken Fischerstädtchen ist ebenfalls ein Stützpunkt unserer Charterfirma, was auf einer Wochenreise einen idealen Oneway-Törn ermöglicht.

Die Hafenpromenade von Carloforte ist hübsch, lebendig und sehr italienisch.

Schon beim Einlaufen ziehen uns die in der Morgensonne strahlenden zwei- und dreistöckigen, pastellfarbenen Fassaden in ihren Bann. Unser Liegeplatz an der palmenbestückten Via Cavour ist nur ein paar Schritte entfernt von der ganz mit weißen Marmorplatten gepflasterten Fußgängerzone. „Wir könnten die Insel doch ausnahmsweise mal mit einem Motorroller und nicht mit dem Schiff erkunden”, hatten wir bereits am Abend davor entschieden.

An den spitzen Felsnadeln vor der Steilküste der Insel San Pietro brechen sich die Wellen.

Schon kurz nach dem Festmachen knattern wir mit den Mietrollern durch das grüne Inselinnere bis zur Punta della Colonne. Hier ragen zwei bizarr geformte Trachytfelsen vor der senkrecht abfallenden Steilküste aus dem Meer. Dann geht es weiter bis zum Il Faro, dem 100 Meter über dem Meer thronenden Leuchtturm am Capo Sandalo. An der Nordspitze La Punta erfahren wir, dass hier früher die Fischer ihre kilometerlangen Netze für die Mattanza, die traditionelle Thunfischschlacht, ausgebracht haben. Und ganz im Süden, an dem von dunkelroten Fels eingerahmten Strand Spiaggia la Bobba, versuchen wir es erneut mit einem Bad im kühlen Meer.

Die Bucht und den Strand Spaggia la Bobba kann man auch gut mit dem Schiff ansteuern.

Hier, zwischen den ersten Badegästen, die sich im feinen Sand rekeln, lassen wir den Törn Revue passieren und denken an das alte sardische Sprichwort. Ja, wir sind in friedlicher Mission gekommen. Trotzdem saugen wir wie ein Schwamm die Schönheit der Natur und die Freundlichkeit der Sarden in uns auf. Packen sie in unsere Gedanken und Herzen, schließen sie ganz fest ein und nehmen sie einfach mit nach Hause. Ein bisschen gestohlen haben wir also doch.

An der Südküste Sardiniens erwarten einen viele unberührte Küstenabschnitte.

Charter

Im Vergleich zum Norden Sardiniens gibt es im Süden deutlich weniger Chartermöglichkeiten. Was ein Stück weit den Reiz des Reviers ausmacht. Die vorhandenen Charteranbieter sind sowohl in der Hauptstadt Cagliari (ganz nah am Flughafen gelegen) wie auch in Carloforte auf der kleinen Insel San Pietro ansässig. Eine der größten Firmen mit einem umfangreichen Bareboat-Angebot ist die Firma Carloforte Sail Charter.

Eine moderne Charterflotte von Carloforte Sail Charter gibt es sowohl in Carloforte als auch in Cagliari.

Flotte und Preisbeispiel
Auf den beiden Stützpunkten von Carloforte Sail Charter stehen insgesamt 14 Yachten von 31 bis 52 Fuß zur Verfügung. Eine voll ausgestattete Yacht vom Typ Oceanis 35i (Baujahr 2019) kostet von 1.900 Euro in der Nebensaison bis zu 3.200 Euro in der Hauptsaison pro Woche (Preise für 2020). Dazu kommen folgende Nebenkosten: Endreinigung: 100 Euro, Außenbordmotor: 100 Euro, Bettzeug/Handtücher: 20 Euro/Person. Wer Oneway zwischen den Basen von Cagliari und Carloforte unterwegs sein möchte (was auf einem Wochentörn sehr zu empfehlen ist), bezahlt für den Service überschaubare 150 Euro. Hier geht es zur Preisliste, in der alle Yachten, die verschiedenen Saisonpreise und viele weitere Infos auf einen Blick zusammengefasst sind. Der Transfer vom Flughafen zum Hafen von Cagliari dauert nur etwa zehn Minuten. Der Transfer nach Carloforte dauert etwa eine Stunde bis zum Fähranleger (etwa 25 Euro/Person) und 30 Minuten mit der Fähre (fünf Euro/Person) und kann direkt bei Carloforte Sail Charter gebucht werden.

Weitere Infos und Buchung
Telefon: +39 3472733268 (Beratung und Buchung)
E-Mail: info@carlofortesailcharter.it
Internet: www.csailcharter.it

Den Traum in Türkis kann man an ganz vielen Stellen der Südküste Sardiniens erleben.

Diese Charter-Agenturen helfen dir, eine Yacht zu finden

Für eine deutschsprachige Beratung und die zuverlässige Buchung von Charteryachten bewährter Anbieter können diese Firmen behilflich sein:

Diese Anbieter betreiben vor Ort einen Stützpunkt

Große und kleine, nationale und internationale Flottenbetreiber bieten auf Sardinien moderne Yachten an. Unter anderen betreiben diese Firmen im Süden der Insel ihren eigenen Stützpunkt.

Weitere Infos zum Revier

Revier und Navigation

Der direkte Weg von der Basis in Carloforte ganz im Westen bis zum Cabo di Carbonara ganz im Osten der Südküste beträgt 70 Seemeilen. Wer ganz gemütlich mit noch ein paar Abstechern in einer Woche die Südküste entdecken möchte, der ist mit einem Oneway zwischen Carloforte und Cagliari bestens bedient. Wer Lust auf mehr Segeln hat, schafft auch noch den Rückweg.

Die Küste Südsardiniens ist gespickt mit vorgelagerten Unter- und Überwasserfelsen, besondere Vorsicht ist im Canale di San Pietro geboten. In der flachen Wasserstraße können Strömungen bis zu drei Knoten entstehen, viele Untiefen und wechselnde Betonnung machen das Revier zum „navigatorischen Leckerbissen”, wie der Törnführer meint. Das weitläufige militärische Sperrgebiet rund um das Cabo di Teulada darf nur außerhalb der Manöverzeiten befahren werden. Für die beiden Naturschutzgebiete beim Cabo di Carbonara ganz im Osten müssen die im Handbuch beschriebenen Regeln eingehalten werden.

Häfen und Ankerplätze

Der Törnführer beschreibt entlang der Südküste ein knappes Dutzend Häfen, einige davon sind wegen der isolierten Lage abseits der Ortschaften weniger attraktiv. Die vorhandenen Hafenanlagen haben aber einen guten Standard und ergeben gleichmäßig über die ganze Südküste verteilt ein sicheres Hafennetz bei schlechtem Wetter. Die Zahl der möglichen Ankerbuchten ist groß, auch wenn die etwas dünne Literaturlage nicht alle davon ausführlich beschreibt. Die Liegegebühren sind für italienische Verhältnisse etwas günstiger.

In den gut ausgestatteten Häfen wird überwiegend mit Muringleinen festgemacht.

Wind und Wetter

Die Sardische Windrose kennt alle bekannten Mittelmeerwinde: Tramontana, Levante, Scirocco, Ponente und noch einige mehr. Der markanteste Inselwind aber ist der Maestrale aus Nordwest, der verlängerte Arm des Mistrals aus Südfrankreich. Wie auch der Rest von Sardinien hat auch die Südküste den Ruf einer windreichen Gegend, allen voran der Golf von Cagliari und der Golf von Teulada. Juni und August sind im Jahresmittel die ruhigsten Monate. Die Lufttemperaturen klettern von 17 Grad im April auf 31 Grad im Juli, die Wassertemperatur steigt im gleichen Zeitraum von 15 auf 23 Grad an.

In der Saison darf mit herrlich entspannten Segelbedingungen gerechnet werden.

Literatur & Seekarten

• Rod Heikell: Küstenhandbuch Italien, Edition Maritim,
• Klaus-Jürgen Röhrig: Korsika, Sardinien, Elba, Delius Klasing Verlag,
• Für den Landgang: Eberhard Fohrer: Sardinien, Michael Müller Verlag, 22,90 Euro.
• Italienischer Sportbootkartensatz IT P3b, Carte Nautiche In Kit

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