Kollision vor Rügen: Was Segler aus dem BSU-Bericht lernen können

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Johannes Erdmann überquerte im Alter von 19 Jahren zum ersten Mal einhand den Atlantik. Während seines Schiffbaustudiums schrieb er sein erstes Buch „Allein über den Atlantik“. Nach zehn Jahren als Wassersportjournalist, rund 60.000 Seemeilen im Kielwasser und sieben Jahren auf See gibt er heute seine Erfahrung vom Langfahrtsegeln als Berater und Journalist weiter. Mit Shorecrew.de begleitet er zudem angehende Eigner auf dem Weg zur eigenen Yacht und gehört zum Expertenteam von BLAUWASSER.DE.

Aus Fehlern lernen – bevor sie die eigenen werden

Erfahrung gewinnen heißt, aus Fehlern zu lernen. Dass es dafür nicht immer die eigenen sein müssen, zeigen die Berichte der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU). Mehrmals im Jahr veröffentlicht sie detaillierte Analysen realer Seenotfälle – mit einem Ziel: Seglern und Wassersportlern praxisnahe Lehren an die Hand zu geben.

Ein besonders eindrückliches Beispiel ist der Fall der Sirius 31 DS SCHÖNER WOHNEN, die im August 2023 vor Rügen mit dem 30 Meter langen Schlepper VB RÖNNEBECK kollidierte. Was auf den ersten Blick wie ein Unfall wirkt, offenbart bei genauerem Hinsehen ein komplexes Zusammenspiel aus Missverständnissen, Wahrnehmungsunterschieden und fehlender Kommunikation.

Die Segelyacht näherte sich unter Segeln mit rund fünf bis sechs Knoten einer Tankerreede vor Nordperd, auf der zwei LNG-Tanker vor Anker lagen. Für diesen Bereich galt eine Sicherheitszone von einer Seemeile, überwacht durch ein Verkehrssicherungsfahrzeug – den Schlepper VB RÖNNEBECK. Dessen Kapitän erkannte die Annäherung der Yacht und lief aus, um auf den Mindestabstand hinzuweisen. Im weiteren Verlauf kam es jedoch zu mehreren Manövern auf beiden Seiten, die schließlich in einer Kollision mündeten. Glück im Unglück: Es blieb bei leichten Sachschäden, Personen wurden nicht verletzt.

Die Untersuchung zeigt jedoch, dass der Vorfall kein Zufall war, sondern das Ergebnis mehrerer Faktoren: einer unterschiedlichen Einschätzung der Situation, dem Annähern des Verkehrssicherungsfahrzeugs an die Yacht und vor allem die fehlende, rechtzeitige Kommunikation.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Für Sportboote ohne AIS ist die Ansprache durch größere Fahrzeuge oft erschwert, während umgekehrt nicht immer klar erkennbar ist, wenn ein Schiff hoheitliche oder sichernde Aufgaben wahrnimmt.

Das BSU hat zahlreiche Lehren aus dem Fall gezogen und einige Empfehlungen gegeben. Sehr lohnenswert, einmal hineinzuschauen. Ihr könnt den Unfallbericht hier als PDF herunterladen.

©BSU

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Gerhard Witten
Gerhard Witten
8 Tagen her

Moin Johannes,
danke für den Bericht, ich bin gerade dabei, meine frisch erworbene Etap 22 für die Ostsee auszurüsten. Bei diesem Bericht ist mir klar geworden, dass ich das Boot unbedingt (wie geplant) mit einem einfachen AIS-Plotter ausrüsten werde.
Gruß, Gerhard vom WYCA