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Johannes Erdmann überquerte im Alter von 19 Jahren zum ersten Mal einhand den Atlantik. Während seines Schiffbaustudiums schrieb er sein erstes Buch „Allein über den Atlantik“. Nach zehn Jahren als Wassersportjournalist, rund 60.000 Seemeilen im Kielwasser und sieben Jahren auf See gibt er heute seine Erfahrung vom Langfahrtsegeln als Berater und Journalist weiter. Mit Shorecrew.de begleitet er zudem angehende Eigner auf dem Weg zur eigenen Yacht und ist der Chefredakteur von BLAUWASSER.DE.
Kochen an Bord – ein wichtiges Thema für Küsten- und Langfahrtsegler
Ob auf dem Binnensee, entlang der Küste oder auf großer Fahrt: Wer auf einem Boot lebt, möchte morgens einen heißen Kaffee genießen oder nach einem langen Schlag auch eine warme Mahlzeit zubereiten können. Die Frage nach dem richtigen Kocher beschäftigt deshalb fast jeden Fahrtensegler.
Die meisten Yachten sind heute mit einer Gasanlage ausgestattet. Das ist bequem, leistungsstark und in vielen Revieren problemlos nutzbar. Doch spätestens auf längeren Reisen zeigen sich die Nachteile. Im Mittelmeer beispielsweise wartet fast jedes Land mit anderen Flaschengrößen, Anschlüssen und Vorschriften auf. Wer längere Zeit unterwegs ist, sammelt schnell Adapter aller Art. Hinzu kommt, dass die regelmäßige Überprüfung der Gasanlage außerhalb Deutschlands oft schwierig ist.

Auch das elektrische Kochen wird immer beliebter. Mit ausreichend Batteriekapazität, leistungsfähigem Inverter und großzügiger Solaranlage funktioniert das hervorragend. Allerdings erfordert diese Lösung eine erhebliche Investition. Wer nur einige Wochen im Jahr segelt, wird die dafür nötigen Ausgaben oft nur schwer rechtfertigen können.

Spiritus – der unterschätzte Klassiker
Dabei gibt es einen Brennstoff, der schon auf den ersten Serien-Fahrtenyachten der 1960er- und 1970er-Jahre weit verbreitet war und bis heute viele Vorteile bietet: Spiritus.
Ein Brennstoff, der nahezu weltweit erhältlich, vergleichsweise preiswert und unkompliziert zu lagern ist. Dennoch führt er heute eher ein Nischendasein.
Der entscheidende Vorteil eines Spirituskochers an Bord
Der größte Pluspunkt liegt in der Sicherheit. Anders als Gas bildet Spiritus bei einem Leck keine explosionsfähige Wolke in der Bilge. Es gibt keine Druckanlage, keine Gasleitungen und keine regelmäßigen Dichtigkeitsprüfungen.

Für viele Fahrtensegler, die dem Thema Gas an Bord mit Respekt begegnen, ist das ein wichtiges Argument. Drucklose Spirituskocher nach dem Origo-Prinzip gelten seit Jahrzehnten als robuste und vergleichsweise sichere Lösung für die Bordküche.

Das bewährte Origo-Prinzip: drucklos und auslaufsicher
Bei einem Spiritus-Kocher wird der Brennstoff in Behältern mit saugfähiger Füllung gebunden. Das bedeutet: Selbst bei Krängung oder Welle kann nichts auslaufen oder überschwappen – selbst, wenn der Brennstoffbehälter über Kopf gehalten wird.

Vorheizen, Pumpen oder Vorglühen – wie etwa beim Petroleumkocher – entfällt ebenfalls, der Brenner des Kochers wird einfach mit einem Stabfeuerzeug angezündet und ist sofort einsatzbereit. Die Leistung des Brenners kann durch einen Schieber reguliert werden, der die Flamme zum Teil verdeckt und durch ein Drehrad bedient wird.

Die Intensität der Flamme wird über einen Schieber geregelt, der mit dem Drehrad hin- und herbewegt wird. Bei voller Leistung ist die Brenneröffnung vollständig geöffnet. Wird die Leistung reduziert, schiebt sich der Schieber über die Öffnung und deckt die Flamme damit teilweise ab.
Auch zum Löschen der Flamme wird – anders als bei vielen anderen Kochern – nicht die Brennstoffzufuhr unterbrochen. Stattdessen wird die Brenneröffnung vollständig verschlossen. Dazu wird das Drehrad in die Stellung „O“ gedreht. Der Schieber deckt die Flamme nun vollständig ab, sodass ihr die Sauerstoffzufuhr entzogen wird und sie erlischt.

Leistung für den Bordalltag
Trotz der einfachen Technik muss man bei der Leistung keine Kompromisse eingehen. Jeder Brenner liefert rund 2.000 Watt. Das zweiflammige Modell erreicht damit sogar eine Gesamtleistung von etwa 4.000 Watt und eignet sich somit problemlos für die tägliche Bordküche.

1,5 Liter Wasser bringt der Kocher in rund einer Viertelstunde zum Kochen, und eine Brennstofffüllung reicht für viereinhalb Stunden Betrieb. Das Gehäuse besteht vollständig aus Edelstahl und ist damit robust, korrosionsbeständig und für viele Jahre Einsatz an Bord ausgelegt.

Mit einem Spirituskocher flexibel an Bord und an Land
Von Compass24 gibt es einen Spirituskocher, den wir hier zeigen. Er ist als einflammiges Modell (Nummer 1500) sowie als zweiflammiges Modell (Nummer 3000) erhältlich. Beide Varianten benötigen keine feste Installation und kommen ohne Leitungen oder aufwendige Technik aus.

Dadurch eignen sie sich die beiden Modelle nicht nur für Segel- und Motorboote, sondern ebenso für Camping, Gartenhaus, Tiny House oder als zuverlässiger Notkocher. Da Spiritus fast überall erhältlich ist, bleibt die Versorgung auch auf längeren Reisen unkompliziert.

Fazit
Der Spirituskocher von Compass24 ist eine einfache, sichere und bewährte Lösung für alle, die an Bord kochen möchten, ohne dafür eine aufwendige Gas- oder Elektroinstallation zu benötigen.

Das seit Jahrzehnten bewährte Origo-Prinzip überzeugt durch seine unkomplizierte Handhabung, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Gerade für Fahrtensegler, Wochenendsegler und Eigner älterer Yachten kann der Spirituskocher deshalb eine interessante Alternative zu Gas oder Strom sein.

























Anscheinend gibt es zu dem Kocher weder Topfhalter noch Kardanik?
Bietet Compass meines Wissens nicht an. Ich habe beides in 2025 separat über eBay erworben: ein Paar Topfhalter 70 bis 90 Euro, Kardanik 190 Euro, also komplett ca. 350 Euro. Es mag auch günstigere Angebote geben.
Was leider unerwähnt blieb ist die Tatsache, dass Spiritus beim Verbrennen einen scharfen, unangenehmen Geruch verbreitet. Auch wenn man angeblich geruchlos verbrennenden kauft.
Und, so teuer ist die Umrüstung auf elektrisches (Induktion-bester Wirkungsgrad) kochen nicht. Bin gerade dabei meine Biga 24 mit zwei Sterling 1kW Platten plus Inverter für eine von beiden umzurüsten. Kosten dafür (ohne Einbau) unter 500€. Habe aber glücklicherweise schon einen dicken Akku für den E-Motor an Bord, was die Sache natürlich günstiger macht.
Den Spirituskocher nutze ich schon jahrelang sehr erfolgreich an Bord. Leider ist die Versorgung mit Brennspiritus immer schlechter geworden. In Süddeutschland hat es jeder Discounter &Co. An der dtsch. Ostseeküste musste ich heuer viele Kilometer mit dem Leihrad fahren, um zu bekommen. In Polen konnte gar nichts kaufen, nur Apotheken -Sprit für 20 €/ltr.