Hafen/Marina Vitte (Rügen/Hiddensee)

Von Tom Logisch

Thomas „Tom“ Logisch kam schon als kleiner Junge zum Segeln; zunächst mit Freunden seiner Eltern auf dem Balaton, dem Plattensee. Dann mit einer Ixylon auf den Stauseen seiner thüringischen Heimat und ab 1990 erstmals auch auf der Ostsee. Ende der 1990-er Jahre gründete er sein eigenes Charterunternehmen an der Müritz. Seit einer Atlantiküberquerung im Rahmen der ARC 2001 betreut er Langfahrtsegler, heute rüstet er mit seiner Firma rund 50 Yachten im Jahr für Weltumsegelungen aus. Sein Heimatrevier bleibt die Ostsee.

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Vitte hat zwei Häfen zum Festmachen

1. Seglerhafen Lange Ort

Dieser private Yachthafen mit betonnter Zufahrt liegt direkt neben dem Hauptort Vitte und ist zweifelsfrei der Hotspot auf der Insel. Der sehr um Sauberkeit und Ordnung bemühte Hafenmeister spaltet die Gemüter seit Jahrzehnten, er gehört wahrscheinlich mit zu den bekanntesten Hafenmeister-Persönlichkeiten der Ostseeküste.

Aber keine Angst, viele alte Geschichten sind übertrieben und der Mann ist gewissermaßen altersmilde geworden. Der Hafen Lange Ort ist von der Eröffnung bis heute eine perfekt in Schuss und sauber gehaltene Anlage mit schönen Grillplätzen, mit Spielwiese und angrenzendem Flachwassergebiet. Hier sind allabendlich die Kids mit dem Schlauchboot unterwegs.

Im Hafen Lange Ort sind auch die Grünanlagen und die Hafenmeisterei stets top gepflegt.

Im Sommer ist es hier stets rappelvoll, Reservieren ist zwecklos. Man kommt immer unter, liegt aber oftmals die erste Nacht an den Dalben im Päckchen und braucht ein Dinghi oder die Hilfe anderer, um an Land zu gelangen. Leider bevölkern auch zahllose Besserwisser die Marina, was für viele Charterskipper dann nicht unbedingt eine Hilfe beim Anlegen ist. Ignorieren und sein Anlegemanöver durchziehen ist hier die Devise. Sonst wird man schnell zum Darsteller des Hafenkinos. Aber Achtung: Der Hafen wird am Anfang der Steganlagen schnell flach – man sollte sehr langsam manövrieren. Auch sind wirklich alle Tonnen der Zufahrt zu beachten.

So leer ist es in der Marina Lange Ort nur in der Nebensaison.

Da das Hafengebiet privat ist, besteht keine Kurtaxenpflicht und sie wird auch nicht kassiert. Das ist der Gemeinde längst ein Dorn im Auge und sie versucht mit allen Mitteln, das Gelände wieder einzugemeinden. Auch der Kurtaxenkontrolleur lauert oftmals in der Nähe, hier muss man dann nachbezahlen.

Vor allem für Familien ist Lange Ort der beste Platz, denn für sie gibt es viel Bewegungsfreiraum und immer genügend Spielkameraden. Die Spiel- und Grillwiese ist riesig, die Sanitäranlagen sauber und die Lage perfekt. Hier im Hafen hat man seine Ruhe vor dem Massenandrang, ist schnell am Strand und viele Segler bleiben wochenlang. Gerade Familien aus Schweden und Dänemark lieben diesen Platz. Wer wie ich öfter herkommt, erkennt sehr schnell, dass es zahlreiche Stamm- und Dauergäste gibt, die jedes Jahr wiederkommen. Richtig voll ist der Hafen aber nur im Juli und August.

Der lebendige Fährhafen von Vitte ist nur wenige Gehminuten vom Hafen Lange Ort entfernt.

Die Mindestwassertiefe beträgt 1,5 bis 2 Meter, die Grundversorgung mit Strom am Steg ist im Hafengeld enthalten, für Mehrbedarf und Wasser wird eine Gebühr erhoben. Duschen und Waschmaschinen/Trockner können mit Wertmarken genutzt werden.

2. Fährhafen Vitte

Die wenigen Liegeplätze befinden sich am Kai neben der Tankstelle (Achtung – nicht die Liegeplätze der Fähren und Fischer blockieren). Man liegt hier sehr unruhig, fast immer im Päckchen und die Plätze sind für große Schiffe ab 50 Fuß, die nicht mehr in Lange Ort unterkommen. Aufgrund der vielen Touristen im Hafen liegt man hier quasi auf dem Präsentierteller und die Fähren und Wassertaxen sorgen für Schwell. Die Mindestwassertiefe beträgt drei Meter, Strom und Wasser gibt es an mehreren Automaten. Die Duschen sind im neuen Hafengebäude und die Tankstelle ist in Betrieb. Im Ort findet man alle Versorgungsmöglichkeiten.

Das Hafenbecken von Vitte teilen sich Yachten, Fischer und die Fähre.

Tipp: Wer es einfach, aber trotzdem lecker mag, muss in den Fischimbiss am Hafen, direkt neben den Seglerduschen (nur bis 20 Uhr geöffnet). Hier sitzt man nach einem Strandtag schön im Schatten beim Bierchen, während die Insel sich leert und die letzten Fähren ablegen.

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

Weitere Liegeplätze bei Rügen

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze im Revier "Rügen". Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

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