Segeln und Chartern in Italien – alle Reviere im Überblick

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Michael ist seit über 20 Jahren als Journalist und Fotograf auf dem Wasser tätig. Der studierte Geograf hat weltweit Reisereportagen in mehr als 100 Charter- und Blauwasserrevieren produziert. Zudem haben den Hamburger viele Segelreisen und seine frühere Tätigkeit als Charter- und Überführungsskipper rund um den Globus geführt. Zusammen mit Sönke Roever ist er die treibende Kraft von BLAUWASSER.DE und ein beliebter Referent auf Bootsmessen und diversen Seminaren (siehe Termine).

Die sieben bekanntesten Segelreviere Italiens sind Sardinien, Elba, Sizilien, der Golf von Neapel, die Italienische Riviera, die Lagune von Venedig und die Tremiti-Inseln

Italien ist mit seinen 7.600 Kilometern Küstenlinie und vielen Inseln eine der Topdestinationen für Segler im Mittelmeer. Wer noch nie in Italien segeln war, verliert schnell den Überblick. Worin genau unterscheiden sich die einzelnen Landesteile und Inseln und was bedeutet das für den jeweiligen Törncharakter?

Sommer, Sonne, Segeln – in allen italienischen Revieren steht das auf der Tagesordnung. ©Michael Amme

Fest steht, dass überall im Land das berühmte dolce vita zelebriert wird, das süße Leben mit viel Sonne, Meer und gutem Essen. Trotzdem bieten die einzelnen Landesteile zum Teil ganz unterschiedliche Bedingungen. Es gibt Ziele am Festland, auf Inseln oder in Lagunen, und jedes Revier hat seine eigenen Besonderheiten: in Bezug auf die Anreise, die Entfernungen innerhalb des Reviers, die Windverhältnisse, die nautische Herausforderung oder die Infrastruktur an Häfen und Ankerplätzen.

Schmucke Küstenorte wie Vernazza in Ligurien gehören in Italien immer mit zum Törnerlebnis. ©Michael Amme

Wie genau sehen diese Unterschiede aus und was bedeuten sie für mich und meine Crew und für den Charakter der geplanten Segelreise? Für den schnellen Überblick stellen wir hier die wichtigsten italienischen Segelreviere vor, die sich im Wesentlichen auf sieben Regionen oder Landesteile beschränken.

Teilen wir die italienischen Segelreviere nach ihrer Bedeutung für den Yachttourismus auf, sieht die Liste der sieben Destinationen vermutlich so aus:

  • Sardinien
  • Elba und die Toskanischen Inseln
  • Sizilien mit den Liparischen und den Ägadischen Inseln
  • Golf von Neapel mit Capri & Co, der Amalfiküste und den Pontinischen Inseln
  • Italienische Riviera (Ligurische Festlandsküste rund um Genua zwischen San Remo und La Spezia)
  • Lagunen von Venedig und Grado
  • Tremiti-Inseln und Gargano Nationalpark

Nur die beiden letzten Reviere liegen an der italienischen Adriaseite, alle anderen liegen im Ligurischen und Tyrrhenischen Meer auf der Westseite des Stiefels. Tatsächlich kann man jedes dieser sieben Reviere als ein eigenes Törnziel betrachten. Mit Distanzen, die je nach Revier und Lust und Laune genau passend für einen ein-, zwei- oder sogar dreiwöchigen Törn sind.

Egal welches italienische Revier, entspannte Segelmomente bieten alle. ©Michael Amme

Bleibt die Frage: Welches italienische Revier passt am besten zu meinen Erwartungen, Fähigkeiten und Vorstellungen? Und wo werden die Vorlieben der Crew am besten berücksichtigt? Um das herauszufinden, schauen wir uns der Reihe nach die Besonderheiten und Gegebenheiten der sieben Reviere einmal genauer an.

Segelrevier Italien 1: Sardinien

Das Segelrevier Sardinien im Überblick

Sardinien ist groß, auf einer Inselumrundung kommen 450 Seemeilen zusammen, viel zu viel für einen Bummeltörn von einer oder zwei Wochen. Das ist einer der Gründe, warum die meisten Segler nur den Inselnorden und Nordosten ansteuern, die mit der Costa Smeralda und den sieben Hauptinseln des La-Maddalena-Archipels das Gesicht der Insel prägen. Hier finden wir von Wind und Wasser glatt geschliffene Felsen, glasklares Wasser und karibisch anmutende Strände, hier ist Sardinien tatsächlich ein Segelrevier wie aus dem Bilderbuch. Mit Olbia hat dieser Küstenstreifen auch sein Zentrum mit Flug- und Fährhafen, an dieser Küste sind auch fast alle Charterschiffe der Insel stationiert.

Karibisch schön wie hier auf der Insel Lavezzi ist es besonders im Nordosten von Sardinien. ©Michael Amme

Als eine Art Geheimtipp könnte man den Inselsüden nennen, ab Cagliari oder Carloforte gibt es ebenfalls Chartermöglichkeiten und für einen Urlaubstörn von einer Woche oder zehn Tagen auch ausreichend viele schöne Ziele. Hier geht es deutlich ruhiger zu, kein Vergleich zu dem Trubel im Nordosten. Die Westküste südlich von Alghero ist dagegen eher problematisch, sie ist sehr exponiert gegenüber dem Mistral und hat nur wenige Häfen mit zum Teil flachen und zur Versandung neigenden Zufahrten. Auch der Südteil der Ostküste gilt mit seiner flachen und geraden Küste, seinen kilometerlangen Sandstränden und den abseits der Küste gelegenen Orten unter Seglern als weniger attraktiv.

Der hübsche Inselort Carloforte ist auch Ausgangshafen für Chartertörns an der weniger bekannten Südküste Sardiniens. ©Michael Amme

Sardiniens nautische Herausforderung

Der Nordosten der Insel rund um Olbia ist das seglerische Epizentrum der Insel, hier starten vermutlich über 90 Prozent der Urlaubssegler ihren Törn. Das Revier gilt im Vergleich zu anderen italienischen und weiteren Mittelmeerrevieren als durchaus anspruchsvoll. Warum? Der eine Grund sind die unfassbar vielen Steine, Inseln und Inselchen, die hier vor der Küste verstreut im Meer liegen und eine aufmerksame Navigation erfordern. Immer wieder kommt es hier bei Grundberührungen zu schweren Schäden. Aber keine Sorge: Wer sich an die Seekarten, Handbücher und die Betonnung hält, wird auch hier keine Probleme haben.

Viele Steine und Flachstellen machen die Navigation im Nordosten von Sardinien anspruchsvoll. ©Michael Amme

Der andere Grund hat mit den Windverhältnissen zu tun. Ein ausgeprägter thermischer Sommerwind pustet hier tagsüber oft mit bis zu fünf Windstärken aus Südost. Dazu kommt die enge Straße von Bonifacio, in der der Wind durch die Enge der beiden hohen Inseln Korsika und Sardinien gepresst und noch einmal verstärkt wird. Und auch der Mistral aus dem Golf von Lyon pustet seinen Starkwind bisweilen bis zur Sardischen Küste. Damit ist Sardinien eine Art Mittelmeerrevier mit Windgarantie.

Die bekannt guten Windverhältnisse auf Sardinien sind auch bei Surfern und Kitern beliebt. ©Michael Amme

Häfen und Ankerplätze im Segelrevier Sardinien

Die Distanzen im Revier im Nordosten sind kurz, zwischen Olbia im Süden und Bonifacio an der korsischen Südküste im Norden sind es keine 40 Seemeilen. Trotzdem gibt es auf diesem Abschnitt bereits 20 Yachthäfen und Dutzende Ankerbuchten, man kann tagelang (besser: wochenlang) völlig entspannt zwischen Sardinien, Korsika und den Inseln des La-Maddalena-Archipels hin- und herpendeln. Die Häfen sind teuer (in der Saison um die 100 Euro pro Nacht für 45 Fuß), mit Ausnahme des Promi-Hafens Porto Cervo aber auch nicht teurer als in anderen italienischen Segelrevieren.

Auch ein städtisch betriebener Hafen wie der auf La Maddalena ist nicht wirklich günstiger als eine Marina. ©Michael Amme

Das kostenlose Übernachten in Ankerbuchten und das freie Ankern entlang der Küsten ist fast überall möglich. Vereinzelt gibt es kostenpflichtige Muringfelder und rund um den La-Maddalena-Archipel gelten ein paar Einschränkungen durch ein Nationalparkgebiet. Toll ist die Tatsache, dass es hier im Nordosten tatsächlich reihenweise traumhaft schöne Sandstrandbuchten mit türkis glänzendem Wasser gibt. Einige davon sind dabei immer noch naturbelassen oder nur wenig touristisch genutzt.

In Buchten mit Badebetrieb wie hier an der Costa Smeralda müssen unbedingt die Badeabsperrungen beachtet werden. ©Michael Amme

Fazit zum Segelrevier Sardinien

Der Nordosten Sardiniens gehört im Mittelmeer definitiv mit zu den Topdestinationen für Badeferien unter Segeln. Das zieht auch die Massen an, der Nordosten von Sardinien ist auch die Küste der Schönen und Reichen. Trotzdem ist das Revier selbst in der Saison für normale Fahrten- und Chartersegler problemlos zu befahren und die vielen ganz unterschiedlichen und extrem nah beieinanderliegenden Ziele machen auch die Törnplanung einfach. Die durchaus vorhandenen Herausforderungen in Bezug auf die Navigation und auch in den Sommermonaten auftretenden Starkwinde sollten dabei allerdings beachtet werden. Als entspannte Alternative bietet sich die Südküste Sardiniens an, das Revier ist ideal für alle, die dem ganz großen Trubel aus dem Weg gehen wollen.

Herrlich mediterranes Segeln darf man überall auf Sardinien erwarten. ©Michael Amme

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Segelrevier Italien 2: Elba und die Toskanischen Inseln

Das Segelrevier Elba im Überblick

Wer vom Segelrevier Elba spricht, meint damit eigentlich immer auch die beiden nahen Inseln Capraia und Giglio, das toskanische Festland und oft auch die nahe Küste von Korsika. Warum? Elba ist für einen eigenen Törn ziemlich klein, auf einer Inselumrundung kommen gerade mal 50 Seemeilen zusammen. Auch wenn die sechs Häfen und das eine Dutzend Ankerbuchten eine Urlaubswoche füllen könnten, treibt es die meisten dann doch auch zu den Zielen der Umgebung.

Auch die Halbinsel Monte Argentario am Festland ist das Ziel von Charteryachten. ©Michael Amme

Zur Insel Capraia mit ihrem kleinen Hafen und dem sehenswerten Inselort sind es gut 20 Seemeilen, zum charmanten Inselhafen und den Ankerbuchten auf Giglio im Süden etwa 35 Seemeilen. Die toskanische Festlandsküste, an der es ebenso wie auf Elba viele Chartermöglichkeiten gibt, ist an der engsten Stelle keine fünf Seemeilen entfernt. Und auch Bastia, die ehemalige Hauptstadt von Korsika mit ihrer wunderschönen Altstadt direkt am Hafen, ist mit etwa 30 Seemeilen Entfernung genauso in Reichweite wie auch andere Ziele an der korsischen Nordostküste.

Zu den Zielen abseits von Elba geht es stets über das offene Meer. ©Michael Amme

Die nautische Herausforderung rund um Elba

Wer nur rund Elba unterwegs ist, wird ohne große navigatorische Herausforderung in kurzen Minietappen attraktive Ziele finden. Gibt es Wind oder eine alte Dünung, fällt allerdings sofort eine ganze Inselseite für einen Ankerstopp aus, die Insel liegt relativ exponiert im offenen Meer. Gut für die Törnplanung ist die Tatsache, dass es von Elba aus in jeder Himmelrichtung weitere attraktive Ziele gibt. Allerdings sind die dann auch nur auf den vorgegebenen Etappen von 25 bis 40 Seemeilen zu erreichen, Alternativziele auf diesen Routen gibt es nicht.

Ankerbuchten wie hier im Golfo di Viticcio auf Elba gibt es ausreichend im Revier. ©Michael Amme

Besondere nautische Herausforderungen gibt es keine, nur die Liegeplatzsituation ist mitunter etwas schwierig. Aus den nahen und großen Yachthäfen der Festlandsküste kommen gerade in der Hochsaison und an Wochenenden auch viele Italiener rüber zu den schönen, aber kleinen Inselhäfen. Wer chartert und kein Italienisch spricht, darf für eine Liegeplatzreservierung auch um Hilfe beim Stützpunkt fragen, ansonsten ist es ratsam, nicht zu spät einzulaufen.

In den Häfen darf man stets auch auf die Hilfe der Hafenmitarbeiter setzen. ©Michael Amme

Häfen und Ankerplätze im Segelrevier Elba

Eines vorweg: Ganz viele der Insel- und Küstenhäfen des Reviers sind echte Schmuckstücke, in denen die Yachten vor den pastellfarbenen alten Häusern der lebendigen Stadthäfen festmachen. Nur an der toskanischen Festlandsküste gibt es auch große Marinas oder mehr industriell geprägte Hafenanlagen.

Auf Elba sind nicht alle der sechs Häfen für große Kielyachten erreichbar, Cavo zum Beispiel ist viel zu klein und die Einfahrt zur Marina di Campo kann wegen gefährlicher Schwellbildung problematisch sein.

Porto Azzurro auf Elba ist ein schmucker Hafen und die Liegeplätze sind oft rappelvoll. ©Michael Amme

Auf Capraia ist der tägliche Wechsel der Besucheryachten im Hafen geübte Praxis, auf Giglio gibt es nur wenig Platz, hier wird nach dem letzten Ausflugsboot römisch-katholisch an der Hafenpier festgemacht. In Porto Ercole am gegenüberliegenden Festland hat jede Schwimmsteganlage einen anderen Betreiber. Und auf Korsika ist neben Bastia zunächst nur noch der Yachthafen von Macinaggio in unmittelbarer Reichweite.

Das freie Ankern ist überall im Revier erlaubt, die Möglichkeiten dazu sind reichlich vorhanden, der Ankergrund ist meist sandig und hält gut. Badeabsperrungen und die gesetzlichen Abstandsregeln schränken hin wieder den verfügbaren Raum ein, sie sollten unbedingt beachtet werden, zumal auch mit Kontrollen gerechnet werden muss.

Auf der Insel Giglio darf die Innenseite der Außenmole für die Nacht von Yachten genutzt werden. ©Michael Amme

Fazit zum Segelrevier Elba

Elba ist ohne Einschränkungen ein attraktives und klassisches Segelrevier für Urlauber. Mit den möglichen Abstechern auf die anderen toskanischen Inseln, nach Korsika und zum Festland findet der Chartersegler hier alle Möglichkeiten für den ein- oder zweiwöchigen Törn. Durch die größeren Entfernungen der einzelnen Alternativziele zueinander ist die Törnplanung bisweilen etwas mehr vorgegeben.

Zusätzlich attraktiv wird das Revier durch die Möglichkeit, problemlos mit dem Auto anreisen zu können. Dabei ist es egal ob man direkt vom nahen Festland aus startet oder kurz mit der Pendelfähre zum Charterstützpunkt direkt auf Elba übersetzt.

Im Stundentakt erreichen die Fähren vom Festland den Hauptort von Elba Portoferraio. ©Michael Amme

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Segelrevier Italien 3: Sizilien mit den Liparischen und den Ägadischen Inseln

Das Segelrevier Sizilien im Überblick

Sizilien ist in etwa so groß wie Sardinien, eine Inselumrundung ist gut 450 Seemeilen lang. So gut wie niemand, der Sizilien als Urlaubssegler besucht, plant die Insel zu umrunden. Genau genommen haben fast alle, die in Sizilien eine Yacht besteigen, ein ganz anderes Ziel: die Liparischen Inseln, auch Äolische Inseln genannt. Diese sieben bewohnten Inseln liegen ganz nah vor der Nordostküste Sizilien, die aktive Vulkaninsel Stromboli ist nur eins der vielen Highlights dieses Reviers. Doch Sizilien hat auch noch ein zweites Revier, das 150 Seemeilen weiter im Westen der Insel liegt und meist von Palermo, Tarapani oder Marsala aus angesteuert wird: die drei Inseln der Ägadischen Inseln. Auf einer normalen Charterreise müssen wir uns also für einen Törn entscheiden, deshalb hier kurz der Überblick zu den beiden Revieren.

Charmante Inseldörfer auf den Liparischen Inseln wie hier auf Vulcano sind das Ziel der Reise. ©Michael Amme

Das Segelrevier der Liparischen (Äolischen) Inseln

Die Inseln sind absolut sehenswert, jede ist auf ihre Art anders. Es gibt quirlige Inselorte wie auf Lipari oder Salina, schmucke Villen wie auf der VIP-Insel Panarea und ganz viel Ruhe auf den verschlafenen Inseln Filicudi und Alicudi. Immer beindruckend ist die Natur: brodelnde Schwefelquellen, Schlammbäder, schwarze Strände, Vulkankegel. Und auf Stromboli kann man aus dem Cockpit heraus einen aktiven Vulkan mit spuckender und glühender Lava beobachten oder auf einer Wanderung zum Kraterrand aufsteigen.

In der blauen Stunde von See aus den glühenden Vulkan von Stromboli zu beobachten ist ein bleibendes Erlebnis. ©Michael Amme

Von den Charterstützpunkten auf den 25 Seemeilen zwischen Capo d’Orlando und Milazzo sind es bis zur ersten Insel Vulcano kaum mehr als 15 Seemeilen. Die Inseln selbst liegen dann alle ganz dicht zusammen, die längste Etappe bis nach Stromboli ist gerade mal 20 Seemeilen. Wer von Sizilien aus im Zickzack-Kurs alle sieben Inseln besucht, kommt auf einer Rundreise auf nicht viel mehr als 150 Seemeilen. Wer dazu noch ein paar Nahziele an der sizilianischen Küste ansteuert oder Tropea am nahen italienischen Festland, kann den Törn fast beliebig in die Länge ziehen.

Auf der Insel Lipari gibt es auch das quirlige Leben des Hafenortes zu erleben. ©Michael Amme

Das Segelrevier der Ägadischen Inseln

Die drei Inseln vor dem Westzipfel Siziliens kann man trotz des gestiegenen Angebots an Charteryachten durchaus noch als Geheimtipp durchgehen lassen. Die kleinen und einheimisch geprägten Inselhäfen von Favignana und Marettimo liegen nur zehn beziehungsweise 20 Seemeilen vom nächsten Hafen auf Sizilien entfernt, die hafenlose Insel Levanzo sogar nur acht. Wer von der pulsierenden Hauptstadt Palermo aus startet und auf dem Weg auch die sehenswerten Ziele von Castellamare del Golfo, San Vito Lo Capo oder Trapani besucht, der kommt auf insgesamt etwa 150 Seemeilen. Auch die Insel Ustica gut 30 Seemeilen nördlich von Palermo, die genauso wie Marettimo eine der top Tauchdestinationen des Mittemeers ist, kann hier mit in den Törnplan integriert werden.

Der Fischerort auf der Insel Marettimo ist das westlichste Ziel der Ägadischen Inseln. ©Michael Amme

Die nautische Herausforderung rund um Sizilien

Das Revier im Westen rund um die Ägadischen Inseln stellt uns vor keine besonderen Herausforderungen, es gibt Marinas, Stadthäfen, Ankerplätze und weitestgehend freie Küsten. Die Etappenlängen sind überschaubar und kommt schlechtes Wetter auf, findet sich immer ein sicherer Hafen.

Anders sieht es rund um das Revier der Liparischen Inseln aus. Die Vulkaninseln fallen auch an den Küsten weiter steil ab ins Meer und bieten damit nur wenige gut geschützte Ankerbuchten mit brauchbaren Ankertiefen. Auch der Hafenbau gestaltet sich dadurch schwierig und nicht alle der wenigen Häfen oder Steganlagen können als sicher vor jeder Windrichtung bezeichnet werden. Was dazu führen kann, dass bei aufkommendem Wind im Extremfall nur ein Rückzug zu den sicheren Yachthäfen auf Sizilien möglich ist.

Bei der falschen Windrichtung werden die Liegeplatzmöglichkeiten wie hier auf Vulcano schnell unbrauchbar. ©Michael Amme

Häfen und Ankerplätze im Segelrevier Sizilien

Wie erwähnt, ist die Liegeplatzsituation auf den Liparischen Inseln nicht ganz einfach. Nur die Inseln Salina und Lipari haben einen brauchbaren Hafen, schon die Liegeplätze von Vulcano sind mehr exponierte Steganlagen als ein sicherer Hafen. Hier und da kann ein Teil einer Pier nach der letzten Fährabfahrt genutzt werden, ansonsten bleiben noch ein paar wenige Muringfelder wie zum Beispiel auf Stromboli oder Vulcano. Hier gibt es auch eine der ganz wenigen wirklich guten Ankerbuchten, die meisten anderen Ankerplätze sind statt geschützter Buchten eher exponierte Flachstellen vor der Küste. Kommt Wind im Revier auf, macht sich trotz Luvküste nicht selten Schwell bemerkbar.

Die drei großen Marinas am nahen Festland bieten dagegen zuverlässig Schutz, die Möglichkeiten an gut geschützten Ankerbuchten ist aber auch hier beschränkt.

Immer wieder lassen sich bei stabilen Wetterbedingungen auch brauchbare Ankerplätze wie hier auf Panarea finden. ©Michael Amme

Fazit zum Segelrevier Sizilien

Für den Urlaubssegler hat Sizilien damit zwei unterschiedliche Reviere zu bieten. Für den Törn zu den Liparischen Inseln reist man am besten über den Flughafen Catania an, für den zu den Ägadischen Inseln nach Palermo oder Trapani. Der Törn zu den Liparischen Inseln ist in Bezug auf die einmalige Natur und die große Vielfalt der vulkanischen Inseln ein besonderes Erlebnis. Aufgrund der eingeschränkten und bei mehr Wind bisweilen auch problematischen Infrastruktur auf den Inseln sollte man hier flexibel bleiben und nicht enttäuscht sein, wenn der Törn anders verläuft als geplant. Das Ziel im Westen rund um die Ägadischen Inseln wird deutlich weniger angesteuert, bietet aber ein herrlich italienisch-mediterranes Törnerlebnis, hier darf in Bezug auf Törnplanung und Liegeplatzmöglichkeiten mit weniger Überraschungen gerechnet werden.

Schönen Hafenorte wie hier Lipari Porto gehören überall mit zum Törnerlebnis. ©Michael Amme

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Segelrevier Italien 4: Golf von Neapel mit der Amalfiküste, Capri und den Pontinischen Inseln

Das Segelrevier rund um den Golf von Neapel im Überblick

Willkommen im Revier der Gegensätze. Neapel ist das pulsierende Zentrum voll süditalienischem Temperament und Capri die Jetset-Insel mit der berühmten Blauen Grotte. Auf Ischia sprudeln die heißen Thermalquellen und Pompeji am Festland ist eine der größten antiken Ruinenstädte der Welt. Klangvoll sind auch die Namen Positano und Amalfi an der wild zerklüfteten und grünen Amalfiküste.

Amalfi ist nur eines der Topziele im Revier rund um den Golf von Neapel. ©Balate Dorin/stock.adobe.com

Hierher kamen schon vor 100 Jahren bekannte Reisende: Intellektuelle, Schriftsteller, Regisseure, Schauspieler, Maler und Komponisten. Sie waren die ersten, die von den pastellfarbenen und würfelartig übereinandergestapelten Häusern der Fischerdörfer dieser Küste verzaubert waren, die bis heute nichts von ihrem Reiz verloren haben.

Weniger mondän, ruhiger und gerade deswegen einladend für einen unvergesslichen Yachturlaub: die Pontinischen Inseln Ponza und Ventotene im Norden und die Bade- und Strandküste Cilento im Süden.

Ruhiger und abgelegener zeigt sich die Insel Ventotene im Norden des Reviers. ©Michael Amme

Die nautische Herausforderung und die Törnoptionen rund um den Golf von Neapel

Viele der Ziele liegen hier nah beieinander, schon rund um den Golf von Neapel können in kurzen Tagesetappen von zehn bis 30 Seemeilen viele der Topziele erreicht werden: die Inseln Ischia, Capri und Procida, die kleinen Küstenorte der Amalfiküste und Ziele wie Pompeji oder Sorent im Golf von Neapel. Wer alle diese Ziele auf einem Törn miteinander verbindet, kommt auf etwa 125 Seemeilen und damit auf die perfekte Distanz für einen Wochentörn.

Auch die Insel Procida liegt direkt vor der Küste zum Golf von Neapel. ©Michael Amme

Das ganze Revier zwischen der Insel Ponza im Norden und der Cilento-Küste im Süden erstreckt sich allerdings über etwa 120 Seemeilen und bietet damit auch Ziele, die selbst in zwei Wochen nicht alle besucht werden können. Damit gibt es hier je nach Ausgangshafen, Wettersituation sowie Lust und Laune durchaus vielfältige Törnoptionen. Apropos Wetter: Im Sommer darf mit verlässlichen thermischen Winden gerechnet werden, die tagsüber aus Südwest bis Süd mit zwei Beaufort am Vormittag und maximal bis fünf Beaufort am Nachmittag wehen. Nachts herrscht nur ein leichter Wind aus Ost bis Nordost mit kaum mehr als zwei Windstärken. Insgesamt also Idealbedingungen für eine entspannte Törnplanung, nur die bisweilen kritische Liegeplatzsituation in den kleinen Inselhäfen könnte zur Herausforderung werden.

Die kleinen Inselhäfen wie Ventotene bieten nur beschränkte Liegeplatzkapazitäten. ©Michael Amme

Häfen und Ankerplätze im Segelrevier rund um den Golf von Neapel

Alle Inseln haben schöne Stadthäfen, die meisten davon auch einem kleinen Marinabetrieb, in der Saison sind die Kapazitäten insbesondere auch durch den Andrang vom Festland beschränkt. Mit Capri liegt einer der teuersten Häfen im Mittelmeer im Revier, insgesamt aber sind die Kosten vergleichbar mit anderen italienischen Revieren. Wer von der Amalfiküste weiter Richtung Süden segelt, findet noch einige Häfen, die attraktiv, aber nicht so überlaufen sind.

Der Hafenort Agropoli ist einer der möglichen Stopps an der südlichen Cilento-Küste. ©Andrew Mayovskyy/stock.adobe.com

Am Festland rund um den Golf von Neapel finden sich die großen Marina-Anlagen, in denen auch die Charterstützpunkte sind. Etabliert hat sich allerdings auch die Möglichkeit, den Törn auf der nahen Insel Procida zu beginnen; die am meisten einheimisch geprägte Insel des Reviers ist sehr gut mit der Fähre erreichbar.
Ankermöglichkeiten sind sowohl auf den Inseln wie am Festland vorhanden, die Anzahl ist allerdings beschränkt und nicht so umfangreich vorhanden wie in anderen Revieren.

Immer wieder finden sich wie hier auf Ischia auch schöne und sichere Ankerbuchten. ©Kot/stock.adobe.com

Fazit zum Segelrevier Golf von Neapel

Das pralle, impulsive und lebendige süditalienische Leben ist in diesem Revier allgegenwärtig, die Törnoptionen sind vielfältig. Ein schöner Badetörn mit Stopps in herrlichen Badebuchten ist hier genauso möglich wie ein Bummeltörn von einem mondänen Insel- und Küstenort zum anderen. Imposante Kulturstätten, die pulsierende Metropole Neapel, viele Wanderwege und Naturerlebnisse sowie herrliche Ziele in allen Richtungen geben jedem die Möglichkeit, den Törn rund um den Golf nach den individuellen Vorlieben zu gestalten.

Viele Etappen wie hier zu den Pontinischen Inseln führen über das offene und dunkelblaue Tyrrhenische Meer. ©Michael Amme

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Segelrevier Italien 5: Italienische Riviera (Ligurische Festlandsküste rund um Genua zwischen San Remo und La Spezia)

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Das Revier erstreckt sich über 130 Seemeilen und teilt sich von der französischen Grenze bis nach La Spezia in die Riviera di Ponente (westlich von Genua) und die Riviera di Levante (östlich von Genua). An dieser Küste finden wir uralte Städte, Strände, Steilküsten und berühmte Seebäder, Sanremo und Imperia beispielsweise. Mittendrin liegt Genua, die zweitgrößte Hafenstadt des westlichen Mittelmeers und Geburtsstadt von Christoph Kolumbus. Und weiter östlich finden sich noch weitere Highlights: der kleine Nobelort Portofino etwa und die fünf Dörfer der Cinque Terre, die sich in die Felsen krallen.

Riomaggiore ist eines der Cinque-Terre-Dörfer und damit UNESCO-Weltkulturerbe. ©Michael Amme

Die nautische Herausforderung und die Törnoptionen rund um die italienische Riviera

Die Bergmassive im Hinterland schützen das Revier und sorgen auch im Frühjahr und Herbst für milde Temperaturen (Durchschnittstemperatur im Mai und Oktober: über 20° C). Der Wind weht schwach und im Sommer selten mit mehr als vier Beaufort, im Westteil mehr aus südlichen, im Ostteil mehr aus nördlichen Richtungen. Das Revier stellt uns vor keine besondere navigatorische Herausforderung, es gibt kaum Untiefen und vorgelagerte Inseln und die große Hafendichte und gute Befeuerung machen das Revier auch für Anfänger interessant.

An dieser Küste ist man wie hier in Santa Margherita Ligure gut auf Besucheryachten eingestellt. ©Michael Amme

Bei der Törnplanung müssen wir uns entscheiden. Wer von Genua aus startet, kann in einer Woche nur entweder den West- oder den Ostteil des Reviers befahren. Vermutlich sind die 60 Seemeilen bis nach La Spezia die abwechslungsreichsten: Hier schlendern wir über die Promenaden der alten Hafenorte Camogli, Rapallo oder Portovenere, entdecken die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden fünf Cinque-Terre-Dörfer, stoppen im Jet-Set-Dorf Portofino und wandern durch die terrassierten Weinberge entlang der Küste – Italien pur!

Portofino ist das Jet-Set-Dorf der Küste, wunderschön und unbedingt einen Besuch wert. ©Michael Amme

Häfen und Ankerplätze im Segelrevier Italienische Riviera

Die Dichte an städtischen Häfen und privaten Marinas ist hoch, fast alle liegen in reizvoller Lage. Die Zeiten, in denen Gastlieger in kommunalen Häfen drei Tage umsonst liegen, sind
vorbei, die Höhe der Hafengebühren aber können hier durchaus noch preiswerter sein als in den privaten Marinas. Vorsicht ist bei starken auflandigen Winden geboten, viele flache Hafeneinfahrten werden dann gefährlich.

Lerici ist ein weniger bekannter Ort des Reviers, bietet aber trotzdem alles für einen Stopp. ©Michael Amme

Die Anzahl an gut geschützten Ankerplätzen, die auch für die Nacht geeignet sind, ist beschränkt, das Revier gilt nicht als Ankerparadies. Ein kostenpflichtiges Bojenfeld wie in der Klosterbucht San Fruttuoso ist eine Ausnahme, das freie Ankern ist außerhalb der wenigen Schutzzonen aber überall erlaubt. Bei den vielen möglichen Tagesstopps vor den Badestränden müssen aber unbedingt die Badeabsperrungen beachtet werden.

Die Klosterbucht San Fruttuoso bietet einen sicheren Stopp auch über Nacht. ©Michael Amme

Fazit zum Segelrevier Italienische Riviera

Das Revier wird weitestgehend von italienischen Eignern besegelt, unter Charter- und Urlaubsseglern ist es eher unbekannt, das Charterangebot ist auch begrenzt. Die wirklich schönen Hafenstädte, die Dichte an guten Marinas, die kurzen Anreisemöglichkeiten mit dem Auto und das milde Klima im Schutz der hohen Gebirge bieten tolle Voraussetzungen für einen Törn. Auch wenn die bekannten Seebäder oder die Cinque-Terre-Dörfer sehr touristisch und die Ankermöglichkeiten beschränkt sind, ist die italienische Riviera fast so etwas wie der Geheimtipp unter den italienischen Segelrevieren.

Portovenere ist schon wieder so ein Schmuckstück an dieser Küste. ©Michael Amme

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Segelrevier Italien 6: Lagunen von Venedig, Marano und Grado

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Man muss es so klar sagen: Die Lagunen rund um Venedig sind ein einzigartiges Revier. Nirgendwo sonst im Mittelmeer gibt es diese geografische Besonderheit der flachen Lagunenlandschaften. Hier können wir auch mit einer Kielyacht durch die zahllosen Fahrwasser und Kanäle schippern und die Flussläufe, Sandstrände, Inseln und Sandbänke erkunden. Und dabei eine Art Wattlandschaft aus Wasser und Schilf entdecken, die auch Ruhe- und Nistplatz für Tausende von Wasservögeln ist. Das bedeutet: Die Attraktion dieses Reviers geht weit über die sensationelle Möglichkeit hinaus, mit der eigenen Yacht direkt an der Lagunenstadt Venedig festmachen zu können.

Auf eigenem Kiel bis ins Zentrum von Venedig zu segeln ist ein einmaliges Erlebnis. ©Michael Amme

Die Lagunen bilden zusammen mit der zwischen ihnen liegenden Festlandsküste auf etwa 60 Seemeilen die komplette Nordküste des Adriatischen Meers. Die Lagune von Venedig ist mit einer Ausdehnung von gut 20 Seemeilen die größte, die von Marano und Grado hängen weitestgehend zusammen und sind noch einmal etwa 15 Seemeilen breit. Die nur durch schmale Zufahrten erreichbaren Binnengewässer sind an den meisten Stellen zwischen Festland und der offenen Adria etwa zwei bis fünf Seemeilen breit. Damit sind die Lagunen ein riesiger Spielplatz mit schmalen Fahrwassern zu einer Reihe von außergewöhnlichen Zielen: Venedig und Chioggia sind komplett von Wasser umgebene Lagunenstädte, Grado liegt auf einer Küstendüne und der postkartenschöne Ort Marano ist eine Küstenstadt im Inneren der Lagune. Dazu liegen das schöne Monfalcone und die Metropole Triest ebenfalls in direkter Umgebung.

Venedig mit seinen Kanälen und Gondeln bleibt natürlich die Top-Attraktion des Reviers. ©Michael Amme

Nautische Herausforderung und Törnoptionen rund um Venedig

Ein Novum für einen Segeltörn im Mittelmeer ist die Tatsache, dass man hier im Revier der Lagunen tatsächlich besser auch einen Tidenkalender zur Hand hat. In diesem flach auslaufenden Nordteil der Adria und in den Lagunen von Grado, Marano und Venedig machen sich die Gezeiten zum Teil deutlich bemerkbar. Bei einem Tidenhub von bis zu knapp über einen Meter sind auch die Strömungen in den Einfahrten und Kanälen unbedingt zu beachten, die in Extremfällen sogar bis zu acht (!) Knoten betragen können. In den flachen Zufahrten zu den Lagunen und den vielen kleinen Fahrwassern sollte man also besser wissen, ob das Wasser gerade auf- oder abläuft. Dazu haben die meisten Zufahrten in die Lagunen nicht viel mehr als 2 oder 2,50 Meter Wassertiefe, bei auflandigem Südwind mit Seegang kann ein Einlaufen schnell problematisch werden. Nur Venedig hat eine unter allen Bedingungen nutzbare Tiefwasserzufahrt.

Wie im Straßenverkehr weisen Schilder in den Lagunen den Weg. ©Michael Amme

Häfen und Ankerplätze Törnoptionen rund um Venedig

Auf dem etwa 60 Seemeilen langen Küstenabschnitt bietet ein gutes Dutzend Häfen Abwechslung und sichere Liegeplätze sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Lagunen. Darunter sind riesige Marinas mit über 1.000 Liegeplätzen genauso wie kleine Stadthäfen. Innerhalb der Lagunen kann auch geankert werden, meist am Rande der Fahrwasser, wo es tief genug ist. Das Wasser in den Lagunen ist durch die Sedimente etwas trüb, trotzdem wird auch hier gerne gebadet. Insgesamt sind die Entfernungen ideal für einen Wochentörn, wer mehr Zeit hat, kann seine Reise jederzeit auch auf die nahe Küste von Istrien in Kroatien ausweiten.

Wie hier vor der Laguneninsel Burano finden sich auch Ankermöglichkeiten in den weitläufigen Lagunen. ©Michael Amme

Fazit zum Segelrevier rund um Venedig

Das Revier ist durch seine geografischen Besonderheiten ein Unikum im Mittelmeer, die Navigation innerhalb der Lagunen eine spannende Herausforderung und viele der Küstenorte sind wirklich sehenswert. Und wer auf der Adriaseite der Küstendünen im offenen Meer badet, findet auch dunkelblaues Wasser. Das Highlight aber bleibt Venedig, die Ansteuerung und die Fahrt bis ins Zentrum der Stadt. Hier können wir in der Marina San Giorgio direkt gegenüber des Markusplatzes festmachen und mit dem Vaporetto, der städtischen Fähre, zum Markusplatz übersetzen.

Auf der Adriaseite der Lagunen kann wie hier in Grado auch ein Strandtag eingelegt werden. ©Michael Amme

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Törnbericht Italien: Durch das Reich der Lagunen nach Venedig segeln

Venedig mit der Yacht zu entdecken, ist ein exklusives Erlebnis. Yachthäfen ganz in der Nähe vom Markusplatz machen das Vorhaben möglich. Als Zugabe gibt es die herrlichen Lagunen, Städte und Strände der nahen Umgebung.

Segelrevier Italien 7: Tremiti-Inseln und Gargano Nationalpark

Das Segelrevier Tremiti-Inseln im Überblick

Die ganze Adriaseite des italienischen Stiefels gilt – bis auf die Lagunen rund um Venedig – für Segler als wenig attraktiv: Flache Küsten, viel Industrie, kilometerlange Sandstrände mit Massentourismus und Sonnenschirmkolonien prägen hier allzu oft das Bild. Weit im Süden aber, am Sporn des Stiefels in Apulien, gibt es eine Ausnahme: Rund um den bergigen, zerklüfteten und grünen Gargano Nationalpark macht die Küste Platz für eine Handvoll attraktiver Häfen und einige schöne Ankerbuchten.

Rund um den Sporn finden sich auch schöne Badebuchten wie die Baia di Campi. ©Michael Amme

Zusammen mit der Perle dieses Reviers, den Tremiti-Inseln, kann man hier Ziele für eine schöne Urlaubswoche unter Segeln finden. Diese Inselgruppe, die Teil des Nationalparks Gargano ist und nur zehn Seemeilen vor der Küste liegt, besteht aus fünf Inseln. Jeweils nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen San Domino, San Nicola, Caprara und Il Gretaccio, nur Pianosa liegt zwölf Seemeilen weiter im Nordwesten. Die aber gehört als einzige zur Zone C des Marinen Naturschutzparks und darf weder angelaufen noch betreten werden. Mit zusammen knapp 500 Einwohnern sind nur die beiden Inseln San Domino und San Nicola bewohnt.

Das große Bojenfeld zwischen den Inseln San Domino und San Nicola bietet auf den Tremiti-Inseln sichere Liegeplätze. ©Michael Amme

Die Inseln sind ein Mikrorevier mit Zielen zum Erkunden für zwei, drei Tage, zusammen mit der Festlandsküste rund um den Gargano Nationalpark gibt es aber auch ausreichend Platz zum freien Segeln und Ziele zum Entdecken. Nur eines gibt es nicht: Chartermöglichkeiten. Damit bleibt das Revier ein Ziel für Eigner, theoretisch aber könnte man auch von der kroatischen Küste gegenüber anreisen. Die kürzeste Entfernung zwischen zwei Inseln des Reviers beträgt knapp 60 Seemeilen, das jeweilige Festland ist etwa 90 Seemeilen voneinander entfernt.

Städtisches Flair bietet das Revier auch: hier zum Beispiel im Küstenort Vieste. ©Michael Amme

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Geheimtipp Italien: Segeln zu den Tremiti-Inseln

Die Perle der süditalienischen Adriaküste liegt rund um die Halbinsel Gargano, dem berühmten Sporn des Stiefels. Zusammen mit den vor dieser Küste liegenden Tremiti-Inseln ein Segelrevier der Extraklasse.

Eine Yacht in Italien chartern (Anzeige)

In Italien ist die Vielzahl an Charterfirmen, Yachten und Ausgangshäfen unübersichtlich groß. In den meisten großen und bekannten Starthäfen betreiben gleich mehrere Anbieter einen Stützpunkt. Darunter sind große internationale Charterfirmen mit riesigen Flotten, viele italienische Firmen, vereinzelt gibt es auch deutsche Anbieter. Viele Anbieter betreiben Flotten an mehreren Standorten, andere sind lokale Anbieter mit vielleicht ein oder zwei Dutzend Yachten, die oft auch Familienbetriebe sind.

Einer der vielen Charterstützpunkte Italiens liegt auch in Portoferraio auf Elba. ©Michael Amme

In dem Labyrinth von Charterunternehmen den Überblick zu behalten und die zuverlässigen von den unzuverlässigen zu trennen, ist in Italien nicht immer einfach. Hier kann eine Charteragentur helfen, die den Markt gut kennt und über die Jahre bereits eine Auswahl an zuverlässigen Anbietern vorgenommen hat.

Die 2008 gegründete Yachtcharteragentur GlobeSailor bietet genau diesen Service und weiß, bei wem ihre Kunden in guten Händen sind. Alle der über 1.100 Yachten, die für Italien auf mehr als 50 Stützpunkten im Programm sind, werden dabei soweit vorhanden transparent mit Originalfotos (keine Katalogbilder) und Kundenbewertungen beschrieben. Wer möchte, kann sich hier alle Yachten in Italien anzeigen lassen oder gleich nach seinem gewünschten Ausgangshafen suchen. Noch besser: Einfach anrufen oder eine Mail schreiben und sich beraten und ein unverbindliches Angebot machen lassen:

GlobeSailor
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