Hafen/Marina Junkön (Schweden/Bottnischer Meerbusen)

Ein Beitrag von

Sönke hat 100.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

Allgemeine Infos zum Hafen/Marina Junkön

Die rund acht Seemeilen südöstlich von Luleå gelegene Insel Junkön wurde bereits 1491 urkundlich erwähnt. Wie fast alle Inseln der Region ist sie durch die fortschreitende Landhebung entstanden. Deshalb besteht Junkön auch überwiegend aus Sandflächen und Kiefernwald. Manche Kiefern sind über 200 Jahre alt. Entlang der Ufer wachsen zudem viele Erlen, deren abgestorbenes Holz zahlreichen Spechten als Lebensraum dient.

Während viele Inseln in der Bottenwiek unbewohnt sind, ist Junkön seit der Mitte des 17. Jahrhunderts dauerhaft besiedelt. Damals lebten hier Fischer und Bauern. Der letzte landwirtschaftliche Betrieb wurde in den 1960er-Jahren aufgegeben. Auf der Insel leben heute nur noch wenige Einwohner ganzjährig. Sie sind hauptsächlich Berufsfischer und haben auf der Insel ihren Heimathafen. Im Sommer werden vor allem Hering (Strömling), Lachs und Maräne (Felchen) gefangen. Im Herbst wird auf die kleine Maräne gefischt, deren Rogen als die in Schweden sehr geschätzte Delikatesse Kalix-Löjrom gilt.

Im Sommer, insbesondere an den Wochenenden, ist der Hafen ein beliebtes Ziel für Einheimische und Gastsegler gleichermaßen. Im Winter ist die Insel über eine geräumte Eisstraße mit dem Auto erreichbar.

Im Sommer kommen viele Ausflügler ins beschauliche Junkön. ©Sönke Roever

Liegeplätze im Hafen/Marina Junkön

Der kommunale Gästehafen bietet je nach Bootsgröße und Belegung Platz für etwa 15 bis 25 Gastyachten. Die Wassertiefe beträgt an den meisten Liegeplätzen rund 2,5 Meter.

Im idyllischen Hafen gibt es unterschiedliche Liegeplätze. ©Sönke Roever
Die flachen Stellen sind auf dem Luftbild gut zu erkennen. ©Sönke Roever

Festgemacht wird längsseits an mehreren Schwimmstegen sowie einer Pier beziehungsweise dort, wo gerade Platz ist. Ausgenommen sind lediglich die für die Berufsfischer reservierten Liegeplätze im Nordwesten des Hafens.

Infrastruktur rund um den Hafen/Marina Junkön

Für einen kleinen Schärenhafen ist die Infrastruktur ausgezeichnet. Stromanschlüsse sind vereinzelt rund um den Hafen verteilt, allerdings nicht an den Stegen. Ein langes Landstromkabel ist daher hilfreich.

Mit langen Kabeln bekommt man den Strom auch an Bord. ©Sönke Roever

Trinkwasser gibt es an der markanten Zeile roter Holzhäuser, die das Hafenbild prägen. An den beiden Enden der Hölzhäuser befinden sich Außenwasserhähne.

Die roten Holzhäuser mit verschiedenen Serviceangeboten stehen direkt am Anleger. ©Sönke Roever

In den Holzhäusern sind zwei WCs, eine Dusche und ein ausgesprochen hübsches Saunagebäude untergebracht. Wer saunieren möchte, trägt sich in ein Reservierungsbuch ein, das in einem Briefkasten am Café ausliegt. Es gibt zwei Saunen. Sie befinden sich ganz links im Hafenbereich und heißen Näcken und Storjungfrun. Entsprechend gibt es auch zwei Listen für die Reservierung.

Es gibt zwei Saunen im Hafen. ©Sönke Roever

Mehrere Feuerstellen laden zum Grillen ein. Während der Hauptsaison ist das kleine Hafencafé geöffnet. Das Hafengeld wird per Swish oder direkt im Café bezahlt und fällt für das Gebotene erfreulich moderat aus.

Sehenswertes rund um den Hafen/Marina Junkön

In der roten Häuserzeile am Hafen befinden sich neben dem Café und den Sanitäranlagen auch ein kleines Schärenmuseum, das vom früheren Leben der Fischer erzählt, sowie ein Bootsmotorenmuseum.

Neben großen Inbordmotoren werden auch ältere Außenbordmotoren im kleinen Museum ausgestellt. ©Sönke Roever

Vom Dorf aus führen mehrere schöne Wanderwege über die Insel. Sehenswert ist insbesondere die gut erhaltene Windmühle aus dem 18. Jahrhundert, in der früher Gerste und Roggen für die Bewohner der Insel und der umliegenden Schären gemahlen wurden.

Spaziergänge und kleine Wanderungen in der Umgebung sind attraktiv und beliebt. ©Sönke Roever

Seit dem Zweiten Weltkrieg wird etwa die Hälfte der Insel einschließlich der Sandbucht Notviken von der schwedischen Luftwaffe als Übungs- und Zielgebiet genutzt. Dieser Bereich darf nicht betreten werden.

Von Mittsommer bis Mitte August läuft täglich ein Ausflugsboot Junkön an. Den aktuellen Fahrplan gibt es hier. Bei schlechtem Wetter oder starkem Wind können Fahrten ausfallen oder einzelne Anlegestellen nicht angelaufen werden. Bei Ausfällen werden – wenn möglich – Ersatztransporte organisiert. Wer sein Ticket im Voraus bucht, kann sich vom Betreiber über Fahrplanänderungen informieren lassen.

Dieses Ausflugsboot verkehrt in der Saison zwischen den kleinen Inseln. ©Sönke Roever

Fazit zum Hafen/Marina Junkön

Junkön ist einer jener Häfen, an denen man durchaus auch mal länger bleibt als ursprünglich geplant. Die Mischung aus lebendigem Sommerort, guter Infrastruktur, schönen Wanderwegen und der entspannten Atmosphäre macht die Insel zu einem der attraktivsten Ziele im Schärengarten von Luleå. Wer die Bottenwiek bereist, sollte Junkön meiner Meinung nach in seine Törnplanung mit aufnehmen.

Der Hafen Junkön lädt zum Entspannen ein. ©Sönke Roever

Hinweis: Hast du noch eine Ergänzung oder einen Tipp zu diesem Ort? Oder zu einem anderen im Revier? Dann schreibe uns und hilf mit, diese Infos aktuell zu halten. Entweder hier bei den Kommentaren oder schicke uns eine Mail.  

ANZEIGE

Weitere Liegeplätze in Schweden

Hier findest du eine interaktive Übersicht weiterer Liegeplätze in Schweden. Klicke einfach auf einen der Marker, um mehr zu erfahren.

Subscribe
Informiere mich bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Aktuellste Likes