Segeln/Chartern Kroatien: 17 Revier-Tipps für Liegeplätze in Norddalmatien

Von Michael Amme

Michael ist seit über 20 Jahren als Journalist und Fotograf auf dem Wasser tätig. Der studierte Geograf hat weltweit Reisereportagen in mehr als 100 Charter- und Blauwasserrevieren produziert. Zudem haben den Hamburger viele Segelreisen und seine frühere Tätigkeit als Charter- und Überführungsskipper rund um den Globus geführt. Zusammen mit Sönke Roever ist er die treibende Kraft von BLAUWASSER.DE und ein beliebter Referent auf Bootsmessen und diversen Seminaren (siehe Termine).

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Norddalmatien gehört zu den beliebtesten Segelrevieren Kroatiens

Fest steht: Geheimtipps an der kroatischen Küste gibt es schon lange nicht mehr. Schon gar nicht zwischen Zadar und Sibenik, dem Filetstück des Landes, zu dem auch das Nationalparkgebiet der Kornaten gehört. Die Trümpfe dieses Reviers liegen auf der Hand und locken jedes Jahr zehntausende Segler an: alte, historische Städte mit verwinkelten Altstadtgassen, dutzende Inseln mit einsamen Anlegestellen, kristallklares Badewasser, gutes und oft günstiges Essen, kurze Distanzen und dazu die Möglichkeit, das Revier mit dem eigenen Auto erreichen zu können.

Egal ob mit der eigenen Yacht oder dem riesigen Charterangebot in den großen Marinas von Zadar, Sukosan, Biograd, Murter, Jezera, Vodice oder Sibenik: das Angebot an Ankerbuchten, Stadthäfen, Marinas und Restaurants mit Festmacherstegen ist unerschöpflich.

Einsame Anlegeplätze wie diese auf der Kornateninsel Levrnaka sind der Trumpf des Reviers.

Was bleibt, ist die Qual der Wahl und die Erkenntnis, selbst nach einem zweiwöchigen Bummeltörn nur einen Teil der möglichen Anlandeplätze gesehen zu haben. Vielleicht bleibt sogar auch die Sorge, einen der attraktivsten Plätze verpasst zu haben …

17 Topp-Tipps für Liegeplätze

Damit ihr unbeschwert und gut informiert auf die Reise gehen könnt und wisst, was Euch wo erwartet, zeige ich euch die wichtigsten Törnziele des Reviers – von der einsamen Badebucht bis hin zur Küstenmetropole.

1. Zadar – Metropole mit Meeresorgel

Zadar gilt als ein wirtschaftliches Zentrum Dalmatiens und ist zudem ein perfekter Ausgangspunkt für einen Törn. Auch, weil es hier einen internationalen Flughafen, ein Fährterminal und eine moderne Marina mit einem halben Dutzend Charteranbietern gibt.

Wer die Altstadt unter die Lupe nehmen will, muss von der Marina Zadar hinübersetzen auf die andere Seite der Hafenbucht, am besten und schnellsten mit der kleinen Ruderbootfähre am Ende der Hafenmole. Von der neuen Hafenpromenade lässt sich der „schönste Sonnenuntergang weltweit” bewundern, so jedenfalls schwärmte Alfred Hitchcock während seines Urlaubs im Jahr 1964. Heute wird das Naturschauspiel mit Musik aus einer Meeresorgel untermalt. Bei dieser Attraktion der Stadt drücken Meereswellen Luft durch die in Hohlräumen unterhalb der Promenade installierten Orgelpfeifen, das Klangbild hat etwas entspannt-mystisches.

Hier auf den Stufen der Promenade von Zadar spielt die Meeresorgel zum Sonnenuntergang.

Die Altstadt selbst hat durch die Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg ebenso gelitten wie durch die der jüngsten Vergangenheit. Vieles der 3.000 Jahre alten Stadtgeschichte ist auf diese Weise verloren gegangen. Vieles aber wurde auch wieder aufgebaut, Zadar ist heute eine lebendige und junge Stadt mit Geschäften, Bars und Cafés.

2. Molat – Insel der Ruhe

Der gemütliche, kleine Ort der gleichnamigen Insel zieht immer mehr Yachten an, mittlerweile fast 2.000 pro Jahr. Auf dem Slip am Hafen sind die kleinen hölzernen Fischerboote aufgebockt und bekommen einen neuen Anstrich. In dem mit runden Kugellaternen beleuchteten Hafenbecken kann der freundliche Hafenmeister mittlerweile bis zu 30 Yachten festmachen. Überall gibt es Wasser- und Stromanschlüsse, Muringleinen, dazu eine kleine Sanitäranlage.

Die hübsche, ruhige Bucht ist von Pinien umgeben und von Natursteinhäusern, wucherndem Wein und Gemüsegärten. Die meisten Besucher der Insel kommen mit dem eigenen Boot, für Landbesucher fehlt die Infrastruktur. Auf der Hafenpier gibt es einen kleinen Supermarkt und eine Pizzeria, die auch direkt an Bord liefert. Dazu, im Scheitel der Bucht, ein Restaurant. Ein sehr entspannter winziger Inselort, nur bei starken Westwinden ist der Hafen tabu.

Auf Molat scheint ein wenig die Zeit stehen geblieben zu sein.

3. Pantera – Bucht der vielen Möglichkeiten

Vor der Nordspitze der 25 Seemeilen langen und schmalen Insel Dugi Otok ragt der Bug eines auf Grund gelaufenen und gesunkenen italienischen Frachters aus dem kristallklaren Wasser. Bei ruhigem Wetter ist das Wrack ein lohnenswerter Badestopp, im flachen Wasser rundherum lässt sich gut ankern.

Das Wrack vor Dugi Otok kann bei ruhigem Wetter angefahren werden.

Die Nacht verbringt man lieber an den Murings in der riesigen, kreisrunden Ankerbucht Pantera nebenan, umgeben von einsamer, unverbauter Natur. Abwechslung verspricht ein Spaziergang zum 40 Meter hohen Leuchtturm oder zu einem der beiden nahe gelegenen Kiesstrände. Wem es hier zu einsam ist, der kann im südlichen Ende der Bucht in der Marina Veli Rat festmachen und in dem gepflegten gleichnamigen Miniort auf den weinberankten Terrassen verschiedener Konobas (Restaurants) zum Essen gehen oder einfach nur die ruhige, einheimische Atmosphäre genießen.

Die kleine Marina von Veli Rat bietet sichere Liegeplätze in schöner Natur.

4. Veli Iz – der Töpferort

Der kleine Hauptort der Insel Iz bietet auf seiner Südseite eine Marina, dazu Slip, Travellift, Landliegeplätze und Yachtservice. Die städtische Pier auf der Nordseite ist nur für flachgehende Boote zu empfehlen, hier gibt es auch eine Hotelanlage mit kleinem Strand und betonierten Liegeflächen.

Ein Meer aus roten Ziegeldächern bestimmt das Ortsbild und trotz der zahlreichen Insel-Besucher wird das Dorfleben immer noch von den 450 Einwohnern geprägt. Zum Beispiel von den alten Männern des Ortes, die sich Tag für Tag auf dem schönen Caféplatz neben den bunten Fischerbooten tummeln. Einige von ihnen beherrschen noch das Töpferhandwerk, das auf der Insel Iz eine lange Tradition hat. Im Ethnographischen Museum im Ort kann man alte Exponate bestaunen, die heute selten gewordenen Töpferwaren werden meist von Urlaubern als Erinnerungsstücke erstanden.

In Veli Iz gibt es ein entspanntes Dorfleben, einen kleinen Hafen und gute Restaurants.

5. Sali – Minimetropole mit Flair

Zwar leben gerade einmal 1.000 Einwohner in Sali auf Dugi Otok, dennoch ist Sali mehr als lebendig. Die bunten Häuser am Hafenrand sind frisch gestrichen, es gibt viele Cafés und Restaurants, eine Eisdiele, einen Supermarkt und einen Geldautomaten, dazu Souvenirläden, eine Touristeninformation und im Sommer ist die Einklarierungsbehörde offen.

Auf beiden Seiten des Gemeindehafens stehen bis zu 60 Liegeplätze mit Muringleinen zur Verfügung, das innere Hafenbecken gehört den einheimischen Fischern. Im alten Lesesaal des Ortes finden viele Konzerte und Veranstaltungen statt, es gibt eine alte Fischfabrik, einen uralten Olivenhain und einmal im Jahr ein dreitägiges Ortsfest. Und nur wenige Minuten entfernt liegt am Nordrand des Ortes eine schöne Badebucht. Hier kann man auf dem terrassierten Hang unter schattenspendenden Pinien liegen und über das betonierte Ufer ins kühlende Nass gelangen. Wer dringend zurück zum Festland muss, kann mit der Schnellfähre nach Zadar gelangen.

Das Inselzentrum von Dugi Otok ist der lebendige Ort Sali.

6. Mala Proversa – Schaulaufen der Yachten

Die enge Durchfahrt am Südzipfel von Dugi Otok ist mit 25 Meter Breite und bis zu vier Knoten Strömung ein navigatorischer Leckerbissen. An der engsten Stelle weisen zwei Tonnenpaare, groß wie die Fahrwassertonnen der Elbmündung, durch den vier Meter tiefen Wasserweg. Wer unter Segeln passiert, sollte den Zündschlüssel zur Hand haben, die Windverhältnisse können sich durch die Landabdeckung schnell ändern.

An der schmalsten Stelle kann man auf der Insel Katina festmachen, entweder an einem der beiden Liegeplätze an der kleinen Pier oder in der Bucht gegenüber an Murings. Und wer im Restaurant Aquarius oder in dem Bagatela einkehrt, kann beim Mittagstisch die vorbeiziehenden Yachten beobachten.

An der engen Durchfahrt kann man vorbeiziehende Yachten beobachten.

7. Telascica-Bucht – Naturpark mit Highlights

Die fast fünf Seemeilen tief in die Südspitze von Dogi Otok einschneidende Telascica-Bucht ist ein riesiger Naturhafen mit mehreren Buchten und Inseln. Wer sie ansteuert, hat plötzlich das Gefühl, auf einem Binnensee zu segeln, vorbei an unbewohnten Hängen, mal karg, mal bewaldet. Irgendwann erreicht man im nördlichsten Zipfel, versteckt hinter zwei Inseln, die Magrovica-Bucht, einen rundum geschützten Ankerplatz, an dessen Ufern eine Hand voll Häuser stehen und jede Menge Olivenbäume.

Nicht nur Olivenbäume, auch knallrote Granatäpfel wachsen in der Magrovica-Bucht.

In der urigen Taverna Goro werden an rustikalen Holztischen dalmatinische Spezialitäten serviert. Zum Beispiel Na zaru, eine mit Knoblauch gespickte Goldbrasse, gegrillt auf einem mit Olivenholz geschürten Holzofen.

Der Wirt verleiht auch Motorroller, mit denen man zu den Attraktionen der Bucht, dem Salzsee Mir und den Steilklippen von Grpascak (mit 166 Meter die höchsten der Adria) gelangt. Die Bucht ist ein Naturpark, daher werden Gebühren kassiert (inklusive Müllentsorgung und Festmachen an einer der vielen ausgebrachten Murings). Billiger ist es, wenn man das Ticket vorab in einem der letzten Häfen kauft.

Die Bucht Magrovica liegt vier Kilometer vom Salzsee und den Steilklippen entfernt.

8. Luka Zut – zum Festmachen schön

Die zweitgrößte Kornateninsel gehört noch nicht zum gebührenpflichtigen Nationalparkgebiet, ist mit nur ein paar Dutzend Häusern aber ebenso dünn besiedelt wie der Rest des Archipels. Dennoch gibt es hier in der einsamen Naturbucht eine ACI-Marina mit 130 Liegeplätzen, geöffnet nur in der Saison von März bis Oktober. Gleich nebenan hat das Festa-Restaurant seine Anlegekapazitäten stets erweitert und modernisiert. Und ist eine der Top-Adressen für außergewöhnliche Fischgerichte. Wie immer in kroatischen Restaurantbuchten ist auch hier für Gäste des Restaurants das Liegen kostenlos. Nur Wasser und Strom muss extra bezahlt werden. Neben Toiletten gibt es hier auch Duschen, dazu werden ein paar Gästezimmer für Landbesucher vermietet. Auf der gemauerten Terrasse steht modernes Mobiliar, das gepflegte Anwesen ist umgeben von schöner, ruhiger Natur. Die gehobene Küche hält, was sie verspricht, und ist teurer als anderswo.

Egal ob am Marina- oder Restaurantsteg: Luka Zut ist schön und entspannt.

9. Zaklopica – Auszeit vor Anker

Die winzige Ankerbucht am Ostufer der langgestreckten, elf Seemeilen langen Insel Pasman ist ein idealer Badestopp. Während draußen in dem Pasmanskikanal der Schiffsverkehr von und nach Biograd im Minutentakt vorbeizieht, herrscht in der rundum mit grünen Nadelhölzern bewachsenen Bucht Ruhe und Einsamkeit – auch, weil der Ankerplatz mit den zehn Muringbojen bereits voll belegt ist. Und weil die Insel Pasman trotz guter Verbindungen zum Festland vom Tourismus bisher weitgehend verschont geblieben ist. Das unverbaute Ufer der Bucht ist von Steinen gesäumt, zum Sonnenbaden bleibt man lieber an Deck, auch der Sprung ins kühle Nass ist von hier aus wesentlich sicherer.

Heute gibt es in Zaklopica nicht nur Muringbojen sondern auch ein Restaurant.

10. Vrulje – karge Schönheit

Mitten im Kornati Nationalpark gelegen ist diese Ansammlung von etwa 45 Häusern die größte Siedlung der Kornaten und eines der beliebtesten Ziele im Revier. Kein Wunder, denn die malerische Lage inmitten der kargen, von Steinmauern durchzogenen Hügellandschaft ist einmalig. Die attraktivsten Liegeplätze sind die an der Mole direkt vor der Konoba Ante.

Weitere Liegeplätze gibt es am Steg gegenüber bei der Konoba Robinson, dazu liegen in der Bucht noch Murings aus. Die kleinen Hafenbecken im Scheitel der Bucht sind flach und nur für Fischerboote zugänglich. Die beschauliche Idylle wird zeitweise nur durch das Brummen des Generators gestört. Auch hier ist es wesentlich preiswerter, das Ticket schon vorab in einem der letzten Häfen zu kaufen.

Die kleine Siedlung Vrulje ist die größte im Nationalpark Kornati.

11. Opat – Bucht mit Ausblick

Schöne, stark frequentierte Bucht am Südzipfel der Insel Kornat. Das schönste an dem Platz ist der 800 Meter lange Pfad, der hoch hinauf zum Südzipfel der Insel führt. Von hier aus genießt man einen weiten Blick über das vegetationsarme Nationalparkgebiet. Unten in der Bucht ist der Steg des Restaurants Opat, das sehr beliebt und hochpreisig ist. Sowohl an den Molen (flach, nur mit dem Bug anlegen!) als auch an dem Schwimmsteg (mehr Tiefgang) liegen Muringleinen aus.

Hinweis: Der Ankergrund in der Mitte der Bucht hält schlecht.

Die schöne Aussicht über die Kornaten lohnt den Aufstieg.

12. Smokvica – zum Verlieben schön

Eine Bucht wie aus dem Bilderbuch: die tief Richtung Norden einschneidende Bucht Lojena, in der man Tage bleiben könnte. Auch die Terrasse des kleinen, freundlichen Restaurants Piccolo ist ein Traum, das Essen vorzüglich, das Ambiente familiär, die Preise gehoben. Weil der Grund an der Pier flach ist, halten die Restaurant-Besitzer extra lange Bretter bereit, die „Leihgangway” ermöglicht so auch hier den bequemen Ausstieg über das Heck, ohne das Ruder zu gefährden. Oder man macht an der Handvoll Muringbojen fest. Gegenüber gibt es das Restaurant Mare, die Wassertiefen am Betonanleger sind hier größer.

Die Liegeplätze direkt vor den Restauranttischen wie hier beim Piccolo sind ein Klassiker im Revier.

Ein Dutzend Häuser säumen den Scheitel der Bucht, ein paar Fischerboote dümpeln im Hafen, der Rest der Insel besteht aus einsamer, erholsamer Natur. Die allerdings ist für die ansonsten absolut kargen Kornateninseln recht fruchtbar. Ein Spaziergang zum Gipfel Veliki (94 Meter hoch) wird mit einem tollen Blick über den Archipel belohnt.

13. Kaprije – lebensfroh und grün

Das lebensfrohe Dorfleben mit seinen 500 Einwohnern findet rund um den Hafen statt, die Männer vertreiben sich die Zeit auf der Bocciabahn, die alten Frauen mit Kopftüchern tratschen am Straßenrand. In den Gärten der Häuser wachsen Granatäpfel, Feigen, Oliven und Mandarinen, überall blüht Oleander und die Hänge sind mit dichter Macchia bewachsen.

Gut ausgestattet mit Muringleinen sowie Strom- und Wasseranschlüssen ist die Hafenmole von Kaprije.

In dem beliebten Inselhafen wurde die Hafenmole vor vielen Jahren verlängert, aber viel mehr als für ein Dutzend Boote ist dennoch nicht Platz. Man kann aber auch an den Muringbojen im Scheitel der Bucht festmachen, nur Ankern ist verboten. Im hinteren Teil der Bucht hat fast jedes Haus seinen eigenen Steg, für Kielyachten aber ist nirgends genug Wasser.

14. Zlarin – Korallenschmuck und Badeglück

Die Insel und der gleichnamige Ort sind ein beliebtes Ausflugsziel für Tagesbesucher, für die Einwohner des nahen Sibenik und für viele Yachten. An der gemauerten Pier des Yacht Club Zlarin finden etwa 40 Boote Platz, zur Ausstattung gehören Murings und Strom- und Wasseranschluss. Von hier aus kann man sich direkt in die gemütlichen Korbsessel des Hafenrestaurants plumpsen lassen. 🙂

Weiter hinten säumen stattliche Bilderbuchpalmen die Hafenpromenade, die zwei- bis dreigeschossigen, restaurierten Häuser im venezianischen Stil verleihen dem Ort einen historischen Charme. Entlang der weiträumigen Hafenbucht gibt es Kies- und Felsstrände, dazu betonierte Liegeflächen und Strandduschen.

Der gemütliche Inselort Zlarin trumpft auch mit seiner alten Bebauung.

Die Insel ist bekannt für ihr Korallenvorkommen, dem einzigen an der kroatischen Adria. Heute findet man die verzweigten Äste aber nur noch jenseits der 100-Meter-Wasserlinie, in diesen Tiefen lohnt sich kein Raubbau mehr. Korallenschmuck aber wird dennoch noch verkauft, etwa im örtlichen Korallenmuseum.

15. Sibenik – Stadt am Fluss

Sibenik ist neben Zadar die Metropole des Reviers, gelegen an der Mündung des Flusses Krka, zu erreichen durch den landschaftlich sehr schönen Kanal Sveti-Ante. Marmorgepflasterte Gassen führen durch eine beeindruckend schöne und autofreie Altstadt, die von der Festung Sv. Ana überragt und von dem Dom Sv. Jakov beherrscht wird. Steile Treppenwege, belebte Plätze, viele Geschäfte und Boutiquen sowie eine wunderschöne Hafenfront machen Sibenik zu einem lohnenswerten Stopp – auch wenn die Liegeplätze an der zentralen Stadtpier (die Marina ist zwei Meilen weit entfernt) schlecht geschützt sind, weder Wasser noch Strom zu bieten haben und dennoch nicht billig sind. Hier wird auch für kurzfristiges Anlegen kassiert, meist der halbe Tagessatz. Die knatternden Autos und Motorräder, die einem fast durchs Cockpit fahren, gibt es gratis dazu. Dennoch: Wer ein wenig städtischen Flair sucht, findet hier den schönsten Metropolen-Liegeplatz des Reviers.

Insbesondere abends ist das Leben in Sibenik bunt und voll.

16. Skradin – Baden unterm Wasserfall

Von Sibenik aus geht es über den Flusslauf Krka und den See Jezero nach Skradin. Eine etwa fünf Seemeilen lange Revierfahrt unter Hochspannungsmasten und zwei Brücken hindurch, die landschaftlich äußerst reizvoll und eine tolle Abwechslung ist.

Die Attraktion des Ortes sind die Krka-Wasserfälle, die von hier aus mit einem kleinen Fährboot, dem Mietfahrrad oder zu Fuß zu erreichen sind. Und ein Ausflugsziel der Extraklasse ist, denn die Wasserfälle mit ihren Verengungen und Stromschnellen fallen über sieben Stufen 46 Meter in die Tiefe.

Im Sommer haben die Krka-Wasserfälle Freibadcharakter.

Doch auch der kleine Ort Skradin ist liebens- und sehenswert und hat eine voll ausgestattete Marina, den Dorfkai und etwas Ankerplatz zum Festmachen. Bewaldete Hügel umgeben das langgestreckte Städtchen mit seinem hoch aufragenden Kirchturm und den Fluss, dessen Verlauf sich im dichten Grün verliert. Schmale Gassen schlängeln sich durch das alte Städtchen und vor postkartenschönen Häusern blühen Bougainvillen. Motoryachten liegen an der Dorfpier, vor den alten Gemäuern, auf der mediterrane Promenade flanieren die Urlauber, ein Hauch von St. Tropez schwebt in der Luft.

Der kleine Ort Skradin versprüht mediterranen Flair.

17. Prvic – Inselidylle mit Charme

Als „nettes Dorf“ beschreibt Revierpapst Karl-Heinz Beständig Prvic knapp aber zutreffend in seinem Hafenführer 888 Häfen und Buchten. Und er hat recht: Dem Besucher präsentiert sich ein herausgeputztes Hafenörtchen mit entspannter Atmosphäre und renovierten Häusern mit frisch lackierten Fensterläden.

Im Sommer ist der kleine Hafen von Prvic schnell voll.

Das „nette Dorf“ ist in einer tief eingeschnittenen und mit viel Grün bewachsenen Bucht im Süden der gleichnamigen Insel gelegen. Ein Hotel und zwei Apartmenthäuser beherbergen die wenigen Landbesucher, ein kleiner Dorfplatz mit Palme und Denkmal ziert die Hafenfront. In der Hauptgasse gibt es zwei Galerien, einen Supermarkt und eine Bar und im Ort laden günstige Restaurants zum Abendessen ein. Und wer sich entspannen möchte, findet vor der Hafenmole Steinplatten zum Sonnenbaden und Schwimmen. Die 15 Liegeplätze an der Innenseite der Hafenmole, allesamt ausgestattet mit Murings, Strom und Wasser, sind begehrt und meist belegt, ebenso die zwölf Muringbojen in der Bucht.

Charter

In Norddalmatien, zwischen Zadar im Norden und Sibenik im Süden, ist die Dichte an Charterstützpunkten am größten. Zadar, Sukosan, Biograd, Murter, Jezera, Vodice und Sibenik heißen die großen Ausgangshäfen, von hier aus sind die Entfernungen zu den beschriebenen Törnzielen am geringsten. Theoretisch kann das Revier natürlich auch von den Charterstützpunkten im Kvarner oder in Istrien angesteuert werden

Charterbasen wie hier in Jezera auf Murter gibt es in Norddalmatien viele.

Neben den bekannten internationalen Charteranbietern gibt es eine Vielzahl lokaler Anbieter mit kleinen und mittleren Flottengrößen, auch deutsche oder österreichische Firmen operieren vor Ort. Die meisten Flotten bestehen aus den für den Chartermarkt typischen Marken wie Bavaria oder Dufour, die Schiffsgrößen bewegen sich meist zwischen 29 und 54 Fuß. Das Angebot an Katamaranen nimmt auch hier langsam zu. Auch einige Mitsegelangebote operieren von den erwähnten Häfen.

Diese Charter-Agenturen helfen dir, eine Yacht zu finden

Für eine deutschsprachige Beratung zum Revier Norddalmatien/Kornaten und die zuverlässige Buchung von Charteryachten bewährter Anbieter in Kroatien können dir diese Firmen behilflich sein:

Diese Anbieter betreiben vor Ort einen Stützpunkt

Große und kleine, nationale und internationale Flottenbetreiber bieten in Norddalmatien moderne Charteryachten an. Unter anderen betreiben diese Firmen vor Ort ihren eigenen Stützpunkt.

Wetter

Im Hochsommer häufig schwachwindig bei hohen Lufttemperaturen bis über 30 Grad und warmen Wassertemperaturen bis 24 Grad. Auf den äußeren Inseln treten im Tagesverlauf häufig Nordwestwinde auf. Gefürchtet ist der berüchtigte Fallwind Bora, der vereinzelt auch im Sommer mit 6 bis 9 Windstärken aus nordöstlicher Richtung auftreten kann.

Literatur & Seekarten

• Müller und Strassburger, Küstenhandbuch Kroatien, Band 1, Edition Maritim
• Dieter Berner, Charterführer Kroatien, Küste von Zadar bis Sibenik, Edition Maritim
• Karl-H. Beständig, Kroatien, 888 Häfen und Buchten, Eigenverlag
• Dieter Berner, Kroatien und Montenegro, Delius Klasing
• Für den Landgang: Lore Marr-Bieger, Mittel- und Süddalmatien, Michael Müller Verlag

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MariaChristian ZaloudekKlaus Recent comment authors
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Klaus
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Klaus

Hallo Michael,
vielen Dank für deinen wirklich sehenswerten Bericht. Ich habe mal eine Frage zu den Liegekosten in Kroatien, da ich einiges über sehr hohe Hafen- und auch Ankerbuchtengebühren gelesen habe. Wie verhält es sich dort? Ich frage deshalb, da ich für nächstes Jahr ein vierwöchigen Törn plane und wir auch nur zu zweit die Kosten aufteilen können.
Beste Grüße
Klaus

Christian Zaloudek
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Christian Zaloudek

Erstklassiger Bericht. Kann alle Tipps bestätigen.
Viele Grüße
Christian

Maria
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Maria

Dodar dan (guten Tag) aus Kroatien,
wir liegen im Moment in der Marina Veli Rat am nördlichen Ende der Insel Dugi Otok. Als wir letztes Jahr im August hier waren hat es abends stark nach faulen Eiern gerochen. Dieses Problem ist auch nach 11 Monaten nicht behoben. Außerdem gibt es jetzt auch noch Probleme mit der Frischwasserversorgung.
Für diesen “Service” haben wir jetzt 431 Kuna bezahlt. Man sollte sich wirklich überlegen, ob man hier anlegen will.