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Matthias Demeter ist von Beruf Lehrer und segelt seit vielen Jahren. An seiner Schule leitet er eine Segel AG. Als Charterer segelte er in Italien, der Türkei, Spanien und Thailand.
Allgemeine Infos zum Hafen/Marina Porto Moniz
Die nördliche Seite der Insel Madeira zeigt sich mit ihren steil aufragenden Klippen unnahbar und abweisend. Die Brecher des Atlantiks krachen an die dunklen Felsen und an den vorgelagerten Granitbastionen bricht sich die Flut. Die bekannten Marinas: „Galheta, Funchal und Quinta do Lorde“ befinden sich alle auf der Südseite. Auch den bekanntesten Ankerplatz Madeiras: „Enseada da Abra“ finden wir auf der südöstlichen Ecke der Insel.
Am nordwestlichen Ende allerdings gibt es einen kleinen Fischerhafen, der vielleicht wenig komfortabel, aber dafür sehr eindrucksvoll daherkommt: „Porto Moniz“ (32 Grad 51,9 Nord und 017 Grad 09,9 West). Die Ansteuerung erfolgt aus nordöstlicher Richtung und man muss schon ziemlich nahe herankommen, bis man die Einfahrt zwischen einer mächtigen Kaimauer und dem Ufer erkennt. An Backbord passiert man schwarze Zacken, die aus einem schäumenden Meer ragen. Eine Anfahrt in der Nacht stelle ich mir ziemlich „anspruchsvoll“ vor.

Liegeplätze im Hafen/Marina Porto Moniz
Im Hafen selbst liegen Fischerboote an Murings und die hohe Steinmauer bietet sich zum Längsseitsgehen an. Die Fischer sind gleich zur Stelle und helfen beim Festmachen. Als wir dort waren, lag außer uns keine andere Segelyacht dort.

Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser beträgt hier etwas 1,80 Meter. Deshalb ist schon etwas Improvisationsvermögen gefragt. Wir basteln uns aus zwei Anlegern und einigen Bänzeln eine Strickleiter und können nun die Mauer erklimmen. Alles, was es an Fendern im Boot gibt, haben wir zwischen Boot und Wand gelegt!

Für den Liegeplatz mussten wir nichts bezahlen – es hat sich irgendwie niemand dafür interessiert. Dafür gibt es aber auch im Hafen keine Sanitäranlagen und keine Toiletten. Während wir uns klarmachen für den Landgang, machen sich die Fischer neben und vor uns fertig zum Auslaufen. Dick eingepackt und mit starken Scheinwerfern versehen, laufen sie hinaus in die Nacht. Manche Boote erscheinen uns ziemlich klein und sind nur mit einem Mann besetzt.
Infrastruktur rund um den Hafen/Marina Porto Moniz
Durch den Hafen laufen wir in die Stadt. Die Fischer haben sich ein Grillfeuer angezündet und fröhliche Musik klingt uns entgegen. Die Straße geht es hinauf bis zum Kreisel und schon stehen wir vor dem „Café Atlantico“. Die Gaststätte von Paula und Armando Lucas (+351 92 64 90 313) wirkt auf den ersten Blick etwas „bieder“, aber von den weißen Plastikstühlen darf man sich nicht abschrecken lassen. Armando sprich sehr gut Englisch und gibt sich alle erdenkliche Mühe, es seinen Gästen so angenehm wie möglich zu machen. Wir brauchen keine Speisekarte – alles wird mündlich verhandelt und erklärt. Fisch und Fleisch, dazu das leckere Knoblauchbrot und als Vorspeise „Lapas“. Auch der Hauswein ist günstig und lecker. Als wir schließlich gehen und bezahlen, sind wir überrascht: Ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis.

Sehenswertes rund um den Hafen/Marina Porto Moniz
Am nächsten Morgen machen wir noch einen Rundgang im Ort und besuchen die berühmten Lavabecken von Moniz. Bei Flut füllen sich diese natürlichen Becken mit Meerwasser und laden ein zum Schwimmen und Schnorcheln.

Entstanden sind sie durch Ausbrüche längst erloschener Vulkane, die vom Meerwasser überspült wurden. Die Naturbecken nahe der Insel „Ilheu Mole“ sind völlig naturbelassen, aber nicht ungefährlich. Scharfe Kanten und Steine verursachen leicht Schnittwunden an den Füßen.

Wer das Spektakel gerne genießen möchte, ohne die Gefahr einer Verletzung, besucht das Strandbad: „Piscinas Naturais do Porto Moniz“. Es bietet spektakuläre Bademöglichkeiten. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber und da braucht es im Hafen keine Dusche.
Wer länger in Porto Moniz liegt, kann auch die Möglichkeit einer beeindruckenden Wanderung in Betracht ziehen: Der „Levada da Ribeira da Janela“ ist ein 25.6 Kilometer langer Wanderweg. Er führt entlang eines Flusses, vorbei an herrlichen Aussichtspunkten und es gibt schöne Wildblumen und oftmals Wildtiere zu sehen. Aufgrund der Steigung und Distanz ist die Strecke als schwierig einzustufen.

Porto Moniz ist in jedem Fall einen Besuch wert – sei es auf der Umrundung Madeiras oder wenn man von Porto Santo kommt und die Nordseite der Insel kennenlernen will.

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