Experten-Tipps zum Klimaanlagen-Einbau auf Yachten

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Johannes Erdmann überquerte im Alter von 19 Jahren zum ersten Mal einhand den Atlantik. Während seines Schiffbaustudiums schrieb er sein erstes Buch „Allein über den Atlantik“. Nach zehn Jahren als Wassersportjournalist, rund 60.000 Seemeilen im Kielwasser und sieben Jahren auf See gibt er heute seine Erfahrung vom Langfahrtsegeln als Berater und Journalist weiter. Mit Shorecrew.de begleitet er zudem angehende Eigner auf dem Weg zur eigenen Yacht und gehört zum Expertenteam von BLAUWASSER.DE.

Klimaanlagen auf Segelyachten sind mehr als Luxus

Ein Boot im Mittelmeer ist eine wunderbare Sache. Doch im Hochsommer, insbesondere zwischen Juni und August, wird die Hitze dort für viele Segler zur Belastung. Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius sind keine Ausnahme mehr. Sie rauben dem Körper Energie, beeinträchtigen den Kreislauf – und machen den Bordalltag anstrengend. Besonders betroffen sind Crews, die nicht nur für den Urlaub an Bord kommen, sondern die gesamte Saison auf dem Schiff verbringen.

Selbst nachts bringt die ersehnte Abkühlung oft keine Erlösung. Zwar sinken die Lufttemperaturen nach Sonnenuntergang, doch unter Deck bleibt es noch lange unerträglich warm. Der Rumpf speichert die Hitze des Tages, die Kajüte wirkt wie ein Wärmespeicher. Offene Luken helfen nur begrenzt, Moskitonetze bremsen in manchen Regionen zusätzlich jeden Luftzug, Ventilatoren wirbeln meist nur warme Luft umher. Schlaf wird zur Geduldsprobe – bis sich in den frühen Morgenstunden endlich alles etwas abgekühlt hat. Doch wenige Stunden später beginnt der Kreislauf von vorn.

Im Hafen verschärft sich die Situation zusätzlich: Während vor Anker häufig noch ein leichter Luftzug durch das Schiff zieht, herrscht in der Marina meist komplette Flaute. Und längst betrifft das Problem nicht mehr nur das Mittelmeer oder die Karibik: Auch in nördlicheren Revieren nehmen Hitzewellen zu. Dunkle Decksbeläge und große Fensterflächen moderner Yachten verstärken den Effekt zusätzlich.

Viele Segler weichen in solchen Nächten ins Cockpit aus. Doch harte Bänke sind keine Dauerlösung – und ehrlich gesagt auch nicht der Lebensstil, den man sich auf einer Yacht vorstellt.

Im Urlaub kann es ganz angenehm sein, auch unter Deck in Badebekleidung zu leben. Doch wer länger an Bord lebt und womöglich arbeiten muss, lernt wohl temperierte Kabinen zu schätzen. ©patronestaff/stock.adobe.com

Klimaanlagen auf Yachten: Zwischen Verzicht und echtem Komfortgewinn

Gegen Kälte lässt sich an Bord viel tun: zusätzliche Kleidung, Decken, eine Diesel- oder Warmwasserheizung – heute fast Standard auf Yachten in Nordeuropa. Gegen Hitze sind die Mittel begrenzt. Zwar lassen sich Aktivitäten in die kühleren Abendstunden verlagern, doch ist ein Schiff erst einmal aufgeheizt, bleibt es oft die ganze Nacht warm.

Bei einem Yacht-Neubau ist es sehr einfach, eine Klimaanlage vorzusehen. Nachrüstungen sind nicht immer einfach, aber immer machbar. ©MBC Marine

Trotzdem gelten Klimaanlagen auf Segelyachten vielerorts immer noch als entbehrlicher Luxus – wie lange Zeit auch im Automobilbau. Genau dieser Blick in andere Lebensbereiche zeigt, wie trügerisch solch eine Einschätzung ist – denn nicht nur in Autos zählen sie heute zum Standard, auch im Schlafzimmer gehören Klimageräte heute immer mehr zur Normalität. Nicht als Statussymbol, sondern als Beitrag zu Gesundheit, Konzentration und erholsamem Schlaf.

Hohe Werftpreise für Klimaanlagen schrecken viele Eigner ab

Zwar bieten nahezu alle Werften Klimaanlagen als Option an, doch häufig ist die Wahl dieser Option an einen Generator gekoppelt. Besonders bei Katamaranen summieren sich die Kosten dann schnell: mehrere Geräte für Kabinen und Salon, Generator, Schalldämmung, Installation. Am Ende stehen nicht selten mittlere fünfstellige Beträge – eine Hürde für viele Eigner.

Dabei ist eine Vollklimatisierung des gesamten Schiffs oft gar nicht notwendig. Für viele Crews reicht es, an besonders heißen Tagen Salon und eine Kabine effektiv temperieren zu können. Ein Rückzugsort für erholsamen Schlaf.

Moderne Anlagen arbeiten außerdem leiser und effizienter als noch vor wenigen Jahren – und sie können nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Als Wasser-Luft-Wärmepumpen sind sie in der Übergangszeit eine überraschend wirkungsvolle Heizlösung.

Ist bereits eine alte Klimaanlage an Bord, dann ist der Austausch kein großer Aufwand. Es sollte jedoch nicht nur das Gerät selbst getauscht werden, sondern aus hygienischen Gründen auch alle Schläuche. ©MBC Marine

Evolution der Klimaanlagen für Yachten – was moderne Geräte heute leisten können

Moderne Marine-Klimaanlagen haben mit den „Stromfressern“ von früher nur noch wenig gemeinsam: Durch hocheffiziente Systeme sind heute sparsame Laufzeiten möglich – und dazu sind die Geräte noch für jeden Einsatzzweck gedacht, ob als normales 230-Volt-System, aber auch mit 12-, 24-, und sogar 48-Volt.

Entscheidend für die neue Generation ist die Inverter-Technik: Früher kannten die Geräte nur „ein“ oder „aus“, der Kompressor lief mit voller Leistung oder gar nicht. Wurde die Solltemperatur erreicht, schaltete er ab – stieg die Temperatur wieder, sprang er an. Jedes Mal benötigte solch eine altmodische Anlage hohe Anlaufströme (bei einer 16.000-BTU-Anlage bis zu 25 Ampere), beim Gebrauch waren im Raum Temperaturschwankungen zu spüren, es gab mehr Vereisung und Kondenswasser – und weil der Kompressor ständig auf Volldampf lief, waren die Geräte recht laut.

Moderne Geräte wie dieses hier arbeiten stromsparend, zuverlässig und leise. ©MBC Marine

Eine moderne Klimaanlage mit Inverter-Technik läuft mit einer niedrigen Kompressordrehzahl und passt aktiv die Kältemittelmenge an den tatsächlichen Bedarf an. Daraus folgen ein geringer Stromverbrauch, niedrige Anlaufströme (bei einem 16.000-BTU-Gerät nur noch 0,2 bis 4 Ampere) und eine konstantere Temperatur bei geräuscharmem Betrieb. Viele Geräte arbeiten sogar so leise, dass sie unter der Koje installiert werden können.

Die hier erwähnte Einheit BTU sagt etwas über die Kühlleistung einer Klimaanlage aus. BTU steht für British Thermal Unit. Ein BTU ist erforderlich, um die Temperatur von einem Pfund Wasser um ein Grad Celsius zu erhöhen. Im Zusammenhang mit Klimaanlagen gilt: Je höher der BTU-Wert ist, desto besser kann die Klimaanlage einen Raum bei Hitze kühlen oder bei Kälte erwärmen.

Durchdachte Klimaanlagen für jeden Zweck auf einer Yacht

MBC Marine hat sich seit dem Jahr 2010 auf Klimaanlagen für Yachten spezialisiert und bietet als europäisches Familienunternehmen maßgeschneiderte Lösungen für nahezu jedes Einsatzprofil. Die Geräte werden in Europa gefertigt und über das Hauptlager in Hamburg vertrieben, was kurze Lieferwege und eine zuverlässige Ersatzteilversorgung ermöglicht.

Die Anlagen gelten als kompakt, laufruhig und vielseitig einsetzbar. Sie sind in allen gängigen Spannungen erhältlich: 230 Volt, 110 Volt, 12 Volt, 24 Volt und 48 Volt. Es gibt sie sowohl als Einzelgeräte als auch als zentrale Chiller-Anlagen mit mehreren Fan-Coils. „Wir begleiten unsere Kunden von der Planung bis zum Service und greifen dabei auf umfangreiche Erfahrungen aus realisierten Yachtinstallationen zurück“, sagt Geschäftsführer Attila Varga.

Einfache Steuerung der Yacht-Klimaanlage dank digitaler Bedienelemente

Zur intuitiveren Steuerung und zum schnelleren Erreichen des gewünschten Klimas besitzen MBC-Marine-Geräte Touchdisplays und drei Betriebsmodi: „Eco“ für den Nachtbetrieb, wenn nicht viel Kälte nötig ist, den Modus „Normal“ für den Tagbetrieb und „Turbo“ für ein schnelles Durchkühlen, beispielsweise wenn die Yacht nach der Ankunft im Hafen schnell durchgekühlt werden soll.

Für Segler, die das Boot längere Zeit am Steg in warmen Gefilden zurücklassen, ist sogar eine Fernsteuerung per Smartphone-App erhältlich, damit sich das Boot bereits auf angenehmer Temperatur befindet, wenn die Crew an Bord kommt.

Invertertechnik senkt Stromverbrauch und Geräuschpegel spürbar – drei Betriebsmodi und langlebige Materialien machen die Anlage zu einer komfortablen Lösung. ©MBC Marine

Mit modernen Yacht-Klimaanlagen kann man nicht nur kühlen, sondern auch heizen!

Auch in nordischen Regionen werden Klimaanlagen durch die Heizmöglichkeit immer beliebter, denn vom Prinzip her handelt es sich dabei um eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Im Vergleich zu anderen Herstellern achtet MBC Marine darauf, die Kupferspiralen, die für die Heizfunktion nötig sind, deutlich enger zu rollen. Das bringt einen rund 30-prozentigen Effizienzgewinn und Heiztemperaturen bis 60 Grad Celsius. In vielen Fällen kann eine Klimaanlage also eine echte Alternative zur Dieselheizung sein. Allerdings müssen die Grenzen klar benannt werden, die oberhalb einer Wassertemperatur von 3 bis 4 Grad Celsius liegen.

Typische Klimaanlagen-Gerätetypen für Yachten

Im Kern gibt es an Bord drei unterschiedliche Wege zum kühlen Schiff – und sie unterscheiden sich weniger in der „Kälte“, die am Ende aus dem Auslass kommt, als in der Frage, woher die Energie stammt, wie autark man sein will und wie komplex die Installation sein darf. Welche Variante passt, hängt deshalb vor allem vom Bordalltag ab: Landstromboot, Ankerboot oder „schwimmendes Haus“ mit mehreren Kabinen.

Komfort per Landanschluss: Moderne 230-Volt-Klimaanlagen liefern im Hafen leisen, zuverlässigen Klimakomfort – effizient und ruhig. ©MBC Marine

Yacht-Klimaanlagen mit 230-Volt (Landstrom)

Die einfachste und gängigste Lösung für jeden Segler, der die Zeit zwischen den Törns meist im Hafen verbringt, sind 230-Volt-Klimaanlagen, die einfach über die Landstrom-Verteilung versorgt werden. Auf Grund moderner Technik und Software-Regelung ist aber auch in diesem Sektor in den vergangenen Jahren viel passiert und diese Klimaanlagen sind leiser geworden als je zuvor.

24-Volt-DC-Klimaanlagen ermöglichen dank hoher Effizienz auch vor Anker leisen Kühlkomfort ohne Generator. Auch 12-Volt-Systeme sind möglich, stoßen jedoch bei größeren Booten schnell an physikalische Grenzen. ©MBC Marine

Autark und sparsam: DC-Klimaanlagen (12/24 Volt)

DC-Klimaanlagen – insbesondere in 24-Volt-Ausführung – zählen heute zu den effizientesten Lösungen für echten Klimakomfort vor Anker. Eine moderne 12.000-BTU-Anlage begnügt sich im Eco-Modus mit einem Stromfluss von rund neun Ampere. Damit lässt sich das System problemlos über eine einzige 100-Ah-Lithiumbatterie eine ganze Nacht betreiben – ein Szenario, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre.

Auch 12-Volt-Systeme sind grundsätzlich möglich. Bei größeren Yachten können diese jedoch an physikalische Grenzen stoßen, da lange Kabelwege bei zu knapper Auslegung zu Spannungsverlusten führen. Das kann zu einer reduzierten Kühlleistung oder einer erhöhten Leistungsaufnahme führen, da ein Teil der Energie auf dem Kabelweg in Wärme umgewandelt wird. Aus diesem Grund empfiehlt MBC Marine konsequent den Einsatz von 24-Volt-Anlagen, die sich bei Bedarf auch über einen DC-DC-Wandler problemlos in ein bestehendes 12-Volt-Bordnetz integrieren lassen.

Obwohl heute dank Lithium-Batterie-Technik und energieeffizienter Klimaanlagen sogar ein kühles Boot vor Anker möglich ist – und das völlig ohne den Lärm eines Diesel-Generators – bleibt dabei immer zu bedenken, dass nach einer Nacht vor Anker der verbrauchte Strom auch wieder in die Batterien gefüllt werden muss.

Chiller-Klimaanlagen erzeugen zentral gekühltes Wasser, das über Fan-Coils in den Kabinen verteilt wird – besonders leise, flexibel regelbar und ideal für größere Yachten und Katamarane. ©MBC Marine

Die zentrale Lösung: Chiller-Systeme mit Wärmetauschern

Chiller sind zentrale Klimaanlagen, bei denen ein leistungsstarkes Aggregat kaltes Wasser erzeugt und über Leitungen zu Wärmetauschern (Fan-Coils) in den einzelnen Kabinen pumpt, um dort kalte Luft zu erzeugen. Deshalb sind Chiller-Systeme besonders gut nachzurüsten. Sie arbeiten zudem sehr leise und sind ideal für größere Yachten und Katamarane.

Die Leistung des Chillers kann flexibel unter den an Bord verbauten Fan-Coils verteilt werden. Wird auf einem 40-Fuß-Katamaran ein 24.000-BTU-Chiller verbaut, dann können beispielsweise drei Kabinen gleichzeitig mit 8.000-BTU-Chillern betrieben werden. Soll dagegen der Salon schnell abgekühlt werden, fließt dort die Leistung von 16.000 BTU und in einer Kabine 8.000 BTU, während andere Bereiche bewusst außen vor gelassen werden.

Die Kühlleistung einer Klimaanlage wird in BTU angegeben. Die Tabelle gibt an, wie viel BTU eine Klimaanlage leisten muss, um eine bestimmte Raumgröße kühlen zu können. ©BLAUWASSER.DE

Yacht-Klimaanlagen-Dimensionierung

Die richtige Auslegung einer Klimaanlage entscheidet über Komfort, Effizienz und Lebensdauer der Anlage. Drei Faktoren sind dabei entscheidend:

Fahrtgebiet

Beim Segeln auf der Ostsee oder Nordsee haben Eigner erfahrungsgemäß geringere Ansprüche an die Yacht-Klimaanlage als bei Törns im Mittelmeer oder der Karibik. Auf einem 40-Fuß-Boot reichen in nördlichen Revieren oft 24.000 bis 30.000 BTU – im Mittelmeer können deutlich höhere Leistungen nötig sein, inklusive größerer Seewasserpumpen und Filter.

Während vor Anker häufig zumindest noch ein Lufthauch durch das Boot geht, steht die Luft in manchen Innenstadt-Yachthäfen förmlich. Ein Schmelztiegel – vor allem unter Deck. ©Johannes Erdmann

Isolation und Größe der Yacht

Eine Deckssalon-Yacht mit großen Einfachverglasungen heizt sich anders auf als ein Racer mit Flush-Deck. Auch das Rumpfmaterial spielt bei der Klimatisierung der Yacht eine Rolle: Stahl, Aluminium oder GFK verhalten sich thermisch sehr unterschiedlich.

Statt ein großes Gerät mit langen Luftwegen zu verbauen, sind zwei kleinere Anlagen oft sinnvoller. Auf einer 40-Fuß-Yacht könnten das eine 16.000-BTU-Einheit im Salon und eine zweite kleinere in der Eignerkabine sein. So wird vermieden, dass Geräte „ersticken“, vereisen oder im Heizbetrieb wegen eines Wärmestaus abschalten.

Wer den Rumpf seiner Yacht isoliert, erlebt einen spürbaren Unterschied im Bordklima an heißen Tagen und auch die Klimaanlage hat dann ein leichteres Spiel. ©Johannes Erdmann

Der Einbau einer Yacht-Klimaanlage

Ideal ist es, eine Klimaanlage bereits beim Bau einer Yacht installieren zu lassen oder zumindest zu berücksichtigen. So werden beispielsweise Yachten der Marken Hanse oder Dufour auf Wunsche bereits beim Bau mit Klimasystemen von MBC Marine ausgestattet.

Doch auch der nachträgliche Einbau einer Klimaanlage ist möglich. Im besten Fall wird er von geschulten Installateuren übernommen, denn die Erfahrung lässt nicht nur die Montage routinierter von der Hand gehen, sondern auch die Einordnung einiger Parameter, die für den Einbau wichtig sind. Beispielsweise die korrekte Abführung des entstehenden Kondenswassers. Nicht nur in den Tropen fällt es in großen Mengen an und muss zuverlässig abgeführt werden – idealerweise über Schwerkraft. Besonders auf Segelyachten ist das anspruchsvoll, da Krängung und Seegang berücksichtigt werden müssen.

Der Einbau einer Klimaanlage ist auch von einem Laien zu schaffen. Doch in der Planung und Konzipierung ist es oft besser, fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. ©MBC Marine

Wer handwerklich erfahren ist, kann den Einbau auch in Eigenregie durchführen und viel Geld sparen. Bei der Umrüstung gilt es jedoch, einige Dinge zu beachten, weshalb es immer sinnvoll ist, sich vom Hersteller beraten zu lassen.

Mit mehr als 1.000 Yacht-Layouts in der Datenbank kann MBC Marine Hilfestellung bei der Installation und der Verlegung der Kälteschläuche geben und mit Hilfe einer selbst entwickelten Formel anhand einiger Parameter eine individuelle Ideallösung errechnen.

Die Menge des entstehenden Kondenswassers sollte nicht unterschätzt werden. Auf vielen Booten werden deshalb solche Sammeltanks eingesetzt. Eine Pumpe mit Schwimmerschalter befördert die Flüssigkeit regelmäßig außenbords. ©MBC Marine

Was ist bei der Installation einer Klimaanlage auf einer Yacht zu beachten?

Neben der Planung gibt es noch andere Stolpersteine bei der Installation einer Klimaanlage auf einer Yacht: Viele Eigner wollen beispielsweise die alte Dieselheizung mit einer Klimaanlage ersetzen, die ja als Luft-Wasser-Wärmepumpe auch im Winter heizen kann.

Der Tabelle kann die mögliche Heizleistung der gewählten Klimaanlage entnommen werden. ©BLAUWASSER.DE

Allerdings ist es nicht ratsam, die bestehenden Heizungsschläuche weiter zu verwenden. Zum einen sitzen die Auslässe hinsichtlich der Höhe falsch, weil Kälte nach unten fällt, während Hitze aufsteigt und die Heizungsauslässe deshalb meist im Fußraum liegen. Zum anderen sind die Heizungsschläuche häufig viel zu dünn ausgelegt. Sie haben oftmals nur einen Durchbesser von 80 Millimetern. Dadurch pfeift es dann in den Schläuchen.

Darüber hinaus kann bei zu langen Leitungen und einem zu kleinen Durchmesser der Leitung die warme oder kalte Luft nicht schnell genug abgeführt werden, mit der Folge, dass das Gerät vereist oder überhitzt und abschaltet. Zwar führen die meisten Klimaanlagen nach einer Weile einen automatischen Neustart durch, doch durch wiederholtes An- und Abschalten lässt sich keine optimale Kühl- oder Heizleistung erreichen.

Es gibt noch einen dritten Grund, die Heizungsschläuche nicht weiter zu nutzen. Meistens sind Heizungsschläuche auf Yachten einfache Pappröhren und nicht als Klimaschläuche gedacht. Nicht nur, weil durch das falsche Material Kälte verloren geht, sondern auch weil sie gesundheitsschädlich sein können. Deswegen verwendet MBC Marine beispielsweise ausschließlich doppelt isolierte und antibakterielle Klimaschläuche. In den Schläuchen bildet sich immer wieder Schwitzwasser. In den Klimaschläuchen trocknet es ab, in den Heizungsschläuchen hingegen beginnt es zu schimmeln und die Sporen verteilen sich durch die Klimaanlage im ganzen Schiff.

Für ein gutes Raumklima ist die Zufuhr von sauberer Luft erforderlich. Schlecht belüftete Einbauorte wie der Motorraum oder die Backskiste sind daher ungeeignet. Gerade im Motorraum können Probleme auftreten, wenn bei einem Defekt Dieselgerüche oder Abgase angesaugt und im gesamten Schiff verteilt werden. Wenn sich aus Platzgründen kein anderer Montageort finden lässt, empfiehlt MBC Marine, die Klimaanlage in einer Airbox zu installieren. Diese hat einen speziellen Anschluss an der Saugseite, der Luft aus dem Salon ansaugt. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass die Luft bereits kühl ist, wenn die Anlage eine Weile lief, und sie einen besseren Wirkungsgrad hat.

Hochwertige Verarbeitung und moderne Technik machen die Klimaanlage zu einer Investition, die sich über viele Jahre bewährt. ©MBC Marine

Die Qualität einer Yacht-Klimaanlage

Bei Klimaanlagen für Yachten zeigt sich Qualität nicht nur im Betrieb, sondern auch in Herkunft und beim Service. Zudem ist eine langfristige Verlässlichkeit wünschenswert. Deshalb werden die Anlagen von MBC Marine in Hamburg ausschließlich in Europa hergestellt. In Ungarn befinden sich nicht nur die Produktion und die Endmontage der Geräte, sondern auch die Edelstahlfertigung sowie Produktion von Teilen wie Y-Verteilern, Boxen und vielem mehr. Die Software-Entwicklung sowie die Steuerung für die Wi-Fi-Control-Displays kommen aus Deutschland – so können Software-Aktualisierungen schnell und unkompliziert vorgenommen werden. Sogar per Fernzugriff, egal wo sich die Yacht befindet – immer vorausgesetzt, es besteht eine Wi-Fi-Verbindung. Auch Fehlercodes und wichtige Parameter können aus der Ferne ausgelesen werden, wodurch Anfahrtskosten und ein Techniker vor Ort vielfach gespart werden können.

Das deutsche Büro und das Zentrallager von MBC Marine befinden sich in Hamburg. Service, Garantieabwicklung und Einbau laufen hier zusammen. Es gibt zudem eigene Monteure. MBC Marine ist damit kein reiner Vertriebspartner oder Großhändler, sondern technisch verantwortlich – von der Konzeption bis hin zur funktionierenden Anlage an Bord.

Für die Kunden bedeutet das: Es gibt einen festen Ansprechpartner vor Ort, ein europaweites Servicenetz und im Garantiefall eine pragmatische Lösung. Wenn nötig, wird das Gerät einfach ausgetauscht anstatt es zeitaufwendig zu reparieren. Mit rund 1.000 ausgelieferten Anlagen pro Jahr und einer klaren Marktführerschaft im 24-Volt-Segment bringt MBC Marine zudem umfangreiche Praxiserfahrung mit – auch aus dem Bereich der Langfahrt- und Weltumsegler.

Entsprechend konsequent ist der Fokus auf den korrekten Einbau: Die klare Haltung lautet, dass rund 90 Prozent aller Probleme nicht am Gerät, sondern an fehlerhafter Montage entstehen. Auch in Sachen Umwelt und Zukunftssicherheit setzte MBC Marine früh Standards: Der Umstieg auf das modernere Kältemittel R32 erfolgte frühzeitig, mit besserem Wirkungsgrad und geringerem Umweltimpact. Das Ergebnis sind technologisch ausgereifte, langlebige Systeme, bei denen Entwicklungsrisiken weitgehend der Vergangenheit angehören.

Erholung beginnt beim Schlaf: Wer sich die ganze Nacht vor Hitze von einer auf die andere Seite wälzt, ist am nächsten Tag erschöpft. ©DrobotDean/stock.adode.com

Mehr als kühle Luft: Entfeuchtung und Werterhalt

Ein oft unterschätzter Vorteil moderner Klimaanlagen ist ihre Entfeuchtungsfunktion. Gerade in Revieren mit hoher Luftfeuchtigkeit schützt regelmäßiges Trocknen vor Schimmel, Stockflecken und muffigem Geruch. Der Grund, weshalb in manchen Regionen, etwa den USA, Klimaanlagen als Dauerläufer über Monate oder Jahre hinweg an Bord aktiv sind, um Schiffe gezielt trocken zu halten.

Doch auch ohne Dauerbetrieb lässt sich das Bordklima gezielt steuern – ebenfalls per App, von überall auf der Welt. So kann bei angekündigtem Regen die Entfeuchtungsfunktion aktiviert werden, um das Schiff trocken zu halten.

Ein modernes, digitales Bedienpaneel macht die Programmierung und Steuerung zum Kinderspiel – auf Wunsch sogar aus der Ferne und per App. ©Johannes Erdmann

Fazit

„Wir wollen nicht frieren“ hört man häufig von Seglern, die Klimaanlagen an Bord als überflüssig betrachten – und lieber schwitzen. Doch das müssen sie bei richtiger Nutzung einer Klimaanlage auch gar nicht. Aus einer schlecht isolierten Yacht wird damit ohnehin kein Kühlschrank werden können.

Bei der richtigen Nutzung der Klimaanlage geht es vielmehr darum, die „Hitzespitzen zu kappen“. Der Unterschied zwischen über 40 Grad und stabilen 27 bis 28 Grad ist bereits enorm spürbar – und gut für erholsamen Schlaf, Konzentration und Wohlbefinden.

Richtig dimensioniert, sauber eingebaut und maßvoll betrieben, ist eine Klimaanlage an Bord deshalb kein überflüssiger Luxus, sondern vielmehr ein Werkzeug für Lebensqualität – gerade beim Blauwassersegeln und auf längeren Reisen, aber auch in nordischen Sommern, die spürbar heißer werden.

Mehr zum Thema gibt es auch unter: www.mbc-marine.de

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Lukas
Lukas
18 Tagen her

Danke für den Artikel.
Es wird etwas wild mit Einheiten herumgeschmissen. Wäre auch schön gewesen zu erwähnen wieviel Wh (Oder meinetwegen Ah) typischerweise bei 25*C Wassertemperatur bei einer 40 Fuß Yacht nötig sind.

kann das vielleicht noch jemand ergänzen?