Hafen/Marina Lanzarote, Arrecife (Lanzarote/Kanaren)

Von Sönke Roever

Sönke hat 80.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

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Titelfoto: ©Sönke Roever

Allgemeine Infos zur Marina Lanzarote in Arrecife

Die im Jahr 2015 eröffnete Marina Lanzarote ist eine großflächig angelegte Marina, die Yachten aller Größen Platz bietet. Sie liegt gut abgeschirmt vom Seegang vor der Küste, etwas verwinkelt im Inneren des großen kommerziellen Hafens von Arrecife. Um die Marina zu erreichen, folgt man einer betonnten Rinne. Bei der Ankunft meldet man sich auf UKW-Seefunk-Kanal 09 bei der Marina an und bekommt direkt einen freien Liegeplatz zugewiesen.

Hinweis: Im Oktober, November und Dezember wird es in der Marina voll. Dann sind die Kanaren beliebt, weil das Gros der Fahrtensegler sich auf den Weg über den Atlantik macht. Zu dieser Zeit ist es ratsam, vorher einen Liegeplatz zu reservieren.

Die Marina Lanzarote in Arrecife. ©Sönke Roever

Insbesondere für Langzeitlieger lohnt es sich, mit der Marina im Vorwege Kontakt aufzunehmen. Zum einen ist die Marina deutlich günstiger als die anderen auf Lanzarote – zumindest was die privat betriebenen Marinas betrifft. Zum anderen gibt es attraktive Rabatte für Langzeitgäste, teilweise auch in Kombination mit anderen Marinas. Dazu gehören auch Rabatte für Mitglieder des Vereins Trans Ocean oder der Kreuzerabteilung des deutschen Seglerverbandes. Neben den genannten Rabatten führen zudem Vorauszahlungen zu deutlichen Vergünstigungen.

Wegweiser auf dem Boden führen zum Marina-Office. ©Sönke Roever

Insgesamt ist das Preismodell sehr komplex (vergleichbar mit dem deutschen Steuerrecht oder den Tarifen der deutschen Bahn) und es lohnt sich daher, im persönlichen Kontakt mit dem Marinapersonal die beste Lösung zu finden. Die Mitarbeiter haben alle extra eine Schulung diesbezüglich durchlaufen, wie mir erklärt wurde.

Die Marina ist neu und modern. ©Sönke Roever

Liegeplätze in der Marina Lanzarote

Apropos Marinapersonal: Die freundlichen, hilfsbereiten Mitarbeiter der Marina Lanzarote vertreten die Philosophie, dass man sich nicht mit einem weiteren Anlegemanöver an der Rezeptionspier aufhalten soll. Stattdessen wurden alle Liegeplätze großflächig beschriftet, sodass man beim Einfahren in den Hafen sofort versteht, wo der freie Platz zu finden ist, der über UKW-Seefunk-Kanal 09 zugeteilt wurde. Die Stege sind alphabetisch benannt. Die ungeraden Liegeplatz-Nummern befinden sich an der Südseite – die geraden an der Nordseite und der Marinero hilft beim An- und Ablegen.

Das Hafenbüro befindet sich im Gebäude mit dem Glaskasten. ©Sönke Roever

Festgemacht wird an großzügig bemessenen Fingerstegen, die über Strom und Wasser verfügen. Diesel gibt es an einer Tankstelle im Hafen nach Absprache mit dem Marinabüro, das sich am Kopf der Stege K & L befindet. Das ist das Gebäude mit dem Glaskasten, der über den Hafen ragt. Hier gibt es im Erdgeschoss eine kleine Lounge mit sehr gutem Internet-Empfang. Überhaupt ist der drahtlose Internet-Empfang in der gesamten Marina sehr gut. Die Zugangsdaten erhält man beim Einchecken im Büro, es können maximal fünf Geräte verbunden werden.

In der kleinen Lounge neben dem Marinabüro hat man sehr guten Internetempfang. ©Sönke Roever

Gleich hinter dem Marinabüro befinden sich die sanitären Anlagen, die über eine Türöffnung mit codierter Karte erreicht werden. Die Karte wird ebenfalls im Marinabüro ausgehändigt und dient gleichzeitig als Zugang für die Steganlage.

Die Duschen sind sauber und modern. ©Sönke Roever

Ich persönlich habe es sehr genossen hier zu duschen, da endlich mal wieder vernünftig Wasser zur Verfügung stand und die Temperatur frei reguliert werden konnte (wir kamen von Madeira und da war das nicht so). Einziger Haken: Hier duscht gelegentlich noch eine Kakerlake mit … gleichwohl der Komplex ansonsten einen sehr sauberen Eindruck machte.

Abfallbehälter und Geldautomat in der Marina Lanzarote. ©Sönke Roever

Waschmaschinen und Trockner sind auch vorhanden, man zahlt jeweils vier Euro pro Ladung. Und Abfall kann am Zugang zu den Stegen entsorgt werden – es gibt Mülltrennung.

Versorgungsmöglichkeiten in der Marina Lanzarote

Das Erscheinungsbild der Marina ist interessant. Es handelt sich um einen aus dem Boden gestampften, sehr großflächigen Komplex aus Beton. Allerdings nimmt man den Beton nicht so wahr, da alles weiß angemalt wurde. Das verleiht dem Areal einen hellen, freundlichen Eindruck. Vor allen Dingen hebt sich das Erscheinungsbild komplett vom restlichen Ort Arrecife ab. Es sind zwei Welten.

Die Gebäude in der Marina haben einen ganz eigenen Baustil. ©Sönke Roever

An der Wasserseite der Marina befindet sich eine langgezogene Uferpromenade, die theoretisch mit vielen Restaurants und einigen Shops zum Verweilen einlädt. Allerdings ist es hier so, wie auch an anderen Orten, die auf dem Reißbrett entstanden sind, dass das Konzept nicht hundertprozentig aufgeht, und so stehen einige Läden leer. Ich war in den letzten Jahren mehrfach hier und es gibt eine hohe Fluktuation bei den Mietern. Das Einzige, was sich hier hartnäckig hält, ist ein Burger King. Der Supermarkt ist leider wieder verschwunden.

Von den Läden am Wasser stehen leider viele leer. ©Sönke Roever

Versorgungsmöglichkeiten – gutes Stichwort. In rund zwei Kilometern Entfernung befinden sich zwei große Supermärkte: ein HiperDino, der auch sonntags geöffnet hat, und ein Mercadona. Beide sind sehr gut sortiert und liefern den Einkauf an Bord. Man kann auch gut zu Fuß hingehen und mit dem Taxi für etwa fünf Euro zurückfahren bei größeren Mengen. Das ist sicherlich auch für Charter-Segler interessant, die sich verproviantieren wollen – gibt es doch hier einen Stützpunkt der Firma Lava Charter. Dieselbe Firma betreibt auch einen gut sortierten Schiffsausrüster im Hafen.

In der Marina Lanzarote können Boote gechartert werden. ©Sönke Roever
Schiffsausrüster im Hafen von Arrecife. ©Sönke Roever
Das Sortiment ist breit gefächert. ©Sönke Roever

Die Werft in der Marina Lanzarote

Auf der Werft können Yachten und Superyachten aus dem Wasser gehoben werden. Der Travellift hebt unglaubliche 820 Tonnen und dementsprechend groß ist auch das Angebot an Wartungs- und Reparaturdienstleistungen.

Der Travellift der Marina Lanzarote ist der zweitgrößte Europas. ©Sönke Roever

Sonstiges

Nicht weit von der Marina entfernt befindet sich das Kreuzfahrtterminal. Die Langfahrtsegler-Gemeinde munkelt, dass man bei den vorherrschenden Nordostwinden stets riechen kann, ob ein Kreuzfahrtschiff im Hafen ist. Die Reisenden flanieren gerne durch die Marina. Das wiederum hat dazu geführt, dass es unweit des Marinabüros eine Touristen-Information gibt, die auch preiswert einen Mietwagen sowie Fahrräder organisieren kann. Das Parken auf dem Marinagelände ist frei.

Wer einen Mietwagen möchte, wendet sich an die Touristen-Information. ©Sönke Roever

Natürlich gibt es auch noch ein Leben außerhalb der Marina: Arrecife! Die Stadt ist touristisch gesehen sicherlich nicht ganz vorne auf Lanzarote, hat aber durchaus ein paar interessante Ecken. Zum Beispiel sind rund um den alten Binnenhafen, der voller Fischerboote liegt, einige durchaus nette Restaurants zu finden.

Im kleinen Binnenhafen liegen all die Fischerboote. ©Sönke Roever
Rund um den Binnenhafen sind etliche gastronomische Angebote zu finden. ©Sönke Roever

Wir haben im Divina Italia el Charco gegessen. Faire Preise, ansprechendes Ambiente, nettes Personal und eine beeindruckende Wand aus Flaschen im Inneren des Gebäudes.

Insbesondere am Abend ist viel Leben rund um den Binnenhafen zu finden. ©Sönke Roever
Das Restaurant Divina Italia beeindruckt mit einer Wand aus Flaschen hinter der Bar. ©Sönke Roever

Wer einen Strand sucht, wird am südlichen Ende des Ortes an der Playa del Reducto mehr als fündig. Feiner Sand, weitläufiges Terrain und absolut geschützt. Es gibt sogar (kalte) Duschen, um sich nach dem Bad im Atlantik abzubrausen. Die Entfernung zur Marina beträgt rund zwei Kilometer.

An der Playa del Reducto kann man baden und entspannen. ©Sönke Roever

Alternativ schwimmen lässt es sich im renommierten Real Club Náutico. Hier befindet sich ein Pool, der theoretisch den Clubmitgliedern vorbehalten ist. In den Segel-Club gelangt man auch als Gast, wenn man das Restaurant besuchen möchte. Von da ist es zum Pool nicht mehr weit … Außerdem hat man hier einen schönen Ausblick auf den Ozean 🙂

Der Real Club Náutico von Arrecife. ©Sönke Roever
Pool mit Aussicht aufs Meer im Real Club Náutico. ©Sönke Roever

Und nicht zuletzt gibt es gegenüber des Castillo de San Gabriel eine Fußgängerzone voller Shops. Es gibt kaum etwas, das hier nicht zu finden ist. Meine Kinder, die mir gerne bei diesen Beschreibungen helfen, sagen, dass ich erwähnen muss, dass es beim HiperDino Supermarkt in der Fußgängerzone den größten Spielzeugladen gibt, den sie je gesehen haben. Und in der Tat: Auch ich war ziemlich beeindruckt ob der Menge und Auswahl dessen, was es hier gibt …

Wem nach einer Shoppingtour ist, der kann sich in Arrecife austoben. ©Sönke Roever

Insidertipp: Wer ein SUP an Bord hat, kann eine wunderbare Tour vom Binnenhafen zum Strand und zurück machen. Immer geschützt abseits der Atlantikdünung. Dabei sieht man viel vom Ort aus einer alternativen Perspektive!

Arrecife Downtown. ©Sönke Roever

Unweit der Marina befindet sich beim Castillo auch noch ein kleiner, teils sehr flacher Ankerplatz. Ich habe hier persönlich nicht geankert. Es heißt aber, dass der Grund unrein ist und einige Dauerlieger den engen Raum für sich eingenommen haben. Der nächste Hafen weiter südwestlich ist die Marina de Puerto Calero.

Kontakt

www.marinalanzarote.com
info@marinalanzarote.com
+34 928 663 263
+34 648 524 649

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