Hafen/Marina Eastbourne Sovereign Harbour (Englischer Kanal)

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Jonathan besegelte zusammen mit seiner Frau Claudia von 2013 bis 2019 die Welt. Sie ließen 25.000 Seemeilen im Kielwasser und befuhren ganze drei Jahre lang ihr Traumrevier: den Pazifik. Neben der klassischen Barfußroute besuchten sie vor allem auch abgelegenere Ziele wie die Osterinsel, die Tuamotus, Kiribati, Tuvalu und die Marshallinseln. Vor seiner Reise betrieb Jonathan ein Tonstudio in Berlin. Seit einigen Jahren arbeitet er als Journalist, Referent und Autor zu verschiedenen Themen rund ums Segeln und Reisen. Seit 2020 gehört Jonathan zur BLAUWASSER.DE-Stammredaktion.

Allgemeine Infos zum Hafen/Marina Eastbourne/Sovereign Harbour

Eastbourne ist eines der typisch englischen Seebäder am Ärmelkanal mit Vergnügungsmeile und Uferpromenade. Der Yachthafen Sovereign Harbour liegt ungefähr zwei Seemeilen nordwestlich der Seebrücke etwas abseits vom Trubel. Der 1993 eröffnete Hafen ist einer der größten Marinakomplexe Nordeuropas und verfügt über vier miteinander verbundene Häfen.

Die Kanäle zwischen den Häfen sind von beweglichen Brücken überspannt. Wer auf typisch englische Atmosphäre setzt, ist hier fehl am Platz, die Anlage um den Hafen wirkt mit ihren Neubauten, Cafés und Restaurants etwas künstlich. Dennoch ist der Hafen definitiv eine Reise wert. Er bietet nicht nur einen guten Zwischenstopp auf dem langen und weitestgehend yachthafenlosen Weg zwischen Dover und dem Solent, er ist auch ein guter Ort, um abseits der Hektik eines Seebades die Seele baumeln zu lassen und Kraft zu tanken für die nächste Etappe.

Sovereign Harbour ist eine durch Kanäle weit verzweigte Anlage. ©radiopelicano.de

Mit nicht mehr als zwei Metern Tiefgang ist der Sovereign Harbour bei jeder Tide ansteuerbar, direkt vor der Marina befindet sich eine Schleuse, die rund um die Uhr betrieben wird. Bei uns wartete in der Schleuse trotz später Stunde schon der ausgesprochen freundliche Hafenmeister, der uns einen Liegeplatz zuwies und mit allen notwendigen Informationen und Zugängen zur Marina versorgte.

Der Weg in den Sovereign Harbour führt durch eine Schleuse. ©radiopelicano.de

Liegeplätze im Hafen/Marina Eastbourne/Sovereign Harbour

Die Zufahrt zur Schleuse sieht bei Niedrigwasser abenteuerlich aus. Am Rand des gut betonnten Kanals im Vorhafen sind weite Flächen, die trockenfallen. Der Kanal selbst wird regelmäßig ausgebaggert, bei Niedrigwasser sollte man sich dennoch gut von den Tonnen freihalten. In der Schleuse kann einfach an einem Schwimmponton festgemacht werden, die Marina sieht es gern, wenn während des mehrminütigen Schleusvorganges der Motor abgeschaltet wird.

Im Fahrwasser des Sovereign Harbour sollte man sich in der Mitte halten. ©radiopelicano.de

Direkt hinter der Schleuse beginnt der Yachthafen. Sovereign Harbour gehört zur Gruppe der „Premier Marinas“, die zehn gut ausgestattete Marinas an der Südküste Englands betreibt. Alle Marinas entsprechen modernen Standards. Auch in Sovereign Harbour gibt es saubere und weitläufige Sanitärbereiche, Möglichkeiten zum Wäschewaschen und -trocknen, eine Abpumpstation für Grauwasser sowie Strom und Wasser an den Stegen. Direkt am Eingang liegt eine Tankstelle für Diesel und Benzin. Festgemacht wird an Fingerstegen, der Hafenmeister gibt zur Vorbereitung der Fender und Leinen (Vorspring nicht vergessen) vorher bekannt, ob der Steg an Steuerbord oder Backbord liegt.

Die Steganlage der Marina bietet alles, was man braucht. ©radiopelicano.de

Die Rezeption der Marina liegt im „Tower“ der Schleuse. Am Stegende davor befinden sich der Sanitärbereich und die Mülltonnen. Die Rezeption muss nicht zwingend aufgesucht werden, da die Hafenmeister meist schon in der Schleuse abkassieren und die Chips für den Zugang aushändigen. Diese können vor der Abfahrt dann einfach in einen Briefkasten bei den Sanitäranlagen geworfen werden.

Die Tankstelle liegt im Hafen direkt vor der Schleuse. ©radiopelicano.de

Premier Marinas betreibt auch eine App, in der viele nützliche Informationen wie beispielsweise das Wetter und die Tidenstände an den verschiedenen Marinas aufgerufen werden können.

Versorgungsmöglichkeiten rund um den Hafen/Marina Eastbourne/Sovereign Harbour

Sovereign Harbour ist, wie bereits erwähnt, eine künstlich angelegte Siedlung, dennoch sind Supermärkte, Cafés und Restaurants in verschiedenen Preisklassen zu finden. Auch ein Laden für Yachtzubehör ist vorhanden. Wer ernsthaftere Probleme mit der Yacht hat, kann sich an den Boatyard wenden, dort kann die Yacht auch aus dem Wasser gehoben werden.

Direkt im Hafen gibt es verschiedene Restaurants und Cafés. ©radiopelicano.de

Fazit zum Hafen/Marina Eastbourne/Sovereign Harbour

Der Yachthafen von Eastbourne wirkt auf den ersten Blick etwas artificial und wer erwartet, inmitten eines englischen Seebades zu liegen, wird enttäuscht. Dennoch hat uns der Hafen sehr gut gefallen. Gut geschützt und tidenunabhängig bietet er eine entspannte Atmosphäre, die den Flaggen nach zu urteilen auch viele weitere ausländische Gastlieger zu schätzen wissen. Die auffällig freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeiter der Marina runden das Bild ab. Ein guter Zwischenstopp auf dem langen Schlag zwischen Dover und dem Solent.

Kontakt zum Eastbourne/Sovereign Harbour

Sovereign Harbour
Marina Office
North Lock Side
Pacific Drive
Eastbourne
BN23 5BJ
+44 13 23 47 00 99
sovereignharbour@premiermarinas.com
www.premiermarinas.com

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Lars
Lars
6 Monaten her

Bei Nachtansteuerung unbedingt Sektorenlicht nutzen, sonst lauft man schnell ins Flach.