Erfahrungsbericht: Faltkajak VIK 3.8 ULTRA von CLR Outdoor

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Sönke hat 100.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von BLAUWASSER.DE und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

Kajaks für Segelboote sind bei Blauwasserseglern auf dem Vormarsch

Bei Seglern, die längere Zeit an Bord leben oder auf Reisen gehen, sieht man zunehmend Kajaks an Deck. Wer selbst mit dem Gedanken spielt, ein Kajak für die Yacht anzuschaffen, denkt dabei häufig zunächst an ein klassisches Festrumpf-Kajak – und stellt sich unweigerlich die Frage: Wohin damit auf See?

Genau hier setzt das VIK 3.8 ULTRA von CLR Outdoor an. Das Berliner Unternehmen hat ein vollwertiges Faltkajak entwickelt, das sich auf ein erstaunlich kleines Packmaß zusammenfalten lässt. Verstaut wird es in einem Rucksack, der sich problemlos an Bord einer Yacht unterbringen und transportieren lässt. Damit eröffnet das Kajak auch Seglern, die bislang aus Platzgründen auf ein eigenes Kajak verzichtet haben, interessante Möglichkeiten. Für einige Segler, insbesondere mit kleinen Booten, könnte es sogar eine Alternative zum Beiboot sein.

Das VIK 3.8 ULTRA wird von CLR Outdoor vertrieben. ©Sönke Roever

Das ist ein Ansatz, der zunächst fast zu einfach klingt. Doch handelt es sich dabei um ein echtes Plus für Fahrtensegler oder lediglich um ein gelungenes Marketingversprechen? Genau das wollte ich herausfinden und habe das VIK 3.8 ULTRA gemeinsam mit meiner Crew während einer zweiwöchigen Segelreise durch Schweden ausführlich getestet.

Um es gleich vorwegzunehmen: Das Konzept funktioniert. Bemerkenswert ist dabei, dass CLR Outdoor nicht versucht hat, möglichst viele Funktionen in das Kajak zu integrieren. Stattdessen folgt das VIK 3.8 ULTRA einer klaren Philosophie: leicht, kompakt und unkompliziert nutzbar. Gerade diese Konzentration auf das Wesentliche macht einen großen Teil seines Reizes aus. Und nicht zu vergessen: Die Qualität des Produkts ist ausgezeichnet.

Die geringe Anzahl an Bauteilen sorgt beim VIK 3.8 ULTRA für einen schnellen und unkomplizierten Aufbau. ©Sönke Roever

Das VIK 3.8 ULTRA setzt auf schnell zugängliche Mobilität

Beim Konzept von CLR Outdoor stehen Transportfähigkeit und geringer Platzbedarf ganz klar im Mittelpunkt. Zusammengefaltet misst das Faltkajak VIK 3.8 ULTRA lediglich rund 70 × 55 × 16 Zentimeter und bringt etwa elf Kilogramm auf die Waage. Damit findet es problemlos im Kofferraum eines Autos oder an Bord einer Yacht Platz. Gerade für Segler, die mit begrenztem Stauraum auskommen müssen, ist das kleine Packmaß ein entscheidender Vorteil.

Von einem Faltkajak erwartet man zwar grundsätzlich ein kompaktes Packmaß, CLR Outdoor hat dieses Konzept jedoch besonders konsequent umgesetzt. Das Kajak besteht aus einer faltbaren Polypropylen-Struktur, die mit robusten Textil- und Aluminiumkomponenten kombiniert wird. Dadurch wirkt die Konstruktion deutlich aufgeräumter und minimalistischer als klassische Faltboote mit Außenhaut und umfangreichem Gestänge.

Das Kajak besteht aus einer faltbaren Polypropylen-Struktur sowie robusten Textil- und Aluminiumkomponenten. ©Sönke Roever

Interessant ist dabei vor allem die klare Designsprache. Das VIK 3.8 ULTRA erinnert weniger an einen technischen Bausatz als vielmehr an ein modernes Outdoor-Produkt, bei dem Einfachheit und Funktionalität im Vordergrund stehen. Statt unzähliger Streben, Stangen und Einzelteile, die zunächst sortiert und zusammengesetzt werden müssen, setzt das Konzept auf wenige, durchdachte Komponenten. Der gesamte Aufbau erfolgt werkzeuglos und ist in wenigen Minuten erledigt.

Trotz seiner Größe konnten wir das Kajak an Deck gut aufbauen. ©Sönke Roever

Obwohl das Kajak eine Länge von 3,8 Metern erreicht, konnten wir es problemlos auf dem Vorschiff unserer 36-Fuß-Yacht aufbauen. Während der erste Aufbau etwas mehr Zeit in Anspruch nahm, ging die Montage beim zweiten Versuch bereits deutlich schneller von der Hand. Nach kurzer Eingewöhnung lässt sich das Kajak ohne großen Aufwand einsatzbereit machen.

Davon profitieren vor allem Segler, die spontan vom Ankerplatz oder aus dem Hafen zu einer Erkundungstour aufbrechen möchten. Schließlich eröffnet ein Kajak oftmals eine völlig andere Perspektive auf Buchten, Schären und Küstenabschnitte. Auch für Familien mit Kindern an Bord erweitert sich damit das Freizeitangebot erheblich. Sind die Kinder noch klein, kann das Einsitzer-Kajak zudem von einem Erwachsenen gemeinsam mit einem Kind genutzt werden.

Technische Daten des VIK 3.8 ULTRA von CLR Outdoor

Bevor ich mich den Praxiseindrücken widme, werfe ich noch kurz einen Blick auf die technischen Eckdaten des VIK 3.8 ULTRA. Das Kajak ist 3,80 Meter lang und 0,70 Meter breit. Das Gewicht liegt bei rund 11 Kilogramm, während das Packmaß lediglich 70 × 55 × 16 Zentimeter beträgt. Die maximale Zuladung gibt der Hersteller mit 120 Kilogramm an. Für den Aufbau sollten etwa fünf Minuten eingeplant werden. Bei der von uns getesteten Variante handelt es sich um ein Einsitzer-Kajak.

Getestet wurde von uns die kompakte Einsitzer-Version. ©Sönke Roever

So funktioniert der Aufbau des Faltkajaks von CLR Outdoor

Ein nicht zu verachtender Punkt im Bootsalltag ist die Aufbauzeit. Denn selbst das kompakteste Kajak kommt nur selten zum Einsatz, wenn der Aufbau zur Geduldsprobe wird. Der Aufbau des VIK 3.8 ULTRA ist bewusst einfach gehalten und dauert mit etwas Übung nur wenige Minuten.

Im gefalteten Zustand wirkt das VIK 3.8 ULTRA eher wie eine flache Reisetasche als wie ein 3,80 Meter langes Kajak. Besonders clever gelöst ist dabei die Doppelnutzung des Tragesystems: Was zunächst als Rucksack dient, wird nach dem Aufbau zum Kajaksitz. Das reduziert die Anzahl der Einzelteile und passt gut zur minimalistischen Philosophie des Produkts.

Für den Transport kann das Kajak wie ein Rucksack getragen werden. ©Sönke Roever

Der Aufbau beginnt damit, dass das zusammengefaltete Kajak aus dem Transportrucksack genommen und auf einer ebenen Fläche ausgelegt wird. Anschließend werden die beiden Kajakseiten an Bug und Heck auseinandergefaltet.

Im ersten Schritt wird der Rumpf aufgefaltet. ©Sönke Roever

Danach wird das Boot auf den Rumpf gedreht. Nun muss die Grundform hergestellt werden, was dank der vorgegebenen Knicklinien nahezu intuitiv gelingt. Die endgültige Rumpfform ergibt sich dabei fast von selbst.

Bug und Heck werden im zweiten Schritt in Form gebracht. ©Sönke Roever

Im nächsten Schritt werden Bug und Heck aufgerichtet. Dazu werden die jeweiligen Spitzen zusammengezogen und mit einem Ratschenverschluss fixiert. Anschließend sorgen zusätzliche magnetische Verschlüsse für die endgültige Sicherung. Damit sind beide Enden weitgehend wasserdicht verschlossen.

Über einen Ratschenverschluss werden Bug und Heck jeweils in Form gehalten und fixiert. ©Sönke Roever

Nun werden in der Kajakmitte zwei Spanten eingesetzt und arretiert. Sie versteifen den Sitzbereich und sorgen dafür, dass das Boot auch unter Belastung seine Form behält. Die Befestigung erfolgt über Gewindeschrauben.

Mittels zweier Spanten wird der Rumpf formstabilisiert. ©Sönke Roever

Positiv fiel dabei auf, dass die Schrauben zum Fixieren der Spanten sowohl gegen Verlust gesichert als auch mit griffigen Bedienelementen ausgestattet sind. Insgesamt hinterlässt die Konstruktion einen durchdachten Eindruck.

Die Schrauben sind griffig und gegen Verlust gesichert. ©Sönke Roever

Abschließend werden die Fußstütze sowie das Tragesystem montiert. Letzteres übernimmt die Funktion des Sitzes und wird über Steckschnallen an den vorgesehenen Punkten befestigt. Danach wird das mitgelieferte Paddel zusammengesteckt. Nun ist das VIK 3.8 ULTRA einsatzbereit und kann direkt zu Wasser gelassen werden. Viel unkomplizierter lässt sich ein Kajak dieser Größe kaum aufbauen.

Fertig! Der Wasserausflug kann beginnen. ©Sönke Roever

Für wen eignet sich das VIK 3.8 ULTRA von CLR Outdoor?

Das VIK 3.8 ULTRA richtet sich ausdrücklich nicht an Wildwasser-Enthusiasten oder Expeditionsteilnehmer, die große Mengen Ausrüstung transportieren müssen. Die Zielgruppe sind vielmehr Menschen, die unkompliziert aufs Wasser möchten – sei es beim Camping, auf Segelreisen oder bei einem Wochenendausflug, am Ankerplatz oder im Hafen, zur Erkundung der Umgebung oder um die Natur wassernah zu erleben. Dabei sind durchaus auch längere Touren mit Ausrüstung möglich, da das Kajak über ausreichend Stauraum verfügt. Vorne und insbesondere hinten ist viel Platz, beispielsweise für eine Kühlbox oder einen großen Rucksack für den Landgang.

Beim ersten Einsteigen vermittelt das VIK 3.8 ULTRA zunächst einen etwas kippeligen Eindruck. Nach wenigen Minuten auf dem Wasser legt sich dieses Gefühl jedoch deutlich. Ähnlich wie beim Stand-up-Paddling entwickelt man schnell ein Gespür für die Balance und die Bewegungen des Bootes. Schon nach kurzer Eingewöhnung fühlt sich das Kajak deutlich stabiler an, als es der erste Eindruck suggeriert hat.

Die ersten Paddelschläge erfordern etwas Eingewöhnung, danach fährt sich das Kajak sehr souverän. ©Sönke Roever

Für Segler mit sehr kleinen Booten kann das VIK 3.8 ULTRA durchaus eine Alternative zum klassischen Schlauchboot sein – zumindest bei ruhigen Bedingungen. Bei Wind und Welle muss man allerdings damit rechnen, dass Spritzwasser ins Boot gelangt und die Fahrt entsprechend feucht ausfällt. An einem warmen Sommertag in Badehose dürfte das kaum stören und sogar Teil des Vergnügens sein. Bei kühleren Temperaturen empfiehlt sich dagegen entsprechende Wetterschutzkleidung. Alternativ kann man bei CLR Outdoor eine Spritzschutzdecke als Zubehör für das Kajak erwerben, wodurch sich die Herausforderung erheblich minimiert.

Trotz seines geringen Packmaßes ist das Kajak keineswegs nur für Eigner kleiner Boote interessant. Auch auf größeren Yachten kann es eine sinnvolle Ergänzung darstellen – insbesondere dann, wenn zwei Kajaks an Bord mitgeführt werden und gemeinsame Erkundungstouren geplant sind. Während sich bereits die Unterbringung eines klassischen Kajaks an Bord oft schwierig gestaltet, wird es bei zwei Booten schnell unpraktisch. Ein faltbares Modell im Rucksackformat eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten.

Das Kajak lässt sich tragen, benötigt wenig Stauraum und wiegt nur elf Kilogramm. ©Sönke Roever

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass CLR Outdoor mit dem VIK 5.0 PRO auch eine Zweisitzer-Variante im Programm hat. Damit richtet sich das Konzept nicht nur an Solo-Paddler, sondern auch an Paare oder Familien, die ihre Ausflüge gemeinsam unternehmen möchten.

CLR Outdoor setzt auf Nachhaltigkeit und die Produktion in Deutschland

Nach Angaben von CLR Outdoor wird das VIK 3.8 ULTRA in Berlin gefertigt. Das Unternehmen setzt dabei auf kurze Lieferketten und weitgehend recycelbare Materialien. Ein Aspekt, der gut in die heutige Zeit passt, in der viele Segler bei der Auswahl ihrer Ausrüstung verstärkt auf Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und eine möglichst ressourcenschonende Produktion achten.

Fazit

Das Spannende am VIK 3.8 ULTRA ist weniger die technische Konstruktion als vielmehr die Idee dahinter. Das Kajak erhebt nicht den Anspruch, klassische Touring-Kajaks zu ersetzen oder zu konkurrieren. Stattdessen verfolgen die Macher aus Berlin einen anderen Ansatz: Das Kajak soll einen unkomplizierten und niedrigschwelligen Zugang zum Paddeln bieten – sei es vom eigenen Schiff aus oder beim Camping.

Ein Kajak eröffnet neue Möglichkeiten, ein Revier aus nächster Nähe zu entdecken. ©Sönke Roever

Das Kajak benötigt nur wenig Stauraum, ist innerhalb weniger Minuten einsatzbereit und trocknet nach der Nutzung vergleichsweise schnell. Eigenschaften, die besonders an Bord einer Yacht von großem Vorteil sind. Damit verkörpert das VIK 3.8 ULTRA vieles von dem, was man heute von einem modernen Outdoor-Produkt erwartet.

Wer mehr Informationen sucht, findet das Kajak direkt bei CLR Outdoor.

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2 Kommentare
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Dirk
Dirk
9 Tagen her

Hallo Sönke,
Schöner Bericht! Mike Peuker hat das Boot kürzlich auf seinem Kanal vorgestellt, mit einer ähnlichen Bewertung: https://youtu.be/kTfQpEJxjY4?is=O3vaY13sk3EnO7Vl
Ihr habt beiden den Preis nicht erwähnt, der leider für die meisten etwas prohibitiv ist.
Viele Grüße
Dirk

Steffi
Steffi
9 Tagen her
Reply to  Dirk

Preis (dann auch der jeweils aktuelle) ist direkt zu finden unter dem Link CLR Outdoor im letzen Satz. 🙂