Törnbericht: Englische Kanalinseln / Alderney, Guernsey, Jersey, Herm und Sark

Von Sönke Roever

Sönke hat 80.000 Seemeilen Erfahrung im Kielwasser und von 2007 bis 2010 zusammen mit seiner Frau Judith die Welt umsegelt. Er veranstaltet diverse Seminare auf Bootsmessen (siehe unter Termine) und ist Autor der Bücher "Blauwassersegeln kompakt", "1200 Tage Samstag" und "Auszeit unter Segeln". Sönke ist zudem der Gründer von Blauwasser.de und regelmäßig mit seiner Frau Judith und seinen Kindern auf der Gib'Sea 106 - HIPPOPOTAMUS - unterwegs.

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Die Inseln im Englischen Kanal – Paradiese für Naturliebhaber

9,9 Knoten … 9,8 Knoten … 9,9 Knoten. Immer wieder schrammt unsere Gib’Sea 106 haarscharf an zweistelliger Geschwindigkeit vorbei. Dann, endlich: 10,1! Unglaublich! Zumal sich das, was nach rasanter Regatta klingt, auf einem ganz normalen Fahrtentörn mit einer ganz normalen Fahrtenyacht ereignet – bei gerade einmal 3 Beaufort. Die Digitalanzeige im Cockpit liefert diese Daten aus dem GPS-Gerät, das Sumlog hingegen kommt über gemütliche 4,5 Knoten durchs Wasser nicht hinaus. Bedeutet: Der Ebbstrom treibt unsere Yacht mit mehr als 5 Knoten durch das Alderney Race, die berüchtigte Passage im Englischen Kanal. Sogar bis zu 10 Knoten kann die Wassergeschwindigkeit hier erreichen – der Strom ist auch das hervorstechende Charakteristikum eines Törns im Gezeitenrevier der Kanalinseln. Ihn auszusteuern bedingt in diesem Fall einen Vorhaltewinkel von 30 Grad. Ein Wahnsinn.

Rau, schroff, schön – und schnell. Das Race von Alderney.

Auch wenn ein Törn hier navigatorisch anspruchsvoll ist, lohnt er allemal. Ein faszinierendes Naturerlebnis ist garantiert. Die Insellandschaft mutet an wie eine Mischung aus Norwegen und Neuseeland mit britischem Flair. Rau, schroff und schön. Neben unzähligen kleinen Eilanden gibt es fünf große. Sie sind die Eckpfeiler der Reise: im Norden Alderney, im Süden Jersey und dazwischen Guernsey, Herm und Sark. Geradezu majestätisch ragen ihre rötlich schimmernden Felsen, die von einer saftig grünen Vegetation überzogen sind, aus dem Meer empor. Eine einmalige, faszinierende Gegend.

Segelyacht im Race von Alderney.

Der Strom – Freund oder Feind?

Die 30 Grad Vorhaltewinkel erweisen sich als eben angemessen. Zielsicher erreichen wir die Nordspitze von Alderney. Der Wind ist abgeflaut und einzig eine leichte Restdünung lässt erahnen, dass in den vergangenen Stunden wesentlich mehr Druck in der Luft gewesen sein muss. Zeit, die Segel zu bergen. Und Zeit für die Statistik.

Von Cherbourg an der französischen Küste bis Alderney waren es 25 Seemeilen, Fahrzeit rund zweieinhalb Stunden. Ein solches Mittel wird unsere Gib’Sea, die sonst mit um die 6 Knoten unterwegs ist, kaum je noch einmal erreichen. Dem richtigen Tidenfenster sei Dank. Damit bestätigt sich die wichtigste Regel hier eindrucksvoll: Bei der Törnplanung geht es zuallererst darum, den Strom zum Freund zu haben. Dagegen anzubolzen ist schier aussichtslos. Mehr noch, es kann, wenn der Wind gegen die Tide steht, sogar höchst gefährlich sein. Dann entstehen schnell meterhohe, steile Brecher gepaart mit gewaltigen Stromwirbeln. Ein Blick auf die Seekarte zeigt: Unzählige Wracks säumen die Ufer der Normandie und der Inseln beidseits des Alderney Race.

Alderney – ein Wechsel aus Klippen, Buchten und geschichtsträchtigen Mahnmälern

Im gut geschützten Hafen von Alderney merkt der Segler von alledem kaum etwas. Ein massiver Wellenbrecher, der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts als Bollwerk gegen die Gewalten der Natur errichtet wurde, schirmt das Feld der Yachten gegen die See ab. Eine Marina gibt es nicht. Die Schiffe liegen an Muringbojen oder vor Anker.

Naturhafen von Alderney

Kaum, dass die Festmacher belegt sind, kommen die Hafenmeister mit ihrem Beiboot längsseits: „Willkommen auf Alderney! Schön, dass Sie uns besuchen. Das Hafengeld kassieren wir gleich, einklarieren können Sie später.“ Steve Shaw und Declan Gaudion sind in ihrem Element. Freundlich begrüßen sie jeden Neuankömmling. Abschließend überreichen sie noch das Formular zum Einklarieren mit der freundlichen Bitte, es beim Landgang oberhalb des Schlauchbootschlengels in den Briefkasten zu werfen. Dann wünschen sie einen schönen Tag, winken und fahren zum nächsten Gastlieger. So einfach kann Einklarieren sein.

Freundlich, hilfreich, unkompliziert – die Hafenmeister von Alderney

Erforderlich ist die Prozedur, weil die Kanalinseln einen Sonderstatus besitzen wie außer ihnen nur noch die Isle of Man in der Irischen See. Auch wenn sie durch und durch britisch wirken – Pubs, Bobbys, Linksverkehr –, gehören sie nicht zum Vereinigten Königreich. Anders als etwa Gibraltar oder Pitcairn in der Südsee sind die Kanalinseln weder Teil Großbritanniens noch Kolonie, sondern direkt der Krone unterstellt.

Befestigungsanlagen auf Alderney.

Mit dem Beiboot geht es zur Dingipier. Möwen kreischen, es riecht nach Salz. Ringsherum strahlt Alderney Ruhe und Frieden aus, obwohl der Zweite Weltkrieg unübersehbare Spuren hinterlassen hat. Immer wieder fallen Befestigungsanlagen und Bunkerreste ins Auge, die nicht recht zu der harmonischen Atmosphäre passen wollen. Die strategisch bedeutungsvolle Lage am westlichen Ende des Ärmelkanals hat bei den deutschen Aggressoren schon früh Begehrlichkeiten geweckt. Hitlers Truppen besetzten die Inseln in der Nacht zum 1. Juli 1940. Alderney und Guernsey sollten eine wichtige Rolle bei der Errichtung des Atlantikwalls spielen, die Inseln wurden massiv befestigt. Kräftiger Beton, unterirdische Kammern und Tunnel, Schutzräume und Panzersperren, all das hat bis heute überdauert.

Typische Straßenzeile in Alderneys Hauptstadt St. Anne

Je mehr wir uns jedoch auf einer Wanderung dem südwestlichen Ende der Insel nähern, desto weniger bemerken wir davon. Bis irgendwann nur noch Natur ist. Steiler werden die Anstiege, über gut befestigte Spazierwege und Trampelpfade geht es bis auf 85 Meter hinauf. Falken und Möwen kreisen lautstark vor den beeindruckenden Klippen, an deren Fuß die Brandung tost. Über dem Horizont schimmern die Umrisse von Guernsey und Sark im fahlen Gegenlicht.

Alderney – Das südliche Ende der Insel.

Mit dem Strom: auf nach Jersey und Guernsey

Obwohl diese beiden Inseln zum Greifen nahe wirken, ist der Weg dorthin nicht ganz einfach. Egal, welche Route gewählt wird – rechts oder links um Alderney herum –, die Überfahrt muss sauber geplant werden. Insbesondere wer die kürzere, dafür jedoch schwierigere Passage durch die Enge The Swinge wählt, hat es zur Springzeit mit Strömungen von bis zu 7 Knoten zu tun. So verwundert es nicht, dass man immer wieder Menschen mit Strömungskarten und Handbüchern im Cockpit sitzen sieht, Papier und Bleistift in der einen, den Meilenzirkel in der anderen Hand.

George und Wendy Sullivan sind häufig in dem Revier unterwegs und kennen das nur zu gut. „Oft fragen uns Segler, wann sie hier ankerauf gehen sollen, um sicher nach Guernsey zu gelangen. Wir empfehlen ihnen, zwei Stunden vor Hochwasser in Dover auszulaufen. Das passt!“ Mal sehen.

Nordwest 4 bis 5 ist angesagt. Das klingt vielversprechend. Wir stellen uns also auf eine anfängliche Kreuz mit anschließender Rauschefahrt zum 20 Seemeilen entfernten Ziel Guernsey ein. Sicherheitshalber werden bereits im Hafen die Segel gesetzt. Auf See kommen Wind und Strom aus derselben Richtung, und eine lange Dünung entsteht. Keine Kreuzsee, keine Hacksee, keine Brecher. Die Bedingungen sind angenehm, und das Schiff läuft mit sportlichen 6 Knoten über die ungefähr einen Meter hohen Wellen. Die Tide spendiert weitere 3 Knoten und lässt das Tagesziel schnell näher rücken. Der Tipp der Sullivans erweist sich dabei als goldrichtig. Es passt.

Insgesamt finden sich nur wenige Marinas auf den Kanalinseln, sodass häufig Anker und Dingi zum Einsatz kommen. Nicht so auf Jersey und Guernsey. Während es auf Jersey den großen Hafen St. Helier gibt, sind auf Guernsey drei veritable Yachthäfen vorhanden. Allerdings dürfen nur zwei von ihnen von Gastliegern angelaufen werden. Im Norden – etwas abseits der touristischen Trampelpfade – befindet sich in einem ehemaligen Steinbruch die Beaucette Marina. Und weiter südlich im Zentrum der Hauptstadt St. Peter Port die Victoria Marina. Für welches Ziel wir uns auch entscheiden, das Einlaufen ist jeweils nur in der Zeitspanne drei Stunden vor bis drei Stunden nach Hochwasser möglich. Schuld daran sind Betonschwellen unter Wasser, die verhindern, dass die Hafenbecken bei Ebbe leer laufen.

Rotlicht-Bezirk. Eine Schwelle hält das Wasser in der Victoria Marina auf Guernsey. Die Einfahrt wird mit einer Ampel geregelt.

Beim Einlaufen in St. Peter Port auf Guernsey müssen wir uns darum allerdings nicht groß kümmern. Kaum, dass wir zwischen den wuchtigen Molen hindurch in den Vorhafen gelangt sind, kommt auch schon der Hafenmeister mit dem Arbeitsboot angefahren. Schnell ist eine kleine Tüte übergeben, die neben einem Inselführer die wichtigsten Einklarierungsdokumente enthält, dann weist der Chef uns einen Liegeplatz an der Wartepier zu. Dort heißt es, im Wortsinn, „abwarten und Tee trinken“.

St. Peter Port – Guernsey.

Rund zwei Stunden später stimmt der Wasserpegel, und die Ampel an der Schwelle springt von rot auf grün. Es wird hektisch im Vorhafen. Motoren springen an, Kommandos fallen, Leinen fliegen, Fender quietschen und eine Heerschar von Yachten strömt mit der Flut in die Marina. Anscheinend will jeder der Erste sein. Allerdings ist eigenmächtiges Einlaufen verboten und so entsteht ein Stau vor der Schwelle. Mit drei Booten rotiert das Hafenpersonal zwischen den Platzjägern und sorgt für Ordnung. Eine halbe Stunde später ist der Spuk vorbei und alle Schiffe dümpeln ruhig an den modernen Schwimmstegen in der Nachmittagssonne. Schlagartig ist es wieder vorbei mit der Hektik.

Einkaufsstraße im Zentrum von Guernsey.

Guernsey – Einkaufsparadies und Naturerlebnis

Nur wenige Meter vom Hafen entfernt liegt das quirlige Zentrum der Inselhauptstadt. Deren Schlagader ist die Fußgängerzone, in der beiderseits etliche Banken, Duty- Free-Shops, Schmuck- und Modeläden zu finden sind. Guernsey ist Einkaufsparadies und auch deshalb bei Touristen beliebt. Bezahlt wird mit dem Guernsey-Pfund – einer Währung, die an das Britische Pfund gekoppelt ist. Interessanterweise werden überall auf der Insel sowohl die britischen als auch die einheimischen Banknoten angenommen, andersherum allerdings funktioniert das nicht. In England ist das Guernsey-Pfund quasi wertlos.

Guernseys Westküste – eine ausnehmend attraktive Gegend, selbst wenn sich das Wasser zurückgezogen hat.

Die kleine Insel steht in dem Ruf, dass die meisten ihrer Besucher ausschließlich für die Schnäppchenjagd anreisen. Tatsächlich aber ist Guernsey ein ungemein attraktives Ziel für Natur- und Vogelliebhaber.

Herm – kleines Eiland mit großem Charme

Ökologisch Interessierte kommen auch auf den Nachbarinseln Herm und Sark auf ihre Kosten. Aufgrund der komplizierten Ansteuerung und der eingeschränkten Liegemöglichkeiten auf Herm sollten Segler die etwa drei Meilen entfernte Insel aber besser von Guernsey aus per Fähre besuchen. Ein Ausflug, der wiederum ganz neue Eindrücke beschert. 92 Vogelarten sind auf dem nur knapp zweieinhalb Kilometer langen, etwa 800 Meter breiten Eiland heimisch. Und gerade einmal 60 Einwohner. Die kleinste bewohnte Kanalinsel wird von der Touristeninformation als „karibisches Badeparadies“ angepriesen. Im Sommer mag das auf die nördliche Hälfte mit ausgedehnten Stränden zutreffen. Zumindest entdecken wir entlang der schönen Sandbuchten außerhalb der Hauptreisezeit immer wieder Coca-Cola-Flaggen, Sonnenschirme und Eiskarten an den Kiosken.

Trockengefallene Boote und Yachten in Herm. Trotz der eingeschränkten Liegemöglichkeiten: Die Insel ist eine Wucht.

Der Süden hingegen ist felsig, schroff und wenig erschlossen. Wie auf der Nachbarinsel Sark ist Autofahren auf Herm nicht gestattet, zusätzlich sind hier jedoch selbst Fahrräder nicht erlaubt. Das Verbot wird aber umgangen. Einheimische, die mit Traktoren oder Aufsitz-Rasenmähern unterwegs sind, verleihen der Szenerie einen skurrilen Charme.

Sark – grünes Kleinod aus der Vergangenheit

Zum Abschluss des Kanalinseltörns darf ein Besuch der Insel Sark nicht fehlen. Je nach Windlage stehen zwei Buchten zur Verfügung – anders als bei Herm finden Segler hier sehr gute und geschützte Ankergründe: La Grande Grève im Südwesten und La Grève de la Ville im Nordosten, wo sogar eine Handvoll kostenpflichtiger Muringbojen ausgelegt wurden.

Hochwassersicherer Dingi-Parkplatz auf Sark

An Land geht es wieder mit dem Dingi, allerdings ist es nicht ganz ohne, das Beiboot durch die leichte Brandung trocken am Kiesstrand anzulanden. Die kleine Mühe indes ist es allemal wert. Nicht umsonst gilt Sark bei vielen Touristen als schönste Kanalinsel. Ihr Besuch mutet wie eine Zeitreise an. Auf sandigen Wegen verkehren Pferdefuhrwerke. Ortschaften gibt es nicht, lediglich Ansammlungen von Gebäuden, und im Herzen der Insel verläuft die „Hauptstraße“ Sarks, die ganz unbescheiden „The Avenue“ heißt. Hier befinden sich einige Läden, in denen lokale Kunst angeboten wird. Manche haben freilich nur den Sommer über geöffnet. Hauptattraktion ist ein kleiner, im Gegensatz zu allen anderen Straßen betonierter Verbindungsweg zwischen den beiden Felseninseln, Great und Little Sark, die durch einen kurzen Grat namens La Coupée hoch über dem Meer miteinander verbunden sind. Zu beiden Seiten fällt der Hang steil in die Tiefe.

La Coupée – Sark

Sark hat noch heute einen autonomen Status, aus dem eine eigene Gesetzgebung resultiert. Dabei haben manche kuriosen Regeln die Zeitläufte überdauert, die teilweise auf die Regentschaft von Queen Elizabeth I Mitte des 16. Jahrhunderts zurückgehen. Beispielsweise regiert hier der „Seigneur“, der Lehnsherr, der noch heute seltsam anmutende Privilegien genießt. Niemand außer ihm hat das Recht, Tauben zu züchten, nur er darf eine nicht sterilisierte Hündin halten – da zu viele Hunde und Tauben eine Gefahr für die Landwirtschaft wären –, und jegliches Strandgut zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie gehört ihm. Außerdem gilt bis in heutige Tage ein juristisches Kuriosum namens Clameur de Haro. Das ist ein auf französisch gebetetes Vaterunser, das bei vermeintlichen Rechtsverletzungen wirkt wie eine Einstweilige Verfügung – das beanstandete Fehlverhalten muss sofort beendet und zur Klärung vor Gericht verhandelt werden. Lange Zeit war Sark „Europas letzte Bastion des Feudalwesens“ und zugleich eine beliebte Steueroase, denn erst 2008 wurde die demokratische Staatsform eingeführt und erstmals gewählt.

Sark

Ende der Zeitreise, Zeit für die Weiterreise. Leinen los, hinaus in den Ärmelkanal. Das grüne Kleinod verschwindet im Kielwasser. Rasend schnell geht das, wieder zweistellige Werte im Display bei allenfalls mäßigem Wind, aber etwas ist diesmal anders: Die Euphorie an Bord bleibt aus, trotz Rauschefahrt verfliegt der Rausch – Alltag im Starkstromrevier. Man gewöhnt sich daran.

Törn-Infos

Wind & Wetter

Gemäßigtes Klima das ganze Jahr über mit überwiegend westlichen Winden. Seewetterberichte gibt es über zahlreiche UKW-Seefunk- Stationen, die immer auf Kanal 16 angekündigt werden (Gebiet: Portland). Außerdem sendet Radio BBC4 täglich um 00:48 und 05:20 Uhr auf 94,8 MHz ausführliche Wetterinformationen. Navtex-Station: Niton – Kennbuchstabe E. Außerdem gibt es natürlich diverse Apps oder Software für den Bord-PC um an Wetterinfos zu gelangen

Navigation & Seemannschaft

Aufgrund der starken Tidenströmungen ist genaue Törnplanung zwingend erforderlich. Besonders gefährliche Stellen sind The Race of Alderney, The Swinge und der Little Russel Channel. Unbedingt auf den GPS-Kurs achten und die Geschwindigkeit über Grund kontrollieren sowie Wind-gegen-Tide-Situationen vermeiden.

Häfen & Ankerplätze

Große Marinas nur auf Guernsey und Jersey. Vielerorts wird ein Mindestwasserstand im Hafen mittels einer Schwelle gewährleistet. Passage in der Regel von drei Stunden vor bis drei Stunden nach Hochwasser. Entlang der Inseln Herm, Sark und Alderney liegen etliche, teils sehr geschützte Ankerplätze. Auf Alderney und Sark kann zudem an kostenpflichtigen Muringbojen festgemacht werden. Nur auf Alderney gibt es Wassertaxis, ansonsten ist ein eigenes Beiboot erforderlich. Auf Alderney, Guernsey und Jersey muss einklariert werden.

Eine Auswahl an Liegemöglichkeiten

Idyllische Ankerbuchten und moderne Marinas mit allen Service-Einrichtungen im Kurzporträt – wo sie liegen, was sie bieten und worauf man achten sollte.

1. Alderney, Braye Harbour

Gut geschützter Naturhafen im Norden der Insel. Im Nordwestteil der Bucht gibt es rund 70 Plätze für Yachten bis 16 Meter Länge an Muringbojen (Päckchenbildung ist erlaubt). Größere Yachten bekommen spezielle Bojen vom Hafenmeister zugewiesen. Im Südostteil der Bucht liegen Yachten vor Anker (Sand). Achtung bei der Ansteuerung: Teile des massiven Wellenbrechers liegen unter Wasser. Die Nordostspitze sollte mit mindestens einer halben Seemeile Abstand gerundet werden. Dingi-Pier im Hafen. Alternativ kann das Wassertaxi auf UKW-Kanal 37 angefordert werden. Ausflugstipp: An den Wochenenden verkehrt zwischen dem Hafen und dem Ostende der Insel die Alderney-Railway- Museumseisenbahn.

2. Guernsey, Victoria Marina

Tidenabhängiger Hafen an der Ostseite der Insel, dessen Wasserstand über eine Schwelle reguliert wird. Einlaufen in die Marina nur nach Anweisung durch den Hafenmeister. Im Vorhafen stehen ausreichend Plätze an Warteschlengeln zur Verfügung. An den Stegen gibt es Wasser, Strom und WLAN. Im nahen Stadtzentrum bestehen ausgezeichnete Versorgungsmöglichkeiten, zahlreiche Duty-Free-Shops bieten alles Erdenkliche, von Schnaps bis Schmuck. Ausflugstipp: Eine Busfahrt über die Insel, die Linie 6/6A fährt rundum die gesamte Küste ab.

3. Guernsey, Beaucette Yacht Marina

Moderne Marina mit sehr gutem Komfort und Service-Angebot, in einem ehemaligen Steinbruch angelegt. Bestens geschützt bei Winden aus allen Richtungen. Yachten liegen an Schwimmstegen. Die Einfahrt zum Hafen ist jeweils drei Stunden vor und nach Hochwasser passierbar. Pegelskala an der Einfahrt. Sechs gelbe Wartebojen liegen östlich des Durchlasses. Sämtliche Versorgungsmöglichkeiten, Travellift und Slipbahn, Fahrradverleih. Busverbindung nach St. Peter Port (Linie 6/6A).

4. Herm

Sehr kleiner, idyllischer Hafen im Westen der autofreien Insel, der bei Niedrigwasser trockenfällt und von Kurzkielern gemieden werden sollte (harter Sand). Die Stirnseite der Westkaje ist der Fähre vorbehalten. Alternativ kann 500 Meter weiter südlich auf drei Metern (Sand) geankert werden (Achtung: andere Ansteuerung als zum Hafen und quer setzende Tide). Eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten im nahen Ort. Ausflugstipp: schöne Sandstrände zur Entspannung, Wanderungen entlang der Küstenlinie für Aktive, Fährtrip nach Guernsey für Neugierige (mehrmals täglich).

5. Sark

Landschaftlich sehr reizvoller Ankerplatz mit einigen kostenpflichtigen Muringbojen. Zum Übersetzen ist ein Dingi erforderlich (bei Springtide oberhalb des Strands auf dem Plateau der Treppe abstellen). Eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten. Bei östlichen Winden auf den Ankerplatz La Grande Grève im Südwesten ausweichen. Ausflugstipp: über den Grat La Coupée nach Little Sark.

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