Cold Waters (Bildband)

Von Redaktion Blauwasser.de

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Titelfoto: ©Niklas Marc Heinecke

Der Bildband: „Cold Waters“

Aus der nicht alltäglichen Reise von Segler Joscha Brörmann und Fotograf Niklas Marc Heinecke ist ein ansprechender Bildband entstanden, der neben vielen naturgewaltigen Bildern auch Erinnerungen aus Niklas’ persönlichem Logbuch enthält.

Der Bildband enthält viele naturgewaltige Fotos. ©Niklas Marc Heinecke

Joscha und Niklas lernen sich im Spätsommer 2017 kennen. Zu dieser Zeit hatte Joscha sich gerade einen Kindheitstraum erfüllt und ein Segelboot gekauft: eine Bavaria 42 mit dem Namen JU MAR. Gebaut im Jahr 2000, 13 Meter lang, knapp vier Meter breit, drei Kabinen, zwei Nasszellen, ein Mast, ein Baum und ein schönes, großes Segel dazwischen.

Skipper Joscha Brörmann. ©Niklas Marc Heinecke
Fotograf und Autor Niklas Marc Heinecke. ©Niklas Marc Heinecke

Der Skipper

Joscha ist der geborene Seemann und unternahm schon mit sieben Jahren die ersten Segelversuche auf dem Boot seines Vaters. Mit zwölf Jahren dirigierte er allein das Anlegen am Steg, ganz ohne größere Havarien, wie Niklas im Prolog des Bildbandes seinen Skipper beschreibt. Seit er 18 ist, steuert Joscha als Skipper regelmäßig Yachten über das IJsselmeer, die Ostsee, das Mittelmeer und durch die Karibik. Mit 31 Jahren wollte Joscha noch einen draufsetzen: den Atlantik überqueren, Weihnachten unter Palmen feiern, dabei die Beine im badewannenwarmen Wasser baumeln lassen.

Der Fotograf und Autor

Niklas hingegen war vor der Reise eher die Landratte, saß als kleiner Junge zwar mal im Optimisten, wusste aber nie so genau, wo Backbord oder Steuerbord ist. Beim Palstek bekam er Knoten in die Finger und seinen Segelschein machte er erst vor drei Jahren auf der Hamburger Außenalster. Zum Glück hatte der Prüfer nicht gesehen, dass Niklas den Mann-über-Bord-Kanister gnadenlos gerammt hatte, statt ihn zu retten. Die Knoten aber konnte er.

Die JU MAR, eine Bavaria 42. ©Niklas Marc Heinecke

Die Reise

Es dauerte nicht lange, da schickten die beiden Freunde ihre Fantasie gemeinsam auf die Reise. Aussteigen aus dem bequemen Alltag in Hamburg, in den schrägen Alltag eines Bootes wechseln, die Welt besegeln. Das große Abenteuer. Niklas war von dieser Vorstellung begeistert, obwohl – oder vielleicht gerade weil – er von Mast- und Schotbruch keine Ahnung hatte.

Den Traum von der großen Freiheit leben. ©Niklas Marc Heinecke

Wo genau der Wind die beiden Hamburger Jungs hinwehen sollte, war lange nicht klar. Sie wussten nur: Auf die klassische Barfuß-Route hatten sie keine Lust. Stattdessen zog es sie in den Norden. Dorthin, wo die Wikinger den Ozean überquert haben und wo sich nur wenige Yachten mit „ein paar Verrückten hin verirren“, wie der Autor meint.

Weiße Überraschung auf dem Probetörn in Schweden. ©Niklas Marc Heinecke

Von Deutschland aus führte ihr Törn nach Norwegen. Sie kreuzten die Shetland-Inseln, gingen vor Faröer vor Anker und besuchten Island. Dann folgte die Überfahrt nach Grönland – vorbei an Eisbergen, Gletschern und majestätischer Natur. Von Grönland aus ging es schließlich nach Neufundland und entlang der nordamerikanischen Küste bis in die Karibik.

„Nur wer die Kälte kennt, weiß die Wärme zu schätzen.“ ©Niklas Marc Heinecke

Nachhaltigkeit

Damit dieses Abenteuer aber kein reiner Selbstzweck wird, wollten Joscha und Niklas ihre Reise möglichst nachhaltig gestalten und haben die JU MAR entsprechend umgerüstet: Nach über tausend Arbeitsstunden kam der Strom nicht mehr nur aus der Steckdose, sondern wird zum größten Teil von Solarmodulen, einer Windkraftanlage und einem Hydrogenerator erzeugt. Statt Gasherd wurde ein Induktionsfeld in die Bordküche eingebaut. Das Trinkwasser gewinnen die beiden Aussteiger auf Zeit aus dem Meer mittels einer Entsalzungsanlage. Auch das Brot backen die beiden selbst, für frische Gewürze gibt es sogar einen kleinen Kräutergarten unter Deck.

Nachhaltigkeit soll auf dieser Reise Priorität haben. ©Niklas Marc Heinecke

In der Folge wird ihr Segelprojekt „Sailing Naked“ getauft. Natürlich nicht, weil nackt gesegelt wird, sondern weil sie im übertragenen Sinne mit ihrem Setup von der Außenwelt unabhängig sind. Sich von Zwängen befreien, auch ruhig mal naiv und etwas leichtsinnig sein dürfen. Sich treiben lassen und dabei immer offen sein für die Welt und ihre Menschen.

Im Einklang mit der Natur. ©Niklas Marc Heinecke

Genauso nachhaltig, wie die Reise war, sollte auch die Produktion dieses Buches sein. Es wurden ausschließlich recyceltes Papier und umweltschonende Farben verwendet, die Druckmaschinen wurden mit Solar- und Ökostrom betrieben.

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Sven John Jacobs
Sven John Jacobs
9 Monaten her

Nach längerer Segel-Abstinenz bekam ich dieses Buch in meine Hände und ich bin begeistert von den Bildern, der Reise und der Logbuchartigen Erzählung. Mein Fernweh ist voll erwacht und ich plane einen nächsten Törn. Mehr kann ein Buch bei mir nicht erreichen. Volle Kaufempfehlung!