Segeln rund Fünen in Dänemark – zwölf Liegeplatz-Geheimtipps zum Entspannen

Von Michael Amme

Michael ist seit über 20 Jahren als Journalist und Fotograf auf dem Wasser tätig. Der studierte Geograf hat weltweit Reisereportagen in mehr als 100 Charter- und Blauwasserrevieren produziert. Zudem haben den Hamburger viele Segelreisen und seine frühere Tätigkeit als Charter- und Überführungsskipper rund um den Globus geführt. Zusammen mit Sönke Roever ist er die treibende Kraft von BLAUWASSER.DE und ein beliebter Referent auf Bootsmessen und diversen Seminaren (siehe Termine).

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Rund Fünen: die unbekannten idyllisch-verträumten Oasen der Ruhe

Wer entlang des Kleinen und Großen Belts rund Fünen segelt, der wird auf so bekannte Namen wie Sonderborg, Middelfart, Marstal & Co stoßen. Beliebte Ziele, die jedes Jahr im Sommer rappelvoll sind – mit Marinas, in denen es an nichts fehlt. Doch ein Blick auf die Karte verrät, dass es noch viele weitere Schätze rund um die unendlich vielen Fjorde, Sunde, Buchten, Landzungen und Inseln gibt.

Ballen ist einer der Häfen des Reviers, der im Schatten bekannter Nachbarn steht.

Anlegen abseits der berühmten Reviervertreter

Wer den Mut zur Lücke hat, der findet hölzerne Anleger zwischen Schilfufern, kleine Minihäfen in einsamer Naturlandschaft oder bescheidene Hafenorte im Schatten ihrer berühmten Nachbarn. Doch wo genau verstecken sich diese Perlen des Reviers, und was gibt es dort zu sehen? Welche Einrichtungen sind vorhanden, für wen sind diese Plätze geeignet und welche Schiffe finden dort Platz?

Abseits in ruhiger Umgebung gelegene Steganlagen wie diese in Loverodde gibt es viele im Revier.

Wer auf einer Reise rund Fünen die Platzhirsche links liegen lässt und die stillen und weniger bekannten Ziele der Region ansteuert, findet Orte mit Namen wie Løverodde, Brejning, Sottrupskov und Føns. Stille Revier-Vertreter, die den vielschichtigen Charakter des Segelgebietes erst richtig zum Vorschein bringen.

Geheimtipps auf einem Törn rund Fünen

Viele der Orte sind Oasen der Ruhe, die idyllisch-verträumt in abgeschiedener Natur liegen. Andere sind gemütlich-bodenständige oder individuell-kantige Hafen- oder Anlandeplätze. Welcher am besten zu Dir passt? Probiere es einfach aus, die Auswahl ist groß!

Korshavn ist eine kreisrunde Naturbucht mit geschützter Holzsteganlage.

Interaktive Übersichtskarte rund Fünen

Hafenbeschreibungen rund Fünen

Jeder der nachfolgenden Häfen und Anlandestellen wurde von uns ausführlich besucht und beschrieben. Klicke auf einen der Häfen, um mehr über die Gegebenheiten vor Ort zu erfahren.

Hafen/Marina Ballen (Insel Fünen)

Der Hafen von Ballen auf Fünen ist ein gemütlicher Reviervertreter mit guter Ausstattung. Der Strand und der Badesteg direkt neben dem Hafen sind der Trumpf des Platzes.

Hafen/Marina Barsø (Kleiner Belt)

Die kleine Insel Barsø im Kleinen Belt bietet neben dem Fähranleger auch einen kleinen Hafen für Besucher. Auf der landwirtschaftlich genutzten Insel leben nur 22 Einwohner.

Hafen/Marina Brejning Hoved (Velje Fjord)

Brejning Hoved im Velje Fjord ist eine moderne und zugleich liebevoll hergerichtete Marina in landschaftlich wunderschöner Umgebung. Mit dem tollen Spielplatz auch ideal für Familien.

Hafen/Marina Føns Vig (Kleiner Belt)

Nicht einmal eingefleischte Revierkenner kennen Føns Vig. Vermutlich, weil diese kleine Steganlage vier Seemeilen tief im Gamborg Fjord am Nordende des Kleinen Belts versteckt liegt.

Hafen/Marina Hejlsminde (Kleiner Belt)

Hejlsminde im Kleinen Belt ist ein kleiner und lebendiger Urlaubsort. Mit einem gemütlichen Hafen und einem tollen Strand. Nur mehr als 1,60 Meter Tiefgang sollte man nicht haben.

Hafen/Marina Korshavn (Fyns Hoved)

Korshavn ist der vermutlich schönste und am besten geschützte Ankerplatz von ganz Fünen. Und wer möchte, macht einfach an der idyllischen Steganlage der Bucht fest.

Hafen/Marina Løverodde Bro (Kolding Fjord)

Løverodde Bro ist eine ganz einsam gelegene Steganlage am bewaldeten Steilufer am Eingang zum Kolding Fjord. Die einzige Versorgungsmöglichkeit ist das nahe gelegene Restaurant.

Hafen/Marina Ristinge (Langeland)

Der Hafen von Ristinge auf Langeland führt ein Schattendasein. Zu Unrecht, zumal der alte Fischerhafen reichlich rustikalen Charme und fußläufig einen sensationellen Strand hat.

Hafen/Marina Sottrupskov (Als Sund)

Der Anleger von Sottrupskov auf der Festlandsseite vom Als Sund bietet ruhige Liegeplätze ganz ohne Rummel und Infrastruktur. Dafür viel Natur, einen Wanderweg und die wenigen Häuser des Dorfes.

Hafen/Marina Stagodde (Haderslev Fjord)

Die winzige Steganlage von Stagodde im Harderslev Fjord ist eine Art Vereinsanleger mit Gastliegeplätzen. Mitten im grünen Schilfgürtel und nur mit einem kleinen Vereinshaus.

Hafen/Marina Thurø (Fünen)

Thurø ist Insel, Hafen und Einbuchtung zugleich. Die Bucht eignet sich zum Ankern und die vielen kleinen Steganlangen bieten auch Besuchern Platz.

Hafen/Marina Varnæs Vig (Aabenraa Fjord)

Die Steganlage von Varnæs Vig am Eingang zum Aabenraa Fjord ist ein stiller, aber bezaubernder Platz. Ohne sanitäre Anlagen, dafür aber mit Strand und viel grüner Natur.

Charter

Eine Segelreise rund Fünen ist so etwas wie ein Klassiker in der Westlichen Ostsee. Dementsprechend ist auch das Charterangebot groß und vielfältig. Die Reise kann von allen deutschen Stützpunkten in Flensburg, Kiel, Heiligenhafen oder Fehmarn aus gut durchgeführt werden. Aber auch von den dänischen Charterstützpunkten am Festland oder denen auf Fünen selbst.

Charterstützpunkte wie hier in Heiligenhafen gibt es viele in der Umgebung von Fünen.

Die Schiffsmodelle im Charterbetrieb sind meist zwischen 36 und 54 Fuß groß, Katamarane gibt es so gut wie keine. Ein Schlauchboot ist an der Ostsee keine Selbstverständlichkeit, auch Außenbordmotoren müssen dazu gebucht werden. Weil alle der beschriebenen Plätze auch eine Möglichkeit zum Festmachen haben, ist ein Schlauchboot auch nicht zwingend notwendig. Charterschiffe an der Ostsee werden in der Regel ohne Bettzeug, Bettwäsche und Handtücher angeboten. Neben dem Sportbootführerschein See sind auf der Ostsee eine Funklizenz und ein Pyroschein (kann meist auch durch Schnelleinweisung vor Ort erworben werden) erforderlich.

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Weitere Infos zum Revier

Navigation & Häfen

Wer einmal rund Fünen segelt, erlebt die ganze Vielfalt der dänischen Gewässer. Den sehr geschützten Kleinen Belt zwischen Festland und der Insel Fünen, die offene Nordküste von Fünen mit ihren wenigen Häfen und den Großen Belt als eine der wichtigen Schifffahrtsstraßen der Ostsee. Das i-Tüpfelchen ist dann natürlich die Inselwelt der Dänischen Südsee entlang der Südküste von Fünen. Alles zusammen könnte die Abwechslung nicht größer sein, die Navigation bleibt stets spannend, in den engen Durchfahrten muss je nach Wind auch mit Strömungen gerechnet werden.

In der schmalen Durchfahrt zwischen Fünen und Tåsinge muss fast immer auch mit Strömung gerechnet werden.

Die Dichte an Häfen ist enorm hoch, viele davon wie Marstal, Middelfahrt oder Årøsund sind Klassiker des Reviers und bestens ausgestattet. Viele von den hier beschriebenen Plätzen haben dagegen nur eine einfache Ausstattung, die Preise sind aber fast überall moderat.

Wind und Wetter

Das Wetter in der Westlichen Ostsee ist auch im Hochsommer nicht beständig, man sollte sich auf alles zwischen Mittelmeer-heiß und herbstlich-kühl einstellen. Ständig wechselnde Hoch- und Tiefdruckgebiete bescheren dem Revier Winde aus allen Richtungen. Eine Ostwindlage bedeutet meist sonniges und beständiges Wetter, feuchtes und bedecktes Wetter kommt eher aus Westen.

Rund Fünen gibt es fast immer geschützte Gewässer und guten Segelwind.

Literatur & Seekarten

  • Jan Werner, Törnführer Dänemark 2: Fünen – Seeland – Lolland – Falster – Møn – Bornholm, Delius Klasing Verlag
  • Sportbootkartensatz NV Serie 1: Rund Fünen und Kieler Bucht, NV Verlag
  • DEKL Sportbootkarten Satz 1: Kieler Bucht und Rund Fünen, Delius Klasing Verlag
  • Für den Landgang: Alexander Geh, Dänische Inseln 1: Fünen, Langeland, Ærø, Edition Elch
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